Martin Walker: Grand Cru

Martin Walker: Grand CruGrand Cru: Der zweite Fall für Bruno, Chef de Police. Um es gleich vorneweg zu sagen: Wer etwas vom Thema Wein und Weinbau versteht, der wird an manchen Stellen schon arg schlucken müssen. Aber einen Krimi aus Südfrankreich liest man ja nicht nur wegen des Themas Wein – auch wenn der Titel Grand Cru lautet.

Dorfpolizist Bruno steigt in seinen zweiten Fall ein. Es geht unter anderem um Weinklassifizierung, Weinherstellung, aber auch um gentechnisch veränderte Pflanzen und Bodenspekulation. Ein bunter Mix, naja, etwas beliebig wirkt er schon. Vielleicht hat sich der Autor nach dem Erfolg des ersten Bruno-Krimis zu früh darauf verlassen, dass seine Leserschaft vor allem die französische Atmosphäre goutiert, mit Szenen eine friedlichen Dorflebens und kulinarischer Genüsse schon glücklich ist. Vielleicht war aber auch schon beim zweiten Krimi die Luft raus, die Einfälle wurden rar.

Diesen Zwiespalt spiegeln auch die Amazon-Rezensionen, und sie zeigen auch: Es gibt genügend Leser, die mit dem Ausflug in südfranzösische Lebensart schon zufrieden sind. Etwas Urlaubsatmosphäre schnuppern, sich in südländische Genüsse vertiefen – das kann ja auch ausreichend sein. Und so hat auch der zweite Fall Brunos als klassische Urlaubslektüre seine Berechtigung – auch wenn er unter den kritischen Augen versierter Krimi-Leser einen schweren Stand hat.