Organic Wine Journal – Biowein für amerikanische Genießer

26. Januar 2012

Das Organic Wine Journal

Die Welt braucht ein Organic Wine Journal, finde ich. In Deutschland finden das wahrscheinlich noch nicht so viele Weintrinker. In den USA schon: Die als ‘Your Guide to Organic, Biodynamic and Natural Wine’ titulierte Website ist nicht nur schick aufgemacht, sie gefällt auf Facebook auch bereits mehr als 1.200 Menschen.

Das bestätigt auch wider einmal die Vermutung, das Bio-Themen vor allem bei Großstädtern auf Interesse stoßen. Die Schwerpunkte der Leserschaft scheinen in New York und San Francisco zu liegen, für diese beiden Metropolen gibt es nämlich City-Guides auf der Website.

Die Website ist professionell gemacht, schön gestaltet und hat durchaus praktischen Nutzen. Der Schwerpunkt liegt auf der Vorstellung von Bio-Weinen und Bio-Winzern. Zwar ist der bereits ausgewiesene Online-Shop noch nicht aktiviert und befüllt. Dafür werden regelmäßig und mit hoher Frequenz Artikel gepostet. Darüberhinaus werden Weinbesprechungen (Reviews) veröffentlicht, sehr ausführlich, gelegentlich auch mit Videos von Lyle Fass, der selbst eine Wein-Website betreibt und auch Händler ist.

Die internationale Zusammenstellung der Bio-Weingüter ist durchaus sehr unterschiedlich befüllt: Deutschland zum Beispiel ist mit vier Betrieben mager bestückt. Besser siehts in Italien, Frankreich und den USA aus. Und die Rubrik „Learn”, in der wohl auf Fragen zu Bioweinen eingegangen werden soll, ist derzeit eine Baustelle.

Interessant ist ja auch immer, wer hinter solch einer Veröffentlichung steht, aber dazu brauchts wahrscheinlich etwas Szene-Kenntnisse aus den USA: Die angegebenen Namen (Jonathan Russo and Adam Morganstern) sagen mir zumindest nichts. Immerhin scheint kein Händler hinter der Website zu stehen, so dass man befürchten müsste, die Auflistung und Beschreibung von Weinen und Weingütern sei durch eigene Interessen „eingefärbt”.

Der eigene Youtube-Channel ist mit 63 Videos ebenfalls sehr gut bestückt und entspricht damit auch dem aktuellen Trend, möglichst viele Veröffentlichungen gleich in audiovisueller Form zu bringen.

Winterruhe in den Bio-Weinbergen

23. Januar 2012

Reben vor der Kulisse des Kaiserstuhls

Und die Ruhe ist durchaus wörtlich zu vertsehen: Während man früher bei der klassischen Winter-Tätigkeit der Winzer in den Reben das charakteristische Ratschen der Rebscheren und das Klappern der dürren Rebtriebe hörte, die aus den Erziehungsdrähten herausgezogen wurden, ist es heute sehr still bei der Arbeit. Hydraulisch unterstützte Rebscheren machen kaum noch ein Geräusch. Und um die Akkuladung, die der oft Winzer auf dem Rücken mit sich trägt, sinnvoll einzusetzen, wird vorerst nur geschnitten.

Die Reben erholen sich im Winter, sammeln – im übertragenen Sinn – Kraft für den bevorstehenden Austrieb. Nur eine länger dauernde Wärmephase könnte sie etwas aus dem Tritt bringen und die Vegetationsentwicklung später negativ beeinflussen.

Demo-Aufruf: Wir haben es satt!

18. Januar 2012

Demo-Aufruf von ECOVIN und Demeter

„Bauernhöfe statt Agrarindustrie”, so lautete das Motto der Demo, die am 21. Januar in Berlin die Politiker aufrütteln soll. Nun haben sich auch die Bioweinverbände Demeter und Ecovin diesem Demo-Aufruf angeschlossen.

Angeprnagert wird die Die Industrialisierung der Landwirtschaft und deren Folgen: Skandale, Umweltbelastungen, Artenschwund, Gentechnik und Leid für Tiere in Megaställen.

„Sie verschärft Hungerkrisen, Klimawandel und Höfesterben – und wird dafür sogar deutlich besser unterstützt als der Ökolandbau. EU und Bundesregierung fördern diese Agrarindustrie jedes Jahr mit Milliarden Euro an Subventionen.”

So schreiben Demeter und Ecovin in ihrer Pressemitteilung. Gemeinsam mit 40 weiteren Organisationen aus dem Umwelt-, Verbraucher- und kirchlichen Bereich wollen sie genau dann demonstrieren, wenn Kanzlerin Merkel und Landwirtschaftsministerin Aigner am 21. Januar 2012 die Landwirtschaftsminister und Agrarkonzerne in Berlin bei der Internationalen Grünen Woche empfangen.

Mehr Infos unter: http://www.wir-haben-es-satt.de.

Bioweine von der Tageszeitung: tazshop – taz Weine

17. Januar 2012

Bioweine von der taz

Viele Zeitschriften und Tageszeitungen scheinen ganz verrückt danach, uns Wein zu verkaufen. Von der Süddeutschen bis zur Brigitte – fast überall in den Blättern, aber auch in den Online-Angeboten der Verlage erscheinen Weinangebote. Meistens sind schon fertige Pakete geschnürt, die uns Lesern empfohlen werden.

Der erste Eindruck ist natürlich in einem redaktionell gepflegten Umfeld derjenige, dass hier die Fachleute aus den Redaktionen für uns Leser das Beste aus der Weinwelt verkostet und zusammengestellt haben. Die Wahrheit ist oft viel einfacher: Große Weinversender bieten diese Pakete schon fertig zum Bewerben an und wickeln auch die Bestellungen ab. Auch wer im Online-Versandhandel einkauft erhält oftmals zusammen mit seiner Bestellung solche „Sonderangebote”, bei denen nach dem Motto des Hamburger Fischmarktes nicht nur der Preis drastisch reduziert wird, sondern noch ein klasse Geschenk oben drauf gelegt wird.

Nun also gehört zu diesen Anbietern auch die taz könnte man vermuten: Hier im tazshop – taz Weine bewirbt sie ihre Weine, die freilich gegenüber den Mitbewerbern etwas aus dem Rahmen fallen:

Die Wein-Auswahl der taz, die taz Lese, bietet nachhaltig und ökologisch erzeugte Weine von Winzern an, die sich weitab vom Mainstream der Weinwirtschaft bewegen.

So sieht es tatsächlich aus. Das Angebot ist übersichtlich und besteht ausschließlich aus Bioweinen. Man kann einzelne Flaschen nach Gutdünken in den Warenkorb legen und es sind etliche namhafte Bio-Betriebe vertreten. Die Versandkosten sind sehr moderat (Gesamt-Bruttowarenwert bis zu 20,00 EUR: 2,50 EUR, von 20,01 bis 100,00 EUR: 5,00 EUR, ab 100,01 EUR: frei Haus.)

Schon mit dem Angebot taz-presso hat die Tageszeitung aus Berlin auf sympathische Weise gezeigt, dass sie sich sehr wohl überlegt, wie und mit welchen Produkten sie ihre Leser zum Einkaufen verführt: Der Espresso ist kontrolliert ökologisch angebaut und fair gehandelt.

Drei Wein-Trends für 2012: Was kommt?

13. Januar 2012

Drei Weintrends für 2012

Die alljährliche Vorhersage darüber, wie wohl die Ernte ausfallen wird, ist ja schon Kaffeesatzleserei: geprägt vom Bedürfnis, sich rechtzeitig in Erinnerung zu bringen und vom Bemühen, Vorfreude zu wecken. Wie ist es da erst mit den Wein-Trends für 2012? Kann man dazu überhaupt etwas sagen?

Man kann das sicher nicht in der Art einer Prophezeiung: So wird das werden. Aber wenn man die Entwicklungen in 2011 betrachtet, dann kann man durchaus mal ein paar vorsichtige Prognosen wagen. Und am Ende dann schauen, was sich erfüllt hat… Fangen wir mit den guten Nachrichten an:

Der Bio-Weinbau wird weiter wachsen.

Das war jetzt nicht schwierig vorherzusagen: Alleine der ECOVIN-Bundesverband hat im vergangenen Jahr 18 neue Mitglieder in seinen Reihen begrüßt, so die Vorsitzende Lotte Pfeffer-Müller in ihrem Neujahrsbrief. Die Nachfrage nach Bioprodukten hat 2011 angehalten, auch 2012 wird wieder jeder Skandal und jedes Skandälchen das Bewusstsein für die Qualität von Bioprodukten schärfen – zumindest zeitweise.

Piwi-Weine (Weine aus pilwiderstandsfähigen Rebsorten, die zähle ich jetzt mal auch zu den Bioweinen) werden langsam weiter an Verbreitung gewinnen. Für eine rasantere Entwicklung sind deutsche Weintrinker nach meiner Meinung zu konservativ.

Die Wein-Blogs werden ausdünnen.

Aussterben wollte ich jetzt nicht schreiben und das wird auch sicher nicht so kommen. Aber der Trend geht eindeutig zu den Häppchen-Nachrichten von Twitter und Facebook. Die Zahl der Postings in Blogs sinkt, auch die Beteiligung in Kommentaren geht zurück. Alles „liked” – oder eben auch nicht. Das muss jetzt kein Schaden sein: Den 1000. Wein-Blogger, der über seine Zufalls-Weinkäufe in epischer Breite berichtet, den braucht die Welt nicht. Gute Blogs dagegen mit gutem Inhalt und echten Infos, die werden sich halten.

Und gleich noch eine Prognose in die fernere Zukunft: Irgendwann werden diese informativen Wein-Blogs „vom alten Schlag”, mit viel Herzblut und einigem Sachverstand ausführlich geschrieben, wieder zunehmen, wenn auch langsamer, als in der Vergangenheit. Der Hype um Facebook wird irgendwann nachlassen, wenn man merkt, das Social Media als Marketinginstrument nur sehr begrenzt nutzbar ist für durchschnittliche Weinerzeuger.

Vladimir Simovic hat hier einen schönen Beitrag verfasst: Weblogs als Fels in der Brandung der Social Networks

Mehr Marktplätze für Wein

Zur Zeit gibt es neben den Erzeugern mit eigenem Weinshop ungezählte Handelsplattformen, von denen nur wenige richtig profitabel sind. Da Winzer und Weingüter immer öfter auch ihre Weine selbst im Internet anbieten, müssen die Weinversender einen Mehrwert bieten: Über den Preis werden sie sich kaum durchsetzen (bei deutschen Erzeugern auf dem deutschen Markt).

Der Schlüssel liegt in meinem Augen in intelligenten Mehrwert-Angeboten: Mehr Infos über die Weingüter, die Rebsorte, die dazu passenden Rezepte, verlockendere Versandpreise. Dazu mehr Unterhaltungswert, in welcher Form auch immer. In Suchmaschinen und manchen Textlink-Werbungen tauchen bereits seit 2010 auch Bewertungen der Händler auf. Auch die werden künftig eine wichtige Rolle spielen, der Preis ist nicht alles.

Ob sich sogenannte Flash-Sites, mit täglich wechselnden Sonderangeboten eines Weines behaupten werden, dazu wage ich mal keine Prognose. In den USA scheint das gut zu gehen.

Gute regionale Bio-Rezepte für guten Bio-Wein (Baden, Rheinhessen, Mosel, Pfalz)

11. Januar 2012

Rheinhessische Rezepte zum Biowein von Eckhard Weitzel

Das stellt man sich einfacher vor: Wer seinen guten Biowein mit einem guten Gericht in Bio-Qualität krönen möchte, der wird manchmal alleine gelassen. Zwar gibt es wenige Winzer, die auch Rezepte veröffentlichen. Im Idealfall sind sie regional, passen zur Herkunft der Weine des Winzers und die Sammlung ist zumindest so umfangreich, dass man für jede Jahreszeit ein paar Angebote findet. Eckhard Weitzel macht das auf seiner Website biowein-weitzel.de so, dort gibt es eine Rubrik Rezepte.

Aber abgesehen von solchen Glücksgriffen ist es oft schwierig, gute regionale Rezepte in Bio-Qualität zu finden, die man mit den Bio-Weinen der jeweiligen Region kombinieren kann.

Es bliebe die Suche in den allgemeinen Rezept-Datenbanken mit dem Suchbegriff “bio” – was aber manchmal zu sonderlichen Ergebnissen führt. Oft sind die hier aufgelisteten Rezepte auch gleich vegetarisch, vegan, lactosefrei oder folgen anderen Ausschlusskriterien, die man so eigentlich gar nicht anwenden wollte. Oder – und das haben die Rezepte mit den meisten anderen Rezeptesammlungen gemein, es wird generell auf eine Weinempfehlung verzichtet und man muss sich mit seinen eignen Erfahrungen orientieren.

Hilfe durch allgemeine Weinseiten

Eine Hilfestellung sind vielleicht allgemeine Rezept-Empfehlungen für regionale Weine, die man sich selbst nach Gutdünken in Bio-Qualität umschreibt. Da gibt zum Beispiel für Baden eine noch recht schmale Sammlung von „original badischen Winzerrezepten” auf der Seite der Badischer Wein GmbH. Weitere badische Rezepte hat zB die Frauenzeitschrift Brigitte hier zusammengestellt.

Für Rheinhessen findet man im Internetangebot der Zeitschrift „essen und trinken” ein Special mit dem Titel „Rezepte zum Weißwein und Rotwein”. Auch auf der Rheinhessenseite gibt es zu diesem Thema eine eigene Rubrik.

Typische Rezepte der Mosel-Region findet man auf dieser Website (mosel.de) (darunter auch Wildschwein-Rezepte, mit denen sich Mosel-Winzer Harald Steffens schadlos hält an den Schwarzkitteln, die seinen Weinberg umpflügen).

Für die Pfalz gibt es hier Winzer-Rezepte, die zum Nachkochen empfohlen sind. Und auch hier gibt es eine Sammlung von Rezept-Tipps.

Unter den zahlreichen und noch immer rapide zunehmenden Food-Blogs gibt es zwar so ziemlich alle Themen, Rezepte zum Wein oder gar Bio-Rezepte zum Biowein sind mir bislang dagegen noch nicht in nennenswerter Zahl untergekommen. Aber ich behalte as Thema im Auge, bin für jeden guten Tipp dankbar und werde das Thema bei nächster Gelegenheit wieder hier aufgreifen.

Erfolg auf Facebook – Erfolg im Weinverkauf?

9. Januar 2012

Facebook-Seite von yellow tail

Warum das neue Jahr 2012 an dieser Stelle nicht mal so beginnen, dass jeder gleich ein paar gute neue Vorsätze fassen kann? Mario Scheuermann hat ein Faible für Zahlen und Statistiken und veröffentlicht auf seiner Website “the drink tank” immer wieder schöne Fleißarbeiten, aus denen seine Leser viel Nutzen ziehen können. Die aktuellste lautet Die erfolgreichsten Weinmarken auf Facebook 2012.

Die Zahlen dort sind wirklich beeindruckend: Große Weinmarken, vorwiegend in den USA, bringen es seiner Statistik nach auf bis zu fast 300.000 Fans (yellow tail aus Australien). Zum Vergleich: Internationale Weinmarken mit ein paar Tausend Fans gelten schon als erfolgreich. Die meisten Weingüter – die damit natürlich nicht vergleichbar sind – bringen es höchstens auf wenige hundert Fans.

Trotzdem: Können Weingüter, Biowinzer, Winzergenossenschaften aus diesem Zahlenwerk etwas lernen? Oder können Sie nur resignieren, weil als Marketing-Instrument Facebook und Social Media generell eben nur den „Großen” nützt, die hauptamtliche Mitarbeiten alleine für diese Aufgabe abstellen?

Kommt drauf an: Familiengeführte Weingüter in den USA bringen es auch schon fast auf 10.000 Fans. Ob da ein Mitarbeiter extra für diese Aufgabe abgestellt wird? Und was hat man denn nun davon, wenn man als Weingut 100 Fans hat oder 10.000?

Auch wenn sich Michael Pleitgen von der Berliner Weinakademie ebenfalls damit beschäftigt, ob Social Media und die Weinbranche 2012 zueinander finden – meiner Ansicht nach beantwortet sich die Frage von selbst: Wenn Winzer, Weingutsbetreiber, Weinvermarkter einen Draht zu dem Medium haben, wenn sie sich mit Facebook und Google+ beschäftigen, wenn sie twittern und sich über die Trends im Internet nicht nur auf dem Laufenden halten, sondern mitmachen, dann haben sie nach meiner Einschätzung gute Chancen.

Sie werden vielleicht nicht die Anzahl von Fans erreichen, wie große Marken. Aber sie werden uns dafür vielleicht auch mit dem ganzen Marketing-Gedöns verschonen, das wir alle so über haben und vor allem unter dem Label ”Social Media” gar nicht haben wollen: Mit der nichtssagenden, meist ziemlich protzigen Selbstdarstellung, mit Werbesprüchen und Gewinnspielen, bei denen wir eh nix gewinnen, sondern nur unsere Daten hinterlassen.

Und was immer wir auch von den ”Großen” der Branche geschenkt bekommen, wenn wir auf was ”Gefällt mir” klicken: Ich brauche es sehr wahrscheinlich nicht.

Wenn es dagegen die nächste Generation von Winzerinnen und Winzern schafft, über die Website und über Social Media einen Draht zu Kunden und Interessenten aufzubauen, dann sind auch scheinbar kleine Zahlen ein gutes Zeichen. Wer etwas zu sagen hat, dem kann erst einmal egal sein, ob das nur ein paar hundert oder ein paar tausend potenzielle Kunden verfolgen, finde ich.

Wer nichts zu sagen hat, wer nicht weiß, was mitteilenswert und interessant ist und wie man es gut darstellt, (und das scheint mir die große Mehrheit zu sein) der braucht wegen mir nicht twittern und kann auch auf Facebook verzichten. Vielleicht ist es dann wirklich besser, wenn das dann Profis in Auftragsarbeit machen: Das mag vielleicht als weniger authentisch gelten, ist aber sicher doch etwas effiktiver für all diejenigen, die das mitverfolgen wollen.

Einen Erfolg messen zu wollen bei Social Media Aktivitäten, das ist sicher eine hervorragende, auch wissenschaftliche Aufgabe. In manchen Bereichen, in der Industrie, bei Konzernen, mag das vielleicht Sinn machen. Bei den Anbietern, die mich interessieren, sind soziale Aktivitäten eben was soziales. Freundlichkeit, Aufgeschlossenheit, Weltoffenheit, Kommunikationsfähigkeit: Wer das hat und wer das ausdrücken kann, der kann das auch über verschiedene Kanäle kommunizieren.

Wer das nicht hat und nicht ausdrücken kann, der kann sich ja auch mal die US-Fanpage von Coca Cola anschauen: 36 Millionen Fans. Was dort an der Pinwand steht, das wünsche ich keinem für seine Facebook-Seite. (Und um die Dinge wieder auf regionale Maßstäbe herunterzubrechen: Auch die deutsche Coca-Cola-Facebook-Seite hat “nur” 3,7 Millionen Fans. Hier die größten deutschen Marken auf Facebook.

Oder anders gesagt: Meine liebsten und besten Facebook-Seiten haben wenig zu tun mit hohen Fan-Zahlen. Wie bei allen anderen Medien bleiben auch hier nach Abzug des großen Bling-Bling letztlich nur die Inhalte, die zählen.

Braucht man einen Weinkühlschrank?

23. Dezember 2011

WeinkühlschrankSpannende Frage. Als vor wenigen Jahren die teueren Kaffee-Vollautomaten gleich massenhaft in den Geschäften aufgetürmt wurden, da dachte ich mir auch: Das hast Du falsch eingeschätzt. Wer sollte schon 1000 bis 2000 Euro dafür ausgeben, das ihm ein Maschinchen eine Tasse Kaffee ausgibt? Für dieses Geld, so meine überschlägige Rechnung, könnte ich mich auch mit dem Taxi ins nächste Café fahren lassen (naja, zumindest eine ganze Weile lang).

Heute sind die teueren Kaffeemaschinen Standard und ehrlich gesagt haben auch wir unsere Schmerzgrenze für einen solchen Kaffeeautomaten erst unlängst wieder ein Stück heraufgesetzt (wir waren dabei allerdings noch weit unter der 1000-Euro-Grenze).

Und wie komme ich jetzt auf die Weinkühlschränke? Weil die zwar nicht ganz so massenhaft in Erscheinung treten wie die Kaffeevollautomaten, aber dennoch rapide zunehmen. Sogar beim Kaffeeröster gibts die preiswerten Exemplare, ein Zeichen für wachsende Popularität. Und die Versender haben bereits eine ganze Armada im Programm.

Zum Beispiel diesen hier (Weinkühlschrank bei Amazon), der immerhin 21 Flaschen aufnimmt und einen Stromverbrauch von 360 kWh im Jahr hat.

Bei Kosten von (in diesem Fall) gerade mal noch rund 220 Euro steht das Finanzielle gar nicht mal so sehr im Vordergund (sozusagen ein halber bis ein viertel Kaffeevollautomat). In meinem Kühlschrank kann ich die Temperatur auch sehr genau steuern, die empfohlenen 10 bis 18 Grad sind hier aber sehr unpraktikabel. Und die Flaschen für die kleine Weinprobe im kleinen Kreis bekomme ich hier noch gut unter, aber für größere Runden wirds knifflig.

Dass für wenig Geld offensichtlich schon viel geboten wird, belegen die guten Kundenrezensionen (die für mich in der jüngeren Zeit fast wichtiger geworden sind als Testergebnisse). Bleibt noch die Platzfrage: So schmuck die Dinger auch aussehen: Ein bißchen mehr Platz in der Küche brauchts da schon.

Und in punkto Umweltfreundlichkeit? Ein durchschnittlicher 4-Personen-Haushalt sollte mit 360 kWh knapp einen Monat auskommen. Ein Geschirrspüler der Energieeffizienzklasse A schafft im Standardprogramm mit dieser Strommenge rund 340 Durchgänge. Eine Waschmaschine mit 2500 Watt (oder ein anderes Haushaltsgerät) läuft damit 144 Betriebsstunden. Also nicht gerade wenig. Und während Winzer und Gastronomen fast täglich so einen Weinkühlschrank nutzen (könnten), stellt sich bei privaten Haushalten doch die Frage Aufwand / Stromverbrauch und Nutzen.

Wenn man den wichtigsten Aspekt bei solchen Anschaffungen (menschliche Faulheit) mal außer Acht lässt, könnte man vorschlagen, den Weinkühlschrank nur einzuschalten, wenn zum Beispiel größere Feste oder Weinproben anstehen. Auch der Hinweis „Energieeffizienzklasse: Nicht ausgewiesen, da Getränke- bzw.Weinkühlschrank” kann einem ja zu denken geben.

Bei den Kaffeevollautomaten, um wieder zu diesem Beispiel zurück zu kehren, wird Energiesparen inzwischen auch als Werbeargument eingesetzt: Stromverbrauch ist hier durchaus ein Thema und die meisten modernen Geräte schalten sich automatisch nach einer bestimmten, manchmal einstellbaren Zeit der Nichtbenutzung – nein, nicht ab, sondern in einen energiesparenden Standby-Modus. Zum Ausschalten muss der umweltbewusste Genießer noch immer den Schalter auf der Rückseite benutzen.

PS: Der Stromverbrauch von Kaffeevollautomaten soll übrigens nach meinen (ungeprüften) Infos schwer zu ermitteln sein (unterschiedliche Bauart und Betriebszeit, Standby-Zeit, Tassenanzahl pro Jahr etc.), aber etwa zwischen 55 und 170 kWh betragen.

Geschenke für Weinliebhaber: Tops und Flops

19. Dezember 2011

Geschenke für Weinliebhaber

Das hat mich in dieser vorweihnachtlichen Zeit doch zum Schmunzeln gebracht: Auf Tom Warks Website Fermentation wurden in zwei Beiträgen die besten und die schlechtesten Geschenke für Weinliebhaber vorgestellt.

Der Artikel ist zwar in englischer Sprache verfasst, aber gut bebildert, so dass man schnell erkennt, worum es geht. Und wer sich schon mal Gedanken zu dem Thema gemacht hat, der findet hier viele Aspekte seiner Überlegungen wieder. ZUm Beispiel den Bosch Akku Schrauber IXO Vino (auf der No-Go-Seite) und einige ganz originelle Ideen vom Weinbuch bis zu Tickets für Weinveranstaltungen auf der Empfehlungsseite.

Also vielleicht vorher mal durchlesen, bevor man zum Geschenkekauf aufbricht.

Piwi-Weinpreis 2011

15. Dezember 2011

Piwi Weinpreis

223 europäische Weine aus pilzwiderstandsfähigen Reben wurden für die Prämierung des Piwi-Weinpreises 2011 eingereicht und verkostet. Eine Jury aus 15 unabhängigen Verkostern vergab bei der Prämierung, die am 3. und 4. Dezember 2011 in Bad Dürkheim stattfand, sechsmal die Auszeichnung „Großes Gold”, 41mal gab es Gold und 72 mal Silber für die Weine aus pilzwiderstandsfähigen Rebsorten (PIWI).

Die meisten Weine kamen dabei aus Deutschland, hier wiederum die meisten von biologisch oder biologisch-dynamisch arbeitenden Betrieben. Aber es waren auch teilnehmende Weine aus der Schweiz und Österreich, Italien und Lichtenstein dabei. Selbst die Niederlande waren vertreten, dorthin gingen einmal Gold, zweimal Silber und zwei Empfehlungen.

Der Wettbewerb soll dazu beitragen, dass die oft unbekannten Sorten wie Solaris, Bronner oder Johanniter beim Verbraucher einen höheren Bekanntsheitsgrad erreichen. Eine Jury aus Weinfachleuten um den Sensorikexperten Martin Darting bewertete die Weine. Nahezu 10 Prozent der Gesamtrebfläche von ECOVIN-Betrieben, so heißt es in einer Pressemitteilung des ECOVIN-Bundesverbandes, würden bundesweit mit diesen neuen Rebsorten bestockt.

Ausgerichtet wurde der Wettbewerb von Piwi international und der WINE System AG, gesponsored vom ECOVIN Bundesverband. Alle Ergebnisse kann man detailliert hier nachlesen.