Archiv aller vorgestellten Bücher.

Weinkalender 2010: In vino veritas

17. November 2009

Weinkalender in vino veritasIn Vino veritas. Der Weinkalender 2010So wie der Titel klingt - etwas konservativ - so gibt sich der Kalender. Alte, wertvolle Weinflaschen, viel Staub, Chateaux in den Reben - eine Mischung aus internationaler Weinszene und Luxus-Atmosphäre soll da anklingen.

Und kein Zweifel: der Kalender für 18,95 Euro aus dem Weingarten-Verlag wird seine Käufer finden. Mit 44 x 34 cm gehört er auch zu den größeren Exemplaren, zumindest was die Bildfläche angeht.

Weinkalender 2010: Wein 2010 von Max Galli

6. November 2009

Weinkalender von Max GalliWein 2010 heißt der Weinkalender des Fotografen Max Galli, der beim Würzburger Stürtz-Verlag erscheint. Bei Amazon für rund 10 Euro zu haben ist er einer der wenigen Weinkalender, die ich in diesem Jahr ausgespäht habe. Und unter diesen mein Favorit.

Die Fotos scheinen mir den besten Mix zu bilden, sind modern und stimmungsvoll. Wein, Trauben, Kellerbilder und Flaschen-Stilleben. Um es klar zu sagen: Sowohl die Bildauswahl als auch das Format (33 x 31 cm) reißen einen Fan toller Foto-Kalender nicht unbedingt vom Hocker. Dabei könnte man meiner Meinung nach sogar die Königsklasse der Kalender, die großformatigen Panoramakalender, mit grandiosen Aufnahmen von Weinlandschaften und Weingütern füllen.

Die meisten Weinkalender aber rangieren in der Rubrik Küchenkalender, auch preislich eher im unteren Segment. Und das ist denn auch die gute Nachricht: mit 10 bis 13 Euro sind diese Kalender jederzeit erschwinglich.

“Wo die glücklichen Hühner wohnen”

16. Oktober 2009

Sachbuch Ernährung

Wo die glücklichen Hühner wohnen: Vom richtigen und vom falschen Essen
Toller Titel, gutes Konzept: “Wo die glücklichen Hühner wohnen: Vom richtigen und vom falschen Essen” ist ein Buch aus der Werkstatt der WDR-Moderatoren Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer. Die Fernsehköche betreiben im baden-württembergischen Sulz ein Apfelgut, haben also neben der Fernseh-Tötigkeit auch “richtige”, handfeste Erfahrungen aus der Lebensmittel-Erzeugung.

Sie widmen sich auf 450 Seiten dem Thema kritische Verbraucheraufklärung: Geordnet nach verschiedenen Lebensmittelbereichen geht es um Fragen der Frische und Qualität, um handwerklich gefertigte Lebensmittel und Industrieprodukte, um Warenkunde und Bezugsquellen.

Bio-Lebensmittel sind leider nur ein Randthema, auf Biowein wird gar nicht eingegangen. Schade eigentlich, aber wenn es ums richtige und falsche Essen geht vielleicht auch nicht unbedingt nötig.

So schulmeisterlich wie der Titel kommt das Buch zwar inhaltlich nicht daher. Aber sparsam illustriert verlangt die Textlastigkeit der 450 Seiten schon viel Aufmerksamkeit. Das Buch gibt einen guten Überblick und geht an vielen Stellen gerade im Hinblick auf Warenkunde schon auch ins Detail. Viel Information für 19,95 Euro.

Claudio Del Pricipe: Anonyme Köche

2. Oktober 2009

Anonyme Köche von Claudio Del Principe

Anonyme KöcheAnonyme KöcheEin mystischer Titel für ein Produkt, dass es bei uns bislang so nicht gab: Anonyme Köche ist sozusagen ein Blogbuch: Der Inhalt umfasst ziemlich genau den Inhalt der Website des Autors, die mit dem Begriff “Kochblog” nur sehr unzureichend beschrieben ist.

Claudio Del Principe (er heißt offensichtlich wirklich so, ich dachte auch, das ist ein Künstlername) ist Werbetexter, Schweizer italienischer Abstammung, Hobbykoch, Genießer und nach eigenem Bekunden ein Besessener: Er schreibt wie er kocht, radikal, fundamental. Immer auf der Suche nach neuem Genuss und nach dem Unverfälschtem, dem Echtem. Da hat Halbherzigkeit keinen Platz, übertriebene Bescheidenheit auch nicht.

Als der Gräfe und Unzer Verlag ein Werbevideo mit ihm drehen wollte, kurvte er mit dem Kameramann in einem Roadster durch München und briet auf dem Deck eines Parkhauses in Jamie-Oliver-Manier ein Kilo-Steak.

“Das Drehbuch für den Buchtrailer sah Szenen mit einem Auto vor. Wie wäre es mit einem neuen Fiat 500? Unmöglich, sagte ich. Kamera, Ton und mein Ego haben dort niemals Platz.”

Für Blog und Buch trifft gleichermaßen zu: Entweder man mag diese kompromisslose Art oder man mag sie eben nicht. Zwischentöne sind die Sache des Werbetexters nicht, auch wenn seine Artikel sprachlich geschliffen sind, ein Lust sie zu lesen. Und so wird, wer sich darauf einlässt, auch belohnt mit leckeren Texten, mit Geheimtipps, Anleitungen und kulinarischen Feinheiten, die man anderswo nur selten so serviert bekommt.

Del Principe beschreibt, wie man einen Fonds kocht, wie das Discount Kobe-Beef entdeckte und wie er Gnocchi macht. Man erlebt seinen Glücksrausch, den ein guter Kaffee auslöst, aber auch sein Dinnerdebakel. Alles wird mit seinen eigenen Fotos illustriert, keine perfekt ausgeleuchteten Hochglanzbilder, aber solide Illustration.

Bleibt der Aspekt, dass alles, was hier geschrieben steht, auch gratis im Internet nachzulesen ist. Verlag und Autor hat das nicht abgehalten. Und wer sich einmal an den Artikeln festgelesen hat - ob im Blog oder beim Stöbern im Buchhandel - der greift auch zum Buch, das der Leselust eher förderlich ist. Das Blog bleibt dann der willkommene, regelmäßige Nachschub für alle, die auf den Geschmack gekommen sind.

Christian Rach: Das Kochgesetzbuch

22. September 2009

Das Kochgesetzbuch: Die Grundregeln erfolgreichen KochensChristian Rach: Das KochgesetzbuchZugegeben: Der Titel wirkt etwas streng. Etwa so, als ob der Spass am Kochen nicht die Hauptrolle spielte. Aber der erste Eindruck täuscht. Und auch wenn es etwas banal klingt: Rach will auch hier wie als Restaurant-Ratgeber im Fernsehen nur unser Bestes.

Es werden viele grundlegende Sachen erklärt, die man manchmal auch nach langjähriger Kocherei nicht gewusst hat oder nicht verinnerlicht hat. Und die insgesamt 160 Rezepte sorgen ebenso wie die guten Fotos für Spass beim Durchblättern, Lesen und Nachkochen. Sympathisch auch die Aufforderung des Sternekochs, seine Gesetze und Rezepte nicht zu ernst zu nehmen, zu variieren und Spass am Kochen in den Vordergrund zu stellen. Für knapp 30 Euro durchaus eine Bereicherung.

Kochen oder Abnehmen? Die seltsame Verteilung der Bücher-Topliste

15. Juni 2009

Die Lauf-DiätDie Lauf-Diät: Richtig essen, richtig laufen, richtig schlank. Die Bestseller-Liste dieses Versenders für den Bereich Kochen & Genießen irritiert mich schon eine ganze Weile: Auf den ersten fünf Plätze tummeln sich dort nun schon geraume Zeit vor allem Bücher, bei denen es ums Abnehmen geht. Vorzugsweise handelt es sich um Varianten des Themas Schlank im Schlaf.

Ab und zu schafft es schon noch einmal einer der großen Name auf die vorderen Plätze oder - jahreszeitlich bedingt - ein Ratgeber zum Thema Grillen & Barbecue. Aber dann kommen auch schon wieder die Weight-Watchers und Ähnliches. Man könnte meinen, das größte Interessen am Essen gilt im Augenblick dem Themenbereich Nicht-Essen.

Was natürlich Quatsch ist: Es entdecken immer mehr Menschen, dass Essen und Genießen nicht unbedingt mit Gewichtszunahme verbunden sein muss. Die Wege zum Idealgewicht sind vielfältig, und wenn die Menschen glauben, man könne das “im Schlaf” erreichen - warum nicht. Auf den ersten 50 Plätzen dieser Bestsellerliste stehen gefühlt mehr Titel zum Thema Abnehmen als zum Thema Kochen.

Für all diejenigen, die nicht im Schlaf, sondern eher durch Bewegung ihr Gewicht halten wollen (das ist auch meine favorisierte Methode) hier noch ein anderer Buch-Tipp, der diesem Trend Rechnung tragen möchte: Die Lauf-Diät: Richtig essen, richtig laufen, richtig schlank

Natürlich klingt das nicht ganz so verlockend, sondern eher anstrengend. Aber ich kann versichern, es macht Spass und ist eine Bereicherung für all diejenigen, die im Alltag sowieso zu wenig Bewegung haben (und wer hat das nicht?). Und aus langjähriger Erfahrung kann ich sagen: So viel ist Zeit ist immer. Für mich ist die tägliche Stunde Laufen nicht mehr wegzudenken.

Gault Millau 2009: Lektüre für Bio-Weintrinker

20. Mai 2009

Gault Millau 2009Jedes jahr Aufregung unter den Winzern: Ist man drin, steigt man auf, steigt man ab? Mann kann zu diesem Punktesystem anerkannter Weinführer stehen wie man möchte: Dran vorbei kommt man nicht. Der Gault Millau ist gleichermaßen beliebt (bei den Lesern) wie gefürchtet (bei den Winzern) weil er sich zuweilen auch launige Beschreibungen erlaubt. Die machen die Lektüre zumindest kurzweiliger.

Auf der Suche nach Biowinzern brauchts Geduld: Eine eigene Kennzeichnung gibt es dafür nicht, man muss sich schon zur Lektüre des ganzen Textes durchringen, um etwas über biologische oder biologisch-dynamische Wirtschaftsweise zu erfahren.

Lohnt sich das denn? Da ich den mehr als 800 Seiten starken Wälzer gerade erst auf den Tisch bekommen habe kann ich nur soviel verraten: Ich habe auf Anhieb entdeckt, dass das Bio-Weingut Melsheimer an der Mosel zu den Aufsteigern in die Drei-Trauben-Klasse (”sehr gut”) gehört. Und dass in Baden das Bio-Weingut Klumpp die begehrte dritte Traube bekommen hat. Das zeigt, dass der Bio-Markt sich weiterhin gut entwickelt und dass sich die Lektüre ziemlich sicher doch lohnt….

Barbecue: Die richtigen Techniken …

7. Mai 2009

BarbecueBarbecue: Die richtigen Techniken, klassische und neue Rezepte für perfektes Grillen Wer braucht schon ein Buch zum Grillen? Würstchen oder Fleisch kaufen, möglichst schon “eingelegt”, auf ab auf die Holzkohle. Doch spätestens seit die Starköche der Republik zum deutschlandweiten gemeinsamen Grillen aufrufen und Feinschmecker-Rezepte ausgeben, ist klar: Da ist noch mehr drin.

Und wer hats schon vor uns zelebriert? Die Amerikaner natürlich. Deswegen stammt dieses Buch auch aus den USA, wo es bereits äußerst erfolgreich war. Auf immerhin 490 Seiten findet sich nicht nur ein Grundkurs übers Grillen, sondern auch eine breite Palette an Rezepten: vom Fleisch übers Gemüse bis zum Obst. Ganz wichtig: auch diverse Dipps und Grillsaucen sind dabei.

Für knapp 15 Euro also viel Grundwissen, leckere Rezepte und appetitanregende Bilder.

“RheinhessenRequiem” von Timothy McNeal

22. April 2009

RheinhessenRequiemRheinhessenRequiem von Timothy McNeal. “Hinter der Idylle grinst das Grauen!”. Das schreibt zumindest der Verlag in seiner Buch-Kurzbeschreibung. Und irgendwie ist diese Plattitüde auch kennzeichnend. Schließlich gibt es immer mehr lokale und regionale Krimis, auch die Weinkrimis haben längst einen festen Platz und ihre Leserschaft gefunden: Da muss man sich gleich abheben von der Konkurrenz.

In diesem Fall geschieht das durch eine sehr direkte, manchmal auch etwas ruppige Sprache. Was bei einem Krimi ja nicht unbedingt störend wirken muss. Wenn der Feinschliff auch in den Erotik-Szenen etwas dürftiger ausfällt (ja, auch die gibt es in Wein.Krimis), dann hat das schon seinen eigenen Charme.

Zum Inhalt: Kommissar Neuner und sein Stellvertreter Parr aus Alzey (”heimliche Hauptstadt Rheinhessens”) sollen sich um stehlende Jugendbanden kümmern, gleichzeitig sucht ein obskurer Anwalt im Auftrag rechtsextremistischer Aktionisten eine Immobilie, die als Schulungszentrum Verwendung finden soll. Und in einer restaurierten Mühle im Wiesbach-Tal schließlich führt ein Ex-Veterinär Experimente mit Menschen durch, die zumeist tödlich enden. Obskur? Schon ein bißchen.

Auch vom Rheinhessen-Flair kommt nicht so viel rüber wie beispielsweise beim Weinkrimi “Abgefüllt” von Andreas Wagner.

Als kurzweilige Sommerlektüre mit etwas Heimatflair und / oder Weinromantik ist das 221 Seiten starke Buch aus dem Iatros Verlag natürlich nichtsdestotrotz lesenswert. Oder um den hoffnungsvollen Ausblick des Verlagstextes noch anzuführen: “Trotz allem bleibt den beiden Kriminalisten jedoch noch Zeit, dem rheinhessischen Dreiklang nicht nur zu lauschen: Wein, Weib und, Gesang!”

Brot aus dem Brotbackautomaten

25. März 2009

Brot aus dem BrotbackautomatenBrot aus dem Brotbackautomaten: Über 120 Rezepte für 750 g und 1000 g Während das gerade erste vorgestellte Buch aus dem Christian Verlag ein Buch für die Sinne ist, ist dies hier eines für den Alltag. Brotbackautomaten vermitteln nicht ganz so viel Flair aus der guten alten Backstube. Aber sie sind praktisch. Und Sie haben schätzungsweise ein paar Millionen Menschen zum Backen gebracht. Also eine gute Sache.

Eine gängige Kombination ist ja: Brotbackautomat kaufen und eine fertige Backmischung. Das ist auch in Ordnung, wenn man einsteigt. Wer Mut gefasst hat und auf den Geschmack gekommen ist, der wird natürlich auch verschiedene Rezepte ausprobieren und selbst kreativ werden. Und letztlich, so sehe ich das zumindest, wird man mit zunehmender Freude am Backen auch wieder auf den Backofen zurückgreifen, wo man größere Brote mit besserer Kruste backen kann.

Einen Vorteil behalten die Brotackautomaten auch dann: Für die “schnelle” Lösung sind sie unschlagbar. Und für das Ansetzen verschiedener Teigvariationen sind sie auch bestens geeignet - egal ob man danach im Automaten oder im Backofen weiterbäckt. Die Steuerung von Temperatur und Ruhezeiten und Kneten sind so kinderleicht und lassen sich von der Maschine auch in Abwesenheit des Bäckers erledigen.

Im Buch gibts mehr als 120 Rezepte (und das für 9,90 Euro). Und die Angabe für 750 und 1000 Gramm-Brote ist hilfreich, weil nicht alle Automaten diese Kapazität fassen. Rezepte für Brotaufstriche und süße Kuchen ergänzen das 125 Seiten starke Büchlein.