Ein Gutes Jahr – für den Wein?

Ein gutes Jahr

Der Kinofilm Ein Gutes Jahrlief an und mit ihm die Diskussion: Ist das nun ein Schmachtfetzen oder ein wirkliches Kino-Highlight? Ist es ein halbwegs realistischer Film auch über den Wein oder nur aneindergereihte Sequenzen von Großstadt-Glamour und Traumlandschaften? Und – so fragte sich die Weinwelt – hilft der Wein nun in irgendeiner Weise dem Wein oder doch nur dem Tourismus in der Provence?

Zunächst einmal kann man nach einem Besuch im Kino die guten Besucherzahlen verstehen: Stimmmungsvoll, lustig, unterhaltsam und – naja – auch ein wenig informativ ist er geworden. Tatsache ist, dass die Motivation der Fimmacher sicher nicht war, Weinverkauf oder Tourismus anzukurbeln.

Mein Jahr in der Provence.Peter Mayles erfolgreiche Buch-Vorlage “Mein Jahr in der Provence” schrie förmlich nach einer Verfilmung. Und im Gegensatz zu vielen anderen Büchern, die schöne Bilder im Kopf hervorrufen und als Verfilmung scheitern, kann dieser mit dem gedruckten Werk mithalten.

Die Geschichte an sich ist schnell erzählt: Erfolgreicher Londoner Broker erbt französisches Bilderbuch-Chateaux, das er zuerst verkaufen will. Dann kommen die die Erinnerungen und Rückblenden in die glückliche Kindheit auf dem Weingut, an Geschichten von gutem Wein und französischer Lebensart. Der Broker verliebt sich, schmeißt seinen Job und kehrt – nach einigen Wirrungen – an den schönsten Ort seiner Kindheit zurück.

Ein gutes Jahr. Buch zum FilmWieder einmal sind es nicht Wein und Reben an sich die faszinieren, sondern das, für was sie stehen: Lebensart und Genuss, Natur und Schönheit, Erfolg mit einem hochwertigen Produkt. Beim Rausgehen fragt man sich, warum so etwas – bei aller Sympathie für die französischen Nachbarn – bei uns so nicht funktionieren kann.

Ach ja, für alle, die irrationalerweise einen reinen Werbestreifen für den Wein erwartet hatten: Mir schwirrte am nächsten Tag der Palm im Kopf herum, ein schicker Handheld mit Telefon, der in der Geschäftswelt zu den Insignien des Erfolgs gehört und den Hauptdarsteller Rusell Crowe überreichlich in Szene setzte. Und welchen Werbepartner entdecke ich, als ich die offizielle Website des Films besuche? So viel zu Wünschen und Phantasien und wie man sie fördern und lenken kann…

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