NYT-Weinvorstellung und -diskussion: German Riesling

4. Juni 2014

Weinvorstellungen in der NYT

Die New York Times hat auf ihrer Website eine monatliche Weinschule veröffentlicht, die wohl auf großes Interesse stößt. Im May gibg es um das Thema Sancerre. Vorgestellt wird immer ein Wein, nach einem Monat veröffentlicht Eric Asimov sein eigenes Urteil und die Leser-Meinungen dazu. Im Mai war das Thema ein Sancerre: ‘Listening’ to Sancerre Tell Its Story. Im April (upgedatet im May) ging es um den Beaujolais, Freed From Clichés.

Wer in Deutschland mitprobieren möchte, der kann vielleicht am ehesten in diesem Monat einsteigen: German Riesling, drei Weine von der Nahe, aus der Pfalz und dem Rheingau stehen auf der Liste.

Asimov schlägt für den jeweiligen Wein auch immer drei Weine mit Preisangaben vor (meistens über 20 US-Dollar), so dass man innerhalb eines Monats auch wirklich mitreden kann.

Die Lesermeinungen (Tasting Report From the Readers) sind etwas weniger umfangreich, als man das bei einer Zeitung dieser Größe erwarten würde. Generell ist diese unaufgeregte Art, Weine vorzustellen zwar weit weg vom Video-Hype, aber zumindest mir sehr sympathisch. Und die Gute Resonanz zeigt auch, dass es offensichtlich doch etliche Weinkenner gibt, die ausführlichere Texte in nicht allzu blumiger Weinprosa zu schätzen wissen – und auch wirklich lesen.

Die Besten Bioweine Baden-Württemberg 2014 – erstmals mit eigener Website

27. Mai 2014

Die Besten Bioweine Baden-Württemberg wurden am vergangenen Samstag in Freiburg vorgestellt. Im Rahmen der 19. ECOVIN-Präsentation konnten die 28 Siegerweine auch gleich probiert werden und Besucher konnten gleich auch die dazu gehörigen Erzeuger kennen lernen. Das Besondere von Prämierung und Präsentation: Es geht nicht um den besten Wein einer Rebsorte oder Region. Eingeteilt in die Kategorien nach der Eignung als Begleiter zu den Speisen eines Menüs ist die Prämierung sehr praxisnah und verbrauchertauglich.

Eine weitere Besonderheit ist es, dass die badischen ECOVIN-Erzeuger in den vergangenen Jahren immer wieder nach neuen und vor allem passenden Kooperationspartnern gesucht haben und mit neuen Bündnissen den Kraftaufwand für diese wohl größte regionale Biowein-Messe gestemmt haben. Die jetzige Konstellation bewährt sich seit drei Jahren und auch hier gilt: Die Lösung ist verbrauchernah.

Baden und Württemberg als Einheit

Denn während Weinkenner auch Bioweine vor allem nach Weinbauregionen und -Bereichen ordnen, strenge Grenzen ziehen zwischen Baden und Württemberg, Kaiserstuhl und Markgräflerland, orientieren sich Weintrinker gerne an regionalen Gewächsen: Weine aus dem Ländle liegen ihnen oftmals näher als solche von der Mosel oder aus Rheinhessen, aus Italien oder dem in Baden so nahen Frankreich. Dazu hat sicher auch die Diskussion um den Wert biologischer und regional erzeugter Lebensmittel beigetragen – auch wenn beim Wein logischerweise andere Kriterien gelten als beim Kopfsalat. Die Besten Bioweine Baden-Württemberg stammen aus Baden und Württtemberg und von Winzern, die hier einem der für den Bioweinbau maßgeblichen ökologischen Anbauverbänden angehören: Ecovin, Bioland, Demeter und Naturland.

Jetzt sind die Biowinzer noch einen Schritt weiter gegangen und wollen die Bestenauswahl möglichst lange im Bewusstsein der Verbraucher verankern. Während der Besuch der Präsentation oder Presseberichte im Laufe des Jahres doch aus dem Bewusstsein schwinden – lange bevor man vielleicht die interessantesten persönlichen Favoriten verkostet hat – bleiben die Ergebnisse auf der Website in einer Weise präsent, die einen häufigeren Besuch und ein Zurückkommen auf diese Bestenauswahl erleichtern soll.

www.biobest-suedwest.de

Auf www.biobest-suedwest.de werden die Weine zudem in einer Weise präsentiert, die sowohl den klassischen Weinkatalog als auch die eher dokumentarische PDF-Liste (die natürlich weiterhin erhältlich bleibt) ergänzen: Alle Weine sind mit Flaschenfotos vertreten, dazu gibts Weinbeschreibungen, die man so gebündelt bisher allenfalls als Teilnehmer der Sonderverkostungen im Rahmen der Präsentation erhielt. Und mit den vollständigen Daten und dem Link zur Website zur Erzeuger ist in fast allen Fällen auch eine direkte Bestellmöglichkeit nur noch einen Mausklick entfernt.

Zum Serviceangebot von biobest-suedwest.de gehören weiterhin die grundlegenden Informationen zur Prämierung, der Jury und der Verkostung, die aktuellen Pressemitteilungen und eine Bildergalerie. Vor allem aber haben Interessenten auch die Möglichkeit, sich über den Newsletter rechtzeitig vor der nächsten Prämierung über den Termin der Bekanntgabe der Sieger zu informieren. Und sie können auf dem gleichen Weg auch direkt danach über die Ergebnisse informiert werden. Die Informationen sind auch hier aufs Wesentliche reduziert: Keine Werbung, keine weiteren Verbraucher-Informationen über Bioweinbau etc. Dafür ist weiterhin die Website www.ecovin-baden.de der ECOVIN-Erzeuger in Baden zuständig.

[Ethischer Hinweis: Der Autor dieses Artikels macht Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für ECOVIN Baden, von ihm stammen auch Konzept und Umsetzung der vorgestellten Website biobest-suedwest.de. Dieser Beitrag ist keine bezahlte Werbung, er steht in keinem Zusammenhang mit dieser Kooperation und gibt nur die Meinung des Autors wieder.]

Praktisch: Kräuterbutter

20. Mai 2014

Mal was ganz Kurzes und Praktisches: Harald Steffens, Biowinzer an der Mosel, berichtet in seinen Bildergeschichten ja immer sehr alltagsnah und parktikabel. Dieses Mal ein kurzes Rezept für Kräuterbutter – das man dankenswerterweise auch nachmachen kann, wenn man keinen Kräutergarten oder gar eine Rieslingparzelle in Steillage mit Blick auf die Mosel hat.

Harald Steffens Empfehlung: „Auf ein frisches Baguette gestrichen, ein Glas Riesling dazu…”

Verführerisch vegetarisch

14. Mai 2014

Verführerisch vegetarisch – Gemüsegenuss für jeden Tag Vegetarische und vegane Ernährung wird für immer mehr Menschen interessant. Dabei sei dahin gestellt, ob die Flut der neuen Kochbücher und Rezepte tatsächlich mit einer Umstellung auf vegetarische / vegane Ernährung einhergeht. Oder ob der neue Trend „nur” eine auch zeitweise Abkehr von einem allzu fleischlastigen Speiseplan bedeutet.

Tatsache ist, dass auch diese Ernährungsart keinen Verzicht auf Genuss bedeuten soll: Die Rezepte sind ausgewogen und gesund, die Gerichte schmackhaft und vielfältig. Insgesamt also ein Trend, der einem moderaten Weingenuss mit guten Weinen zu feinem Essen nicht entgegensteht.

Dem kommt auch dieses Kochbuch entgegen, dass die beiden Engländerinnen Chloe Coker und Jane Montgomery verfasst haben. Die Rezepte sind eine schöne Mischung aus Variationen bekannter Gerichte und Neuschöpfungen, alle sind bebildert und schon die Aufmachung des Buches macht Lust aufs Nachkochen. Fast alle Rezepte lassen sich zubereiten, ohne dass man allzu exotische Zutaten suchen muss und auch die Zubereitung stellt für Hobbyköche keine Hürde dar. Es gibt etliche Anleihen bei Länderküchen, was aber bei internationaler Vermarktung von Kochbüchern und Rezepten längst Standard geworden ist. Mit der Rezeptauswahl kommt man gut durch den Alltag, egal ob man Umsteiger, Einsteiger oder Routinier hinsichtlich einer fleischlosen Ernährung ist.

Vorfreude: Die Besten Bioweine 2014

7. Mai 2014

Die Besten Bioweine Baden-Württemberg 2014

Am 6. Mai wurden sie in Freiburg verkostet und ausgewählt: Die Besten Bioweine Baden-Württemberg 2014. Die Badener haben mit der gemeinsamen Verkostung und Prämierung mit den Kollegen aus Württemberg und aus allen Anbauverbänden des Landes Baden-Württemberg einen erfolgreichen Weg eingeschlagen.

Auch wenn unter Weintrinkern die Landesgrenzen eigentlich wenig bis gar nichts bedeuten, und Weinbaugebiete und -bereiche ausschlaggebend sind: Die „Ländle”-übergreifende Prämierung kommt bei den Verbrauchern gut an, bei den beteiligten Biowinzern sowieso.

Das mag auch an der Hilfestellung liegen, die die Biowinzer den Verbrauchern mit dieser Auswahl an die Hand geben: Prämiert wird schließlich nicht der besten Grauburgunder, Spätburgunder etc. Vielmehr gibt es Sieger in sechs verschiedenen Kategorien, die sich an den Gängen eines Menüs orientieren. Und mit dem besten leichten Weißwein zu Salat und Vorspeisen werden in vielen Fällen halt doch mehr offene Fragen beantwortet, als mit dem von Experten ausgewählten vorgeblich besten Wein einer Rebsorte.

Die Jury dieser Prämierung ist erfrischend alltagsnah: Da gibts Winzer und Gastronomen und Weinhändler. Aber eben auch erfahrene Weinfreunde, die sich in den Bewertungsrunden ebenso einbringen, wie die Profis. Bekannt gegeben werden die Sieger übrigens erst bei der ECOVIN-Präsentation, die am 24.Mai in Freiburg im Historischen Kaufhaus stattfindet.

Die Besten Bioweine Baden-Württemberg 2014

Die Besten Bioweine Baden-Württemberg 2014

Die Besten Bioweine Baden-Württemberg 2014

Die Besten Bioweine Baden-Württemberg 2014

Gutedel-Cup im Markgräflerland

2. Mai 2014

Ende April wurden im Markgräflerland wieder die besten Weine der dort wichtigsten Rebsorte prämierte, des Gutedel. Beim diesjährigen Gutedel Cup wurden schafften es auch wieder einige Bioweine unter die ersten Plätze.

Das Weingut Feuerstein aus Heitersheim erreichte den zweiten Platz in der Kategorie Kabinett trocken, sowie ebenfalls einen zweiten Platz in der Kategorie QbA trocken. Das Weingut Rieger aus Buggingen kam hier auf den achten Platz.

Jährlich werden diese Auszeichnungen vom Markgräfler Wein e.V. in vier Kategorien vergeben. Prämiert werden die zehn besten Weine in den Kategorien „QbA trocken Markgräflerland“ und „Kabinett trocken“ sowie im Wechsel in den Kategorien „Edelsüße Weine“ und “Spätlese/Auslese” aus dem Markgräflerland. In der im Jahr 2014 erstmals eingeführten Kategorie “Selektion trocken international” werden die Top Ten der Weine aus dem Markgräflerland, aus Saale Unstrut und der Schweiz prämiert, die im Holz- oder Barriquefass ausgebaut wurden und/oder Biologische-Säure-Abbau-Aromen enthalten.

Alle Ergebnisse findet man auf der Website des Markgräfler Wein ev.

Neue Weine vom Gallushof

30. April 2014

Zwiefacher - badisches Cuvée aus Regent und Spätburgunder

Mit den Weinen des neuen Jahrgangs erscheinen bei einigen Weingütern auch neue Weine, also Erweiterungen des Sortiments. Beim Weingut Gallushof in Teningen-Heimbach findet sich auf der neu erschienen Weinpreisliste für 2014 zum Beispiel der „Picco Gallus“. Das ist ein Secco, den es jetzt erstmals auch in rot gibt. Neu ist auch der „Zwiefache”, ein Rotwein-Cuvée in der 1-Liter-Flasche aus den Rebsorten Pinot Noir und Regent.

Besonders die Kombination von Spätburgunder und Regent hat sich in der jüngeren Zeit öfters bei Biowinzern bewährt. Die Vermarktung des bei Verbrauchern eher unbekannten, manchmal auch unbeliebten Regents, erweist sich in der Praxis oft als schwierig. Biowinzer dagegen halten viel von der pilzwiderstandsfähigen Rebsorte, die weniger Aufwand im Rebberg für den Pflanzenschutz verlangt. In einem Cuvée mit dem in Baden allgegenwärtigen Spätburgunder verschwinden manche Geschmacksnuancen, die bei den Verbrauchern nicht so gut ankommen. Das Cuvée mit einem Regent, wird von den Kunden auch oftmals eher akzeptiert als unbekannte Rebsorten.

Wein-Duell im Weingut Frank Brohl

23. April 2014

Hoffest im Weingut Brohl: Das Duell

Jeder Winzer liebt seinen Wein und wird wohl drauf schwören, dass dieser der Beste ist. Dennoch sind gerade Winzer ja immer offen für Neuerungen: Sie schauen was die Kollegen anders machen und was dabei herauskommt. Das ist sicher für viele auch der vergnügliche Teil an der Arbeit und derjenige, der oftmals frischen Wind in den eigenen Alltag bringt.

Frank Brohl feiert am 14. Juni sein Hoffest in Pünderich (Hoffest: Das Duell)- und er hat sich quasi die Konkurrenz eingeladen: Unter dem Motto „Bordeauxwein trifft Moselwein” wird sein Freund, der Weinhändler Reiner Türk, Bordeauxweine präsentieren, gegen die Brohl seine Mosel-Rieslinge ins Rennen schicken wird: Rot gegen Weiß.

Weitere Infos gibts auf der Website, wo man auch den Flyer herunterladen kann.

Saveur Best Food Blog Awards: Kategorie Wein & Bier

15. April 2014

Das Magazin Saveuer hat die besten Food Blogs prämiert (siehe Kurzbericht im testschmecker), und es gab auch Nominierte und Auszeichnungen in der Kategorie „Best Wine or Beer Blog”. Aus meiner Sicht etwas enttäuschend (obwohl ich ermutigend finde, dass im englischsprachigen auch mehr und profunder über das Thema Bier geschrieben wird): Die Wein-Blogs sind hier erschreckend in der Minderzahl. Und: Auch die, die dabei sind werden in Deutschland wahrscheinlich keine Begeisterungsstürme auslösen.

Erste Wahl der Herausgeber ist ”Brunellos have more fun” von Whitney Adams. Sie beschreibt sich selbst als (unter anderem) Sommelier, Shopinhaberin, Autorin, lebt in Kalifornien.

Das Blog ist ein bunter, magazinähnlicher Mix aus Interviews und Tipss, aber es geht unter anderem auch um Mode für Sommeliers (!) und es gibt ganz praktische Ratschläge, wie sie bevorzugt die Amerikaner gerne lesen („Wie man seine Geburtstagsparty schmeißt”). Außerdem gibt es recht viele Videos von Claire Thomas: sehr professionell gemacht, eher lifestyle-orientiert. Claire Thomas betriebt selbst das Blog thekitchykitchen. Das Ganze ist weniger ein persönlicher Blog, als ein kommerziell anmutendes Magazin – was ja nicht schlecht ist, aber unserem Begriff eines Internet-Tagebuches nicht ganz entspricht. Beide Bloggerinnen sind äußerst routinierte und professionelle Medienmenschen, was sich natürlich auch im Charakter der Blog-Postings und Videos niederschlägt.

Von den sechs nominierten Blogs sind übrigens vier dem Thema Bier gewidmet, nur zwei beschäftigen sich mit Wein. In Deutschland sind nach meiner Einschätzung die Bier-Blogs dagegen ganz eindeutig in der Minderzahl.

Während ich also bei den Food-Blogs in fast allen Kategorien tolle neue ENtdeckungen gemacht habe, bin ich nach Durchsicht der Nominierten in der Kategorie Wein & Bier eher etwas ernüchtert.

Slow Wine: digitales Magazin über italienische Weine

11. April 2014

Seit Anfang diesen Monats ist eine neue Wein-Zeitschrift in Deutschland erhältlich. Das Slow Wine Magazin kommt aus der Redaktion von Slow Wine, dem Weinführer vom Verlag Slow Food Editore. Es handelt sich um eine vollständig digitale Zeitschrift, die auf Englisch, Italienisch und Deutsch erscheint, ein kostenloses Probe-Exemplar kann man hier herunterladen.

Dabei spezialisiert man sich wohl auf italienische Weine. Sechs Ausgaben soll es pro Jahr geben, mit jeweils 60 (digitalen) Seiten. Die Hefte umfassen der Pressemitteilung zufolge vier Themenbereiche: eine lange Reise durch die wichtigsten italienischen Herkunftsbezeichnungen, einen kleineren Überblick über ein wenig bekanntes Gebiet, eine Retrospektive, d.h. die Verkostung von vielen Weinen aus einem großen Jahrgang, und eine Vertikalverkostung.

Spannend ist, wie sich das Angebot auf dem deutschen Markt platziert: Die existierenden Wein-Zeitschriften im Print-Bereich erleben ja gerade keine rosigen Zeiten. Der neue Mitbewerber mit dem Fokus auf Italien kommt als digitales Magazin für 39 Euro für sechs Ausgaben.

Warum in Deutschland übrigens ein Magazin über italienische Weine 10 Euro teurer ist als in Italien, das müssten sich ja die Marketing-Experten gut überlegt haben: Auf den ersten Blick scheint es schwer nachvollziehbar.