Das türkisch-deutsche Kulturkochbuch
kültür alakart – Das türkisch-deutsche KulturkochbuchAlle Welt redet von einem Berliner Bundesbanker und seinen Migrationsthesen. Den meisten Beiträgen merkt man an, dass die Autoren /Diskutanden das umstrittene Sarazzin-Buch (“Deutschland schafft sich ab: Wie wir unser Land aufs Spiel setzen”)
gar nicht gelesen haben.
Dieses Werk hier geht viel entspannter an die ganze Thematik heran – und hat trotzdem schon viel Aufmerksamkeit bekommen: Schom im Frühjahr gabs die ITB Buch Awards und etliche gute Rezensionen. Das “türkisch-deutsche Kulturkochbuch” hat vielleicht einen etwas hochgestochenen Namen. Aber es berichtet über türkische Kultur in der Türkei und in Deutschland auf eine Weise, die eher Verbindendes als Trennendes hat: Türkische Prominente werden in Interviews vorgestellt, schon die Auswahl sagt etwas über Land und Leute aus. Sie erzählen ihre Geschichten und stellen ihre türkischen Lieblingsrezepte vor.
Der Tretorri Verlag hat damit auch ein gutes Gespür für aktuelle Entwicklungen bewiesen: Gerade bei Kochblogs mischen sich immer mehr deutschsprachige türkische Autoren in die Szene, manchmal auch in beide Szenen. Dann werden die Kochblogs zweisprachig geführt.
Aber auch in einer anderen Hinsicht ist das Buchprojekt interessant. Es entstand “…als Gemeinschaftsprojekt des Studiengangs Kommunikationsdesign der Fachhochschule Wiesbaden, des Fachbereichs Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg Universität Mainz und des Wiesbadener Tre Torri Verlags für Essen, Trinken und Genuss.
In Istanbul, Brüssel, Berlin, Köln und an vielen anderen Orten haben die Autoren 24 türkische oder türkischstämmige Persönlichkeiten aus den Bereichen Kultur und Kunst, Politik und Wirtschaft interviewt. Diese leben in Deutschland, in der Türkei oder pendeln zwischen beiden Welten hin und her, sie schreiben, singen und treten in türkischer oder deutscher Sprache auf der Bühne auf…”
Die Rezepte selbst? Naja, die findet man vielleicht auch im Internet. Aber bei jedem Buch gilt ja: die Mischung machts. Und auch Kochbücher sind längst mehr als Rezeptsammlungen – das gilt für dieses hier besonders. 240 Seiten, 19,90 Euro.









