Verkostungs-Tipps & Weine beschreiben

11. März 2015

Auf der Delinat-Website wird das Thema Weine probieren und beschreiben aufgegriffen – ein weites Feld. Schier unüberbrückbar scheint die Diskrepanz zwischen Otto Normal-Weintrinker und seinem Ausruf „lecker” und den Experten, die wortgewaltige Beschreibungen verfassen und von Beeren-Aromen übers nasse Hundefell bis hin zu Schweißfüßen und Ledersätteln so ziemlich jedes riechende und schmeckende Produkt einbinden.

Der Delinat-Tipp beschränkt sich auf vier Elemente und ist einfach nachvollziehbar.

„Winzersterben” von Andreas Wagner

4. März 2015

Winzersterben Die Wein-Krimi-Szene ist in festen Händen und ziemlich übersichtlich (zumindest was den deutschsprachigen Teil angeht). Als Newcomer neben festen Größen wie Paul Grote ist Andreas Wagner vor wenigen Jahren gestartet. 2007 erschien Herbstblut, seitdem ist sich der Rheinhesse und gelernte Winzer treu geblieben: Auch hier spielt die Geschichte wieder in “seiner” Region, und die schönste Wein-Krimi-Zeit ist natürlich der Herbst.

Regionalkrimis wie dieser haben natürlich dann ihren besonderen Reiz, wenn man selbst etwas mit der Region verbindet: bestimmte Weine, eine Reise dorthin etc. Wagners Krimis bauen auf Lokalkolorit, er verzichtet auf tiefschürfende, fachspezifische Ausschweifungen und Erklärungen. Leichte Lesekost also, dazu noch brandneu: Winzersterben ist erst Ende Februar erschienen.

Generationenwechsel bei den Biowinzern

25. Februar 2015

Auch bei den Biowinzern spielt das Thema Generationenwechsel derzeit eine große Rolle: Die Pioniere des Bioweinbaus kommen allmählich in das Alter, wo man ans Aufhören denkt. Und wie in allen Bereichen der Landwirtschaft ist zweifelhaft, ob man die nächste Generation fürs Weitermachen gewinnen kann.

Die aktuelle Pressemitteilung von ECOVIN Badenn zeigt drei Familien, wo der Übergang klappt. Gemeinsam ist allen Nachfolgern, dass sie gut ausgebildet und hoch motiviert in den Beruf starten. Und dass sich für sie nie die Frage gestellt hat, ob sie ebenfalls “bio” machen: Etwas anderes kam nie in Frage.

Im Gespräch mit ihren Vätern zeigen die drei Jungen, worauf es ihnen ankommt, was bei ihnen anders sein wird und was sie von ihren Eltern übernehmen.

Die dort angehängte Liste derjenigen Betriebe von ECOVIN Baden, wo ein Generationswechsel aktuell ist zeigt, dass die drei vorgestellten Betriebe keine Ausnahmen sind.

Generationenwechsel: Jungwinzer

18. Februar 2015

“Jungfilmer meets Jungwinzer: die nächste Generation. Besser als die letzte? Schlechter? Anders!…” Peter Bender hat als Abschlussfilm an der Hochschule Mainz einen Film über Jungwinzer gedreht: Die nächste Generation.

Das ist jetzt zwar nicht speziell “bio” und bezieht sich auf die Region Nahe. Aber das Thema Generationenwechsel treibt momentan alle stark um und der Film ist gut gemacht und gibt einen schönen Einblick in diese Zeit des Generationswechsels.

Wein & Speisen von Christina Fischer

11. Februar 2015

Wein und Speisen Etwas vereinfacht gesagt könnte man meinen, es gibt zwei Lager unter den Weintrinkern: Die einen stellen den Wein über alles, vertiefen sich in Weinbeschreibungen, Verkostungen und Vergleiche. Die andere gehen pragmatischer an die Sache ran: Entscheidend ist, was schmeckt – und was zum Essen schmeckt. Sie sichen den passenden Wein zum Essen, entscheiden im Wortsinne aus dem Bauch heraus.

Wohl eher an die zuletzt genannte Gruppe richtet sich das Buch der Sommelière Christina Fischer. Auf fast 240 Seiten geht es dann schon mal sehr grundsätzlich zu, die theoretische Basis über Geschmack will aufgearbeitet werden. Was sich thematisch durchaus für Einsteiger eignen würde, scheint in diesem Buch aber eher an die erfahrenen Weintrinker gerichtet zu sein. Mit der Systematik kommt nicht jeder zurecht, und wer sich schnelle einfache Tipps erhofft hatte, der wird wohl nicht auf seine Kosten kommen. Andererseits ist das bei einem Buch, das als “Basisregelwerk für Weinliebhaber” empfohlen wird auch schwerlich zu erwarten.

Weinmarkt in Deutschland: leicht rückläufig

4. Februar 2015

Verbraucher in Deutschland haben 2014 weniger Wein eingekauft als im Vorjahr. Dies teilt das Deutsche Weininstitut (DWI) jetzt in einem Pressebericht mit. Demnach gingen die Menge im vergangenen Jahr um 2,4 Prozent und der Wert der Weineinkäufe um ein Prozent zurück. Inwiefern diese Zahlen auch für den Bio-Markt gelten, dessen Kundenkreis sich wahrscheinlich unterscheidet und dessen Erträge mit Sicherheit ganz anders ausfallen, als bei den konventionell arbeitenden Kollegen, geht daraus nicht hervor.

Die aktuelle GfK-Marktanalyse zum Weineinkaufsverhalten der privaten Haushalte in Deutschland im Auftrag des DWI hat ergeben, dass der Marktanteil der deutschen Weine aufgrund eines vierprozentigen Absatzrückgangs um einen Prozentpunkt auf 45 Prozent gesunken ist. Damit seien sie noch immer deutlicher Marktführer im eigenen Land, vor Frankreich mit einem Anteil von 15 Prozent der eingekauften Weine, gefolgt von Italien mit 14 Prozent und Spanien mit acht Prozent.

Zurückgeführt wird dies auch auf unterdurchschnittliche Erntemenge des 2013er Jahrgangs, wodurch da in vielen Fällen der Markt nicht in vollem Umfang bedient werden konnte.

Der seit einigen Jahren zu beobachtende Trend zum höheren Weißweinkonsum hat sich 2014 fortgesetzt. Mittlerweile machen die Weißweine 42 Prozent am Weineinkauf aus, was einem Plus von einem Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die deutschen Verbraucher kauften zwar mit 48 Prozent immer noch mehr Rotwein ein. Seit 2008 ist dieser Anteil jedoch um fünf Prozentpunkte zurückgegangen und der des Weißweins um vier Prozentpunkte gestiegen. Außerdem legten seitdem die Roséweine von neun auf zehn Prozent Marktanteil zu. Der Rosé konnte im vergangenen Jahr leichte Absatzzuwächse für sich verbuchen. Sein Marktanteil blieb jedoch im Vergleich zum Vorjahr unverändert.

Online-Shop mit Gesicht?

23. Januar 2015

Geben Sie Ihrem Online-Shop ein Gesicht – oder noch besser: ein Lächeln!, so ist ein aktueller Beitrag auf der Website Dr. Web betitelt, der sich dem Marketing von Online-Shops widmet. Brauchen Lebensmittel-Anbieter neben der Einhaltung von gesetzlichen Bestimmungen und schicken Bildern auch persönliche Beratung?

Leider gibt es im Weinbereich relativ wenige Beispiele, in denen der Online-Shop mit einem Gesicht – oder gar einem Lächeln – bereichert wird. Im besten Fall finden sich aussagekräftige Websites mit Blog: mit zahlreichen Informationen und Bildern, vielleicht sogar persönlichen Berichten aus dem Alltag des Winzers. Spätestens, wenn es ums Wein verkaufen geht, halten sich alle Anbieter aber sehr zurück: Kein persönlicher Rat, keine eigenen Erfahrungen, kaum zusätzliche individuelle Service-Angebote. Auch beim Wein, so scheint es, entscheiden das Aussehen des Produktes und der Preis.

Das Feld individueller und persönlicher Beratung überlässt man den Spezialisten. Noch vor wenigen Jahren verging gefühlt kein Monat, in dem nicht neue Wein-Experten die Internet-Szene bereicherten, und Unmengen von Weinbeschreibungen und -bewertungen auf den Markt warfen. Die Aussagen über die Zahl der probierten Weine sollten das Vertrauen in die Urteile erhöhen, beprobt und bewertet wurde so ziemlich alles, was sich (wahrscheinlich kostenlos) bei Winzern und Weingütern einsammeln ließ.

Ohne den Experten ihr Fachwissen absprechen zu wollen: Auf die Dauer erwies sich das als wenig schlüssiges Konzept. Nach einigen hundert Weinbesprechungen – darunter auch Weine, die für den Verbraucher vielleicht gar nicht so einfach zu beziehen sind – stellten sich offensichtlich auch bei den Lesern Ermüdungserscheinungen ein.

Relativ gut gehalten haben sich Video-Blogs, in denen auch etwas von den Erlebnissen einer Verkostung vermitteln lässt. Dass in den meisten Fällen die Weinfachleute am Verkauf der vorgestellten Weine beteiligt sind, hat das INteresse nicht weiter beeinträchtigt, im Gegenteil.

Warum also gibt es nicht mehr persönliche Empfehlungen und Ratschläge der Winzer. Oder auch mal konkrete Tipps und freundliche Hilfestelluung für Verkostung und Weingenuss? Die meisten Winzer scheinen da eine gewissen Zurückhaltung zu pflegen. Selbst die bloggenden Winzer (eine kleine Minderheit) die halbwegs regelmäßig über ihre Arbeit berichten, halten sich hier vornehm zurück. Und Videos, in denen auch etwas von der Persönlichkeit und der Leidenschaft der Winzer rüberkommt, sind die absolute Ausnahme.

Nun wünscht man sich nicht jeden Winzer auch als Verkaufsexperten, der mit direkter Ansprache versucht, seine Produkte an den Mann zu bringen. Etwas mehr Kontakt zu den Kunden auch auf diesem Weg, etwas mehr Rat und Hilfe dagegen würden der Online-Weinszene gut tun. Etwas authentischer als die professionellen Selbstdarsteller kämen die erdverbundenen Erzeuger bestimmt rüber.

Um auf den oben genannten Artikel zurückzukommen, muss man ehrlicherweise sagen, dass etliche der genannten Punkte von den Winzern schon umgesetzt sind: man kann sie auf Messen und Veranstaltungen erleben, beim Tag der offenen Tür und weiteren Anlässen im Weingut. Nur bei der persönlichen Online-Präsenz in Wort und Bild, da hapert es meistens noch.

Nigel Slater: Das Küchentagebuch

16. Januar 2015

Nigel Slater: Das Küchentagebuch Gute Rezepte für den Alltag, das erwartet man wohl bei dem Titel Küchentagebuch. Und beim Koch-Profi der BBC wird man nicht enttäuscht.

Ich mag die Art, wie Nigel Slater seine Rezepte zusammenstellt und wie er kocht: unaufgeregt, praxis- und alltagsnah, und dennoch haben alle Rezepte einen ganz eigenen Kniff. Seine Kochbücher haben in England fast Kult-Status, wirken aber gemessen am Schicki-Micke-Markt der Kochbücher ebenfalls sehr realistisch. Auch dieses hier ist eher zurückhaltend gestaltet und lebt von den Texten und den Geschichten des Briten ebenso wie von seinen Anleitungen.

Den Anspruch, wirklich alle 250 Rezepte in einem Jahr nachzukochen werden wohl nur sehr ambitionierte Köche haben. Für alle anderen ist es ein Buch, das man erst einmal in Ruhe lesen kann, bevor man sich dann alltagstaugliche Rezepte nach eigenem Geschmack herauspickt.

Wie die meisten Slater-Bücher ist es mit fast 40 Euro nicht billig, die Entscheidung fällt man daher am besten beim ersten Durchblättern – wenn man noch kein Slater-Fan ist.

Biowein-Studienreise nach Georgien

12. Januar 2015

Auf ECOVIN Baden wurden vor kurzem die Details für eine Studienreise nach Georgien veröffentlicht. Die Teilnahme ist nicht nur für Biowinzer möglich, sondern für alle Wein-Interessierten. Jetzt wurde die Anmeldefrist bis zum 20. Januar 2015 verlängert. Grund dafür ist nach Paulin Köpfers Informationen nicht etwa ein zu geringes Interesse: Die meisten Plätze sind bereits belegt. Darüberhinaus gibt es einige mündliche Zusagen, die aber noch nicht fixiert sind. Und schließlich stehen die Zeichen gut, dass die angepeilte Teilnehmerzahl von 15 noch übertroffen werden kann, was den Veranstaltern mehr finanzielle Sicherheit gibt.

Für all diejenigen, die sich bereits in dem früheren Beitrag ECOVIN Studienreise Georgien vom 11. bis 21. August 2015 informiert haben und die Fakten im downloadbaren PDF nachgelesen haben, hat Paulin Köpfer hier noch ein paar Fragen beantwortet.

Warum führt die Studienreise ausgerechnet nach Georgien?

Paulin Köpfer: „Ich war zufällig vor ein paar Jahren in Georgien, weil ich von Freunden eingeladen wurde. Ich habe von der Hauptstadt Tbilissi etliche Exkursionen ins ganze Land unternommen und war sofort begeistert: von den Menschen, der Kultur, dem Handwerk und natürlich vom Weinbau. Ich konnte ein paar Themen recherchieren und habe dabei unter anderem einen von drei Handwerkern kennengelernt, die die riesigen Tongefäße für den Wein herstellen.

Was kann man als Teilnehmer – egal ob Biowinzer oder Laie – lernen?

Paulin Köpfer: Die Georgier beherrschen den Ausbau ihrer Weine in den Tongefäßen ohne jegliche Zusätze, das ist eine sehr natürliche Weinbereitung. Auch werden hier sehr alte Rebsorten gepflegt, die bei uns nicht bekannt sind. Und natürlich kann man Georgien mit seiner reichen Kultur auch als Wiege des Weinbaus bezeichnen. Sehr beeindruckend ist auch die Lebens- und Genussfreudigkeit der Georgier, die wir kennenlernen werden.

Werden sich daraus dauerhafte Beziehungen entwickeln und weitere Reisen folgen?

Paulin Köpfer: Das ist noch offen, aber die bestehenden Kontakte werden auf jeden Fall weiter gepflegt werden. Vielleicht erreichen wir auch, dass sich künftig junge Winzer in ihren ersten Auslandsaufenthalten nicht automatisch Regionen wie Neuseeland, Kalifornien oder Australien zuwenden, sondern auch Georgien. Dort gibt es zwar nicht viel zu verdienen, aber viel zu lernen.

Drei Tipps für Weinbestellungen in Ihrem Weingut

8. Januar 2015

Nachdem gestrigen, eher allgemeinen Bericht über Paketdienste nun die ganz konkreten Tipps für die Weinbesteller:

1. Kniffeln Sie etwas mit der Bestellmenge und dem Warenkorb

Jeder Shop muss heute einen Link zu den Versandkosten haben, dort kann man nachlesen, in welchen Schritten (nach Anzahl der bestellten Flaschen) die Versandkosten ändern. Es kann gut sein, dass mit dem Schritt zur nächsten 6er-Menge eine Ersparnis bei den Versandkosten rausspringt, die etwa den Wert einer Flasche ausmacht.

2. Bestellen Sie in 6er-Mengen

Sie müssen dazu nicht immer von jedem Wein, den Sie probieren wollen, sechs Flaschen bestellen. Aber die Bestellmenge sollte durch sechs teilbar sein, weil die Flaschenkartons eben auf solche Größen ausgerichtet sind, und die Versandpreise auch. Beachten Sie auch hier die Angaben im Shop zu den Versandkosten: 18er-Kartons werden immer beliebter und sind oftmals die preisgünstigste Lösung. Nicht vollständig gefüllte Kartons (also zum Beispiel vier Flaschen in einem 6er-Karton) verursachen öfters Bruchschäden, als gefüllte Kartons. Außerdem richten sich die Preisstaffeln für den Versand ebenfalls nach den Kartongrößen: 7, 8, 9, 10 oder 11 Flaschen kosten meisten ebenso viel Versand, wie 12 Flaschen.

3. Bestellen Sie rechtzeitig

Zwar kommt beim Weinversand eine Express-Lieferung nur selten in Frage. Aber die Weingüter wissen meistens recht genau, wie lange ihr Versender braucht. Zwei Tage sind ein guter Anhaltspunkt. Und wenn Sie selbst nicht immer zuhause sind kann beispielsweise eine rechtzeitige Bestellung dazu führen, dass die Ware am Samstag ankommt, wenn Sie sie persönlich entgegennehmen können. Allerdings nur, wenn der Versender wie beispielsweise DHL auch samstags zustellt.

4. Nutzen Sie die Lieferfahrten ihres Winzers

Fast jedes Weingut liefert regelmäßig selbst in einem mehr oder weniger großen Umkreis aus. Wenn Sie Ihre Weine nicht sofort brauchen können Sie diese Lieferfahrten abpassen.