Was ist drin in den Bioweinen?

4. Dezember 2014

Zum 13. Dezember tritt eine Änderung der Lebensmittel-Informationsverordnung in Kraft: Dann müssen nicht nur auf dem Etikett, sondern auch in Weinshop und in der Straußenwirtschaft weitere Informationen zum Wein angegeben werden: Der Alkoholgehalt zum Beispiel, der Erzeuger, das Herkunftsland, die Nettofüllmenge und Allergene.

Auch wenn aus Verbrauchersicht das meiste davon nützlich erscheint: In den weinshops der Erzeuger sorgt diese Änderung erst einmal für viel Aufwand und der Zusatznutzen für den Kunden ist erst einmal vergleichsweise gering: Dem ist nämlich schon klar, dass beim Einkauf im Weingut xy im Markgräflerland Wein aus Deutschland verkauft wird. Den Erzeuger kennt er ja auch schon, die Nettofüllmenge der 0,75-Liter-Flasche ist ihm auch klar.

Alles für die Katz also? Nein: Allergene müssen ja auch noch angegeben werden, beim Wein sind das Sulfite. Auf der Website von ECOVIN Baden gibt es einen aktuellen Artikel darüber, was im Bioweine drin sein könnte – und was tatsächlich drin ist: Was ist drin in den Bioweinen?. Dort kann man auch nachlesen, warum der Zusatz ”enthält Fisch” möglich wäre – und dennoch nicht zu finden ist. Und warum schon jetzt die meisten Bioweine vegan sind.

Noch spannenender wird es übrigens im Dezember 2016. Dann soll der Verbraucher auch die Nährwert-Deklaration zum Wein finden: Fett, Kohlehydrate und Eiweiß – wieviel ist drin im Wein? Und wieviel Kalorien hat er?

Junge Winzer: Rheinhessen – message in a bottle

1. Dezember 2014

Den witzigsten Namen unter den Zusammenschlüssen junger Winzer haben sicher die Rheinhessen: message in a bottle. Da kann man ja mal drüber grübeln, was es bedeuten soll. Auch diese 28 junge Winzerinnen und Winzer geben sich jung und dynamisch und selbstbewusst, die Mitglieder kommen aus allen möglichen Verbänden und auch hier sind wieder Biowinzer dabei (sonst würden sie ja in dieser kleinen Reihe nicht vorkommen).

Austausch vor Missgunst heißt das Motto, ein Aspekt, den alle Jungwinzer bei solchen Zusammenschlüssen erfreulicherweise in den Vordergrund stellen. Die Porträts der Betriebe, Winzerinnen und Winzer dürfen nicht fehlen. Aber bei Aktionen ist es auch hier schon wieder vorbei mit dem guten Eindruck und der Aktualität: Die letzten Berichte stammen von 2010, die Presseberichte immerhin noch von 2012. Und selbst die Facebookseite ist eher dürftig.

Schade eigentlich: Rheinhessen ist das größte Weinbaugebiet Deutschlands, wie man selbst auch noch auf der Website verkündet. 28 Betriebe, die mitmachen, das ist ja auch ein beachtlicher Anteil. Aber auch hier haben es die Jungen nicht unbedingt mit den neuen Medien.

Junge Winzer: Mosel – Moseljünger

24. November 2014

Beim Namen Moseljünger kommt man erst einmal ins Grübeln: Hat das einen klerikalen Anstrich oder handelt es sich auch hier um einen Zusammenschluss junger Winzer? Letzteres scheint der Fall zu sein: „Wir MOSELJÜNGER haben in den besten Betrieben und angesehensten Schulen unsere Ausbildungen absolviert, bevor wir uns 2006 zusammengeschlossen haben.”

Auch hier sind es ausschließlich Winzer und Winzerinnen, die sich zusammengeschlossen haben, derzeit 14 Betriebe sind versammelt. Und auch hier sind alle möglichen Verbände dabei und auch Biobetriebe finden sich hier. Zum regelmäßigen Erfahrungsaustausch kommen offensichtlich gemeinsame Veranstaltungen, aber die Website scheint nicht mehr sehr gut gepflegt zu werden: Die letzten News stammen aus dem Jahr 2011 und haben damit den Namen nicht mehr verdient, unter Events finden sich keine Einträge. Selbst die Werbung, die man auf der Website für einen Werbepartner platziert hat, ist veraltet (Ostern 2014). Der Umgang mit den neuen Medien ist auch den jungen Winzern nicht unbedingt in die Wiege gelegt…

Immerhin wird noch das Moseljünger-Probenpaket 2013 angeboten, mit 12 Weinen aus dem Jahrgang 2012. Bestellen kann man es noch, in den meisten Betrieben sind 2012er Weine aber eigentlich schon abverkauft.

Die Moseljünger sind etwas ernthafter an Ihren Zusammenschluss herangegangen und haben einen Verein gegründet. Die Porträts der 14 Winzer sind mit Bild und Wein ausgestattet, und einem plakativen Motto. Die Einzelporträts kann man sich unter Media auch herunterladen, ebenso Pressetexte und Kontaktadresse. Einen Hinweis auf eine Facebook-Seite sucht man dagegen vergebens.

Junge Winzer: Schwaben – Junges Schwaben

17. November 2014

Auch in Schwaben gibt es – wie mit dem Zusammenschluss Generation Pinot in Baden – eine vergleichsweise kleine Gruppe junger, qualiätsorientierter Winzer. Zwar sind es hier nur fünf Winzer, die sich zusammengeschlossen haben, aber sie decken doch die Region Württemberg ganz gut ab. Und sie haben ein ähnlich starkes Selbstbewusstsein wie die Badener.

In Schwaben sind es junge Winzer, die sich als Freunde zusammengefunden haben. Jeder von Ihnen hat sein eigenes Weingut, Frauen sind nicht vertreten. Dafür sind namhafte Betriebe dabei und auch ein Bio-Betrieb. Eine Altersgrenze ist nicht genannt, vielleicht werden die fünf Freunde ja auch als Zusammenschluss „Junges Schwaben” noch gemeinsam alt. Das Strichmännle als Logo könnte man ja in gesetzterem Alter auch noch durch eine gediegenere Darstellung ersetzen. Aber offensichtlich ist das kein „offener” Verbund, von einer Generation junger Winzer „durchwandert” wird.

Das gemeinsame Logo findet sich auch auf einem Flaschenaufkleber der „Kollektionsweine”, mit denen sich jeder beispielhaft in der Rubrik JS-Weine präaentiert. Und es gibt einen Pressespiegel der gemeinsamen Auftritte sowie natürlich ausführliche Porträts der jungen Winzer.

Auf den Facebook-Seiten von Junges Schwaben gibt es weitere Informationen. Dort wird auch auf die Auszeichnung des Feinschmecker hingewiesen: Der zeichnete Junges Schwaben mit dem Wine Award for Friends 2014 aus.

Junge Winzer: Baden – Generation Pinot

10. November 2014

In fast allen Anbaugebieten gibt es Zusammenschlüsse junger Winzerinnen und Winzer. Viele stehen kurz davor, den elterlichen Betrieb zu übernehmen oder einen eigenen zu gründen – oder haben es schon hinter sich. Und meistens ist die Zusammenstellung eher geprägt von regionalen und persönlichen Zusammenhängen, als von der Arbeit eines Verbands. Da in den meisten auch junge Biowinzer engagiert sind, seien hier in loser Folge einige vorgestellt.

Generation Pinot ist ein Zusammenschluss von ursprünglich 50 jungen WinzerInnen und WeinmacherInnen in Baden. Schon an den Formulierungen merkt man, dass nicht jeder schon unbedingt ein eigenes Weingut haben muss. Gemeinsam wollen sie Visionen in Weinbau und Vermarktung entwickeln. Sehr gut vertreten sind hier die in Baden zahlenmäßig auch gut repräsentierten Bio-Betriebe. Aber auch Mitarbeiter von Winzergenossenschaften oder Weingütern haben sich diesem Verbund angeschlossen.

Die jungen Badener präsentieren sich auf ihrer Website ganz persönlich mit jeweils einem Porträtfoto. Und sie gehen sehr selbstbewusst an die Sache heran: „Denn wir sind sehr gut ausgebildet, haben internationale Erfahrung, sind ausnahmslos qualitätsorientiert und übernehmen Verantwortung.”

Das Wort Pinot im Namen stehe nicht nur als Markenname für die bedeutendsten Rebsorten der Badener, erklären sie, sondern auch für das Bestreben nach internationalem Erfolg, natürlich auch mit anderen badischen Rebsorten. Mitglied können Winzerinnen und Winzer sowie Expertinnen und Experten aus dem Weinbaugebiet Baden bis zum Alter von 39 Jahren werden.

In der Rubrik Events findet sich stets eine Reihe von Veranstaltungen, auf denen die jungen badischen Winzer Flagge zeigen. Und weil sich die Weinmacher der aktuellen Generation auch verstärkt dem Thema Marketing widmen, haben sie ein gemeinsames Weinpaket mit origineller Verpackung geschaffen: „Badische Entdecker” heißt die Weinbox, eine Zusammenstellung von 24 Weinen aus dem Markgräflerland, vom Kaiserstuhl, dem Breisgau, dem Kraichgau, der Badischen Bergstraße und aus dem Taubertal.

Die Verpackung ist nicht nur originell gestaltet und ein echter Hingucker: Mit insgesamt 24 Flaschen (12 mal 2 Flaschen mit je 0,25 l, vorwiegend Weine aus Burgundersorten) taugt die Weinbox auch als Adventskalender für Erwachsene.

Logischerweise gibts auch eine Facebookseite, auf der man sich auf dem Laufenden halten kann: https://www.facebook.com/GenerationPinot

Vicampo: Weinbilder kostenlos

3. November 2014

Vor einiger Zeit wurde ich von Jaqueline Riedel von der Vicampo.de GmbH angeschrieben. Sie bietet kostenlose Weinbilder an, die man Ihrer Darstellung nach auch für kommerzielle Zwecke nutzen darf: Weinbilder, Landschaftsbilder, Naturbilder kostenlos | Vicampo. Ich gebe das gerne so weiter, weil ich weiß, dass eigentlich alle Winzer und Weingüter chronisch schlecht ausgestattet sind mit gutem Bildmaterial.

Meine persönliche Empfehlung lautet ja immer: Möglichst viele Bilder selbst machen, möglichst authentisch, möglichst aktuell. Nach meiner Erfahrung geht es auf der eigenen Website und im Webshop ja vor allem darum, dem Kunden zu zeigen, mit wem er es zu tun hat.

Andererseits weiß ich auch, dass dieser Rat – selbst in Zeiten, wo jedes Handy auch über eine erstklassige Kamera verfügt – selten angenommen wird. Und deswegen keine Bilder verfügbar sind, wenn man sie braucht.

Frau Riedel schreibt: „Die kostenlosen Bilder laufen alle unter der Creative Commons-Lizenz und können daher vervielfältigt und bearbeitet werden, ohne jegliche Gebühren, die bei den meist angebotenen Bilddatenbanken fällig werden.”

Nach meinem Wissen ist in aller Regel ein Urheber-Hinweis nötig.

Museums-Weinberg in Kernen: Rettet die Reben

27. Oktober 2014

Die Geschichte dieses Erfolgsprojektes im schwäbischen Kernen-Stetten ist ganz einfach: Zwei Männer fassen einen Plan. Der eine, Jochen Beurer, ist ein biodynamisch arbeitender Winzer und Mitglied im Verband Deutscher Prädikatsweingüter VDP. Der andere, Eberhard „Ebbe” Kögel ist Heimatforscher. Er hat den Stettener Verein Allmende gegründet und kennt sich mit Trockenmauern aus. Das zeigt schon: Das sind zwei, die zupacken können.

Der heutige Museumsweinberg unterhalb der Yburg, ein Wengert in der bekannten Lage „Pulvermächer”, gehört erst seit wenigen Jahren zu Beurers Weingut. Er liegt direkt neben dem Wahrzeichen Stettens, der Y-Burg hoch über Kernen. Lange Zeit wuchsen auf dem steilen Weinberg nur Brombeeren. Die alten Weinbergsmauern waren eingefallen, nur wenige Rieslingreben erinnerten an die Mühen früheren Weinbaus hier.

Beurer wollte hier seine Bio-Reben anpflanzen. Mehr als 20 alte Rebsorten sollten hier wieder kultiviert werden, die aus unserer Weinbergslandschaft bereits verschwunden waren: Heunisch und Adelfränkisch, Räuschling und Putzscheere und viele andere. Heimatforscher Kögel, Weinerlebnisführer und selbst aus einer alten Wengerterfamilie stammend, kümmerte sich um den schwierigen, sachgerechten Wiederaufbau der alten Trockenmauern.

Inzwischen gibt es den ersten Wein aus Jochen Beurers Museumsweinberg. Das Cuvée wurde aus allen mittelalterlichen Sorten gemeinsam geerntet, gekeltert und ausgebaut, im „gemischten Satz”. Und Ebbe Kögel gibt Wissen und Erfahrung über den Bau von Trockenmauern bereits in Seminaren weiter.

Ernte 2014: überwiegend zufriedenes Fazit

20. Oktober 2014

In vielen Regionen geht die Weinlese zu Ende. Und auch wenn es mancherorts etliche Beeinträchtigungen durch den Witterungsverlauf oder die Kirschessigfliege gab: Meistens hat der recht hohen Mengenansatz die Verluste ausgeglichen und unter dem Strich bleibt eine ausreichende, in vielen Gegenden gute Emnge von beträchtlicher Qualität übrig.

Dennoch schauen etliche Winzer schon jetzt sorgenvoll auf das nächste Weinjahr: Die Kirschessigfliege wird auch weiterhin eine Rolle spielen, den Arbeitsaufwand der Winzer erhöhen und den Ertrag schmälern. Dass natürliche und effiziente Gegenmaßnahmen diese Beeinträchtigung aus der Welt schaffen, scheint unwahrscheinlich. Daran ändert auch die Tatsache wenig, dass das einzige probate Mittel bisher ein biologisch zugelassenes Präparat ist.

Z’Nüne, oder: das aus der Zeit gefallene Vesper

13. Oktober 2014

Z’Nüne sagt der Badener, wenn er begründen will, warum er um 9 Uhr sein Handwerkszeug ins Eck wirft: Um neun Uhr gibt es traditionell das Vesper. Früher waren das zur Arbeit mitgebrachte handfeste Gerichte, Brote mit Wurst und Käse, manchmal auch was Warmes. Wer zuhause arbeitete und vesperte, der schnitt sich eine Scheibe Brot und vielleicht noch eine Scheibe Speck oder Schinken ab.

Heute gibts was auf die Hand aus der Bäckerei, die in erschreckend vielen Fällen auf dieses Anliegen schlecht vorbereitet ist: Eine Butterbrezel kann man haben, in der Metzgerei schneidet man schon auch mal ein Weckle auf und legt ein paar Scheiben Wurst drauf. Im besten Fall gibts eine Scheibe warmer Fleischkäse aufs Brötchen.

Das Wort Brotzeit scheint mittlerweile genauso antiquiert zu sein, wie der Begriff Vesper. Und das in einer Zeit, da alleine 2014 schon fast 80 Bücher über veganes Essen erschienen sein sollen (habe ich gelesen) und das Thema Kochen täglich etliche Sendestunden bei diversen TV-Sendern bekommt. Vielleicht sollte sich einer der prominenten Köche mal des Themas annehmen, stylische Kompositionen für die Versperdose ersinnen und schick in Szene setzen. In Zeiten, in denen schon die gute alte Brezel stolze 70 Cent kostet und ein Brot gerne mal auf drei bis vier Euro kommt, könnte doch auch das Vesper eine Renaissance erleben.

Literarischer Weinkalender 2015

6. Oktober 2014

Literarischer Wein-Kalender 2015 Der Herbst ist da, Zeit sich um die Kalender für das kommende Jahr 2015 zu kümmern. Wie immer ist die Auswahl der Weinkalender sehr durchwachsen, oder positiv ausgedrückt: Es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Stilleben, Kork-Bilder, der übliche Mix aus verstaubten Flaschen und sonniger Reb-Landschaft.

Etwas aus dem Rahmen fällt da der literarische Weinkalender 2015: Hier stehen nicht nur die Fotos im Vordergrund, die Kalenderblätter leben vom richtigen Mix aus Bild und dem passenden Zitat dazu. Und das stellt ja bekanntlich ganz neue Ansprüche an die Bilder. Zwar taugt der Literarische Wienkalender nicht als großformatiger Bildkalender (Maße: 24 x 31 cm), aber als Wochenkalender aus dem Hause Ars Vivendi mit 53 Seiten, Bildern und Zitaten ist er ein kurzweiliger Führer durchs Weinjahr.