Archiv aller vorgestellten Bücher.

Weinkalender 2011: In vino veritas

19. Oktober 2010

Weinkalender In vino veritasIn Vino veritas. Der Weinkalender 2011Zugegeben, der Titel ist nicht gerade prickelnd für einen Weinkalender und die Gesamtkonzeption kann auch nicht als revolutionär gelten. Aber angesichts der Mitbewerber, die eher noch konservativer daherkommen, um nicht zu sagen manchmal auch etwas verstaubt, ist die solide Machart des Weingarten-Kalenders In vino veritas eigentlich schon ausreichend, um einen vorderen Platz zu belegen. Sollte dereinst eine Spezies auf Mutter Erde landen, die die Menschen anhand diverser Produkte einschätzt, wird man sich Weinfreunde als etwas ältere gesetzte Herren vorstellen, die verstaubte Weinflaschen schön finden und die hundertste Ansicht eines gut ausgeleuchteten Holzfasskellers. Aber damit werden Sie vielleicht auch gar nicht so falsch liegen.

Während die Wein-Zeitschriften gerade den anderen Weg gehen und möglichst ständig grinsende Winzer ablichten, die möglichst halbnackt und Flaschen schwenkend durch Weinberge hopsen oder sonstiges unsinnniges Zeug tun, scheinen die Kalendermacher entweder eine ganz andere Klientel zu haben oder sie zumindest ganz anders einzuschätzen.

Wie auch immer: Für 18,95 Euro erhält man einen solide fotografierten, dezent bildmanipulierten Bildkalender mit vielen Standardansichten. Mit 45 x 34 cm gehört er schon zu den größeren Kalendern, eine Bildervorschau findet man auf der Website des Weingarten-Verlags.

Herbstlicher Buchtipp: Suppenglück von Sonja Riker

1. Oktober 2010

Suppenglück von Sonja RikerSuppenglück: Ein Suppenkochbuch von Sonja RikerDie Suppensaison hat begonnen. In diesem bei Kunstmann erschienen Suppenbuch gibts genügend Anregungen für Suppen, nicht nur für die kalte Jahreszeit.

Man kann die Uhr nach mir stellen (oder den Kalender): Mit den ersten Anflügen von Herbst erwacht bei mir die Lust auf Suppe. Erst müssen es die Klassiker sein, die ich den Sommer über (ist für mich keine Suppensaison) vernachlässigt habe. Aber dann begebe ich mich auch schon ziemlich rasch auf die Suche nach neuen Rezepten und Varianten.

Suppenglück von Sonja Riker ist da genau die richtige Lektüre. Originell, aber nicht zu ausgefallen und exotisch. Bodenständig, aber nicht langweilig.

Als einst kochender Hausmann (inzwischen sind meine Kinder groß) kann ich auch die Entstehungsgeschichte gut nachvollziehen. Wie die junge, berufstätige Mutter ihrer Tochter jeden Mittag ein warmes Essen hinstellen mochte und dazu quasi als Basis zum Wochenfang erst mal Brühe kochte, die dann auch die Suppengrundlage für den Rest der Woche war.

So ausdauernd war ich beim Thema Suppe nie, aber es stimmt schon: Wenn man mal eine gute Hühner- oder Nudelsuppe angesetzt hat, dann ist das eine gute Basis für zumindest ein weiteres Suppengericht.

Die einstige Journalistin hat nach diesen Informationen inzwischen einen eigenen Suppenladen auf dem Elisabethmarkt in München-Schwabing.
Schöne Fotos, gutes Layout, interessante Rezepte und eine praxisnahe Anleitung machen die Kosten von 19,90 Euro für 176 Seiten fast schon zu einem Glücksversprechen…

Das türkisch-deutsche Kulturkochbuch

31. August 2010

kültür alakartkültür alakart – Das türkisch-deutsche KulturkochbuchAlle Welt redet von einem Berliner Bundesbanker und seinen Migrationsthesen. Den meisten Beiträgen merkt man an, dass die Autoren /Diskutanden das umstrittene Sarazzin-Buch (“Deutschland schafft sich ab: Wie wir unser Land aufs Spiel setzen”) gar nicht gelesen haben.

Dieses Werk hier geht viel entspannter an die ganze Thematik heran – und hat trotzdem schon viel Aufmerksamkeit bekommen: Schom im Frühjahr gabs die ITB Buch Awards und etliche gute Rezensionen. Das “türkisch-deutsche Kulturkochbuch” hat vielleicht einen etwas hochgestochenen Namen. Aber es berichtet über türkische Kultur in der Türkei und in Deutschland auf eine Weise, die eher Verbindendes als Trennendes hat: Türkische Prominente werden in Interviews vorgestellt, schon die Auswahl sagt etwas über Land und Leute aus. Sie erzählen ihre Geschichten und stellen ihre türkischen Lieblingsrezepte vor.

Der Tretorri Verlag hat damit auch ein gutes Gespür für aktuelle Entwicklungen bewiesen: Gerade bei Kochblogs mischen sich immer mehr deutschsprachige türkische Autoren in die Szene, manchmal auch in beide Szenen. Dann werden die Kochblogs zweisprachig geführt.

Aber auch in einer anderen Hinsicht ist das Buchprojekt interessant. Es entstand “…als Gemeinschaftsprojekt des Studiengangs Kommunikationsdesign der Fachhochschule Wiesbaden, des Fachbereichs Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg Universität Mainz und des Wiesbadener Tre Torri Verlags für Essen, Trinken und Genuss.

In Istanbul, Brüssel, Berlin, Köln und an vielen anderen Orten haben die Autoren 24 türkische oder türkischstämmige Persönlichkeiten aus den Bereichen Kultur und Kunst, Politik und Wirtschaft interviewt. Diese leben in Deutschland, in der Türkei oder pendeln zwischen beiden Welten hin und her, sie schreiben, singen und treten in türkischer oder deutscher Sprache auf der Bühne auf…”

Die Rezepte selbst? Naja, die findet man vielleicht auch im Internet. Aber bei jedem Buch gilt ja: die Mischung machts. Und auch Kochbücher sind längst mehr als Rezeptsammlungen – das gilt für dieses hier besonders. 240 Seiten, 19,90 Euro.

Heißer Sommer, kalter Kaffee

17. August 2010

Kaffeerezepte

Manchmal muss es Kaffee sein: Zumindest bei mir geht ohne den Muntermacher morgends, mittags und nachmittags kaum etwas. Waren es zuerst diverse Kaffeesorten, die erkundet sein wollten und später diverse Apparate und Maschinen, so stehen jetzt Kaffee-Rezepte hoch im Kurs.

Erste Anlaufstelle für Rezepte aller Art sind ja die bekannten Rezeptesammlungen, aber es gibt auch einige speziellere Seiten: Kaffee-Rezepte.de zum Beispiel hat eine stattliche Anzahl, die meisten davon allerdings alkoholisch. Diese Kaffee-Rezepte-Seite kommt optisch ansprechender, hat allerdings nur eine überschaubare Anzahl an Rezepten.

Die amerikanischen Varianten findet man bei USA kulinarisch, wo man überhaupt recht viele interessante Sachen findet, die italienischen Grundlagen dagegen findet man eher hier.

Wer statt den Weiten des Internets doch lieber ein gedrucktes Werk durchforscht, dem sei das mit rund 10 Euro doch recht preiswerte Buch Kaffee & Schokolade: Über 175 Rezepte für süße Stunden
ans Herz gelegt, wo gleich auch noch die zweite große Liebe vieler Kaffee-Fans bedient werden kann. Der Titel ist höchstens insofern etwas irreführend, als dass das Buch auch eine Menge Backrezepte enthält mit diesen beiden Hauptzutaten. Aber auch alleine die Kaffeerezepte sind den Kauf wert.

Herbert Seckler: Sansibar Strandküche

10. August 2010

Sansibar - StrandkücheStrandküche: Die Originalrezepte der legendären SansibarKann man das einfangen in einem Buch, das Strand-Feeling? Einige schwören darauf, das zeigen auch die Verkaufszahlen der aktuellen Sansibar-Bücher, die einem zur Zeit in jeder Buchhandlung entgegenspringen. Herbert Seckler hat die Sansibar vor 30 Jahren als Bretterbude am Sylter Strand gegründet. Als Promi-Treff wurde sie bekannt, heute ist sie kein richtiger Geheimtipp mehr und auch nicht wirklich exklusiv. Aber ihr guter Ruf reicht immerhin aus, um regelmäßig in Food-Zeitschriften aufzutauchen und einige Eigen-Produkte gut zu vermarkten.

Natürlich lebt das Buch auch und gerade von den Bildern, die für dieses Strand-Feeling sorgen, Aber – das muss man neidlos anerkennen – die Auswahl der Gerichte passt auch dann ausnehmend gut, wenn man die Original-Gerichte noch nicht in der Sansibar gegessen hat und somit Erinnerungen auffrischt.

Die Spannweite der sehr gut beschriebenen Rezepte reicht vom Rotbarsch vom Grill mit Kräutern und Zitonenglasur über zahlreiche Vitello-Kreationen und Suppen und Fleischgerichte bis hin zu Cocktails.

Mit rund 25 Euro ist das Buch nicht das billigste, aber im Coffee-Table-Format mit 192 Seiten auch ein Buch, das man gerne zum Durchblättern in die Hand nimmt.

Martin Walker: Grand Cru

20. Juli 2010

Martin Walker: Grand CruGrand Cru: Der zweite Fall für Bruno, Chef de Police. Um es gleich vorneweg zu sagen: Wer etwas vom Thema Wein und Weinbau versteht, der wird an manchen Stellen schon arg schlucken müssen. Aber einen Krimi aus Südfrankreich liest man ja nicht nur wegen des Themas Wein – auch wenn der Titel Grand Cru lautet.

Dorfpolizist Bruno steigt in seinen zweiten Fall ein. Es geht unter anderem um Weinklassifizierung, Weinherstellung, aber auch um gentechnisch veränderte Pflanzen und Bodenspekulation. Ein bunter Mix, naja, etwas beliebig wirkt er schon. Vielleicht hat sich der Autor nach dem Erfolg des ersten Bruno-Krimis zu früh darauf verlassen, dass seine Leserschaft vor allem die französische Atmosphäre goutiert, mit Szenen eine friedlichen Dorflebens und kulinarischer Genüsse schon glücklich ist. Vielleicht war aber auch schon beim zweiten Krimi die Luft raus, die Einfälle wurden rar.

Diesen Zwiespalt spiegeln auch die Amazon-Rezensionen, und sie zeigen auch: Es gibt genügend Leser, die mit dem Ausflug in südfranzösische Lebensart schon zufrieden sind. Etwas Urlaubsatmosphäre schnuppern, sich in südländische Genüsse vertiefen – das kann ja auch ausreichend sein. Und so hat auch der zweite Fall Brunos als klassische Urlaubslektüre seine Berechtigung – auch wenn er unter den kritischen Augen versierter Krimi-Leser einen schweren Stand hat.

Webers Grill-Bibel

28. Juni 2010

Webers GrillbibelWeber’s GrillbibelIch sags ja nicht gerne, weil Sachbücher die “Bibel” im Titel führen sind mir ja prinzipiell suspekt. Und wenn Branchenriesen in den Buchmarkt drängen, um ihre Produkte zu promoten, dann finde ich das meist auch nicht so doll. Aber in diesem Fall muss ich zugeben: Webers Grill-Bibel bietet für seinen Preis (25 Euro) wirklich einen soliden Gegenwert: Auf 320 Seiten gibts nicht nur die obligaten Rezepte, sondern auch wirklich gute Hinweise, wie man größere Stücke Fleisch (und anderes) sachgerecht verarbeitet.

Dafür wird auf Schnick-Schnack und Schischi der Sterneköche meistens verzichtet. Nach obligatorischen Grill-Grundlagen (das nimmt man den Weber-Leuten ja auch spontan ab, dass sie davon was verstehen) folgen solide Rezepte, nicht einfallslos aber auch nicht zu abgehoben. Eben so, dass ich in den meisten Fällen spontan Lust bekomme, das nachzukochen. Und ich habe keinen Weber-Grill…

Die schrittweisen Anleitungen sind so detailliert, dass auch die Wochenend-Hobby-Köche und Griller damit gut zu recht kommen. Und das ist durchaus nicht abfällig gemeint: Wer weiß schon immer genau, welches größeres Stück Fleisch man sich beim Metzger sichern muss, und wie man das nachher sinnvoll zerlegt und zubereitet. Angenehm fand ich auch, dass die Rezepte des amerikanischen Autors Jamie Purviance offensichtlich an europäische Verhältnisse angepasst wurde, das ist nicht immer so.

Alles in allem: Für den Preis von ein paar saftigen Fleischstücken bekommt man ein praktisches Anleitungsbuch, dass sich für Zubereitungen auf jedem (!) Grill gut nutzen lässt.

Fired up: Männer am Grill?

8. Juni 2010

Fired UpFired up: Grillbuch für MännerMal wieder eine Leseempfehlung, die doch etwas anders ist, als sie auf den ersten Blick scheint: Fired up: Grillbuch für Männer ist entgegen dem ersten Anschein gar kein Macho-Buch für das Spiel mit dem offenen Feuer. Klar: Das Titelfoto zeigt den Mann am Grill, es geht in erster Linie um Fleisch und in Australien (wo der Autor Ross Dobson herstammt) ist Grillen sicher genauso Männervergnügen wie bei uns.

Aber Geflügel, Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte schmoren eben meistens nicht über dem offenen Feuer, sondern am Gasgrill, was ja auch gesünder sein soll. Und der Autor scheut sich auch nicht, offen für Bio-Fleisch zu plädieren (…”Kaufen Sie also bitte Bio-Geflügel”…). Gegenüber vielen neueren Kochkunst-Büchern hat dieses noch den Vorteil, dass man die meisten Zutaten auf dem Wochenmarkt bekommt (oder im Supermarkt). Die knapp 20 Euro für das Buch scheinen mir gut angelegt.

Auf 224 Seiten gibts Klassiker wie Spareribs mit Barbecuesauce und asiatische Köstlichkeiten aber auch das schon bekannte Bierdosen-Hähnchen.

Ich kann dem Grillen über Holzkohle zwar auch viel abgewinnen, aber seit längerem finden sich in unserem Haushalt auch Gasgrills, erst die kompakten aus Campingzeiten, seit ein paar Jahren der große CADAC Grill, mit dem ich auch sehr zufrieden bin.

Buchtipp: “So schmecken Wildpflanzen”

27. April 2010

So schmecken Wildpflanzen. 144 Rezepte vom Meister der AromenSo schmecken Wildpflanzen Kochen mit Wildpflanzen und -kräutern hat Konjunktur. Ich entsinne mich, das noch vor wenigen Jahren das Thema eher stiefmütterlich behandelt wurde, wenn überhaupt, dann hatte das immer einen Hauch Esoterik. Seit einigen Monaten verfolge ich mit Interesse, dass das Thema in vielen Facetten auf dem Markt präsent ist: Für unsere Regeion (Südbaden, Kaiserstuhl) erschien zum Beispiel 2009 ein vor allem regional interessantes Buch mit Kräuterrezepten (“e wengili vu dem un’ sellem”). Und vor allem gab der zum gleichen Zeitpunkt erscheinende Schuhbeck-Titel Meine Küche der Gewürze dem Thema einen Schub.

Das jetzt im österreichischen Verlag Löwenzahn erschienene Wildpflanzenbuch bringt es auf stattliche 295 Seiten, es enthält 144 Rezepte mit 30 heimischen Wildpflanzen, nach Jahreszeiten gegliedert. Darüberhinaus gibts auch viele Vorratsrezepte und Pflanzenporträts und andere nützliche Infos.

Das Buch und die Autorin Katharina Seiser wird derzeit auch Valentinas-Kochbuch.de vorgestellt. Autorin Katharina Seiser hat übrigens auch eine eigene Website, die einen Besuch wert ist: www.esskultur.at (wenn man sich ans Österreichische und die Kleinschreibung gewöhnt hat…).

“Schokolade und Wein” von Eberhard Schell

6. April 2010

Schokolade und Wein“Schokolade & Wein: Ein Genuss- und Geschmacksverführer” Bei den Biowinzern ist es schon längst ein Thema, mit dem man viele Weinfreunde ins Weingut locken und – mit guten Infos und besten Produkten – auch glücklich machen kann: Schokolade und Wein gibt es mittlerweile vielerorts auch als VHS-Kurs. Ein Indiz dafür, dass das Thema bei den Verbrauchern angekommen ist.

Wer sich indes selbst schlau machen möchte, dem bleibt das genussvolle Probieren, oder eben auch ein gutes Buch, um sich die wichtigsten Grundlagen anzueignen.

Schokolade und Wein von Slow-Food-Mitglied Eberhard Schell erschien im schwäbischen Hädecke-Verlag, der schon viele interessante und schöne Bücher für Genießer herausgegeben hat. Eberhard Schell ist Konditormeister und Chocolatier und gilt als Fachmann für diese Kombination. Schön, dass er europäische Weinsorten in den Vordergrund stellt. Auf 173 Seiten erfährt man mehr als nur die Grundlagen für dieses Thema. Und mit einem Preis von 19,90 ist man beim Gegenwert von 1-2 Flaschen Wein und ein paar wenigen Sorten hochwertiger Schokolade gut bedient.