“Die besten Bioweine” von Gerhard Eichelmann und Wolfram Römmelt

Die besten BioweineDas muss es also sein, das definitive Buch über Bioweine: Die besten Bioweine von Gerhard Eichelmann und Wolfram Römmelt ist taufrisch (Ausgabe 2008), 226 Seiten stark, es listet 332 Weingüter aus aller Welt auf und 1.250 Weine. Der Anspruch von Autoren und Verlag ist dementsprechend hoch: “…alle (Bioweine), die wirklich gut sind haben sie ausgewählt und stellen sie vor…” heißt es in der Presseinformation des Mondo-Verlags.

Nun sind beide Autoren in der Weinszene keine Unbekannten: Gerhard Eichelmann stellt jedes Jahr in seinem Standardwerk “Eichelmann Deutschlands Weine 2008” die besten rund 10.000 deutschen Weine vor. Wolfram Römmelt stellte bereits 2007 im Mondo-Verlag sein Grundlagenwerk “Bio-Wein” vor. Das legt schon eine Schlußfolgerung nahe, die sich beim Lesen und Nachschlagen auch bestätigt: Die deutschen Bioweingüter in diesem Buch kommen auch im “großen” Eichelmann Weinführer vor. Nach meiner Mini-Recherche sind zB alle Weingüter mit einer Bewertung von zwei Sternen und darüber auch im Bioweinführer vertreten.

Aus Deutschland, Frankreich und Italien stammen 80 Prozent der präsentierten Weine, es folgen Spanien und Österreich, danach Griechenland mit immerhin noch acht Biowein-Erzeugern. Weingüter aus Übersee sind ebenfalls vertreten, spielen allerdings zahlenmäßig keine so große Rolle mehr.

Das spiegelt vielleicht nicht wirklich die Produktionsmengen und Qualitäten wider, ist aber sinnigerweise am Verbraucherverhalten orientiert, was ich gut finde. Dass elf Betriebe aus Baden aufgeführt werden und fünf aus Australien mag Laien und Experten vielleicht irritieren, für die Weinsuche und Einkauf ist die Auswahl praktisch und sinnvoll.

Alle Weingüter werden kurz vorgestellt, der Text ist nicht unbedingt mit dem im Großen Eichelmann identisch, meist aber die vorgestellten Weine. Die ausländischen Betriebe sind etwas knapper dargestellt, haben aber dafür einen Bezugsquellenhinweis erhalten. Für die Weinbewertung werden bis zu fünf Sternen vergeben, fünf Preiskategorien umfassen die Spanne von unter sechs bis über 30 Euro.

Alles in allem hat der Bioweinführer den Charme eines Nachschlagewerkes mit persönlicher Note. Der zweifarbige Druck und der Verzicht auf Bilder und Illustrationen reduziert die Informationsfülle aufs Notwendige. Und da ich die Aussagekraft von Wappen und Werbefotos sowieso als eher zweifelhaft in diesem Zusammenhang einschätze, empfinde ich diese Nüchternheit als wohltuend.

Einzige Verbesserungsmöglichkeit aus meiner Sicht sind die Bezugsquellen: Durch die Angabe der Internetadressen ist der Einkauf bei deutschen Weingütern meist nur einen Mausklick entfernt. Bei allen anderen Betrieben ist ein Versand aus dem Ausland eher unwahrscheinlich und die Bezugsquellenangabe reduziert sich damit auf Telefonnummer und Emailadresse.

Ansonsten verspricht das praktikable Büchlein kurzweilige Lektüre und empfiehlt sich als Wegweiser in der boomenden Biobranche.