Slow Wine: digitales Magazin über italienische Weine

11. April 2014

Seit Anfang diesen Monats ist eine neue Wein-Zeitschrift in Deutschland erhältlich. Das Slow Wine Magazin kommt aus der Redaktion von Slow Wine, dem Weinführer vom Verlag Slow Food Editore. Es handelt sich um eine vollständig digitale Zeitschrift, die auf Englisch, Italienisch und Deutsch erscheint, ein kostenloses Probe-Exemplar kann man hier herunterladen.

Dabei spezialisiert man sich wohl auf italienische Weine. Sechs Ausgaben soll es pro Jahr geben, mit jeweils 60 (digitalen) Seiten. Die Hefte umfassen der Pressemitteilung zufolge vier Themenbereiche: eine lange Reise durch die wichtigsten italienischen Herkunftsbezeichnungen, einen kleineren Überblick über ein wenig bekanntes Gebiet, eine Retrospektive, d.h. die Verkostung von vielen Weinen aus einem großen Jahrgang, und eine Vertikalverkostung.

Spannend ist, wie sich das Angebot auf dem deutschen Markt platziert: Die existierenden Wein-Zeitschriften im Print-Bereich erleben ja gerade keine rosigen Zeiten. Der neue Mitbewerber mit dem Fokus auf Italien kommt als digitales Magazin für 39 Euro für sechs Ausgaben.

Warum in Deutschland übrigens ein Magazin über italienische Weine 10 Euro teurer ist als in Italien, das müssten sich ja die Marketing-Experten gut überlegt haben: Auf den ersten Blick scheint es schwer nachvollziehbar.

Spargel und Wein: Bewährtes und Neues

4. April 2014

Spargel und Wein

Viele Genießer freuen sich darauf, für die meisten hält sie jedoch kaum noch Überraschungen parat: Die Spargelsaison ist zu ihrem Beginn zuerst einmal das Wiedersehen mit alten Bekannten. Gekocht oder bestellt werden nach langer Vorfreude die persönlichen Klassiker. Bei uns ist das immer wieder der weiße Spargel im Pfannkuchen, zusammen mit verschiedenen Schinkensorten und selbstgemnachter Sauce nach Art einer Hollandaise (die Blitzversion wie sie hier beschrieben ist).

Dasselbe gilt auch für den Wein: erst ein Wiedersehen mit alten Bekannten, bevor nach einigen Spargelvariationen auch Experimente gemacht werden. Dabei ist die Palette der verschiedenen Zubereitungen und Wein-Kombinationen gar nicht mal so groß.

Meine Favoriten bisher:

  • Weiße Spargel im Schinken-Pfannkuchen mit der selbstgemachten Hollandaise
  • Risotto mit Spargel und Lachs
  • Spargel Carbonara: Spargel schälen, in kleinere Stücke schneiden und zusammen mit den Spaghetti ins kochende Wasser geben. Sinnigerweise ist beides in gleicher Zeit bissfest.
    Carbonara-Zubereitung wie man es vom gleichnamigen Spaghetti-Rezept kennt: Für 250 Gramm Spaghetti und 500 Gramm Spargel (für zwei Personen) nehme ich drei Eigelb, einen Becher Sahne, Salz, Pfeffer, eine Hand voll Parmesan und Speckwürfel. Speck anbraten, gekochte Spargel-Spaghetti dazu geben, Ei-Sahne-Gemisch drüber und nur stocken lassen, nicht braten. Ggf. etwas vom Nudelwasser dazu geben, damits etwas sämig wird.

Geplante Variationen für die aktuelle Saison betreffen bei mir vor allem Saucen, mindestens drei neue werde ich probieren und – je nach Erfolg – auch hier vorstellen. Und auch bei den Weinen gehört nach vielen erprobten Kombinationen auch mal was Neues dazu: verschiedene Blanc-de-Noir-Weine stehen auf der Warteliste sowie Rosé-Weine und zu italienischen Spargel-Variationen auch Rotweine, die man gekühlt trinken soll.

Die Biowinzer aus dem Südwesten tun es wieder: Baden trifft Württemberg

28. März 2014

ECOVIN Präsentation

Die landesweite Biowein-Präsentation in Freiburg hat sich bewährt – Am 24. Mai mit baden-württembergischen Biowinzern aller Anbauverbände

Jahrelang war die Präsentation von ECOVIN Baden eine Geminschafts-Veranstaltung mit festen Partner und wechselnden Gästen. Nun scheint sich die Kooperation von Biowinzer aus Baden und aus Württemberg durchzusetzen: Das landesweite Motto „Baden trifft Württemberg” wurde vor zwei Jahren erstmals verbandsübergreifend aufgenommen und hat sich ganz offenkundig bewährt. Auch 2014 sind wieder Biowinzer aller biologischen Anbauverbände aus Baden und Württemberg dabei.

Die Präsentation in Freiburg ist die wohl größte regionale Bioweinmesse und wird am 24. Mai 2014 um 14 Uhr im Historischen Kaufhaus eröffnet. Erstmal vorgestellt werden dabei auch die Siegerweine der Prämierung „Die besten Bioweine Baden-Württemberg 2014”,.

Besonders nett für Gäste aus der Region und von weiter weg: Die Eintrittskarte gilt auch für das Freiburger Fahrradtaxi (www.fahrradtaxi-freiburg.de), damit können sich die Besucher zum Freiburger Hauptbahnhof oder – im Innenstadtbereich – gleich ganz nach Hause bringen lassen (bis 21 Uhr).

Präsentiert werden rund 250 angebotenen Bioweine und -Sekte von rund 30 Betrieben. Biowinzer von ECOVIN, Bioland, Demeter und Naturland aus Baden und aus Württemberg sind dabei, das Slow Food Convivium Freiburg gestaltet mit drei Veranstaltungen das kulinarische Rahmenprogramm. Und die Arbeitsgemeinschaft zur Förderung pilzwiderstandsfähiger Rebsorten PIWI International stellt Weine aus pilzwiderstandsfähigen Rebsorten vor, die ebenfalls verkostet werden können.

Weitere Infos gibts auf der Website von ECOVIN Baden.

ECOVIN Präsentation

ECOVIN Präsentation

ECOVIN Präsentation

Die Ignoranten: Wenn Wein und Comic sich begegnen

21. März 2014

Die IgnorantenDie Ignoranten: Wenn Wein und Comic sich begegnen Wein und Schreiben, das ist eine Erfolsgeschichte. In diesem Fall zumindest: Die Geschichte des Comic-Zeichner Etienne und seines Freunds, dem Winzer Richard wurde in Frankreich seit 2011 rund 150.000 Mal verkauft. Das Buch wurde ausgezeichnet als bestes französisches Weinbuch und mittlerweile auch schon in viele Sprachen übersetzt.

Seit Ende 2013 ist die Graphic Novel auch in deutscher Sprache erhältlich.

Die Geschichte ist einfach: Der Winzer soll seinen Freund den Comic-Zeichner in die Welt des Weins einführen, im Gegenzug bringt dieser ihm die Welt des Comics nahe. Den Schwerpunkt im Buch bildet die gemeinsame Arbeit am und für den Wein: Von den Mühen des Rebenschneidens bis zur Weinlese, von der Frage nach der Etikettengestaltung bis zum Wein probieren. Etienne lernt, woran man gute Weine erkennt, wie Reben richtig beschnitten werden, wie man Fässer für die Lagerung auswählt und welches die besten Anbaumethoden sind.

Die Ignoranten: Winzer und Autor

Richard der Winzer dagegen beginnt, Comics zu lesen, lernt Zeichner kennen und begleitet Etienne auf Comic-Festivals. Beide erkennen, dass ihre Beruf und ihre Leidenschaft viel gemeinsam haben.

Die Geschichte liest sich kurzweilig, die Comics sind schön und liebevoll gezeichnet, durchgängig in schwarz-weiss, was dem Ganzen etwas dokumentarisches verleiht. Was ja auch stimmt: Die Geschichte hat sich wohl wirklich so – oder so ähnlich – zugetragen. Étienne Davodeau stammt aus einer Weinbau-Gegend, der Loire. Und sein Freund Richard Leroy ist der Winzer. Über ein Jahr lang kamen die beiden zusammen.

Herausgekommen ist ein schöner Führer durch das Jahr des Winzers und den Alltag eines Selbstvermarkters. Authentisch ist das Buch übrigens auch in anderen Aspekten. So werden auch bei anderen Personen echte Namen verwendet, wie beim Winzer Jean-Francais Ganevat aus dem Jura. Eine kurzweilige und lehrreiche Weinreise also, die hier nachvollzogen werden kann.

Die Ignoranten: Winzer und Autor

Gemischter Satz – alt und neu

18. März 2014

Kilngt nicht ganz so vornehm wie Cuvée, hat rein sprachlich sogar eher was von einem Gemischtwarenladen. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen: Ein gemischter Satz bezeichnet im Weinbau die Tatsache, dass verschiedene Rebsorten auf einer Parzelle zusammen angebaut werden, geernet und verarbeitet werden. Im Gegensatz zum Cuvée, für das gezielt verschiedene Weine verschiedener Parzellen gemischt werden.

Die Idee dahinter ist durchaus bestechend: Ursprünglich wollte man durch die unterschiedlichen Reifegrade und den unterschiedlichen Säuregrad der Rebsorten das Risiko minimieren, außerdem erhoffte man sich eine gleichbleibende Weinqualität. Erwünschter Nebeneffekt ist eine höhere Vielschichtigkeit der Weine.

In dem Maße, wie sich rebsortenreine Weine durchgestezt haben, ist dieser gemischte Satz aber bei uns in Deutschland weitgehend verschwunden. Ein paar Bio-Weinberge damit gibt es aber noch – oder schon wieder. Einen alten Rebberg im gemischten Satz hat zum Beispiel noch heute das Weingut Janson in der Pfalz: Dort wird Riesling und Gewürztraminer angebaut, das Ergebnis hat auch die Tester von Vinum überzeugt.

Neu angelegt hat Biowinzer Jochen Beurer im Remstal seinen Museums-Wengert. Mehr als 20 alte, teils schon verschwundene Sorten wachsen dort in Steillage gemeinsam und werden zusammen ausgebaut und als Museums-Cuvée verkauft.

Auch in den Nachbarländern hat der gemischte Satz Tradition: In der österreichischen Weinbauregion Wien und in der Steiermark (dort unter der Bezeichnung Mischsatz) hat sich diese Eigenart gehalten und gilt als Spezialität. Im Jahr 2008 nahm die italienische Organisation Slow Food den Gemischten Satz in die sogenannte Slow Food Arche des Geschmacks auf. Bei den Wienern müssen in einem Weingarten mindestens drei verschiedene Rebsorten angebaut werden, auch der Sortenanteil und die Rebsorten sind festgelegt.

Im Zuge der zunehmenden Beliebtheit von Cuvées bekommt vielleicht auch der gemischte Satz wieder bessere Chancen.

WissensWerte: Biodiversität

11. März 2014

Biodiversität ist ein Fachbegriff, der oft im Zusammenhang mit Bio-Anbau verwendet wird. Dieses kurze Video will als Erklärfilm in etwa fünf Minuten den Begriff verdeutlichen.

Die Bärlauch-Saision beginnt

4. März 2014

Frischer Bärlauch Frühjahr 2014

Fast hätte ich ihn vergessen, trotz der anhaltend milden Temperaturen und dem ganzen Gedöns, dass jetzt der Winter ausgefallen sei. Der Bärlauch ist da. Für mich der Anfang des kulinarischen Frühjahres. Spargel, Erdbeeren und Co. sind jetzt, naja, noch nicht zum Greifen nah. Aber wenn man den ersten Bund Bärlauch mal in der Küche ins Glas mit Wasser gestellt hat, dann stellt sich das sichere Gefühl ein, dass die Frische-Vielfalt in der Küche wieder zunimmt.

An Bärlauch-Gerichten, Rezepten und Verfeinerungen herrscht kein Mangel, empfehlenswert sind natürlich zum frischen aromatischen Grün vor allem die jungen fruchtigen Bio-Weißweine des Jahrgangs 2013, die jetzt bereits gefüllt sind.

Der Tierfreitag – oder tierfrei-Tag?

28. Februar 2014

tierfreitag

Viele Anhänger von Bio-Lebensmitteln sind Vegetarier oder Veganer, andere wären es gerne. Aber ganz fleischlos ist vielen zu radikal, vegetarisch sehen manche wiederum als ideologisch besetzt an. Was bleibt ist oftmals der Wunsch, den Fleischverbrauch vernünftiger und bewusster zu gestalten.

Dazu passt der Tierfreitag. Der eben auch ein Tier-Freitag oder eine tierfrei-Tag sein kann. Ins Leben gerufen hat ihn die Autorin Katharina Seiser, die Website soll als Sammelstelle für genussvolle, fleischlose Rezepte dienen, auf der jeder etwas beitragen kann.

Die österreichische Autorin möchte rein pflanzliche Rezepte ohne jegliche Ersatzprodukte auflisten, auf der anderen Seite aber auch vorbildliche Tierhaltungsprojekte und Bauernhöfe sammeln. Auf ihrer anderen Website „esskultur” wird der Tierfreitag zusammengefasst als eine Idee „für Menschen, denen die tierische Herkunft ihrer Zutaten nicht wurscht ist”.

Das einfache und übersichtliche Konzept findet offensichtlich ebenso Anhänger wie das Konzept der Ideologiefreiheit. Und dass ausdrücklich keine Rezepte mit Ersatzprodukten oder Imitaten gewünscht werden, senkt sicher die Hemmschwelle zum Nachkochen. Tofu & Co gelten eben noch immer vielen, die sich als ”Genussmenschen” bezeichnen, eher als Notlösung.

Das Projekt wurde Ende Januar 2014 ins Leben gerufen. Derzeit überwiegen dort die Rezepte, aber im Laufe der Zeit wird die Funktion als Sammelstelle andere interessante Artikel zum Thema sicher ebenfalls genutzt.

Slow Food Magazin: jetzt auch am Kiosk

19. Februar 2014

Slow Food Magazin

Der Zeitschriftenmarkt ist in Bewegung: Weinfachzeitschriften gerieten in der Vergangenheit zunehmend in Bedrängnis oder verwanden gleich ganz vom Markt. Auf der anderen Seite boomen Blätter zum Thema Essen und Trinken. Dazu passt, das jetzt aus dem bisherigen Mitgliedermagazin von Slow Food ein Kiosk-Magazin wird. Seit Anfang März ist das komplett überarbeitete Magazin auch am Kiosk erhältlich.

Das Themenspektrum ist fast unverändert, die Optik deutlich aufgehübscht. Die Inhalte sind aus journalistischer Sicht solide und auch für Leser interessant, die dem Zusammenschluss nicht angehören.

Slow Food Magazin

Zum Themenmix des Heftes gehört seit jeher die Kombination von Speisen und Wein. An beides stellen die Slow Food Anhänger große Ansrpüche: Die Qualität muss stimmen, Bioprodukte haben einen hohen Stellenwert und auch Regionalität spielt eine wichtige Rolle.

So gehts auch in diesem Heft ums Thema Wein, Ursula Heinzelmann hat die autochthone Rebsorte Tauberschwarz unter die Lupe genommen. Passend dazu gibts natürlich auch wieder Rezeptempfehlungen. Auch in diesem Heft gibt es die schon bekannten, sehr ausführlichen, mehrteiligen Dossiers zu einem Thema (aktuell: Aquakultur), daneben auch Reisetipps für Genießer, Beiträge zu Politik und Gesellschaft und neben Rezeptvorschlägen auch immer Artikel zur Kombination von Speisen und Wein.

Als Zielgruppe hat man neben den eigenen Mitgliedern „kritische und aufgeklärte Verbraucher” ins Auge gefasst. Die neue Optik hebt sich ab von den ungezählten Food- und Lifestyle-Heften, kommt nicht ganz so glatt und werblich daher. Aber mit dem jetzt herrschenden Wettbewerb am Zeitschriftenkiosk wird die Optik wohl noch einige Mal angepasst werden. Der Preis von 6,40 Euro erscheint auf den ersten Blick etwas happig, aber dafür gibts hier auch eindeutig mehr Infos als Werbung.

Slow Food Magazin

Essen und Wein kombinieren – eine Hilfestellung

14. Februar 2014

Original Source: Food and Wine Pairing Method

Genauso, wie viele Menschen ziemlich ehrfürchtig den Weinen gegenüber stehen und nicht genau wissen, wie sie sie behandeln, lagern, servieren, anbieten, beschreiben, genauso unsicher sind viele, was die Kombination von Essen und Wein angeht. Kein Wunder, es gibt schließlich genügend Weine und Rebsorten, die man noch nie im Leben probiert hat.

Meine Herangehensweise ist ja ziemlich banal: ausprobieren. Dafür genügen auch einige Basiskenntnisse, um nicht total auf den Bauch zu fallen.

Hilfreich ist aber so eine Tabelle, wie sie auf der Website von Wine Folly bereit steht. Auf den ersten Blick wirkt das zwar etwas komplex, aber wenn man sich reinliest, ist es wirklich hilfreich. Das Poster kann man auch kaufen, eine nette und hilfreiche Deko für Küche und Essplatz.