18 Biowinzer in Baden ausgezeichnet: Die Besten Badischen Bioweine 2009

15. Mai 2009

Prämierung der Besten Badischen Bioweine 2009

Strahlende Gesichter bei den Bio-Winzern, zufriedene Mienen bei den Gästen: Bei der Auszeichnung von insgesamt 24 Bioweinen lief selbst wein-erfahrenen Winzerinnen wie der ECOVIN-Vorsitzenden Lotte Pfeffer “das Wasser im Munde zusammen”. Zusammen mit dem baden-württembergischen Bioland-Kollegen Matthias Strobl und dem badischen ECOVIN-Regionalverbands-Vorsitzenden Paulin Köpfer verteilte sie die begehrten Auszeichnungen an 18 Winzer.

Vertreten war die ganze Bandbreite an badischen Gewächsen und fast das gesamte badische Anbaugebiet. Die meisten Urkunden gingen in die Regionen Kaiserstuhl und Markgräflerland, dort sind auch die meisten Bio-Weinbaubetriebe beheimatet. Aber auch Weine aus dem Breisgau und dem Kraichgau wurden ausgezeichnet. Etliche der Weine werden auch an dieser Stelle noch einmal etwas ausführlicher vorgestellt werden.

Prämiert worden waren die Bioweine nach ihrer Eignung als Begleiter zu den Speisen eines Menüs – eine sehr verbraucherfreundliche Grundlage. Bereits am 4. Mai hatte eine unabhängige Jury rund 200 Weine verkostet.

Alle Informationen zur Prämierung gibt es hier.

Die Siegerliste der Besten Badischen Bioweine kann man hier einsehen.

Silvaner als Spargelwein

6. Mai 2009

Da sind sich die Winzer und Weintrinker wohl einig: Der am häufigsten als “Spargelwein” angebotene Weißwein ist der Silvaner. Entscheidend dafür ist sicher die Eigenschaft des Silvaners, sich gegenüber dem Spargel auch mal dezent zurückziehen zu können. Sozusagen ein Wein in der zweiten Reihe, der dem königlichen Gemüse den Vortritt lässt.

Aktuell gibt es auch zwei Angebote von Biowinzern für diesen 2008er Spargelwein:

Silvaner

Im Weingut Brühler Hof gibt es im Mai das Paket mit 6 x 1-Literflasche für 29 Euro inkl. Versand. Hans-Peter Müllers Beschreibung: “Ausgewogener Wein mit dezenten Aromen und harmonischer Fruchtsäure.”

SilvanerIm Weingut Brüder Dr. Becker gibt es aktuell noch das Angebot mit 6 x 0,75 Liter für 35 Euro inkl. Versand. Lotte Pfeffer dazu: “ieser Silvaner hat das frische, junge Bukett der 2008er Weine. Grüne Reflexe und leichte vegetative Noten in der Nase, gleiten über die Zunge, werden kräftiger, verbinden sich mit der angenehm milden Säure und klingen langsam aus.”

Beide Angebote gibt es übrigens auch als 12er-Paket.

Jetzt bin ich gespannt, wen Baden und die Mosel noch ins Rennen schicken. Ganz zu schweigen von den den anderen Regionen…

2006 Merlot Lison-Pramaggiore

6. April 2009

2006 Merlot Lison-Pramaggiore

Frühlingsduft, der Süden lockt. Warum also nicht einmal ein Italiener? Das Angebot in vielen kleineren Bio-Märkten wird stark von den Preisvorstellungen und Vorlieben der Inhaber dominiert. Größere Bio-Märkte und auch normale Supermärkte haben mittlerweile oft eine erstaunliche Auswahl auch an Bioweinen.

Der 2006 Merlot Lison Pramaggiore war einer von gleich mehreren Bio-Merlots in einem Edeka-Markt. Abgehoben hat er sich durchs Erscheinungsbild (edel) und einen daran angepassten Preis: Mit 6,50 Euro über der magischen 5-Euro-Grenze, die offensichtlich für viele Bioweine aus dem Supermarkt gilt.

Klar, dass Merlot fast immer vertreten ist, auch wenn die Weinauswahl relativ gering ist. Die Bezeichnung als “evereybody’s Darling” trifft ziemlich gut finde ich, und auch ich schätze den unkomplizierten Roten. Dieser stammt typischerweise aus dem italienischen Weinanbaugebiet Lison-Pramaggiore in den Regionen Friaul und Venetien. Die Ursprungsbezeichnung DOC (Denominazione di origine controllata) ist ein Qualitätsmerkmal, dass für den Laien beim Supermarkt-Einkauf durchaus hilfreich sein kann: Weine mit dieser Bezeichnung stehen über solchen mit dem Hinweis “Indicazione Geografica Tipica” (IGT) und unterhalb derer, die ein DOCG tragen (Denominazione di Origine Controllata e Garantita). Die gesetzlichen Regelungen für diese Bezeichnungen umfassen neben dem Anbaugebiet auch die Rebsorte und den maximalen Ertrag.

Der Merlot wird meinen Ansprüchen an einen Supermarkt-Wein dieser Preisklasse durchaus gerecht: rubinrote Farbe, Duft von dunklen Kirschen, Brombeere. Der Geschmack eher weich (was die Rebsorte ja zu everbody’s Darling gemacht hat), die Gerbstoffe gut eingebunden in die Frucht. Ein guter Griff zum günstigen Preis.

Shop-Eröffnungsangebote vom Weingut Huster

27. März 2009

Weingut Huster

Vor Kurzem erst habe ich den Shop hier vorgestellt, den ich für das Bio-Weingut Huster eingerichtet habe. Und jetzt gibts hier auch Eröffnungsangebote, die einen Besuch nicht nur interessant, sonder auch sehr lohnend machen: Im neu eröffneten Weinshop gibt es bis zum 18. April das 6er-Paket 2007 Grüner Silvaner Classic für 19,60 Euro. Da brauchts noch gar keinen Spargel, um das zu einem verlockenden Angebot zu machen.

Außerdem gibts den 2007 Spätburgunder Blanc de noir ebenfalls im 6er-Paket für 27,40 Euro. Hinzu kommen Versandkosten von 5 Euro bis 15 Flaschen, ab 15 Flaschen versandkostenfrei.

2007 Spätburgunder Spätlese Blanc de noir trocken vom Weingut Weitzel

20. März 2009

Blanc de Noir von biowein-weitzel.de

Das Beste aus beiden Welten: Körperreich, kräftig und würzig kommt die Spätburgundertraube zur Geltung, harmonisch, frisch und beinahe prickelnd, das kommt vom Erscheinungsbild des als Weißwein ausgebauten Roten, kühl serviert. Der 2007 Groß-Winternheimer Bockstein Spätburgunder Spätlese Blanc de Noir trocken bietet viel Trinkspaß für wenig Geld: 5,80 Euro sind für diese Spätlese ein Schnäppchenpreis.

Passt gut zu Fisch, Gemüse und gerade jetzt zu den meisten Bärlauchgerichten. Bei uns war es ein Rotbarsch mit Mangold, Wildreis und Bärlauchsauce – lecker.

Die Blancs de Noir verwirren manche Verbraucher etwas: Ein weißer Wein von einer roten Traube? Der Trick liegt darin, dass der Wein nicht auf der Schale gelagert wird, wodurch ja erst die rote Farbe in den Wein kommt. Ein weiß gekelterter Rotwein also – für einen Biowinzer aus dem Rotweinstädtchen Ingelheim nur eine weitere Spielart seines Lieblingsthemas.

Weinrallye und kollegiale Eintracht an der Mosel

11. März 2009

Wein-Rallye Riesling

Lars Breidenbach von Schreiberswein.de hatte zur Weinrallye aufgerufen: Es ging um Riesling und wer hätte da besser mitreden können, als die Biowinzer von der Mosel? Also zum Beispiel Harald Steffens und die Familie Brohl?

Beteiligt hat sich zwar nur Harald Steffens, aber nach einigen Wirrungen landete er beim Wein seiner Kollegen und beschreibt einen 2007er Pündericher Marienburg Riesling Spätlese trocken von Frank Brohl aus Pünderich. Direkte Nachbarschaft sozusagen und von Konkurrenz und Missgunst keine Spur!

Hier kann man die lesenswerte Geschichte nachverfolgen, mit Bildern und Karte.

Fridolino Secco vom Weingut Mengel-Eppelmann

9. März 2009

Fridolino Secco

Fast jeder Winzer hat ihn im Programm, aber bei einigen kommt er aus dem gleichen Haus wie der Fridolino Secco vom Weingut Mengel-Eppelmann in Rheinhessen. Denn dort hat man sich auf das spezialisiert, was der Fachmann “Verperlung” nennt: Durch das Versetzen mit Kohlensäure wird aus den meist trockenen jungen Weißweinen ein spritziger, perlender Secco.

In dem ECOVIN-Weingut in Stadecken-Eisheim hat man aber noch ein weiteres Glanzlicht im Programm: Fruchtseccos, also Fruchtweine aus Johannisbeeren oder Kirschen mit moderatem Alkoholgehalt (11 bis 11,5 Vol.%), auch in Bio-Qualität. Die heißen übrigens Cassis und Fridolino.

Das Biowinzer Jörg Eppelmann sein Handwerk versteht, sieht und schmeckt man schon am Fridolino, der bei bei der Sommerwein-Verkostung der Zeitschrift Selection ausgezeichnet wurde und eine Auszeichnung in Silber bei der Int. wine challenge bekam. Jörg Eppelmann ist Organisator, Lenker und Kellermeister des Weingutes und auch der Rest der Familie ist im Weinberg, im Weinladen oder in der Gutsschänke aktiv.

Der Fridolino ist ein fruchtiger, spritziger Secco, der nicht nur in die Sommerzeit passt. Mit 30 Gramm Restzucker und 11 % Alkohol ist er nicht mehr trocken, passt aber dennoch gut zu den typischen Sommergerichten oder solo. Und mit einem Preis von 4,50 Euro in Bio-Qualität ist er geradezu ein Preisbrecher, da kann man nicht viel verkehrt machen.

2007 Regent trocken von der Nahe

2. März 2009

2007 Regent trocken

In diesem Monat gibts vom Weingut Brühler Hof (Nahe) einen 2007er Regent trocken für 33 (6er-Karton) bzw. 63 Euro (12er-Karton). Weinbeschreibung von Hans-Peter Müller: “Tiefrot, ausdrucksvoll, reife Tannine, Aromen nach Kirschen.”

2008 Heitersheimer Sonnhohle Spätburgunder Rosé trocken

20. Februar 2009

Zähringer Rosé

Und noch ein früher 2008, der schon Gedanken an den Sommer wach werden lässt: Der 2008 Heitersheimer Sonnhohle Spätburgunder Rosé trocken kommt aus dem Weingut Zähringer im Markgräflerland und stellt für 8,50 Euro für die 0,75-l-Flasche schon mal den Kalender um drei Monate vor.

Einer der Vorgänger-Jahrgänge bekam bereits die Auszeichnung “Mein schönster Sommerwein” bei einer Verkostung der Zeitschrift “Selection” (Drei Sterne). Der Wein in der Beschreibung von Paulin Köpfer, dem Betriebsleiter des Weingutes:

“Erinnert im Duft an Reinette-Äpfel, Kirschen, Oleanderblüten, Blütenhonig, Feigen, Nüsse. Körper leicht und beschwingt, weich, trotz beständiger, gut strukturierter, fruchtiger Säure angenehm geschmeidig. Kernig und kraftvoll im Abgang.”

Als Essensempfehlung werden besonders Vorspeisen genannt: Lachs, kalte Meeresfrüchte, aber auch zu Terrinen und Wildsalat. Er soll jung getrunken werden, lagerfähig bis zu fünf Jahren.

2008 Riesling trocken vom Weingut Steffens-Kess

16. Februar 2009

2008 Riesling trocken vom Weingut Steffens-Kess

Die ersten 2008erDie ersten 2008er sind da! Meine Freude ist unverhohlen. Es gibt ja jede Menge Winzer, die schwören auf behutsame, lange Reifung und Lagerung ihrer Weine, um das volle Potenzial zu entwickeln. Harald Steffens von der Mosel erfreut das Herz des Weinliebhabers und Rieslingfreundes mit einer frühen Füllung seiner Literweine, wie man ja hier bereits nachlesen konnte.

Herausgekommen ist ein kackig frischer, saftiger und jugendlicher Riesling, wie ich ihn liebe. Und das Wort Literqualität möchte ich in diesem Zusammenhang gar nicht hören: Bei uns gabs den jungen Moselaner zu einem Kalbsgulasch mit Bio-Nudeln, sehr lecker. Manch teurerer Wein hat sich da schon mehr anstrengen müssen. Es gibt nur einen Grund, diese Qualität in Literflaschen zu füllen: Man muss nicht so schnell eine neue Flasche aufmachen…

Mit sechs Euro pro Flasche ist das vielleicht nicht der billigste Literwein, aber einer der besten. Und: Er ist immer relativ schnell ausverkauft…