Biowinzer: Lieber bloggen statt chatten…

Michael W. Pleitgen hat auf seiner Website der Weinakademie Berlin einen Artikel veröffentlicht, der meine Erfahrungen bestätigt: Wein: Käufer suchen nicht bei Facebook. Und, so ist meine Einschätzung, sie lassen sich auch nicht von twitternden Winzern beeinflussen.

Kaum etwas bin ich in den vergangenen 12 Monaten so oft gefragt werden wie das: Brauche ich auch einen Twitter-Account? Muss ich auf Facebook vertreten sein? Meine Antwort war zuerst brüsk ablehnend, dann habe ich das etwas behutsamer formuliert: Wer im Netz zuhause hat, wer täglich durchs Web surft, sich in Foren rumtreibt, Blogs besucht und Wein-Websites, der wird bei Twitter und Facebook schnell jede Menge Freunde finden.

Nun machen das Winzer aber nach meiner Erfahrung in aller Regel nicht: Die sitzen nicht stundenlang vor dem Rechner, naja, von einigen Ausnahmen mal abgesehen.

Aber etwas anderes war noch viel schwerer zu vermitteln: Twitter und Facebook leben von Freunden und Followers. Die sind an allem möglichen interessiert, auch an Kleinigkeiten und Nichtigkeiten. Aber nicht an Werbebotschaften aus dem Weingut. Alles, was an wirtschaftlichen Erfolgen / Konsequenzen daraus entstehen kann ist meiner Meinung nach ein nicht berechenbarer Nebeneffekt von losen Bekanntschaften.

Die von einigen Werbe-Fachleuten verbreitete Botschaft nach dem simplen Muster: Twitter = tausende Freunde und hunderte neue Kunden geht nicht auf. Wäre ja auch etwas zu einfach.

Das Mittel der Wahl ist für Winzer nach meiner Einschätzung noch immer eine gut gepflegte Website, am besten mit Blog und Shop. So weit ich das bei meinen Kunden verfolgen kann, funktioniert das gut. Wer mit dem Web auf Du ist, der twittert auch. Wer im Jahreslauf mit der Aktualisierung von Shop und Blog schon gut ausgelastet ist, der braucht sich auch nicht mit dem Gedanken zu beschäftigen, tagtäglich (oder stündlich?) per Handy vom Trecker seine Befindlichkeiten zu übermitteln.

Schön, dass wir das auch mal geklärt haben.

Abschließend noch mein Lieblingszitat aus dem oben erwähnten Artikel:

“…auch in Deutschland sehen die meisten Nutzer Facebook als Privat-Kanal und möchten dort nicht mit Firmeninhalten belästigt werden. Das zeigen hin und wieder heftige Kommentare selbst von Leuten, die der Wein-Szene zurechnet werden dürfen.”

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