Vincent Klink – Meine Küche

Vincent Klink - Meine KücheVincent Klink – Meine Küche. Wirkt der nicht echt und liebenswürdig, wie er so über seine Brille schaut? Das ist meiner Meinung nach einer der großen Pluspunkte des kochenden Schwaben von der Stuttgarter Wielandshöhe: Er wirkt echt.

Kaum vorstellbar, dass einer wie er sich für die Kamera verbiegt oder für die Wünsche seiner Gäste vom rechten Pfad der Tugend abweicht. Dazu hat er sich zu oft öffentlich geäußert: Zur Qualität von Lebensmitteln, zu Bio-Produkten, zu artgerechter Tierhaltung.

Mag sein, dass der knubbelige Chef-Koch den neuesten Trend gerade nicht parat hat, vielleicht auch nicht immer so kocht, wie das Ernährungsberater und Gesundbeter empfehlen würden. Aber die Bodenhaftung von Klink sorgt dafür, man ihm das gerne abnimmt, was er da vorkocht. Mit seinem Freund Wiglaf Droste äußert er sich übrigens in der Reihe “Häuptling eigener Herd” regelmäßig (meist kritisch) zum Thema Kochen und Genuß.

Seine Rezepte im Buch sind nach Jahreszeiten geordnet, und offensichtlich versucht er den Ansprüchen seines Restaurants auch mit der Rezeptauswahl gerecht zu werden. Im Fernsehen hat man schon alltags-gerechtere Zusammenstellung gesehen. Sei es drum: Champagner-Kutteln und Chateaubriand müssen es ja nicht unbedingt sein, auch ein gebratener Spargel oder das Forellenrezept tauchen im Buch auf, da liegt die Hemmschwelle zum Nachkochen sicher nicht ganz so hoch.

Für 19,90 Euro ein ansprechendes Kochbuch von einem der profiliertesten Köche.