Vegane Bioweine: gar nicht so selten

16. Februar 2016
Diese beiden Vegan-Label hebt die Hamburger Verbraucherzentrale hervor.

Diese beiden Vegan-Label hebt die Hamburger Verbraucherzentrale hervor.

Vegan und vegetarisch sind die beiden großen Trends bei den Ernährungsthemen. Seit einiger Zeit findet man immer öfter auch Weine und Bioweine mit dem Vermerk „vegan”. Dabei war den meisten Verbrauchern bislang wahrscheinlich gar nicht klar, das Weine auch nicht vegan sein können, also tierische Bestandteile enthalten können.

Seit den jüngsten Änderungen der EU-Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV) müssen auch bei Bioweinen noch umfangreichere Angaben gemacht werden, zum Beispiel über Zusatzstoffe und Allergene. Davon sind auch die Online-Shops der Bio-Weingüter betroffen, man kann sich also leicht im Internet informieren.

Wer nach Informationen über die Deklaration und Kontrolle für diese Kennzeichnung sucht wird bei der Hamburger Verbraucherzentrale fündig, die auch eine Merkblatt dazu bereitstellt (Download als PDF). Demnach gibt es eine Zertifizierung vom Vegetarierbund (VEBU), der sich an die transparenten Kriterien der European Vegetarian Union hält.

Im Wein können theoretisch vier Allergene, die im Wein enthalten sein: Das sind zum einen drei verschiedene Eiweißarten, die aus Milch, Ei oder Fisch gewonnen werden, aber nur theoretisch zum Einsatz kommen. Bei den Öko-Anbauverbänden sind keine Weingüter bekannt, die diese Stoffe deklarieren. Ein viertes mögliches Allergen im Wein ist Schwefel.

Milcheiweiß Kasein zum Beispiel kann beim Ausbau der Bioweine verwendet werden, um die Gerbstoffe geschmacklich „abzurunden”. Aber, so weiß Paulin Köpfer vom Heitersheimer Weingut Zähringer: „Wenn von der Lese bis zur die Weinbereitung äußerst schonend vorgegangen wird, kann man darauf verzichten”. Und so berichtet Köpfer, so dass die Kennzeichnung der Weine mit dem Zusatz „enthält Milch” tatsächlich fast nirgends mehr anzutreffen ist.

Ähnliches gilt für den Eiweißstoff Albumin, das zur Klärung der Weine verwendet wird: Nach Zugabe flocken die Trubstoffe aus und setzen sich am Boden ab, der Wein wird klarer. Alternative sind pflanzlichen Produkte, so dass Kennzeichnung mit dem Zusatz „enthält Ei” ebenfalls kaum vorkommt.

Erst recht gilt das für Eiweiß, das aus Fisch gewonnen wird, und schon seit einiger Zeit nicht mehr eingesetzt werden: Die Bezeichnung „enthält Fisch” wirkte gar zu abschreckend auf Winzer. Die Hausenblase ist die getrocknete Schwimmblase einer Störart und findet bei Biowinzern nach Köpfers Darstellung heute keine Verwendung mehr.

Für alle diese Stoffe gilt, dass man sie durch nicht allergene Stoffen ersetzen kann oder durch das planvolle Vorgehen der Winzer von der Lese bis zur Kellerwirtschaft. Die stetig wachsende Anzahl veganer Weine belegt, dass viele Winzer diesen Weg schon erfolgreich beschritten haben. Neben den tierischen Eiweißen wird bei veganen Weinen auch auf Gelatine verzichtet, die ebenfalls zur Klärung der Weine eingesetzt wird, aber gut durch pflanzliche Proteine ersetzt werden kann.

Wer seinen Wein noch unbelasteter von fremden Substanzen genießen möchte, der kann darüberhinaus nach Winzern Ausschau halten, die auf Sulfite zu verzichten: Ihr Gehalt liegt bei Bioweinen 30 Prozent unter den gesetzlichen Vorgaben und der absolute Gehalt schwankt je nach Rebsorte und Qualitätsstufe. Generell gilt: Je mehr Restzucker ein Wein hat, desto mehr Schwefel muss zugesetzt werden.

Sulfite haben drei Wirkungen: Sie binden Gärungsprodukte ab, sie wirken konservierend und sie bilden einen Oxidationsschutz: Geschmack, Farbe und Aroma bleiben also länger erhalten, der Wein verliert weniger von seiner Frische.

Und auch hier gibt es bereits Bio-Winzer, die durch schonende Verfahren ganz auf Sulfite verzichten können. Allerdings werden dadurch die Lagerfähigkeit und einige Geschmackseigenschaften der Weine eingeschränkt, so Köpfer. Und: Ganz schwefelfrei seien auch diese Weine nicht, denn bei der Gärung entstehe ebenfalls Schwefel, wenn auch deutlich weniger, als normalerweise zugesetzt wird.

Der Zusatz „enthält Sulfite” wird also voraussichtlich weiterhin bei den meisten Weinen zu finden sein.

Nächster Schritt bei der Aufklärung der Verbraucher könnte die Nährwertdeklaration für Wein sein. Sie soll ab dem 13. Dezember 2016 kommen. Dann sollen Verbraucher auch erfahren, wie viel Fett, Eiweiß und Kohlehydrate ein Wein enthält.

Wenn die Temperaturen steigen: Weinkühlschränke

12. Februar 2016

Weinkühlschränke galten noch vor nicht allzu langer Zeit als eine Art Statussymbol. Man wies sich damit nicht nur als Weinkenner aus, sondern auch als jemand, der für seine guten Bio-Weine etwas mehr Geld ausgibt. Da kommt es dann auf einen Weinklimaschrank, wie die Geräte zuerst genannt wurden, auch nicht mehr an. Schließlich sah man die eleganten Möbel zur Weintemperierung auch in Vinotheken, Restaurants und Weingütern.

Was eher vornehm begann, entwickelte sich zunehmend zum Alltags-Gegenstand, der auch seinen Weg in die Haushalte gefunden hat. Für 100 bis 200 Euro ist man heute schon dabei, erhält ein gut aussehendes und steuerbares Gerät für einen überschaubaren Vorrat an Weinflaschen und kann seine Bioweine jederzeit richtig temperieren.

Temperieren ist nie verkehrt

Die Überschrift ist insofern nicht ganz richtig, als die richtige Temperatur für den Wein nicht an der Jahreszeit hängt: Im Winter liegen die Außentemperaturen oft deutlich unter der Kühlschrank-Temperatur von etwa 7 Grad Celsius und damit noch deutlicher unter der meistens für Weißweine empfohlenen Trinktemperatur von 8 bis 10 Grad. Eine Flasche zum Abkühlen auf den Balkon zu stellen ist deswegen zwar ein probates Hilfsmittel um die optimale Trinktemperatur zu erreichen, aber eben auch im Winter nicht die ideale Lösung.

Noch kniffliger wird es, wenn Weiß- und Rotweine bereit gestellt werden sollen: Beide jeweils richtig zu temperieren erfordert entweder eine große Temperatur-Bandbreite in den eigenen Räumen zwischen rund 8 Grad für Weißweine und etwa 14 bis 16 Grad für Rotweine. Nur wenige Modell (in diesem Vergleich der Klarstein) bieten bei dieser kompakten Größe und in dieser Preisklasse gleich zwei Temperaturzonen an.

Wer sich unsicher ist, ob sich diese Anschaffung für ihn überhaupt lohnt, der muss den Weinkühlschrank ja nicht unbedingt das ganze Jahr am Netz lassen, sondern schaltet ihn für Feste und Veranstaltungen rechtzeitig an, bevor die Gäste kommen. Oder man nutzt ihn zum Beispiel nur im Sommer zur Kühlung, damit der Familien-Kühlschrank nicht mit gekühlten Weinen und Sekten überfrachtet wird. Wenn sich dadurch die Laufzeit halbiert bleiben überschlagsmäßig etwas mehr als 20 Euro Stromkosten, das sind eine oder zwei Flaschen guten Weins.

Alles in allem also Grund genug einen Blick auf drei populäre Geräte zu werfen, mit denen man seine flüssigen Schätze richtig temperiert und elegant präsentiert.

Eine Auswahl von Weinkühlschränken

Der Klarstein Weinkühlschrank [Affiliate-Link] ist in schwarz-silber gehalten mit einer Edelstahl-Oberfläche. Der Getränkekühlschrank mit Glastür hat Platz für 12 Flaschen Wein in zwei Zonen. Das Fassungsvermögen beträgt 34 Liter, eine LED Bedienoberfläche hilft bei der Einstellung. Das Betriebsgeräusch liegt bei 42 dB, der Energieverbrauch bei 179 Kilowattstunden, Energieffizienzklasse B.

Bei einem Durchschnittspreis von rund 26 Ct pro Kilowattstunde kommen an Stromkosten rund 46 Euro pro Jahr für diese Art der Lagerung und Temperierung hinzu. Der Preis liegt aktuell bei rund 170 Euro.

Ganz ähnlich im Aussehen ist der Bomann KSW 344 Weinkühlschrank [Affiliate-Link] in schwarz/silber. Auch hier gibt es eine elektronische Temperatursteuerung und -einstellung. Der Raum von 34 Litern reicht für 16 Flaschen, für die allerdings nur eine Temperaturzone besteht.

Die technischen Daten sind ähnlich dem Klarstein-Gerät: Der Geräuschpegel liegt bei 43 dB, der Jahresverbrauch bei 131 Kilowattstunden. Der Preis ist mit rund 110 Euro aktuelle etwas günstiger und am unteren Ende der Preisskala für Weinkühlschränke.

Etwas aus dem Rahmen fällt schon rein optisch der Camry Weinkühlschrank [Affiliate Link]. Zwar sind die Dimensionen mit 33 Litern Fassungsvermögen und Platz für 12 ganz ähnlich wie bei den beiden anderen vorgestellten Geräten. Das Aussehen des eher schmalen Gerätes erinnert aber mehr an eine Mini-Bar. Auch hier gibt es eine Glastür, LED Beleuchtung und ein Display zur Bedienung.

Mit rund 140 Euro liegt dieses Modell auch zwischen den beiden oben genannten, besticht aber durch einen geringeren jährlicher Energieverbrauch von 125 Kilowattstunden und einen niedrigeren Geräuschpegel von 38 dB.

Fazit: Weinkühlschränke in der unteren Preisklasse zwischen 100 und 200 Euro gibts in einer großen Bandbreite: Fassungsvermögen zwischen 12 und 16 Flaschen, leichte Bedienung, relativ geringer Stromverbrauch, der sich durch Aktivierung in bestimmten Zeitfenstern noch reduzieren lässt. Wer öfters Gäste hat oder Feste und Veranstaltungen in den eigenen vier Wänden findet eine ansprechende Lösung und spart sich Behelfsmethoden.

Lauch-Tarte: Wintergemüse als Hauptgang zum frischen Bio-Weißwein

5. Februar 2016

Wintergemüse hat nicht bei allen einen guten Ruf: Oftmals steht es im Ruf eher schlichte, manchmal derbe Mahlzeiten zu liefern. Und aus der Kindheit sind vielen sicher auch einfache Gemüsegerichte bekannt, die oft ganz klassisch deutsch mit Kartoffeln kombiniert wurden und nicht selten ziemlich weich gekocht waren. Aber: Es kommt drauf an, was man daraus macht. Wie auch bei Spinat, Rosenkohl oder Brokkoli gibt es auch beim Lauch zumindest eine Variante, mit der man jemanden glücklich machen kann.

Mein Favorit sind Tartes, wie unsere französischen Nachbarn die pikanten flachen Gemüsekuchen nennen. Bei den Schweizern sind Wähen oder Weihen und es gibt ungezählte Rezepte, die sich meist in zwei Gruppen aufteilen: solche mit einem Hefeteig, der etwas mehr Zeit in der Zubereitung beansprucht. Und die Blitzvariante mit Mürbteig, der im Nu fertig ist.

Auf Testschmecker.de gibts aktuell ein Rezept für eine Lauch-Tarte, das zusammen mit einem frischen Feldsalat und einem Glas kühlen Weißweins eine formidable Mahlzeit ergibt. Das Gute daran: Fast jedes Gemüse lässt sich in so einer Gemüsetarte so verarbeiten, dass die speziellen Eigenheiten (beim Lauch eine milde Schärfe) und die Konsistenz des Gemüses mit etwas Biss erhalten bleiben.

Noch mehr bio….

28. Januar 2016

Mehr als bio geht nicht. Möchte man meinen. Experten sehen das oft anders, diskutieren über biologisch-dynamische Wirtschaftsweise (das ist zum Beispiel bei Demeter der Fall) oder biologisch-organische Bearbeitung, bei der weltanschauliche Dinge nicht so sehr ins Gewicht fallen. Welche Anbaumethoden man als Verbraucher favorisiert ist eigentlich fast egal, meiner Meinung nach: Der größte Gewinn liegt darin, dass man anfängt sich Gedanken darüber zu machen, wo seine Lebensmittel herkommen und wie sie erzeugt wurden.

Besonders wichtig – aber auch besonders knifflig – ist in diesem Zusammenhang das Thema Tierhaltung. Viele, die sich ganz bewusst biologisch ernähren, bevorzugen auch eine vegetarische Ernährung. Das Wohl der Tiere spielt aber für immer mehr Verbraucher eine immer wichtigere Rolle: biologisch, nachhaltig und regional – das sind Aspekte der Lebensmittel-Erzeugung, die man oft rational betrachtet. Wirklich empörend finden viele Verbraucher die Umstände, unter denen Tiere gehalten werden.

Knifflig wird dieses Thema gleich in mehrfacher Hinsicht: Erstens ist es hier nicht so leicht festzustellen, wie die Bedingungen hier sind. Relativ sicher ist man auch hier, wenn man auf das Bio-Logo achtet. Aber frische Eier vom Wochenmarkt können einen schon ins Grübeln bringen: Ist das ein Bauer mit einem idyllischen Hühnerhof und 20 Hühnern?

Mittlerweile gibt es selbst im Supermarkt ein paar Neuerungen, die dem Verbraucher die Kaufentscheidung erleichtern. Wie auf testschmecker beschrieben gibt es hier neben den “normalen” Bio-Eiern auch Eiern aus Weidehaltung. Gemeint ist damit oftmals nichts anderes, als das was hier beschrieben ist: In einem mobilen Stall wechseln die Tiere auf immer frische Weiden, haben viel Auslauf und frisches, biologisches Futter. Auch die Bruderhahn-Initiative macht zunehmend von sich reden und die tägliche Vernichtung von männlichen Küken, wie sie heute noch Praxis ist, bereitet vielen Verbrauchern ein schlechtes Gewissen.

Meine Meinung: Wer sich gesund und biologisch ernähren möchte, der kann und soll sich gerade bei den Produkten aus Tierhaltung an den höchsten Standards orientieren. Bio- Eier erscheinen teuer, sind aber im Familien-Etat letztlich nur ein Klacks.

In der kalten Jahreszeit: robuste Suppen, filigrane Weine

20. Januar 2016

Wer sagt, dass Suppe und Wein nicht zusammen passen? In der gehobenen Küche ist es natürlich ein Unding: Das muss zu jedem Gang der passende Wein gereicht werden. Aber viele werden sich noch an die Sonntagsessen ihrer Kindheit erinnern. Da wurde nicht selten zur Feier des Tages ein Fläschchen Wein aufgemacht. Und nicht jeweils eines für Suppe, Hauptgang und Nachtisch. Und erstaunlicherweise passt das meistens auch heute noch ziemlich gut.

Leichter tut man sich natürlich schon, wenn man sich von der klassischen Einteilung löst und trinkt, was einem passend erscheint: Regeln wie Rotweine zu dunklem Fleisch, Weißwein zu hellem Fleisch, etc. sind hilfreich, wenn man keine Orientierung hat, welche Weine zu was passen. Wer “seine” Weine schon mal probiert hat, der kann meistens genau sagen, ob sein Lieblings-Riesling zu Suppe und Braten passt.

Noch einfacher ist es freilich, wenn es nur einen Gang gibt. Eine delikate Suppe kann gerade in der kalten Jahreszeit durchaus eine Hauptmahlzeit sein. Mein Favorit zum Beispiel sind trockene, knackig-kalte Weißweine zu pürierten Suppen wie Kartoffelsuppe oder Kürbissuppe. Dazu vorneweg ein frischer Feldsalat, das ginge schon auch als Sonntagsessen durch.

Ein aktuelles Rezept für eine selbst gemachte Kartoffelsuppe gibts hier, auch das Rezept für eine Kürbissuppe findet auf auf testschmecker.de.

Biowein-Veranstaltungen 2016!

13. Januar 2016

Der Ecovin-Regionalverband Baden hat seine Termine für 2016 veröffentlicht, zusammen mit einer kurzen Pressemitteilung: 2016: Mit bewährtem Konzept präsentieren.

Glanzlicht in diesem Jahr ist wieder zum einen die Prämierung der Besten Bioweine Baden-Württemberg 2016 und die Vorstellung der Siegerweine auf der alle zwei Jahre stattfindenden Präsentation im Historischen Kaufhaus in Freiburg. Die findet am 21. Mai statt.

Desweiteren sind alle wichtigen Messe-Termine und regionale Weinveranstaltungen. Mit im Programm ist auch dieses Jahr wieder eine Studienreise nach Georgien. Die gabs erstmals 2015, sie stieß auf großes Interesse und steht auch Nicht-Mitgliedern und Nicht-Winzern offen.

Die Termine stehen auch auf der der Seite Jahresübersicht von ECOVIN Baden.

Jordan Winery: End of Year Compilation Video

24. Dezember 2015

Sozusagen eine Art Jahresrückblick. Und ein kleiner Eindruck davon, wie die Jordan Winery offensiv und mit viel Spass die Medien nutzt. Die Videos aus dem Weingut (wenn man das bei der Größe noch so nennen darf) sind eine sichere Bank – auch wenn man zB in Deutschland lebt und schwerlich irgendwann einen der Weine genießen wird.

Ich sehe solche Aktionen ja immer auch als Dankeschön an die Kunden: Etwas zurückgeben, ein bißchen gute Laune vermitteln, ohne dabei mit einem Werbepräsent gleich wieder den Kaufaspekt in den Vordergrund zu rücken.

Frohe Weihnachten!

23. Dezember 2015

Ich wünsche schöne Weihnachtstage und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Über die Feiertage wird es hier etwas ruhiger. Ich bedanke mich fürs Mitlesen und empfehle Ihnen für die ruhigere Zeit auch meine anderen Blogs joachimott.de, testschmecker.de und gruener-fahren.de sowie meine Social Media Seiten bei Facebook, Instagram, Twitter, Google+ und Pinterest.

12 Tipps für Wein und Schokolade – wenn nicht jetzt, wann dann?

16. Dezember 2015

Die meisten Weintrinker haben es schon ausprobiert, und manchmal passts – und manchmal eben nicht: Wein & Schokolade ist ein Themenfeld, in dem gerne die Experten auftreten und Hilfestellung leisten. Bei Weinproben, Verkostungen, Seminaren.

Wer noch nicht die zündende Kombination gefunden hat und noch auf der Suche ist, der kann die ruhige Zeit über den Jahreswechsel durchaus auch für eigene Erkundungen nutzen. Man kann sich diesem Thema – wie fast jedem Thema – von verschiedenen Seiten nähern: Die Schoko-Freaks werden ihre bevorzugten Schokoladesorten bereit legen und den passenden Wein suchen. Die Weinfreunde gehen von ihren Wein-Favoriten aus.

Wer Bio-Wine bevorzugt findet übrigens bei den Schokoladen sehr viele Angebote, die ebenfalls biologisch produziert werden und fair gehandelt.

Hier ein Paar Tipps, mit denen der Einstieg vielleicht leichter fällt.

1. Nehmen Sie sich nicht zu viel vor: Ein paar wenige Kombinationen genügen für den Anfang. Ausgangspunkt sollte am ehesten der Lieblingswein sein oder die Lieblingsschokolade.

2. Greifen Sie bei den Schokoladen am besten auf die Basics zurück: Füllungen und exotische Zutaten lassen nachher keine Schlussfolgerung zu, die Ihnen bei der nächsten Wein-Schokolade-Kombination weiter hilft.

3. Die ganz trockenen Weine, vielleicht noch mit hohem Säuregehalt, sind eher schwierig zu kombinieren mit Schokolade, egal ob es süße Vollmilch-Schokolade ist oder dunkle Schokolade mit hohem Kakao-Anteil.

4. Einfacher gelingt eine treffende Kombination mit milden Weinen und süßer Vollmilch-Schokolade. Experten sagen, der Wein sollte süßer sein als die Schokolade, aber wichtiger finde ich die Geschmacksrichtung: blumige Bukettweine wie Muskateller und Gewürztraminer oder klare Basis-Weine wie Müller-Thurgau und Silvaner?

5. Richtig süße Weine wie Auslesen, Trockenbeeren-Auslesen oder Eiswein werden sich wahrscheinlich nicht als Standard-Lösung für den Alltag durchsetzen. Interessant zu probieren, am besten zu süßer Vollmilch-Schokolade, aber auf lange Sicht greifen Sie vielleicht doch lieber zu preiswerten, alltagsnahen Weinen.

6. Knifflig wirds bei Extremwerten: Sehr bittere Schokolade und Weine mit sehr hoher Säure sind schwer zu kombinieren. Sauer und bitter verstärken sich eher, diese Geschmacksrichtung gefällt nur ganz wenigen.

7. Gut zu zartbitter Schokolade mit einem höheren Kakao-Anteil (um die 70 Prozent) passen für die meisten Leute Rotweine mit etwas „Schmelz”: weiche, harmonische Weine, vielleicht auch aus dem Barrique. Das sind zwar beides „Schwergewichte”, was den Geschmack betrifft, aber sie werden oft als gute Ergänzung empfunden (meine Lieblings-Kombi!).

8. Schwierig wirds bei noch höheren Kakao-Gehalten: Bei 80 oder gar 90 Prozent hinterlässt Schokolade manchmal ein pelziges Gefühl im Mund. Tanninbetonte Rotweine verstärken diese Empfindung eher. Wenns also Kakao-Bomben sein sollen, dann vielleicht – auch bei Rotwein-Vorlieben – mal die edelsüßen Weißweine probieren.

9. Nehmen Sie die „Rand-Themen” erst in einer späteren Verkostung dran: Schokolade mit Füllungen, Nüssen, exotischen Aromen oder auf der anderen Seite Dessertweine, Portweine sollten sie nicht gleich zum Einstieg kombinieren. Auch Pralinen sind ein ganz eigenes Thema.

10. Weiße Schokolade ist ein ganz eigenes Ding, und da sie eher süß ist passt sie für die meisten Weintrinker am ehesten zu süßen Weinen.

11. Erstaunlich einig sind sich viele beim Thema Sekt und Schokolade. Ein „extra trockener” Sekt hat einen viel höheren Zuckergehalt als ein „trockener” Wein, deswegen greifen viel spontan eher zu Vollmich. Vielleicht liegts am Britzeln auf der Zunge, aber Zartbitter wird hier oft ebenfalls als angenehm empfunden.

12. Und schließlich: Vertrauen Sie auf Ihren Geschmack, anstatt an Kombinations-Empfehlungen festzuhalten. Erfahrungen in der süßen Geschmackswelt kann man in dieser Jahreszeit auch sehr gut mit Weihnachtsgebäck und Wein sammeln.

Glückwunsch für Lotte Pfeffer-Müller

14. Dezember 2015

Lotte Pfeffer-Müller

Lotte Pfeffer-Müller

Lotte Pfeffer-Müller, engagierte Biowinzerin in Ludwigshöhe und Gründungsmitglied des Bundesverbandes für Ökologischen Weinbau, ECOVIN, erhielt jetzt in Mainz den Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz durch Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Die höchste rheinland-pfälzische Auszeichnung ist der Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz, so wird in der ECOVIN-Pressemitteilung betont. Ministerpräsidentin Malu Dreyer verlieh ihn an Bürgerinnen und Bürger aus Rheinland-Pfalz, die Außergewöhnliches und Überdurchschnittliches für das Land geleistet haben.

Ausgezeichnet wurde Lotte Pfeffer-Müller für Ihr Engagement im ökologischen Weinbau ausgezeichnet. Sie führt gemeinsam mit Ihrem Mann Hans Müller das Weingut Brüder Dr. Becker in Ludwigshöhe. Das Weingut ist Gründungsmitglied des Bundesverbandes Ökologischer Weinbau ECOVIN im Jahr 1985 und gehört zu den Pionieren des biologischen Weinbaus. Außerdem ist das Weingut Mitglied im VDP.Die Prädikatsweingüter und im Demeter Verband.

Von 1993 bis 1995 war Lotte Pfeffer-Müller Vorstandssprecherin im ECOVIN Bundesvorstand, von 2008 bis 2015 bekleidete sie das Amt der Vorstandsvorsitzenden. In dieser Funktion war sie aktiv im Vorstand des Deutschen Weinbauverbands und im erweiterten Vorstand des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (B.Ö.L.W.). Seit 1989 ist sie Mitglied im Kuratorium bzw. Stiftungsrat der Stiftung Ökologie und Landbau (SÖL).

Lotte Pfeffer-Müller setzte sich besonders stark auf europäischer Ebene für die Belange der Biowinzerinnen und -winzer in Deutschland ein und brachte ihre Expertise in die Diskussion um die Verarbeitungsrichtlinien mit ein.