Vicampo: Weinbilder kostenlos

3. November 2014

Vor einiger Zeit wurde ich von Jaqueline Riedel von der Vicampo.de GmbH angeschrieben. Sie bietet kostenlose Weinbilder an, die man Ihrer Darstellung nach auch für kommerzielle Zwecke nutzen darf: Weinbilder, Landschaftsbilder, Naturbilder kostenlos | Vicampo. Ich gebe das gerne so weiter, weil ich weiß, dass eigentlich alle Winzer und Weingüter chronisch schlecht ausgestattet sind mit gutem Bildmaterial.

Meine persönliche Empfehlung lautet ja immer: Möglichst viele Bilder selbst machen, möglichst authentisch, möglichst aktuell. Nach meiner Erfahrung geht es auf der eigenen Website und im Webshop ja vor allem darum, dem Kunden zu zeigen, mit wem er es zu tun hat.

Andererseits weiß ich auch, dass dieser Rat – selbst in Zeiten, wo jedes Handy auch über eine erstklassige Kamera verfügt – selten angenommen wird. Und deswegen keine Bilder verfügbar sind, wenn man sie braucht.

Frau Riedel schreibt: „Die kostenlosen Bilder laufen alle unter der Creative Commons-Lizenz und können daher vervielfältigt und bearbeitet werden, ohne jegliche Gebühren, die bei den meist angebotenen Bilddatenbanken fällig werden.”

Nach meinem Wissen ist in aller Regel ein Urheber-Hinweis nötig.

Museums-Weinberg in Kernen: Rettet die Reben

27. Oktober 2014

Die Geschichte dieses Erfolgsprojektes im schwäbischen Kernen-Stetten ist ganz einfach: Zwei Männer fassen einen Plan. Der eine, Jochen Beurer, ist ein biodynamisch arbeitender Winzer und Mitglied im Verband Deutscher Prädikatsweingüter VDP. Der andere, Eberhard „Ebbe” Kögel ist Heimatforscher. Er hat den Stettener Verein Allmende gegründet und kennt sich mit Trockenmauern aus. Das zeigt schon: Das sind zwei, die zupacken können.

Der heutige Museumsweinberg unterhalb der Yburg, ein Wengert in der bekannten Lage „Pulvermächer”, gehört erst seit wenigen Jahren zu Beurers Weingut. Er liegt direkt neben dem Wahrzeichen Stettens, der Y-Burg hoch über Kernen. Lange Zeit wuchsen auf dem steilen Weinberg nur Brombeeren. Die alten Weinbergsmauern waren eingefallen, nur wenige Rieslingreben erinnerten an die Mühen früheren Weinbaus hier.

Beurer wollte hier seine Bio-Reben anpflanzen. Mehr als 20 alte Rebsorten sollten hier wieder kultiviert werden, die aus unserer Weinbergslandschaft bereits verschwunden waren: Heunisch und Adelfränkisch, Räuschling und Putzscheere und viele andere. Heimatforscher Kögel, Weinerlebnisführer und selbst aus einer alten Wengerterfamilie stammend, kümmerte sich um den schwierigen, sachgerechten Wiederaufbau der alten Trockenmauern.

Inzwischen gibt es den ersten Wein aus Jochen Beurers Museumsweinberg. Das Cuvée wurde aus allen mittelalterlichen Sorten gemeinsam geerntet, gekeltert und ausgebaut, im „gemischten Satz”. Und Ebbe Kögel gibt Wissen und Erfahrung über den Bau von Trockenmauern bereits in Seminaren weiter.

Ernte 2014: überwiegend zufriedenes Fazit

20. Oktober 2014

In vielen Regionen geht die Weinlese zu Ende. Und auch wenn es mancherorts etliche Beeinträchtigungen durch den Witterungsverlauf oder die Kirschessigfliege gab: Meistens hat der recht hohen Mengenansatz die Verluste ausgeglichen und unter dem Strich bleibt eine ausreichende, in vielen Gegenden gute Emnge von beträchtlicher Qualität übrig.

Dennoch schauen etliche Winzer schon jetzt sorgenvoll auf das nächste Weinjahr: Die Kirschessigfliege wird auch weiterhin eine Rolle spielen, den Arbeitsaufwand der Winzer erhöhen und den Ertrag schmälern. Dass natürliche und effiziente Gegenmaßnahmen diese Beeinträchtigung aus der Welt schaffen, scheint unwahrscheinlich. Daran ändert auch die Tatsache wenig, dass das einzige probate Mittel bisher ein biologisch zugelassenes Präparat ist.

Z’Nüne, oder: das aus der Zeit gefallene Vesper

13. Oktober 2014

Z’Nüne sagt der Badener, wenn er begründen will, warum er um 9 Uhr sein Handwerkszeug ins Eck wirft: Um neun Uhr gibt es traditionell das Vesper. Früher waren das zur Arbeit mitgebrachte handfeste Gerichte, Brote mit Wurst und Käse, manchmal auch was Warmes. Wer zuhause arbeitete und vesperte, der schnitt sich eine Scheibe Brot und vielleicht noch eine Scheibe Speck oder Schinken ab.

Heute gibts was auf die Hand aus der Bäckerei, die in erschreckend vielen Fällen auf dieses Anliegen schlecht vorbereitet ist: Eine Butterbrezel kann man haben, in der Metzgerei schneidet man schon auch mal ein Weckle auf und legt ein paar Scheiben Wurst drauf. Im besten Fall gibts eine Scheibe warmer Fleischkäse aufs Brötchen.

Das Wort Brotzeit scheint mittlerweile genauso antiquiert zu sein, wie der Begriff Vesper. Und das in einer Zeit, da alleine 2014 schon fast 80 Bücher über veganes Essen erschienen sein sollen (habe ich gelesen) und das Thema Kochen täglich etliche Sendestunden bei diversen TV-Sendern bekommt. Vielleicht sollte sich einer der prominenten Köche mal des Themas annehmen, stylische Kompositionen für die Versperdose ersinnen und schick in Szene setzen. In Zeiten, in denen schon die gute alte Brezel stolze 70 Cent kostet und ein Brot gerne mal auf drei bis vier Euro kommt, könnte doch auch das Vesper eine Renaissance erleben.

Literarischer Weinkalender 2015

6. Oktober 2014

Literarischer Wein-Kalender 2015 Der Herbst ist da, Zeit sich um die Kalender für das kommende Jahr 2015 zu kümmern. Wie immer ist die Auswahl der Weinkalender sehr durchwachsen, oder positiv ausgedrückt: Es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Stilleben, Kork-Bilder, der übliche Mix aus verstaubten Flaschen und sonniger Reb-Landschaft.

Etwas aus dem Rahmen fällt da der literarische Weinkalender 2015: Hier stehen nicht nur die Fotos im Vordergrund, die Kalenderblätter leben vom richtigen Mix aus Bild und dem passenden Zitat dazu. Und das stellt ja bekanntlich ganz neue Ansprüche an die Bilder. Zwar taugt der Literarische Wienkalender nicht als großformatiger Bildkalender (Maße: 24 x 31 cm), aber als Wochenkalender aus dem Hause Ars Vivendi mit 53 Seiten, Bildern und Zitaten ist er ein kurzweiliger Führer durchs Weinjahr.

Weinstraße und Wandern

29. September 2014

Die Badische Weinstraße feiert in diesem Jahr ihren 60. Geburtstag. Aus diesem Grund gibt es noch bis zum Jahresende etliche auch außergewöhnliche Veranstaltungen entlang der mehr als Kilometer langen Route. Jetzt im Herbst ist die Route ideal für Besuche bei Winzern und Winzergenossenschaften, zum Einkehren und Wandern.

Beide Aufnahmen entstanden im Markgräflerland, wo das Wii-Wegli zwischen Freiburg und Weil am Rhein eine der schönsten Weinwander-Strecken darstellt.

Weinlese auch an der Mosel

22. September 2014

[Foto: Weingut Brohl - Auf das Bild klicken für eine größere Ansicht]

Während im Süden schon die Hauptlese im Gange ist, stehen die Biowinzer an der Mosel noch in den Startlöchern. Harald Steffens berichtet in seinem Blog von den Vorbereitungen auf die Lese und im Fotokalender auf der Website des Weingutes Brohl wird auch beschrieben, dass die Rieslingtrauben noch reifen dürfen.

EcoWinner 2014: Die Ergebnisse

18. September 2014

Bei der 18. EcoWinner Verkostung in Oppenheim wurden die besten Weine der ECOVIN Weingüter prämiert. 77 ECOVIN Betriebe stellten in 17 Kategorien insgesamt 432 Weine an. Die 55 Verkoster setzten sich aus Sommeliers, Fachhändlern, Vertretern der Presse und Weinberatern zusammen. Gelobt wurde das durchgängig hohe Qualitätsniveau der angestellten Weine, in der Finalrunde gaben bei den drei erstplatzierten Weinen letztlich Zehntelpunkte den Ausschlag gaben.

Alle Ergebnisse der Prämierung finden sich auf der Website www.ecovin.de, dort kann man auch ein PDF mit den Siegerweinen herunterladen.

Herbstbeginn in Baden: Viel Arbeit, gute Qualitäten, geringe Einbußen

18. September 2014

ECOVIN Baden hat pünktlich zum Beginn der Hauptlese in Baden eine erste Vorschau auf die Weinlese 2014 gegeben. Demnach recht man in vielen Regionen mit einem guten Ertrag und auch die Voraussetzungen für gute Qualitäten sind hoch. Höchst unterschiedlich sind die Beeinträchtigungen durch den Befall der Kirschessigfliege: Sie liegen zwischen Wverworfenen” Weinbergen, deren befallene Trauben entsorgt werden, und keinerlei Befall.

In der aktuellen Pressemitteilung schildern der ECOVIN-Baden-Vorsitzende Paulin Köpfer und Biowinzer aus den Regionen die Situation.

Hauptlese beginnt ab dem 15. September

10. September 2014

Der Witterungsverlauf und die frühe Rebblüte haben schon erkennen lassen, dass in diesem Jahr mit einem frühen Lesebeginn zu rechnen ist. Während in Baden bereits die ersten Trauben für neuen Wein / Federweißen gelesen werden und die Hauptlese im Südwesten am 15. September beginnen wird, sieht man in den nördlicheren Regionen noch etwas mehr Luft für den Lesebeginn. An der Mosel zum Beispiel werden die Rieslingtrauben bei vielen Winzern noch etwa zwei Wochen länger hängen bleiben.

Allen Regionen gemeinsam ist das Problem mit der Kirschessigfliege. Die aus dem Süden eingewanderte befällt vorzugsweise dunkle Trauben und war schon bislang bei einigen Obstsorten problematisch. In diesem Jahr wird erstmals in größerem Maße auch bei Trauben mit einem Befall gerechnet, der sich jetzt auch schon abzeichnet. Die Kirschessigfliege sucht sich in der Regel reife Trauben mit dünner Beerenhaut, um dort ihre Eier abzulegen. Der Essiggeschmack wird von den Winzern als durchaus penetrant bezeichnet. Es stehen Bio-Spritzmittel zur Verfügung, aber es zeichnet sich ab, dass vor allem vermehrte Handarbeit und das Herausschneiden der befallenen Trauben das Mittel der Wahl sein werden – was den Arbeitsaufwand erhöht und den Ertrag, der in diesem Jahr nach zwei schwächeren Jahren wieder höher ausfallen sollte, etwas schmälert.