Archiv aller vorgestellten Bücher.

Buchtipp: Jamies Superfood

1. April 2016

Jamies Superfood für jeden Tag Auf testschmecker.de gibts eine Buchbesprechung zum neuesten Buch von Jamie Oliver. Ich halte große Stücke auf den britischen Koch, der sich unter anderem für benachteiligte Jugendliche einsetzt und für die Schulverpflegung in den britischen Schulen. Auch seinen Büchern merkt man eine Weiterentwicklung an: Gesund soll es sein und nachhaltig. Das ist im Prinzip wie bei fast allen anderen Kochbuch-Autoren, aber hier steckt eben etwas mehr dahinter: Nährstoffangaben und Kalorienangaben für die Rezepte gehören ebenso zu den Infos wie Zubereitungszeit und ein Kostenrahmen.

In diesem Sinne also auch von dieser Stelle eine Lesempfehlung, die man hier etwas detaillierter nachlesen kann.

Der Ratgeber: Gary Vaynerchuk

21. Oktober 2015

Man muss auch mal zugeben können, wenn man falsch liegt. Ich entsinne mich, dass ich an dieser Stelle schon früh auf Gary Vaynerchuk hingewiesen habe. Auf seine frühen und sehr erfolgreichen Videos bei winelibrary.tv, auf diverse andere Auftritte im Internet. Und dass ich mich mit dieser Art nicht recht anfreunden konnte: Verkaufen mit großem Auftritt und schnellem Mundwerk war und ist nicht mein Ding, das muss – erst recht beim Thema Wein – auch etwas subtiler gehen.

Aber (und daran merkt man erst, wie lange man mit dem Thema Wein im Internet dabei ist) aus Gary Vaynerchuk hat sich in den vergangenen Jahren so viel mehr entwickelt, als ein guter Verkäufer und Promoter. Natürlich ist er das immer noch, aber inzwischen ist ein Aspekt hinzugekommen, den ich sehr schätze. Heute leitet er ein Unternehmen mit sehr vielen Mitarbeitern und ist vor allem im Bereich Social Media als Berater tätig. Und mit dem gleichen Engagement, mit dem er früher Weine anbot, will er heute darüber informieren, wie das Internet und seine Benutzer ticken.

Kaum einer hat die verschiedenen Social Media so aufmerksam verfolgt und so erfolgreich bedient wie er. Jetzt er gibt der Internet-Gemeinschaft sehr viel zurück: Ratschläge und Strategien, die erprobt und erfolgreich sind.

Der Kampf um Kunden: So landen Sie gezielte Treffer mit Facebook, Twitter & Co Sein Buch „Jab, Jab, Jab, Right Hook” ist inzwischen auch in deutscher erschienen unter dem etwas profan klingenden Titel Der Kampf um Kunden. Dort sind für jeden Social Media Bereich eine Analyse und viele Empfehlungen so beschrieben, dass auch als interessierter Laie das Lesen Spass macht und konkrete Hilfestellungen bringt. Am besten finde ich noch immer die Grundeinstellung, die im englischsprachigen Titel viel besser rüberkommt: Jab, jab, jab, das sind im Boxsport drei Gerade, dann erst kommt der rechte Haken, der den Gegner ausknocken soll.

Naja, ganz so kämpferisch gehts nicht wirklich zu. Im übertragenen Sinn bedeutet es vielmehr, dass wer im Internet unterwegs ist erst einmal (dreimal oder sehr viel öfter) etwas geben muss, bevor er von seiner Anhängerschaft etwas fordert. Eine sehr sympathische Einstellung, auch wenn sie natürlich trotzdem sehr kommerziell ist. Dennoch: Viel zu oft stößt man auf Webseiten neuer Firmen, Weingüter, Händler, die offensichtlich denken, Facebook, Twitter und Co, sind nichts anderes als reine Werbeplattformen.

Ob man das Buch kaufen muss (das jetzt auch schon zwei Jahre auf dem Markt ist und noch immer sehr aktuell), oder ob man sich übers Internet die zahlreichen Auftritte und Videos zusammen sucht, ist Einstellungssache. Tatsache ist, es gewinnbringend und hilfreich, ihm zuzuhören. Dass all die Nachahmer letztlich nur seine etwas aufgeregte Präsenz in Videos übernommen haben (er war in dieser Hinsicht wirklich „stilbildend“, wenn man das mal so formulieren darf) und viele die von ihm heute propagierten Ideen nicht übernommen haben, ist ein anderes Thema.

Gemüse kann auch anders: vegetarische Gerichte für jede Jahreszeit.

2. Oktober 2015

Gemüse kann auch anders: Vegetarische Rezepte für jede Jahreszeit (GU Themenkochbuch) Schon das Titelbild ist für mich ein Hingucker, mal was anderes. Ist wohl auch nötig in Zeiten, in denen kein Buchladen ohne einen Sondertisch für vegetarische und vegane Kochbücher auskommt.

Der Stil des Titels zieht sich auch durch die ansprechend gestalteten Seiten des Bildbandes mit seinen 240 Seiten. Einen besonderen Kick bekommen die Rezepte durch einen Faible der Autorin, die eigentlich eher für Ihre Arbeit mit Gewürzen (und ihren Onlinehandel) bekannt ist.

Die Inhalte sind geordnet nach den verschiedenen Gemüsesorten. Natürlich spielen bei der Zubereitung die Gewürze eine wichtige Rolle (ein Schelm wer Böses dabei denkt). Die Rezepte sind gut nachvollziehbar und die meisten Gewürze bekommt man entweder (vor allem in Städten) auch vor Ort oder hat sie schon zuhause. Da Low Carb vielen Menschen am Herzen liegt, wird die Angabe der Kohlehydrate sicher dankbar zur Kenntnis genommen, ebenso der Hinweis auf vegane und glutenfreie Rezepte.

Die Aufteilung in Kategorien, die nach den Gemüsesorten benannt sind, hat einige Vorteile: Vorspeisen und Hauptgerichte, Aufläufe und Chutneys sind an einem Ort, wenn man nach einem üppigen Markteinkauf nach Verwertungsmöglichkeiten sucht.

Eat: Das kleine Buch der Fast-Food-Küche von Nigel Slater

21. Juli 2015

Eat: Das kleine Buch der Fast-Food-Küche(Bio)-Wein und Fastfood – geht das zusammen? Jain. Wenn man unter Fastfood industrialisiertes Essen der großen Bulettenbräter versteht, dann ist das sicher grenzwertig (obwohl auch da einiges geht, meiner Ansicht nach). Mit einem Autor wie Nigel Slater geht es definitiv: Seine Definition von Fastfood passt wohl in kein gängiges Schema, erschließt sich aber jedem sofort, der schon mal das eine oder andere Kochbuch von ihm in der Hand hatte oder eine seiner Sendungen gesehen hat.

Fastfood ist für ihn einfaches Essen mit guten, wenigen Zutaten. Dass dieses Fastfood schon mal fast eine Stunde Zubereitung verlangt, erwartet man bei dem Titel vielleicht nicht unbedingt. Die Sammlung von Gerichten in diesem Buch sei in weniger als einer Stunde auf den Tisch zu bringen sein, meint der Kochprofi, der in England fast Kult-Status besitzt.

Das Buch ist kein Leichtgewicht: Auf rund 460 Seiten finden sich Gerichte wie Chorizo-Burger, Grüne Gemüse-Suppe, Ziegenkäse-Frittata oder Feige-und-Ricotta-Toast. Die insgesamt 11 Kategorien erfassen verschiedene Zubereitungsarten, von Pfanne und Grill über Backofen und Wok bis einfach „aus der Hand“. Minimalistisch gehts bei der Darstellung zu: Meistens sind die Gerichte nur mit einem Bild pro Doppelseite illustriert, was aber aus praktischer Sicht völlig ausreichend erscheint. Auf eine Zutatenliste ohne Mengenangaben folgt die Beschreibung der Zubereitung mit fettgedruckten Mengenangaben, meistens sehr kurz gehalten.

Seine Qualitäten als Autor (und Moderator) zeigt Slater in den einleitenden Kapiteltexten, in denen auch vorab seine Lieblingsrezepte aufgeführt werden.

Ein praktisches und hilfreiches Buch in gebundener Form, das einen festen Platz nahe dem Herd verdient und im Alltag oft zum Einsatz kommen kann. Für 25 Euro erhält man jede Menge Anregungen und konkrete, oft neue Rezepte, „für die Momente, in denen wir einfach nur ESSEN wollen”, wie Slater im Vorwort schreibt.

Brunos Kochbuch: frankophile Krimi-Küche geht auch mit deutschen Bioweinen

2. Juni 2015

Man muss nicht besonders frankophil sein, um die Romane von Martin Walker über den französischen Kommissar Bruno zu kennen. In der Krimi-Szene, in der regionaler Bezug eine zunehmend bedeutendere Rolle spielt, ist der sympathische Kommissars aus dem Perigord eine feste Größe. Und wie so oft in diesem Genre geht es nicht nur um die touristischen Vorzüge der Region, sondern auch um die Themen Kochen und Genuss (und Wein). Nur logisch, dass der Verlag jetzt nach einer stattlichen Zahl von Krimis auch endlich ein Kochbuch nachlegt: Brunos Kochbuch: Rezepte und Geschichten aus dem Périgord.

Nach dem Motto „Das Auge isst mit” erwartet der verwöhnte Leser vielleicht mehr Regionalfotos und vor allem mehr Bilder der zubereiteten Gerichte. Aber da ist der Verlag wohl doch eher der schriftstellerischen Darstellung treu geblieben. Dafür gibts denn auch Küchennotizen von Bruno, die manchen Krimileser und Hobbykoch wieder versöhnen. Ohne Zweifel bekommt man für knapp 30 Euro heute auch stattliche und sehr aktuelle und umfangreiche Kochbücher, die gut bebildert sind und eher themenorientiert.

Aber die Zielgruppe dieses Kochbuches dürften eher die Krimileser sein, denen bei der Lektüre schon bislang das Wasser im Munde zusammen lief.

Fast unnötig zu erwähnen, dass die allermeisten dieser französischen Rezepte und Gerichte vor allem auch mit guten Weinen als Begleiter funktionieren. Das macht den Dreiklang aus Krimilektüre, Kochen und Weingenuss schon ziemlich perfekt.

„Winzersterben” von Andreas Wagner

4. März 2015

Winzersterben Die Wein-Krimi-Szene ist in festen Händen und ziemlich übersichtlich (zumindest was den deutschsprachigen Teil angeht). Als Newcomer neben festen Größen wie Paul Grote ist Andreas Wagner vor wenigen Jahren gestartet. 2007 erschien Herbstblut, seitdem ist sich der Rheinhesse und gelernte Winzer treu geblieben: Auch hier spielt die Geschichte wieder in „seiner“ Region, und die schönste Wein-Krimi-Zeit ist natürlich der Herbst.

Regionalkrimis wie dieser haben natürlich dann ihren besonderen Reiz, wenn man selbst etwas mit der Region verbindet: bestimmte Weine, eine Reise dorthin etc. Wagners Krimis bauen auf Lokalkolorit, er verzichtet auf tiefschürfende, fachspezifische Ausschweifungen und Erklärungen. Leichte Lesekost also, dazu noch brandneu: Winzersterben ist erst Ende Februar erschienen.

Wein & Speisen von Christina Fischer

11. Februar 2015

Wein und Speisen Etwas vereinfacht gesagt könnte man meinen, es gibt zwei Lager unter den Weintrinkern: Die einen stellen den Wein über alles, vertiefen sich in Weinbeschreibungen, Verkostungen und Vergleiche. Die andere gehen pragmatischer an die Sache ran: Entscheidend ist, was schmeckt – und was zum Essen schmeckt. Sie sichen den passenden Wein zum Essen, entscheiden im Wortsinne aus dem Bauch heraus.

Wohl eher an die zuletzt genannte Gruppe richtet sich das Buch der Sommelière Christina Fischer. Auf fast 240 Seiten geht es dann schon mal sehr grundsätzlich zu, die theoretische Basis über Geschmack will aufgearbeitet werden. Was sich thematisch durchaus für Einsteiger eignen würde, scheint in diesem Buch aber eher an die erfahrenen Weintrinker gerichtet zu sein. Mit der Systematik kommt nicht jeder zurecht, und wer sich schnelle einfache Tipps erhofft hatte, der wird wohl nicht auf seine Kosten kommen. Andererseits ist das bei einem Buch, das als „Basisregelwerk für Weinliebhaber“ empfohlen wird auch schwerlich zu erwarten.

Nigel Slater: Das Küchentagebuch

16. Januar 2015

Nigel Slater: Das Küchentagebuch Gute Rezepte für den Alltag, das erwartet man wohl bei dem Titel Küchentagebuch. Und beim Koch-Profi der BBC wird man nicht enttäuscht.

Ich mag die Art, wie Nigel Slater seine Rezepte zusammenstellt und wie er kocht: unaufgeregt, praxis- und alltagsnah, und dennoch haben alle Rezepte einen ganz eigenen Kniff. Seine Kochbücher haben in England fast Kult-Status, wirken aber gemessen am Schicki-Micke-Markt der Kochbücher ebenfalls sehr realistisch. Auch dieses hier ist eher zurückhaltend gestaltet und lebt von den Texten und den Geschichten des Briten ebenso wie von seinen Anleitungen.

Den Anspruch, wirklich alle 250 Rezepte in einem Jahr nachzukochen werden wohl nur sehr ambitionierte Köche haben. Für alle anderen ist es ein Buch, das man erst einmal in Ruhe lesen kann, bevor man sich dann alltagstaugliche Rezepte nach eigenem Geschmack herauspickt.

Wie die meisten Slater-Bücher ist es mit fast 40 Euro nicht billig, die Entscheidung fällt man daher am besten beim ersten Durchblättern – wenn man noch kein Slater-Fan ist.

Literarischer Weinkalender 2015

6. Oktober 2014

Literarischer Wein-Kalender 2015 Der Herbst ist da, Zeit sich um die Kalender für das kommende Jahr 2015 zu kümmern. Wie immer ist die Auswahl der Weinkalender sehr durchwachsen, oder positiv ausgedrückt: Es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Stilleben, Kork-Bilder, der übliche Mix aus verstaubten Flaschen und sonniger Reb-Landschaft.

Etwas aus dem Rahmen fällt da der literarische Weinkalender 2015: Hier stehen nicht nur die Fotos im Vordergrund, die Kalenderblätter leben vom richtigen Mix aus Bild und dem passenden Zitat dazu. Und das stellt ja bekanntlich ganz neue Ansprüche an die Bilder. Zwar taugt der Literarische Wienkalender nicht als großformatiger Bildkalender (Maße: 24 x 31 cm), aber als Wochenkalender aus dem Hause Ars Vivendi mit 53 Seiten, Bildern und Zitaten ist er ein kurzweiliger Führer durchs Weinjahr.

Super Schoppen Shopper 2014-2015

27. August 2014

Super Schoppen Shopper 2014-2015Das nennt man Anpassung an den Markt: Die Dame auf dem Titel trägt eine weit geöffnete Bluse, was wohl die Kaufanreize erhöhen soll. Die Verrisse oder sehr schlechten Bewertungen sind verschwunden (zumindest habe ich keine mehr entdeckt). Und die Weinbeschreibungen werden immer blumiger und belangloser. Aber vielleicht vertraut man darauf, dass die Leser sowieso nur auf die Bewertungssysmbole schauen. Und ansonsten ein einfach nur bißchen Unterhaltung suchen.

Die Bewertungen richten sich explizit auf das Preis-Leistungs-Verhältnis. Die gleiche Qualität bekommt also nach Aussage der Autorin bei höherem Preis eine deutlich schlechtere Bewertung als bei einem niedrigeren Preis. Statt der sehr schlechten Bewertungen gibt es nur noch „Nicht-Bewertungen”, was letztlich wohl als Zugeständnis an die Vermerkter zu sehen ist.

1.757 Weine wurden nach eigener Darstellung probiert. Gruppiert sind sie nach Anbieter von Aldi Rossmann, nur die Rubrik Schaumwein und Co. ist anbieterübergreifend dargestellt.

Etwas Hilfestellung ist sehr erwünscht, wenn man sein Weine im Supermarkt kauft und einer schier unübersehbaren Vielfalt gegenübersteht. Inwiefern einem die doch recht beliebig erscheinenden Bewertungen weiterhelfen, sei dahingestellt. Vielleicht orientieren sich die meisten Leser des rund 10 Euro teuren Führers auch am letzten Kapitel, in dem unter dem Titel „einfach super” die am besten bewerteten Weine noch einmal zusammengefasst sind. Dort tummelt sich eine Auswahl der mit drei und vier Weingläsern versehenen Weine, geordnet dieses Mal nach weiß, rosé, rot und prickelnd, im Preis aufsteigend von 1,49 bis 11,99 Euro.