Biowein-Duell: Zwei exotische Rote

Was für einen Grund gibt es, zwei Rotweine gegeneinander antreten zu lassen? Eigentlich keinen: Jeder hat seinen eigenen Charakter, seine Stärken und Schwächen und vor allem: Er passt entweder zu den Vorlieben des Weintrinkers oder eben nicht. Außerdem sind Duelle immer schlecht. Seit John Wayne wissen wir, dass zumindest einer der Beteiligten dabei auf der Strecke bleibt.
In diesem Fall ist das nicht so, so viel sei schon jetzt verraten. “Verlierer” soll es bei meinen Duellen keine geben, über Weine, die mir nicht schmecken, schreibe ich einfach nichts. Und damit sich auch kein Winzer als möglicherweise zweiter Sieger benachteiligt fühlt, kommen dafür beide aus dem gleichen Betrieb, dem Weingut Zähringer in Heitersheim.
In diesem Fall treten gegeneinander an ein 2006 Cabernet-Cuvée Rotwein trocken (aus insgesamt fünf Cabernetsorten!) und ein 2005 Cabernet Sauvignon & Merlot trocken Edition SZ.
Schon am Preis sieht man, dass das eigentlich zwei ungleiche Gegner sind: Das Cuvée aus drei Cabernet Neuzüchtungen Cabernet Cortis, Cabernet Carol und Cabernet Carbon und den bekannten klassischen Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc kommt für moderate 8,40 Euro aus dem Online-Versand (oder direkt aus dem Weingut). Der Editionswein aus Merlot und Cabernet Sauvignon dagegen kostet gleich das Doppelte (16,80 Euro).
Dieser letztere, teurere hat mich auf Anhieb begeistert. Als Fan des klassischen Spätburgunders habe ich alle Cuvées bisher interessiert verfolgt, aber keines hat es auf die Favoritenliste geschafft. Dieser schon. Tolle rubinrote Farbe, das Aroma fruchtig, voluminös, Beerenaroma, Waldfrüchte, Paprika. Lagerung und Ausbau im Barrique haben dem noch jungen gut getan. Ein Feiertagswein, der keine Mahlzeit als Begleiter braucht. (Habe mich im übrigen gleich auf die Suche gemacht nach weiteren Cuvées Cabernet Sauvignon und Merlot und bin auf Anhieb fündig geworden bei Matthias Metze.)
Dem anderen Wein stand ich ehrlich gesagt etwas skeptisch gegenüber: Fünf Weine zu einem Cuvée zu verschneiden sieht auf den ersten Blick etwas nach Willkür aus. Doch wer sich von der Vorstellung frei macht, alle Anteile einer Cuvée jeweils “herausschmecken” zu wollen, der wird an diesem südländischen, fruchtbetonten Rotwein aus dem Barrique viel Freude haben. Abseits dieses Duells würde ich ihn gerne zu einem Wildgericht probieren.
Von diesen beiden Duellanten hat also keiner in den Staub sinken müssen. Auch die Preisdifferenz scheint mir angemessen und die praktische Folge dürfte sein, dass vom preiswerteren 5er-Cuvée wohl einfach ein paar Flaschen mehr gekauft werden und mit Rücksicht auf den Etat etwas weniger vom teureren Cabernet Saufignon & Merlot. Man muss ja haushalten…









