Studiengang Kulinaristik: ”Ein weltoffener Mensch sollte nur Bio-Fleisch kaufen”

Das meint zumindest die Süddeutsche Zeitung: Otto Geisel über den Studiengang Kulinaristik ”Ein weltoffener Mensch sollte nur Bio-Fleisch kaufen”. Hintergrund der etwas reißerischen Schlagzeile ist die Tatsache, dass es in Bad Mergentheim den ersten Studiengang “Food Management & Kulinaristik” gibt. Initiatoren sind der Starkoch Eckart Witzigmann und der “Slow-Food”-Vorsitzende Otto Geisel, “der sich damit eine Abkehr vom Dosenfraß erhofft.”
Das klingt alles etwas verwegen finde ich und nach dem Lesen des Artikels frage ich mich, ob der Autor Robert Lücke da nicht einen Teil des neuen Studiengangs überbewertet hat: Food Management und Kulinaristik sind eben zwei paar Stiefel. Und die Tatsache, dass jeder Studierende bereits in einem Unternehmen arbeiten und vierteljährlich dorthin zurückkehren muss ist ja ganz löblich (“So bleiben Theorie und Praxis nahe beieinander.”), aber ob die Restaurantfachfrauen, Weinbauingenieure, Bierbrauer, Metzger und Bäcker jetzt schon alles grüne Gesellen sind, die uns künftig nur Biokost schmackhaft machen wollen, das steht wohl noch auf einem anderen Blatt.
Otto Geisel hat da hehre Vorstellungen: “Für jeden jungen Menschen, der weltoffen ist, muss selbstverständlich sein, dass er nur Fleisch von artgerecht oder besser noch nach Bio-Richtlinien gehaltenen Tieren kauft und isst.” Die Praxis wird wohl auch in den nächsten Jahren noch etwas anders aussehen – auch wenn der Bio-Trend weiterhin anhält.
In dem Bachelor-Studium soll es um 70 Prozent BWL und 30 Prozent Kulinaristik gehen. Weitere Themen sind Essgeschichte, Volkskunde, Hirn- und Geschmacksforschung. Man darf also gespannt sein, was man aus Bad Mergentheim in den kommenden Jahren noch alles hören wird.









