Bessere Wein-Websites (1): Weinflaschen im Fokus
[Für größere Ansichten der Bilder auf die kleinen Fotos klicken]
Dazu gibts einen Beitrag auch auf www.joachimott.de.
Die Zahl der Wein-Websites wächst exorbitant. Doch wer sich mal die Mühe macht und all die Internetadressen nachschlägt, die er in Fachzeitschriften oder Anzeigen findet, der wird recht bald enttäuscht sein: Das olympische Motto (“Dabei sein ist alles”) genügt eben doch nicht.
Ohne allzuviel “Besserwissern” zu wollen hier in loser Folge mal drei Vorschläge, was bei einer guten Wein-Website dabei sein sollte. Heute: Flaschenfotos. Ein Thema, das vielen Winzern sicher Bauchgrimmen bereitet. Die eigenen Versuche mit der Digitalkamera stellen sich vielleicht doch nicht als verkaufsfördern heraus. Und die große Rechnung beim Fachmann will man meist auch nicht riskieren.
Doch brauchts das überhaupt, gute Weinflaschenfotos? Aus meiner Sicht (Augenmensch und Fotograf), ein eindeutiges Jajaja! Es gibt sicher auch keinen anderen Bereich, in dem man Artikel im Web verkaufen kann, ohne zu zeigen, wie sie aussehen. Beim Wein kommts doch auf ganz andere Sachen an, sagen die Weinnasen jetzt.
Stimmt schon, doch als (vielleicht etwas unbedarfter Verbraucher) will ich erstmal sehen, was ich kaufe. Und wie in vielen anderen Bereichen traue ich dem Produkt nicht allzuviel zu, wenn ich das Aussehen schon nicht mag.
Doch die Geschmacksgrenzen bei der Optik sind viel weiter gesteckt, als man glauben mag. Oder anders ausgedrückt: Auch wenn die Ausstattung der Flaschen vielleicht nicht genau meinen Geschmack trifft. Richtig ins Bild gesetzt kann fast jeder Stil Optik-Punkte sammeln.
Nach meiner Erfahrung wollen viele Winzer ihre Flaschen denn auch stimmungsvoll ins Bild gesetzt haben: Ein reizvolles, jahrhunderte altes Gemäuer, das Tradition symbolisiert, viel Natur, strahlende Sonne, eventuell ein paar noble Accessoires … An solchen Ansprüchen scheitern denn auch meist schon die ersten Anläufe. Dabei lässt sich mit etwas Geduld und einigem Ausprobieren durchaus mit wenigen Mitteln Stimmungsvolles inszenieren. Und Digitalkamers erlauben wiederholte Aufnahmen nach dem Motto “Versuch und Irrtum”, bis Licht und Arrangement zufrieden stellen.
Was Verbraucher sowohl beim Winzer wie auch in der Fachzeitschrift aber fast noch mehr schätzen, sind ganz klare, einfache, klassische Ansichten, möglichst Freisteller (also vor einem weißen Hintergrund aufgenommene Flaschen).

Der Aufwand, so ein Sortiment abzulichten ist nicht ohne. Selbst wer ein kleines Studio zur Verfügung hat muss einiges an Zeit für Ausleuchtung, Aufnahmen, Bildbearbeitung einplanen. Und meistens ist es mit dem effektiven Sammel-Foto-Termin nicht getan: Denn schon bald kommen weitere Weine hinzu, oder neue Jahrgänge rücken nach und schon werden neuen Fotos fällig.
Eine elegante Lösung kann sein, nicht jede Flasche abzulichten, sondern zB auch für das Angebot im Shop Sortimente zusammenzufassen und Gruppenaufnahmen zu machen. In diesem Fall könnte man auch auf die Freisteller verzichten. Spätestens, wenn man Zeitschriften und Fachzeitschriften bedienen möchte, ist es aber doch ganz praktisch, Einzelfotos zu haben, die sich freistellen lassen.
Um den engagierten Fotografen unter den Winzern einen Überblick zu geben habe ich auf meiner Website www.joachimott.de mal die Arbeitsschritte und die notwendige Ausstattung für gute Produktfotos zusammengestellt, dazu ein paar Beispielbilder verschiedener Produkte. Diese erste dort gezeigte Art der Produktaufnahmen ist noch die etwas aufwändigere, in Kürze folgte dort auch eine – hinsichtlich Technik und Aufwand – abgespeckte Anleitung mit Illustration. Und dem Vergleich der Fotos beider Methoden.










