Frozen grapes Daiquiri – auch eine Art Traubensaft

8. August 2014

Das Blog Lady and Pups hat ein schönes Sommer-Rezept mit gefrorerenen Trauben veröffentlicht: FROZEN GRAPES DAIQUIRI Natürlich kann man das jetzt schon ausprobieren, mit Tafeltrauben. Wer noch etwas Gedild hat ( bis etwa Anfang September), der kann auf richtige Weintrauben zurückgreifen. die sind wahrscheinlich nicht so süß, und sie sind natürlich auch nicht kernlos, wie die in dem Rezept. Aber als stilechter Spätburgunder-Drink wäre das Rezept schon ein Renner, vor allem auch optisch.

Die Menge an hochprozentigem Rum ist relativ gering, so dass auch nichts dagegen spricht, das als Aperitif anzubieten. Und die restlichen Zutaten (Limonen, Zitronen, Muskat) sind oft vorrätig oder lassen sich leicht beschaffen. (Nichts ist nerviger, als Cocktail-Rezepte, für die man erst ein paar Spezialgeschäfte abklappern muss, vor allem, wenn man nicht in einer Großstadt lebt).

2014 Wine Blog Awards Winners

1. August 2014

Die Weinblog-Szene ist übersichtlich, zumindest in Deutschland. Dennoch kann man auf Listen und bei Wettbewerben immer wieder neue Adressen entdecken. Die 2014 Wine Blog Awards Winners sind eine ziemlich amerikanische Angelegenheit, also nichts für Leute, die in deutsch mitlesen wollen. Und – zumindest ist das mein Eindruck – viele der ausgezeichneten Wine-Blogs halten sich mit der Aufmachung ihrer Websites nicht allzu lange auf. Zumindest die Optik ist in vielen Fällen kein Grund, wieder zu kommen.

Viele der Ausgezeichneten sind altbekannt, von Jordan’s Winery Blog bis hin zu Fermentation. Zwei Neuentdeckungen, auf die ich ein Auge haben werde:

The Lynmar Life, ein Weingut in Sonoma, das eine weite Themenpalette pflegt.

Girl and the grape, ausgezeichnet als bester Newcomer. („This is the blog of Alison Crowe, Winemaker for Garnet Vineyards and a few other select wineries and projects.”)

Cold Climate Grapes – Weinbau im Norden

25. Juli 2014

Sooo weit nördlich ist Minnesota eigentlich gar nicht. Aber der Beiname North Star State verrät schon, dass der Bundesstaat im äußersten Norden der USA etwas kühler ist. Dennoch erscheint Weinbau hier auf den ersten Blick durchaus möglich: Im Nachbarland Kanada liegt Ontario etwa auf gleicher Höhe – und hat durchaus etliche gute Weinbaubetriebe, worauf die Kanadier auch ziemlich stolz sind.

Vorteil der Kanadier: Die Großen Seen sorgen trotz der nördlichen Lage für ein halbwegs ausgeglichenes Klima. Minnesotas Binnenlage lässt die Winter dort in aller Regel noch einmal ein paar Grade kälter werden.

Das Video beschreibt die Nöte des Weinbaus in dieser Region sehr gut – aber eben auch die Erfolge. Und die Rebsorten die aus dieser Entwicklung hervorgehen erschließen vielleicht mittelfristig auch Regionen für den Weinbau, wo man das noch vor wenigen Jahren nicht vermutet hätte – wie eben in Minnesota auch.

Sonnenbrand – gibts auch bei Reben

18. Juli 2014

Und nein: Hier hilft keine Sonnenmilch. Leider gibt es auch recht wenig was man dagegen machen kann. Sonnenbrand bei Reben entsteht vorzugsweise bei starker Sonneneinstrahlung. Das halten Reben aber normalerweise aus, dafür sind sie ja gemacht. Wie beim Menschen auch gibt es aber Situationen, in denen die Haut schon etwas angegriffen ist. Wenn einige Tage lang große Feuchtigkeit herrschte, lange Niederschläge, bedeckter Himmel,dann sind die Zellen der Beeren stark gedehnt, die Zellwände werden dünn.

Kommt es danach zu richtig heftiger Sonneneinstrahlung, dann kann es eben auch Sonnenbrand geben: Die Beerenhaut ist überstrapaziert. Die Beeren färben sich dann auf der Sonnenseite braun und trocknen ein. Das ist ärgerlich für den Winzer, der im Extremfall bis zur Hälfte seiner Ernte dadurch verlieren kann. Die unterschiedlichen Rebsorten sind unterschiedlich empfindlich für diesen Prozess, von der Wasseraufnahme bis zum Sonnenbrand. Ein Patenrezept gibt es dagegen nicht.

Was der Winzer tun kann: Beim Ausdünnen der Laubwand wird normalerweise darauf geachtet, dass die Anlage gut durchlüftet ist und die Reben viel Sonne bekommen. Wenn sich kritische Situationen abzeichnen kann der Winzer dadurch gegensteuern, dass er für eine Beschattung der Trauben zur Zeit der stärksten Sonneneinstrahlung sorgt.

Limonaden selbst gemacht

11. Juli 2014

Limonaden selbst gemacht Es muss ja nicht immer Wein sein: Gerade die Sommer-Hitze verlangt zumindest tagsüber nach kühlen, alkoholfreien Getränken. Wer allerdings gerne auf Bioprodukte zurückgreift, der hat bei Limonaden eine deutlich geringere Auswahl, als bei Fruchtsäften.

Was hilft, ist selber mixen. Sirup und Saft, Sprudel und Eis, dazu ein paar frische Früchte oder Kräuter wie Minze, Dill und Basilikum – da sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt. Wer sich nicht auf eigene Experimente verlassen möchte, der greift auf Bewährtes zurück, wie diese Limonaden-Rezepte.

Immer mehr Cafés bieten auch hausgemachte Limonaden anstelle von Flaschenware an, auch hier kann man sich inspirieren lassen. Immer wieder überraschend sind Limonaden, die eine gewisse Schärfe haben, zum Beispiel durch Ingwer oder sogar Chili – was aber ein gewisses Fingerspitzengefühl erfordert.

Sommer-Bowlen

4. Juli 2014

Jetzt sind sie reif, die Sommerfrüchte. Und vor allem die Beeren eignen sich ja bestens dazu, frisch-fruchtige Sommer-Bowlen zu kreieren. Für mich ist das eine gute Gelegenheit, ausnahmsweise auf die nicht-trockenen Weine zurück zu greifen, die man ja öfters mal im Hause hat. So kommen auch Sekt-Geschenke mit der Bezeichnung trocken oder halbtrocken zum Einsatz.

Wer die Klassiker wie Erdbeer-Bowle, Himbeer- oder Waldmeister-Bowle schon durchprobiert hat, der kann sich an Kombinationen wagen. Von der Idee, Fruchtsäfte zum Mischen zu bewegen, halte ich wenig. Reizvoller finde ich den Einsatz weiterer Früchte, die man so vielleicht nicht ohne weiteres verbinden würde. So kann man Himbeeren zum Beispiel kombinieren mit Honigmelone. Ganz Mutige machen aus verschiedenen Melonensorten auch eigene Bowlenkreationen, die mich persönlich bislang aber nicht überzeugt haben.

Besonders lecker ist auch eine Pfirsich-Bowle, die man evt. mit Erdbeeren kombinieren kann.

Für alle Bowlen gilt: Halbtrockene Weine oder sogar süße Weine sind erlaubt, trockene Sekte oder liebliche Seccos gehen ebenfalls. Ganz auf trocken zu setzen zahlt sich auch für diejenigen nicht aus, die sonst nur trocken Weine trinken. Die Fruchtsäure gerade der Beerenfrüchte verlangt nach einer gewissen Süße, für die man nicht unbedingt auf eine Zucker-Zugabe zurückgreifen sollte.

Wein Online Award 2014

30. Juni 2014

Der Wein Online Award 2014 sieht sich als Social Media Preis der deutschsprachigen Weinbranche. Auf dem jüngsten Vinocamp wurden Blogs nominiert, am 29. die Gewinner bekannt gegeben:

In der Kategorie Initiative und Projekte wurde die Website weinlagen.info ausgezeichnet – eine Website, die ziemlich genau das anbietet, was der Name verspricht. Basierend auf einer Kartendarstellung, eher nüchtern, ein Nachschlagewerk für ambitionierte Weinkenner und solche, die es werden wollen.

Darüberhinaus wurden der beste Artikel und das beste Weinfoto prämiert. Am Samstag den 28. Juni 2014 konnten alle 130 Teilnehmer des Vinocamp Deutschland für ihre Favoriten abstimmen.

Zu den Nominierten gehörte übrigens auch Biowinzer Harald Steffens von der Mosel, der in seinem Blog einen Text veröffentlichte, den ein Freund im Stil Tucholskys geschrieben hatte. Hier erzählt er die Geschichte dazu („…nur ein Fake, ein großer Spaß für Schorsch und mich.”)

NYT-Weinvorstellung und -diskussion: German Riesling

4. Juni 2014

Weinvorstellungen in der NYT

Die New York Times hat auf ihrer Website eine monatliche Weinschule veröffentlicht, die wohl auf großes Interesse stößt. Im May gibg es um das Thema Sancerre. Vorgestellt wird immer ein Wein, nach einem Monat veröffentlicht Eric Asimov sein eigenes Urteil und die Leser-Meinungen dazu. Im Mai war das Thema ein Sancerre: ‘Listening’ to Sancerre Tell Its Story. Im April (upgedatet im May) ging es um den Beaujolais, Freed From Clichés.

Wer in Deutschland mitprobieren möchte, der kann vielleicht am ehesten in diesem Monat einsteigen: German Riesling, drei Weine von der Nahe, aus der Pfalz und dem Rheingau stehen auf der Liste.

Asimov schlägt für den jeweiligen Wein auch immer drei Weine mit Preisangaben vor (meistens über 20 US-Dollar), so dass man innerhalb eines Monats auch wirklich mitreden kann.

Die Lesermeinungen (Tasting Report From the Readers) sind etwas weniger umfangreich, als man das bei einer Zeitung dieser Größe erwarten würde. Generell ist diese unaufgeregte Art, Weine vorzustellen zwar weit weg vom Video-Hype, aber zumindest mir sehr sympathisch. Und die Gute Resonanz zeigt auch, dass es offensichtlich doch etliche Weinkenner gibt, die ausführlichere Texte in nicht allzu blumiger Weinprosa zu schätzen wissen – und auch wirklich lesen.

Die Besten Bioweine Baden-Württemberg 2014 – erstmals mit eigener Website

27. Mai 2014

Die Besten Bioweine Baden-Württemberg wurden am vergangenen Samstag in Freiburg vorgestellt. Im Rahmen der 19. ECOVIN-Präsentation konnten die 28 Siegerweine auch gleich probiert werden und Besucher konnten gleich auch die dazu gehörigen Erzeuger kennen lernen. Das Besondere von Prämierung und Präsentation: Es geht nicht um den besten Wein einer Rebsorte oder Region. Eingeteilt in die Kategorien nach der Eignung als Begleiter zu den Speisen eines Menüs ist die Prämierung sehr praxisnah und verbrauchertauglich.

Eine weitere Besonderheit ist es, dass die badischen ECOVIN-Erzeuger in den vergangenen Jahren immer wieder nach neuen und vor allem passenden Kooperationspartnern gesucht haben und mit neuen Bündnissen den Kraftaufwand für diese wohl größte regionale Biowein-Messe gestemmt haben. Die jetzige Konstellation bewährt sich seit drei Jahren und auch hier gilt: Die Lösung ist verbrauchernah.

Baden und Württemberg als Einheit

Denn während Weinkenner auch Bioweine vor allem nach Weinbauregionen und -Bereichen ordnen, strenge Grenzen ziehen zwischen Baden und Württemberg, Kaiserstuhl und Markgräflerland, orientieren sich Weintrinker gerne an regionalen Gewächsen: Weine aus dem Ländle liegen ihnen oftmals näher als solche von der Mosel oder aus Rheinhessen, aus Italien oder dem in Baden so nahen Frankreich. Dazu hat sicher auch die Diskussion um den Wert biologischer und regional erzeugter Lebensmittel beigetragen – auch wenn beim Wein logischerweise andere Kriterien gelten als beim Kopfsalat. Die Besten Bioweine Baden-Württemberg stammen aus Baden und Württtemberg und von Winzern, die hier einem der für den Bioweinbau maßgeblichen ökologischen Anbauverbänden angehören: Ecovin, Bioland, Demeter und Naturland.

Jetzt sind die Biowinzer noch einen Schritt weiter gegangen und wollen die Bestenauswahl möglichst lange im Bewusstsein der Verbraucher verankern. Während der Besuch der Präsentation oder Presseberichte im Laufe des Jahres doch aus dem Bewusstsein schwinden – lange bevor man vielleicht die interessantesten persönlichen Favoriten verkostet hat – bleiben die Ergebnisse auf der Website in einer Weise präsent, die einen häufigeren Besuch und ein Zurückkommen auf diese Bestenauswahl erleichtern soll.

www.biobest-suedwest.de

Auf www.biobest-suedwest.de werden die Weine zudem in einer Weise präsentiert, die sowohl den klassischen Weinkatalog als auch die eher dokumentarische PDF-Liste (die natürlich weiterhin erhältlich bleibt) ergänzen: Alle Weine sind mit Flaschenfotos vertreten, dazu gibts Weinbeschreibungen, die man so gebündelt bisher allenfalls als Teilnehmer der Sonderverkostungen im Rahmen der Präsentation erhielt. Und mit den vollständigen Daten und dem Link zur Website zur Erzeuger ist in fast allen Fällen auch eine direkte Bestellmöglichkeit nur noch einen Mausklick entfernt.

Zum Serviceangebot von biobest-suedwest.de gehören weiterhin die grundlegenden Informationen zur Prämierung, der Jury und der Verkostung, die aktuellen Pressemitteilungen und eine Bildergalerie. Vor allem aber haben Interessenten auch die Möglichkeit, sich über den Newsletter rechtzeitig vor der nächsten Prämierung über den Termin der Bekanntgabe der Sieger zu informieren. Und sie können auf dem gleichen Weg auch direkt danach über die Ergebnisse informiert werden. Die Informationen sind auch hier aufs Wesentliche reduziert: Keine Werbung, keine weiteren Verbraucher-Informationen über Bioweinbau etc. Dafür ist weiterhin die Website www.ecovin-baden.de der ECOVIN-Erzeuger in Baden zuständig.

[Ethischer Hinweis: Der Autor dieses Artikels macht Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für ECOVIN Baden, von ihm stammen auch Konzept und Umsetzung der vorgestellten Website biobest-suedwest.de. Dieser Beitrag ist keine bezahlte Werbung, er steht in keinem Zusammenhang mit dieser Kooperation und gibt nur die Meinung des Autors wieder.]

Praktisch: Kräuterbutter

20. Mai 2014

Mal was ganz Kurzes und Praktisches: Harald Steffens, Biowinzer an der Mosel, berichtet in seinen Bildergeschichten ja immer sehr alltagsnah und parktikabel. Dieses Mal ein kurzes Rezept für Kräuterbutter – das man dankenswerterweise auch nachmachen kann, wenn man keinen Kräutergarten oder gar eine Rieslingparzelle in Steillage mit Blick auf die Mosel hat.

Harald Steffens Empfehlung: „Auf ein frisches Baguette gestrichen, ein Glas Riesling dazu…”