Junge Winzer: Baden – Generation Pinot

10. November 2014

In fast allen Anbaugebieten gibt es Zusammenschlüsse junger Winzerinnen und Winzer. Viele stehen kurz davor, den elterlichen Betrieb zu übernehmen oder einen eigenen zu gründen – oder haben es schon hinter sich. Und meistens ist die Zusammenstellung eher geprägt von regionalen und persönlichen Zusammenhängen, als von der Arbeit eines Verbands. Da in den meisten auch junge Biowinzer engagiert sind, seien hier in loser Folge einige vorgestellt.

Generation Pinot ist ein Zusammenschluss von ursprünglich 50 jungen WinzerInnen und WeinmacherInnen in Baden. Schon an den Formulierungen merkt man, dass nicht jeder schon unbedingt ein eigenes Weingut haben muss. Gemeinsam wollen sie Visionen in Weinbau und Vermarktung entwickeln. Sehr gut vertreten sind hier die in Baden zahlenmäßig auch gut repräsentierten Bio-Betriebe. Aber auch Mitarbeiter von Winzergenossenschaften oder Weingütern haben sich diesem Verbund angeschlossen.

Die jungen Badener präsentieren sich auf ihrer Website ganz persönlich mit jeweils einem Porträtfoto. Und sie gehen sehr selbstbewusst an die Sache heran: „Denn wir sind sehr gut ausgebildet, haben internationale Erfahrung, sind ausnahmslos qualitätsorientiert und übernehmen Verantwortung.”

Das Wort Pinot im Namen stehe nicht nur als Markenname für die bedeutendsten Rebsorten der Badener, erklären sie, sondern auch für das Bestreben nach internationalem Erfolg, natürlich auch mit anderen badischen Rebsorten. Mitglied können Winzerinnen und Winzer sowie Expertinnen und Experten aus dem Weinbaugebiet Baden bis zum Alter von 39 Jahren werden.

In der Rubrik Events findet sich stets eine Reihe von Veranstaltungen, auf denen die jungen badischen Winzer Flagge zeigen. Und weil sich die Weinmacher der aktuellen Generation auch verstärkt dem Thema Marketing widmen, haben sie ein gemeinsames Weinpaket mit origineller Verpackung geschaffen: „Badische Entdecker” heißt die Weinbox, eine Zusammenstellung von 24 Weinen aus dem Markgräflerland, vom Kaiserstuhl, dem Breisgau, dem Kraichgau, der Badischen Bergstraße und aus dem Taubertal.

Die Verpackung ist nicht nur originell gestaltet und ein echter Hingucker: Mit insgesamt 24 Flaschen (12 mal 2 Flaschen mit je 0,25 l, vorwiegend Weine aus Burgundersorten) taugt die Weinbox auch als Adventskalender für Erwachsene.

Logischerweise gibts auch eine Facebookseite, auf der man sich auf dem Laufenden halten kann: https://www.facebook.com/GenerationPinot

Vicampo: Weinbilder kostenlos

3. November 2014

Vor einiger Zeit wurde ich von Jaqueline Riedel von der Vicampo.de GmbH angeschrieben. Sie bietet kostenlose Weinbilder an, die man Ihrer Darstellung nach auch für kommerzielle Zwecke nutzen darf: Weinbilder, Landschaftsbilder, Naturbilder kostenlos | Vicampo. Ich gebe das gerne so weiter, weil ich weiß, dass eigentlich alle Winzer und Weingüter chronisch schlecht ausgestattet sind mit gutem Bildmaterial.

Meine persönliche Empfehlung lautet ja immer: Möglichst viele Bilder selbst machen, möglichst authentisch, möglichst aktuell. Nach meiner Erfahrung geht es auf der eigenen Website und im Webshop ja vor allem darum, dem Kunden zu zeigen, mit wem er es zu tun hat.

Andererseits weiß ich auch, dass dieser Rat – selbst in Zeiten, wo jedes Handy auch über eine erstklassige Kamera verfügt – selten angenommen wird. Und deswegen keine Bilder verfügbar sind, wenn man sie braucht.

Frau Riedel schreibt: „Die kostenlosen Bilder laufen alle unter der Creative Commons-Lizenz und können daher vervielfältigt und bearbeitet werden, ohne jegliche Gebühren, die bei den meist angebotenen Bilddatenbanken fällig werden.”

Nach meinem Wissen ist in aller Regel ein Urheber-Hinweis nötig.

Museums-Weinberg in Kernen: Rettet die Reben

27. Oktober 2014

Die Geschichte dieses Erfolgsprojektes im schwäbischen Kernen-Stetten ist ganz einfach: Zwei Männer fassen einen Plan. Der eine, Jochen Beurer, ist ein biodynamisch arbeitender Winzer und Mitglied im Verband Deutscher Prädikatsweingüter VDP. Der andere, Eberhard „Ebbe” Kögel ist Heimatforscher. Er hat den Stettener Verein Allmende gegründet und kennt sich mit Trockenmauern aus. Das zeigt schon: Das sind zwei, die zupacken können.

Der heutige Museumsweinberg unterhalb der Yburg, ein Wengert in der bekannten Lage „Pulvermächer”, gehört erst seit wenigen Jahren zu Beurers Weingut. Er liegt direkt neben dem Wahrzeichen Stettens, der Y-Burg hoch über Kernen. Lange Zeit wuchsen auf dem steilen Weinberg nur Brombeeren. Die alten Weinbergsmauern waren eingefallen, nur wenige Rieslingreben erinnerten an die Mühen früheren Weinbaus hier.

Beurer wollte hier seine Bio-Reben anpflanzen. Mehr als 20 alte Rebsorten sollten hier wieder kultiviert werden, die aus unserer Weinbergslandschaft bereits verschwunden waren: Heunisch und Adelfränkisch, Räuschling und Putzscheere und viele andere. Heimatforscher Kögel, Weinerlebnisführer und selbst aus einer alten Wengerterfamilie stammend, kümmerte sich um den schwierigen, sachgerechten Wiederaufbau der alten Trockenmauern.

Inzwischen gibt es den ersten Wein aus Jochen Beurers Museumsweinberg. Das Cuvée wurde aus allen mittelalterlichen Sorten gemeinsam geerntet, gekeltert und ausgebaut, im „gemischten Satz”. Und Ebbe Kögel gibt Wissen und Erfahrung über den Bau von Trockenmauern bereits in Seminaren weiter.

Ernte 2014: überwiegend zufriedenes Fazit

20. Oktober 2014

In vielen Regionen geht die Weinlese zu Ende. Und auch wenn es mancherorts etliche Beeinträchtigungen durch den Witterungsverlauf oder die Kirschessigfliege gab: Meistens hat der recht hohen Mengenansatz die Verluste ausgeglichen und unter dem Strich bleibt eine ausreichende, in vielen Gegenden gute Emnge von beträchtlicher Qualität übrig.

Dennoch schauen etliche Winzer schon jetzt sorgenvoll auf das nächste Weinjahr: Die Kirschessigfliege wird auch weiterhin eine Rolle spielen, den Arbeitsaufwand der Winzer erhöhen und den Ertrag schmälern. Dass natürliche und effiziente Gegenmaßnahmen diese Beeinträchtigung aus der Welt schaffen, scheint unwahrscheinlich. Daran ändert auch die Tatsache wenig, dass das einzige probate Mittel bisher ein biologisch zugelassenes Präparat ist.

Z’Nüne, oder: das aus der Zeit gefallene Vesper

13. Oktober 2014

Z’Nüne sagt der Badener, wenn er begründen will, warum er um 9 Uhr sein Handwerkszeug ins Eck wirft: Um neun Uhr gibt es traditionell das Vesper. Früher waren das zur Arbeit mitgebrachte handfeste Gerichte, Brote mit Wurst und Käse, manchmal auch was Warmes. Wer zuhause arbeitete und vesperte, der schnitt sich eine Scheibe Brot und vielleicht noch eine Scheibe Speck oder Schinken ab.

Heute gibts was auf die Hand aus der Bäckerei, die in erschreckend vielen Fällen auf dieses Anliegen schlecht vorbereitet ist: Eine Butterbrezel kann man haben, in der Metzgerei schneidet man schon auch mal ein Weckle auf und legt ein paar Scheiben Wurst drauf. Im besten Fall gibts eine Scheibe warmer Fleischkäse aufs Brötchen.

Das Wort Brotzeit scheint mittlerweile genauso antiquiert zu sein, wie der Begriff Vesper. Und das in einer Zeit, da alleine 2014 schon fast 80 Bücher über veganes Essen erschienen sein sollen (habe ich gelesen) und das Thema Kochen täglich etliche Sendestunden bei diversen TV-Sendern bekommt. Vielleicht sollte sich einer der prominenten Köche mal des Themas annehmen, stylische Kompositionen für die Versperdose ersinnen und schick in Szene setzen. In Zeiten, in denen schon die gute alte Brezel stolze 70 Cent kostet und ein Brot gerne mal auf drei bis vier Euro kommt, könnte doch auch das Vesper eine Renaissance erleben.

Literarischer Weinkalender 2015

6. Oktober 2014

Literarischer Wein-Kalender 2015 Der Herbst ist da, Zeit sich um die Kalender für das kommende Jahr 2015 zu kümmern. Wie immer ist die Auswahl der Weinkalender sehr durchwachsen, oder positiv ausgedrückt: Es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Stilleben, Kork-Bilder, der übliche Mix aus verstaubten Flaschen und sonniger Reb-Landschaft.

Etwas aus dem Rahmen fällt da der literarische Weinkalender 2015: Hier stehen nicht nur die Fotos im Vordergrund, die Kalenderblätter leben vom richtigen Mix aus Bild und dem passenden Zitat dazu. Und das stellt ja bekanntlich ganz neue Ansprüche an die Bilder. Zwar taugt der Literarische Wienkalender nicht als großformatiger Bildkalender (Maße: 24 x 31 cm), aber als Wochenkalender aus dem Hause Ars Vivendi mit 53 Seiten, Bildern und Zitaten ist er ein kurzweiliger Führer durchs Weinjahr.

Weinstraße und Wandern

29. September 2014

Die Badische Weinstraße feiert in diesem Jahr ihren 60. Geburtstag. Aus diesem Grund gibt es noch bis zum Jahresende etliche auch außergewöhnliche Veranstaltungen entlang der mehr als Kilometer langen Route. Jetzt im Herbst ist die Route ideal für Besuche bei Winzern und Winzergenossenschaften, zum Einkehren und Wandern.

Beide Aufnahmen entstanden im Markgräflerland, wo das Wii-Wegli zwischen Freiburg und Weil am Rhein eine der schönsten Weinwander-Strecken darstellt.

Weinlese auch an der Mosel

22. September 2014

[Foto: Weingut Brohl - Auf das Bild klicken für eine größere Ansicht]

Während im Süden schon die Hauptlese im Gange ist, stehen die Biowinzer an der Mosel noch in den Startlöchern. Harald Steffens berichtet in seinem Blog von den Vorbereitungen auf die Lese und im Fotokalender auf der Website des Weingutes Brohl wird auch beschrieben, dass die Rieslingtrauben noch reifen dürfen.

EcoWinner 2014: Die Ergebnisse

18. September 2014

Bei der 18. EcoWinner Verkostung in Oppenheim wurden die besten Weine der ECOVIN Weingüter prämiert. 77 ECOVIN Betriebe stellten in 17 Kategorien insgesamt 432 Weine an. Die 55 Verkoster setzten sich aus Sommeliers, Fachhändlern, Vertretern der Presse und Weinberatern zusammen. Gelobt wurde das durchgängig hohe Qualitätsniveau der angestellten Weine, in der Finalrunde gaben bei den drei erstplatzierten Weinen letztlich Zehntelpunkte den Ausschlag gaben.

Alle Ergebnisse der Prämierung finden sich auf der Website www.ecovin.de, dort kann man auch ein PDF mit den Siegerweinen herunterladen.

Herbstbeginn in Baden: Viel Arbeit, gute Qualitäten, geringe Einbußen

18. September 2014

ECOVIN Baden hat pünktlich zum Beginn der Hauptlese in Baden eine erste Vorschau auf die Weinlese 2014 gegeben. Demnach recht man in vielen Regionen mit einem guten Ertrag und auch die Voraussetzungen für gute Qualitäten sind hoch. Höchst unterschiedlich sind die Beeinträchtigungen durch den Befall der Kirschessigfliege: Sie liegen zwischen Wverworfenen” Weinbergen, deren befallene Trauben entsorgt werden, und keinerlei Befall.

In der aktuellen Pressemitteilung schildern der ECOVIN-Baden-Vorsitzende Paulin Köpfer und Biowinzer aus den Regionen die Situation.