Vorbereitung der Abfüllung beim ECOVIN-Winzer

16. September 2016

Wie oft füllt eigentlich der Biowinzer seinen Wein ab? Einmal, zweimal, dreimal? Biowinzer Günter Kaufmann vom Bioweingut Kaufmann in Efringen-Kirchen zeigt, welche Arbeiten für das Vorbereiten der Weinabfüllung nötig sind. Erstaunlich: Es gibt eine ziemlich lange Vorbereitungszeit, viel gründliche Planung und einen umfangreichen Einkauf.

Wie oft gefüllt wird, wie oft diese Vorbereitungen nötig sind, das hängt von vielen Faktoren ab: von Rebsorte, Rot- oder Weißwein, der Lagerung im Holz- oder Edelstahlfass zum Beispiel.

Das Video entstand im Auftrag von ECOVIN Baden. Der Regionalverband versucht mit diesen komprimierten Darstellungen auch fachlicher Fragen dem Verbraucher die Arbeitsweise der Biowinzer näher zu bringen.

ECOVIN-Winzer testen neue Erziehungsmethoden: Minimalschnitt

9. September 2016

Der Verzicht auf Chemie treibt viele Biowinzer dazu, immer wieder neue Wege zu gehen. Einige stellen jetzt auch das in Baden und anderen Regionen verbreitete Erziehungssystem der Flachbogenerziehung auf den Prüfstand und testen in ihrem Betrieb den Minimalschnitt im Spalier – mit erstaunlichen ergebnissen.

Was zunächst vor allem nach Arbeitserleichterung für den Biowinzer klingt, hat für die Pflanze einige Vorteile, die sich offensichtlich auch in einer besseren Pflanzengesundheit niederschlagen.

Hier berichtet Thomas Harteneck vom Weingut Harteneck über seine Erfahrungen mit dem Erziehungssystem Minimalschnitt im Spalier.

Das Video entstand im Auftrag von ECOVIN Baden. Der Regionalverband versucht mit diesen komprimierten Darstellungen auch fachlicher Fragen dem Verbraucher die Arbeitsweise der Biowinzer näher zu bringen.

Wie wird der neue Jahrgang?

2. September 2016
Die Aussichten auf den neuen Jahrgang beschäftigen Biowinzer und Verbraucher.

Die Aussichten auf den neuen Jahrgang beschäftigen Biowinzer und Verbraucher.

Diese Frage beschäftigt nicht nur die Winzer, auch die Verbraucher beschäftigen sich allmählich damit, was ihnen die in Kürze beginnenden Lese-Arbeiten in den nächsten Monaten bescheren wird. Ins Grübeln bringen die Verbraucher vor allem Berichte über das verstärkte Auftreten von Falschem Mehltau (Peronospora) durch die häufigen Niederschläge und das warme Wetter, und der Befall der Kirschessigfliege.

Ganz gut auf dem Laufenden halten sie einige Winzer mit ihrem Angebot im Internet: Harald Steffens berichtet in seinem Blog aktuell darüber, dass seine Reben arg gebeutelt wurden.

Und auch Eckhard Weitzel in Rheinhessen beschäftigt sich mit den Aussichten für den neuen Herbst.

Fest steht: Es war in allen Regionen bislang ein turbulentes Jahr, das allen Biowinzern durch den Verzicht auf chemisch-synthetische Spritzmittel eine Menge Mehrarbeit beschert hat, teilweise auch Mengenverluste. Über die Qualität des neuen Jahrgangs und die Menge der Weine ist damit nichts gesagt: Hier sind alle noch recht optimistisch.

Rezept für einen sommerlichen Wein-Drink

12. August 2016
Ein sommerlicher Wein-Drink, der auch als Dessert durchgeht.

Ein sommerlicher Wein-Drink, der auch als Dessert durchgeht.

Ich weiß, dass das einigen Wein-Liebhabern das Herz bricht. Aber dafür macht es andere sicher glücklich: Ein Rezept für ein sommerlichen Drink mit Wein, der auch als Dessert durchgeht: Wine Ice Cream Float Recipe: Boozy Dessert Drink.

Weinliebhaber haben ja bevorzugt „gute” Rotweine zuhause. Es fällt ihnen schwer, zum Kochen eine Flasche Wein abzustellen: „Die hätten wir auch gerne so trinken können.” Aber man muss ehrlich zugeben, dass sich im Laufe der Zeit selbst bei Weinkennern ein paar Flaschen ansammeln, die man sich nicht unbedingt für schöne Stunden am Kamin aufheben muss. Oder für das gemeinsame Essen mit Freunden.

Das Rezept ist ausgesprochen einfach, es braucht eigentlich nur noch Vanille-Eiscreme sowie Maraschino-Kirschen und Sprudel. Den ultratrockenen Spätburgunder sollte man sicher nicht dafür verwenden, auch nicht die preisgekrönten Weine. Ein fruchtiger, nicht allzu trockener Rotwein sollte passen, möglichst auch nicht allzu teuer. Ein Merlot wäre sicher gut, vielleicht ein Trollinger in Württemberg oder ein St. Laurent in der Pfalz.

Angesichts der Tatsache, dass es nicht gerade sehr viele Rezepte für sommerliche Desserts mit Wein gibt und dieses hier wirklich zu den einfacheren gehört, ist es einen Versuch wert, finde ich.

Die FAZ berichtet von Totalausfällen bei Biowinzern

5. August 2016

In den vergangenen Wochen nahmen die Nachrichten über die Situation der Biowinter rapide zu – und sie ergaben ein düsteres Bild. Die FAZ berichtet zum Beispiel Die ersten Ökowinzer melden Totalausfälle. Wobei der Schwerpunkt dieses Artikels weniger auf die katastrophale Lage einiger Biowinzer (und auch konventioneller Winzer) abhebt, als vielmehr auf die Gesetzeslage.

Es fehlt auch nicht der deutliche Hinweis, dass der Koloss der EU wohl zu schwerfällig ist, um auf die Situation angemessen zu reagieren. Angemessen, das bedeutet nicht, plötzliche Sonderregelungen für Biowinzer. Auch wenn die an manchen Stellen gefordert wird. Es dreht sich vielmehr darum, dass ein bewährtes, einige Zeit erfolgreich von den Biowinzern eingesetztes Mittel nun als Pflanzenschutzmittel zugelassen ist – und damit tabu wird für die Biowinzer.

Wie hier bereits beschrieben handelt es sich um Kaliumphosphonat. Und was bislang gängige Praxis war in vielen Bio-Betrieben ist nun nicht gefährlicher oder schädlicher, sondern einfach anders deklariert.

Viele Biowinzer berichteten bereits vor Wochen, dass die Zahl der Spritzungen so stark gewachsen sei, wie noch nie zuvor. Und dass die Wirkung dennoch begrenzt bleibe. Wer – wie in den Vorjahren – das anders deklarierte Spritzmittel weiter einsetzt, muss nach der kommenden Lese auf das Öko-Zeichen für seine Weine verzichten. Erst nach einer weiteren 3jährigen Umstellung dürfen diese Weine dann wieder als Bioweine verkauft werden.

Wer sich für die Arbeit der Biowinzer interessiert, dem sei dieser aktuelle Artikel ans Herz gelegt, der die Situation ganz gut beschreibt.

Licht am Ende des Tunnels

26. Juli 2016

… sieht Harald Steffens, Biowinzer an der Mosel: Licht am Ende des Tunnels. Zu schaffen macht (wie in fast allen Anbaugebieten) die Peronospora.

Bis jetzt haben wir sehr viel Glück gehabt. Auf der anderen Moselseite, in der nächsten Gemeinde, an jeder anderen Windung der Mosel sieht es ganz anders aus. Riesig groß auch die Unterschiede in meinen eigenen Weinbergen. Rebstöcke gänzlich ohne Ertrag, daneben Rebstöcke gänzlich ohne Pilzbefall, Weinberge mit normalen Ertragserwartungen, 50 m weiter ein anderes Bild.

Erspart bleiben dürfte den Moselanern der Ärger mit der Kirschessigfliege, die vor allem dunkle Beeren befällt – und vom Riesling deswegen wenig begeistert ist.

Tabbouleh-Salat, mediterrane Picknicks und der richtige Wein

20. Juli 2016

Picknick-Wein ist für mich zuallererst ein kühler Wein. Ja, ich weiß, das ist weder wissenschaftlich noch weintechnisch haltbar. Vielleicht liegts einfach an meiner nordischen Seite: Ich verbinde Picknick mit einem heißen Sommerabend (nie mittags!) – und brauche dann kühle Getränke. Wobei ich auch dem richtigen gekühlten Rotwein (das geht nicht bei jedem) nicht abgeneigt bin.

Dabei müssen es gar keine ausgeklügelten Feinschmecker-Picknicks sein: Dieses Rezept (Tabbouleh-Salat eignet sich gut für mediterrane Picknicks) reicht eigentlich schon, um sommerliche Gaumenfreunde im Freien zu garantieren. Der im Text erwähnte Karottensalat geht genauso schnell wie das Tabbouleh, dazu ein oder zwei Sorten leckerer Bio-Käse und ein kühler Gutedel, Rosé oder Grauburgunder – perfekt.

Einige Zeit lang galt mein Ehrgeiz auch der ansprechenden Picknick-Ausstattung: Weidenkorb und Porzellanteller, richtiges Besteck und Weingläser. Heute denke ich, das ist wirklich gut für den organisierten Sonntagsausflug. Aber um spontan am Abend ein kühles Flussufer aufzusuchen, reicht es mir, wenn ich zwei Plastik-Boxen und ein paar Kleinigkeiten aus dem Kühlschrank in meine Fahrradtasche werfe. Eines der wichtigsten Utensilien bei solchen Spontan-Ausflügen ist dann übrigens nicht der stilvolle Weidenkorb, sondern der Billig-Weinkühler aus dem Tiefkühlfach: Der hält eine 0,75-Liter-Flasche erstaunlich lange kühle und erspart das Hantieren mit Kühlboxen (die sich auf dem Fahrrad ebenso wenig wie Picknickkörbe gut transportieren lassen). Die Dinger sind nicht wirklich hübsch, aber preiswert und effektiv. Und mittlerweile gibt es nicht nur das karge silbrige, sondern zahlreiche bunte und teilweise bebilderte Modelle.

Nur bei den Gläsern fällt es schwer, Abstriche zu machen: Plastik oder Pappe kommen mir nicht in die Tüte. Bewährt haben sich die einfachen Gläser von Weinfesten und vor allem die 0,1-Liter-Probiergläschen, die man auch mal im 6er-Pack beim Biowinzer mitnehmen kann, gerne auch mit Werbe-Aufdruck.

Regenphase macht Biowinzern zu schaffen

1. Juli 2016

Während sich die Berichte aus den deutschen Anbauregionen über Probleme mit dem falschen Mehltau (Peronospera) häufen, wie hier von der Mosel, hat auch ECOVIN Baden erstmals offiziell Stellung bezogen.

Paulin Köpfer, der Vorsitzende von ECOVIN Baden berichtet über die seit Anfang Mai anhaltende Regenphase: Man habe feststellen müssen, dass sich die Strategien der Biowinzer gegen den falschen Mehltau (Peronospera) als Schwachpunkt der biologischen Wirtschaftsweise erwiesen haben.

Umso mehr setzen Verband und Biowinzer auf gemeinsame Anstrengungen: „Zusammen mit dem Beratungsdienst Ökologischer Weinbau, dem Badischen Weinbauverband und dem Freiburger Weinbauinstitut bringen wir uns in wöchentlichen Krisengesprächen auf den aktuellen Stand und besprechen Handlungsmöglichkeiten”, berichtet er.

Erfolge beim 7. Int. Bioweinpreis 2016

27. Juni 2016

Und noch eine Auswahlhilfe für interessierte Biowein-Trinker: Der 7. Internationale Bioweinpreis ist beendet. Deutsche Biowinzer erzielen 21 mal Großes Gold, 169 mal Gold, 219 mal Silber und 65 Empfehlungen

Der Ausrichter WINE System AG spricht von einem neuen Teilnehmerrekord und einer „nie dagewesenen Bandbreite an Rebsorten, Stilen und Herkunftsländern”. Insgesamt 465 der 1063 gemeldeten Weine kamen aus Deutschland. Im Bereich Großes Gold gingen 21 der 49 vergebenen Medaillen an deutsche Winzer, im Bereich Gold 169 von 346. Bei den Silbermedaillen waren es 219 von insgesamt 457 und bei den Empfehlungen 65 von 152.

Mit gleich zwei Großes-Gold-Weinen in der Kategorie Rotwein zählen das südbadische Bioweingut Ruesch in Buggingen und das pfälzische Bioland-Weingut Schwarztrauber in Neustadt an der Weinstraße zu den erfolgreichsten deutschen Betrieben. Generell sind die Badener und Württemberg gut vertreten.

Das komplette Ranking inklusive PAR-Bögen und detaillierten Auswertungen ist ab sofort unter www.bioweinpreis.de abrufbar.

Regen macht den Biowinzern zu schaffen

21. Juni 2016

„Die Bioweinbaubetriebe in Baden- Württemberg und in Deutschland brauchen kurzfristige Hilfe und eine Perspektive“. Dies hat Baden-Württembergs Minister Peter Hak jetzt in einer Pressemitteilung zur aktuellen Situation der Biowinzer geschrieben.

Hauk redet von einer „Krisensituation bei der Bekämpfung des Falschen Mehltaus”: Die anhaltenden Niederschläge der letzten Wochen hätten in den Bioweinbaubetrieben in Baden-Württemberg und in Deutschland dazu geführt. Wegen der Witterungssituation in den letzten Wochen sei es vielfach unmöglich, mit den bestehenden Bekämpfungsverfahren die Rebflächen im ökologischen Weinbau gesund zu erhalten. Bund, Länder und Verbände müssen deshalb gemeinsam die Betriebe unterstützen“, sagten Weinbauminister Peter Hauk MdL und Norbert Weber, Präsident des Deutschen Weinbauverbandes bei einem Gespräch mit den Öko- und Weinbauverbänden

Anhaltende Niederschläge sorgen für Krise

Ursache für die schwierige Situation in den Bioweinbaubetrieben seien zum einen die starken Niederschläge der letzten Wochen und zum anderen, dass Kaliumphosphonate aktuell im Bioweinbau nicht mehr zur Bekämpfung der Rebenperonospora eingesetzt werden dürfen. Der Einsatz von Kaliumphosphonaten war bis 2013 als Pflanzenstärkungsmittel erlaubt. Auf EU-Ebene wurde diese Stoffgruppe danach als Pflanzenschutzmittel gelistet und ist damit aus der Anwendung für Biobetriebe her- ausgefallen.

Damit habe man den ökologisch wirtschaftenden Weinbaubetrieben in den niederschlagsreichen mitteleuropäischen Regionen den Boden für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Rebflächen in schwierigen Jahren entzogen. Nur mit Kupfer kann in solchen Jahren die Rebenperonospora in Deutschland nicht ausreichend bekämpft werden. Baden-Württemberg werde deshalb zusammen mit den Verbänden einen neuen Vorstoß in Brüssel machen, um mittelfristig die Zulassung von Kaliumphosphonat zu erreichen.

Retter Kaliumphosphonat?

Für die derzeitige Situation der Winzer dagegen kommt dieser Schritt zu spät: Die auf europäischer Ebene erforderliche Rechtsanpassung werde kurzfristig nicht möglich sein.

„Der Ökoweinbau ist bei der Bekämpfung des Falschen Mehltaus der Rebe in einer Krisensituation, die die Betriebe selbst nicht zu vertreten haben und die es in dieser Form bislang so nicht gab“, sagte Minister Peter Hauk. „Biobetriebe, die aufgrund der aktuellen Situation stark gefährdete Teilflächen des Betriebs aus der Bioproduktion herausnehmen und mit Kaliumphosphonat behandeln, sind aufgefordert, dies zuvor an das Staatliche Weinbauinstitut in Freiburg bzw. an die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg zu melden sowie die Ökokontrollstelle zu informieren“. Der Minister stellte klar: „Weine die aus Trauben dieser Flächen produziert werden, dürfen nach aktueller Rechtslage nicht als Bioweine vermarktet werden.“

Ertragseinbußen oder Umstellung

Die Folge: Die Bio-Betriebe verlieren damit ihre Bio-Zulassung und es beginnt erneut die dreijährige Umstellungsfrist, bis dann wieder biologisch deklarierte Weine vermarktet werden können. Für die Biowinzer, die sich im Laufe von Jahren und Jahrzehnten einen bio-orientierten Kundenstamm aufgebaut haben, bedeutet das schwere Einschnitte.