Adventsgebäck und Wein – neue Aromenwelten

26. November 2015

In den Läden hat die Vorweihnachtszeit längst Einzug gehalten, auch in den Haushalten beginnt mancherorts die Einstimmung auf den ersten Advent: Durch das Backen von Weihnachtsplätzchen. Vorteil der heimischen Bäckerei: Mal abgesehen davon, dass solche familiären Küchen-Aktivitäten einfach Spass machen, ist man damit nicht mehr auf die Mischungen dioverser Bäckereien und Konditoreien angewiesen. Man entscheidet selbst über seine Favoriten, den Zuckergehalt (ja, man kann einige Rezepte durchaus anpassen) und die Zutaten. Und auch darüber, ob die Plätzchen komplett in Bio-Qualität entstehen, konventionell oder nur mit einigen Bio-Zutaten.

Alte Vorlieben muss man nicht aufgeben…

Auch wenn viele Weintrinker begeistert Plätzchen und Wein kombinieren: Oft herrscht Unsicherheit, welcher Wein zu welchen Plätzchen passt oder passen könnte. Feste Regeln nach dem Motto „Weißwein zu Fisch” gibts dafür nicht. Wer begeisterter Rotwein-Trinker ist, der wird sich zu Vanillegipferln und Zimtsternen eine Flasche Roten öffnen.

Generell gilt aber, das trockene Weine oft als unharmonisch zu süßem Gebäck empfunden werden. Wenn also ein trockener Rotwein, dann am besten ein runder, harmonischer, weicher Wein, vielleicht aus dem Barrique. Ein rauher, ungestümer, südländischer Wein rackert sich in dieser Aromenwelt vergeblich ab, er sucht herzhaftere Gegner wie gebratenes Fleisch, Pasta, Pizza.

Beliebt sind hier – auch von trocken-Trinkern – Weine mit einer größeren Restsüße: Rot- und Weißweine die entweder nicht als trocken gekennzeichnet sind oder sogar bukettreiche Weine wie ein Muskateller oder ein Gewürztraminer ergänzen das Aromenspektrum der Plätzchenwelt ganz gut.

… aber neue Kombinationen sind reizvoll

Wer das süße Gebäck ganz folgerichtig als Dessert einstuft und deswegen ganz klassisch zu edelsüßen Weine greift, wie einer Trockenbeeren-Auslese oder einem Eiswein, der macht auch nichts verkehrt. Aus diesen Bereichen hat man vielleicht am ehesten Erfahrung, was einem zu Süßem am besten gefällt.

Sekt und Secco sind natürlich ebenfalls klassische Begleiter zu Plätzchen, brut muss es aber auch hier nicht sein: Die als extra trocken gekennzeichneten Sekte liegen in der Restsüße deutlich höher, anders, als vielleicht die Bezeichnung vermuten lässt und ebenfalls sehr viel höher als zum Beispiel die als trocken gekennzeichneten Weine.

Wer sich vorab über die Zuckergehalte der kann sich hier nochmal schlau machen.

Der Wein-Adventskalender von Badens jungen WinzerInnen

23. November 2015

Auch dieses Jahr gibt es sie wieder – denn es gibt sie eigentlich immer: Die Weinbox von Mitgliedern der Generation Pinot. Das sind die jungen (oder zumindest etwas jüngeren) unter den badischen Winzern und es sind auch einige Biowinzer dabei. Mittlerweile sind das ganze Jahr über diverse Weinboxen zu haben, auch 6er oder 12er-Version. Die klassische Version zum Advent umfasst 24 kleine (0,25-Liter)-Fläschchen von 12 verschiedene jungen Erzeugern aus Baden.

Sie ist erhältlich über die die Website generation-pinot.de oder über das Weingut Kiefer (info@weingutkiefer.de oder weinbox@generation-pinot.de), sowie bei allen mitwirkenden Weingütern im Markgräflerland (Weingut Blankenhorn, Weingut Rieger*, Weinhaus Rabe, Weingut Scherer*), am Kaiserstuhl (Wein- und Sektgut Gerhard Karle, Weingut Kiefer*, Kaiserstühler Winzerverein Oberrotweil eG, Weingut Weishaar, Weingut Hiss), im Breisgau (Weingut Weber), im Kraichgau (Weingut GravinO) und im Taubertal (Winzerkeller im Taubertal). [*Bio-Betriebe]

Für rund 90 Euro kann man sich also durch 24 badische Viertele probieren und neue, junge Winzer entdecken, und nutzt damit sicher das beste Preis-Leistungs-Verhältnis und den höchsten Spass- und Entdecker-Faktor. Auf der Website findet man noch weitere Weinpakete: Bis 30.11.2015 kann man noch die Herbstbox Drachenflieger bestellen (6 verschiedene 0,75-Flaschen für 67 Euro oder die Weihnachtsbox mit 12 verschiedenen 0,75-Liter-Flaschen für 135 Euro).

Internationaler PIWI-Weinpreis 2015

20. November 2015

Der Internationale PIWI Weinpreis 2015 war nach Auskunft des Veranstalters Weinsystem der Erfolgreichste aller Zeiten. Bei einer Rekordbeteiligung von 120 Winzern mit 272 gemeldeten PIWI-Weinen aus 12 Ländern konnte die unabhängige Jury 231 Weine mit einer Medaille auszeichnen.

Die Siegerliste ist jetzt online unter http://www.piwi-international.de/de/ergebnisse-2015.html.

ECOVIN-Weinjahr 2015: Bioreben trotzen den Wetterextremen im Land

13. November 2015

Hohe Mostgewichte, überwiegend gesunde und kleinbeerige Trauben- so fasst der ECOVIN Bundesverband jetzt die Lese 2015 zusammen: „Die ökologisch bewirtschaftete Weinberge kommen sehr gut mit Trockenheit zurecht. Trend zu früheren und kürzeren Weinlese bestätigt sich auch im Jahr 2015.”

Ende April startete der Austrieb in den meisten deutschen Anbaugebieten, nur wenige Tage früher als der Durchschnitt der letzten Jahre. Genug Regen im Winter sorgte für einen guten Wasservorrat für die neue Vegetationsperiode. In den meisten Lagen begann die Rebblüte früher als üblich. Die warme Witterung sorgte für einen reibungslosen Ablauf der Blüte.

Anders war in diesem Jahr sicherlich der Sommer. Im letzten Jahr hatten die ECOVIN Mitglieder mit viel Regen, der Kirschessigfliege und Fäulnis zu kämpfen. Dieses Jahr war es ein Jahrhundertsommer mit so wenig Niederschlag wie lange nicht mehr.

Bereits im Frühsommer hatten manche Junganlagen in den rheinland-pfälzischen Anbaugebieten mit Trockenheit zu kämpfen. Im Juli und August wurden nicht selten Temperaturen über 35°C erreicht. Teilweise fiel über Wochen kein Regen. Vielerorts wurde es nötig vor allem die jungen Anlagen zu bewässern. Ökologisch bewirtschaftete Weinberge, ältere tiefwurzelnde Reben und spätreife Rebsorten sind die Gewinner des Jahrgangs 2015. Sie konnten mit der tropischen Hitze und den warmen Sommernächten gut umgehen. Die Wärme war jedoch auch sehr positiv, zum einen für einen guten Reifeverlauf der Trauben, den Zuckergehalt der Trauben und zum anderen hatten so die meisten Rebkrankheiten und Parasiten keinen Nährboden.

Bereits Anfang September ernteten die ersten ECOVIN Betriebe die Trauben für den Sektgrundwein. Anders war in diesem Jahr teilweise die Reihenfolge der Lese bei den Rebsorten. So ernteten die Württemberger ihre Lemberger-Trauben teilweise vor dem Riesling. Auch der Spätburgunder wurde an der Ahr teilweise früher gelesen als das Wort „Spät-„ in seinem Namen vermuten lässt.

Etwas niedriger ist in diesem Jahr wiederrum die Erntemenge und auch die Säurewerte der meisten Trauben lagen niedriger als der Durchschnitt.

Aus den einzelnen Regionen berichtet der Bundesverband:

Ahr

Die frühen Sorten, wie Frühburgunder und Müller-Thurgau, wurden in den ersten Septemberwochen geerntet. Die Hauptlese startete bei den ECOVIN Winzerinnen und Winzern von der Ahr Mitte September. Bis Ende Juli war das Weinjahr 2015 eher unproblematisch. Große Regenmengen im August und September drohten die Traubengesundheit und den Reifeverlauf zu beeinträchtigen. Jedoch schadete der Regen den Trauben kaum, die Quantität und vor allem die Qualität sind 2015 sehr gut. „Insgesamt sehe ich das Weinjahr 2015 als unkompliziert an. Es macht jetzt schon Spaß durch den Keller zu gehen und die ersten vergorenen Weine zu probieren. Der Jahrgang 2015 wird von sich reden machen“ so resümiert ECOVIN Regionalgruppenvorsitzender Christoph Bäcker. „Die Jungweine zeigen viel Frucht, eine harmonische Säure und kräftige Farbe beim Rotwein“, resümiert er zufrieden.

Baden

Die meisten ECOVIN Winzerinnen und Winzer ernteten die ersten Trauben bereits Anfang September, ungefähr zehn Tage früher als im Vorjahr. Die ECOVIN Winzerinnen und Winzer in Baden erlebten, wie in vielen anderen Anbaugebieten, einen außergewöhnlichen Sommer. „Die Hitze und die Trockenheit haben unseren Reben fast nirgendwo geschadet“, erklärt Paulin Köpfer von ECOVIN Baden die Situation bei den ökologisch wirtschaftenden Winzern. Die anhaltend gute Wetterlage hat dazu geführt, dass die Reben in ihrem Entwicklungsstand durchschnittlich zwei Wochen früher waren als in den vergangenen Jahren. Die geringen Reifeunterschiede zwischen den einzelnen Rebsorten hatte eine zügige und dicht aufeinanderfolgende Lese der verschiedenen Rebsorten zur Folge. Im September erlebten die ECOVIN Winzerinnen und Winzer mit Sonne, Wind und kühlen Temperaturen fast Wunschbedingungen für ihre Trauben. „Das könnte in diesem Jahr ganz große Weine geben“, resümiert ECOVIN Winzer Johannes Hügle.

Franken

Die Weinlese 2015 begann wie in den meisten anderen Anbaugebieten Mitte September und zog sich bis in den frühen Oktober. Diese Zeit war durch sehr gutes sonniges Wetter mit günstigen Temperaturen geprägt. Die geernteten Trauben waren im Allgemeinen sehr gesund, die Beerenhäute zeigten kaum Risse und waren somit nicht anfällig für Fäulnis.

Die Voraussetzung für die gesunden Trauben haben wir durch eine luftige Laubwand geschaffen. Insgesamt sind wir mit der Ernte 2015 sehr zufrieden. Die Mostgewichte lagen zwischen 95 -124° Oechsle“, resümiert Anton Hell, von ECOVIN in Franken, das Weinjahr. Zufrieden fügt er hinzu: “Unsere Kunden können sich auf sehr gute gehaltvolle Weine mit mineralischem Charakter und wundervoller Aromatik freuen.“

Mosel

ECOVIN Winzerinnen und Winzer an der Mosel erlebten diesen Sommer auch eine extreme Trockensituation bis Anfang September die ersten ergiebigen Niederschläge fielen. In der Folge platzten einzelne Beeren auf und Fäulnis breitete sich mehr oder minder aus, besonders kompakte, gut verblühte Trauben waren betroffen. Es deutete auf eine Wiederholung der 2014er Ernte hin, die besonders von Fäulnis betroffen war. Hochdruckwetter mit kühleren Temperaturen und geringer Luftfeuchtigkeit sorgte jedoch dafür, dass diese Fäulnis sauber eintrocknete, ohne dass weitere Schadpilze zum Zuge kamen. Positiv resümiert ECOVIN Winzer Harald Steffens das Ende der Weinlese 2015 an der Mosel: „Die Qualitätsentwicklung ist als überaus positiv zu sehen. Das Wetter im Oktober war sehr gut, die gemeldeten Nachtfröste sind ausgeblieben. Es werden sehr hohe Weinqualitäten erwartet“.

ECOVIN Winzer Timo Dienhart beschreibt die Weinlese 2015 durchweg positiv: ” Wir hatten einen völlig entspannten Herbst mit absolut großartigen Qualitäten, wie sie sehr selten sind. Trockenbeerenauslesen gab es ohne riesen Anstrengungen. Die Säure war perfekt. Trockene Weine werden dicht und elegant werden. Die Weine sind enorm aromatisch, zeitgleich leicht genug um unserer Gebietstypizität noch zu entsprechen. Leider ist die Menge ein kleines Problem. Vor allem die Basisweine werden zu knapp sein.”

Nahe

„Die Weinlese 2015 war für uns ECOVIN Winzerinnen und Winzer mit mehr Zeit für wohlüberlegte Schritte verbunden. Wir konnten die Trauben ernten, wenn sie für uns die optimale Reife erreicht hatten“, erklärt Sebastian Müller von ECOVIN Nahe. Er beurteilt die Trockenheit im Sommer als positiv für die Traubengesundheit und die physiologische Reife der Trauben. Die Mostgewichte an der Nahe waren in diesem Jahr sehr gut. Zum Beispiel konnte Sebastian Müller seinen Spätburgunder mit 95° Oechsle ernten. Der Müller-Thurgau lag mit 80°Oechsle in einem sehr guten Durchschnitt. Von einfachen Qualitäten bis hin zu Auslesen und Trockenbeerenauslesen war 2015 an der Nahe alles möglich. “ Wir erwarten schöne, leichte, fruchtige Weißweine und eher schwere Rotweine. 2015 ist ein Jahrgang, der sich sehen lassen kann“, sagt Sebastian Müller.

Pfalz

Mit allen Wetterlagen von Sonne über Regen bis hin zu sehr kalten Temperaturen hatten es die Winzerinnen und Winzer diesen Herbst in der Pfalz zu tun. So war die Weinlese 2015 vergleichsweise kurz und intensiv. Die Hitze im Sommer machte den meisten ökologisch bewirtschafteten Weinbergen wenige Probleme.“ Die ökologisch bewirtschafteten Weinberge können mit diesen extremen Temperaturen gut umgehen. Der höhere Humusanteil im Boden hilft die Feuchtigkeit im Boden zu halten“, erzählt Christine Bernhard, ECOVIN Regionalgruppenvorsitzende aus der Pfalz. Das Jahr 2015 machte es den ECOVIN Winzerinnen und Winzern möglich ein breites Spektrum an Qualitäten in die Weingüter zu bringen. Von der Basis bis hin zu Beerenauslese und Trockenbeerenauslese war alles dabei.“ Die Jungweine präsentieren bereits jetzt eine seidige, abgepufferte Säure und eine tolle Fruchtaromatik“, so beschreibt Christine Bernhard die ersten Kostproben des neuen Jahrgangs.

Rheinhessen

„Nach einem sehr hektischen Jahr 2014 hatten wir wieder mehr Entspannung im Jahr 2015“, stellt Erik Riffel, von ECOVIN Rheinhessen am Ende der Lese zufrieden fest. Mitte September führte die Regenmenge von teilweise 30 l/m bei den ECOVIN Winzerinnen und Winzern zu Befürchtungen, dass die Weinlese gleich zu Beginn hektisch und problematisch wird. Ein kühler Nordwind führte dazu, dass die Reben schnell wieder abtrockneten und an den aufgeplatzen Beeren war keine schnelle Fäule zu befürchten. Die Traubenreife verlief dann bei sonnigem kühlem Wetter weiter auf Hochtouren, so dass Reife und Mostgewichte in Rheinhessen überdurchschnittlich hoch waren. Erik Riffel erntete seine goldgelben, hochreifen Rieslingtrauben mit 90 -95° Oechsle und auch die Säure war mit Werten zwischen 7-8,5 g/l perfekt. In Rheinhessen konnten die Winzerinnen und Winzer in diesem Jahr sogar die eine oder andere Beerenauslese und Trockenbeerenauslese in den Keller bringen.“ Auf diese Spezialitäten können sich die Kunden besonders freuen. Auch die anderen Weine werden super aromatisch, wunderschön harmonisch und ausgereift sein“, prophezeit Erik Riffel.

Rheingau

Im Rheingau begann die Hauptlese teilweise erst Anfang Oktober. Dies liegt unter anderem am Sortenspiegel des hessischen Anbaugebietes, hier wird vorwiegend der spätreifende Riesling angebaut. Die Diva unter den Rebsorten präsentiert sich im Jahr 2015 im Rheingau bester Gesundheit, was den ECOVIN Winzerinnen und Winzer möglich macht, sogar auf einen Eiswein zu hoffen. Im Vergleich zum Jahrgang 2014 sind die Qualitäten 2015 sehr gut. Wobei die Quantität durch den Wassermangel in den Sommermonaten etwas niedriger ausfällt als im Durchschnitt. “Im Juni zur Rebblüte hatten wir eine optimale Witterung, dies war die Grundlage für einen guten Jahrgang 2015. Am Ende betrachte ich den Vegetationsverlauf als unproblematisch und entspannt. Die Weine des Jahrgangs 2015 sind sehr vielversprechend für uns Winzer und natürlich am meisten für unsere Kunden“, sagt Michael Albrecht, ECOVIN Regionalgruppensprecher aus dem Rheingau.

Württemberg

Die meisten ECOVIN Winzerinnen und Winzer haben die Weinlese 2015 um den 16. Oktober 2015 beendet. Es war ein spannendes Jahr mit idealen Wachstumsphasen, die sich mit niederschlagsarmen Perioden abwechselten. Während in den Jungfeldern eine Bewässerung erforderlich war, kamen die älteren Weinberge mit der Trockenheit gut zurecht. Pilzkrankheiten traten bei guter Laubarbeit und angepasstem Pflanzenschutz kaum auf.

Eine geringe Population der Kirschessigfliege fand sich Anfang Oktober vereinzelt in Trollinger- und Lemberger-Trauben. Wegen den hohen Temperaturen im Sommer und der recht frühen Reife sind die Württemberger Wengerter dem Insekt mit der zügigen Lese wohl zuvorgekommen. Die Jungweine des Jahrgangs 2015 präsentieren sich sehr gut. Insbesondere die ersten durchgegorenen Weine aus Frühsorten wie Solaris, Müller-Thurgau und Frühburgunder zeigen tolle Frucht und eine angenehme Fülle. „Der Ertrag ist, wenn man die trockenstehenden Weinberge im Sommer gesehen hat, zufriedenstellend. Wir, in Württemberg, freuen uns auf einen guten Jahrgang 2015, “ sagt Reinhard Schäfer, von ECOVIN Württemberg.

Danke für die Post

6. November 2015

Danke, Marrenon, für den Bio-Rotwein Amountanage.

Immer wieder bekomme ich unaufgefordert Post. Meistens sind es Dinge, die ich probieren soll (auch für testschmecker.de). Dahinter steht – ausgesprochen oder unausgesprochen – die Hoffnung / Bitte, dass ich etwas Positives darüber schreibe. Meistens tue ich das nicht: Meine Themen suche ich mir selbst. Wein-Rezensionen gehören nicht dazu. Bei Büchern erwäge ich eine Vorstellung – vollkommen unabhängig von der Einschätzung, ob dem Verlag das gefallen könnte, was ich da schreibe.

Viele Zusendungen sind so abwägig, dass ich mich darüber ärgere: Da hat vorher wohl niemand einen Blick auf die Website geworfen, um was es da überhaupt geht. Andere passen zumindest thematisch, und dann kommt es mir unhöflich vor, mich nicht dafür zu bedanken.

Der Ratgeber: Gary Vaynerchuk

21. Oktober 2015

Man muss auch mal zugeben können, wenn man falsch liegt. Ich entsinne mich, dass ich an dieser Stelle schon früh auf Gary Vaynerchuk hingewiesen habe. Auf seine frühen und sehr erfolgreichen Videos bei winelibrary.tv, auf diverse andere Auftritte im Internet. Und dass ich mich mit dieser Art nicht recht anfreunden konnte: Verkaufen mit großem Auftritt und schnellem Mundwerk war und ist nicht mein Ding, das muss – erst recht beim Thema Wein – auch etwas subtiler gehen.

Aber (und daran merkt man erst, wie lange man mit dem Thema Wein im Internet dabei ist) aus Gary Vaynerchuk hat sich in den vergangenen Jahren so viel mehr entwickelt, als ein guter Verkäufer und Promoter. Natürlich ist er das immer noch, aber inzwischen ist ein Aspekt hinzugekommen, den ich sehr schätze. Heute leitet er ein Unternehmen mit sehr vielen Mitarbeitern und ist vor allem im Bereich Social Media als Berater tätig. Und mit dem gleichen Engagement, mit dem er früher Weine anbot, will er heute darüber informieren, wie das Internet und seine Benutzer ticken.

Kaum einer hat die verschiedenen Social Media so aufmerksam verfolgt und so erfolgreich bedient wie er. Jetzt er gibt der Internet-Gemeinschaft sehr viel zurück: Ratschläge und Strategien, die erprobt und erfolgreich sind.

Der Kampf um Kunden: So landen Sie gezielte Treffer mit Facebook, Twitter & Co Sein Buch „Jab, Jab, Jab, Right Hook” ist inzwischen auch in deutscher erschienen unter dem etwas profan klingenden Titel Der Kampf um Kunden. Dort sind für jeden Social Media Bereich eine Analyse und viele Empfehlungen so beschrieben, dass auch als interessierter Laie das Lesen Spass macht und konkrete Hilfestellungen bringt. Am besten finde ich noch immer die Grundeinstellung, die im englischsprachigen Titel viel besser rüberkommt: Jab, jab, jab, das sind im Boxsport drei Gerade, dann erst kommt der rechte Haken, der den Gegner ausknocken soll.

Naja, ganz so kämpferisch gehts nicht wirklich zu. Im übertragenen Sinn bedeutet es vielmehr, dass wer im Internet unterwegs ist erst einmal (dreimal oder sehr viel öfter) etwas geben muss, bevor er von seiner Anhängerschaft etwas fordert. Eine sehr sympathische Einstellung, auch wenn sie natürlich trotzdem sehr kommerziell ist. Dennoch: Viel zu oft stößt man auf Webseiten neuer Firmen, Weingüter, Händler, die offensichtlich denken, Facebook, Twitter und Co, sind nichts anderes als reine Werbeplattformen.

Ob man das Buch kaufen muss (das jetzt auch schon zwei Jahre auf dem Markt ist und noch immer sehr aktuell), oder ob man sich übers Internet die zahlreichen Auftritte und Videos zusammen sucht, ist Einstellungssache. Tatsache ist, es gewinnbringend und hilfreich, ihm zuzuhören. Dass all die Nachahmer letztlich nur seine etwas aufgeregte Präsenz in Videos übernommen haben (er war in dieser Hinsicht wirklich “stilbildend”, wenn man das mal so formulieren darf) und viele die von ihm heute propagierten Ideen nicht übernommen haben, ist ein anderes Thema.

Isch over

16. Oktober 2015
Der Kaiserstuhl im Oktober 2015

Der Kaiserstuhl im Oktober 2015

So hats ein bekannter badisch-schwäbischer Finanzexperte mal auf den Punkt gebracht. Gilt jetzt auch für die Lese 2015. Glänzende Augen bei vielen Winzern, langes Schwärmen für die gesunden Trauben. Gespannte Vorfreude, was nun draus wird.

Mein persönlicher kleiner Biowein-Vorrat

9. Oktober 2015

Die Motive, nach denen Wein eingekauft wird, sind schier unermesslich: Die einen kaufen nur Bekanntes, andere gehen immer wieder auf Entdeckungstour, die einen kaufen grundsätzlich mindestens 6 Flaschen, andere sind auf der Jagd nach einzelnen Flaschen. Ausschlaggebend für das Einkaufsverhalten ist sicher auch, was man vorhat. Der Genießer, der alleine im stillen Kämmerlein eine Flasche öffnet, hat andere Ansprüche als ein Gastgeber, der zu jedem Anlass und jede Besucherzahl gewappnet sein möchte.

Wie so oft im Leben kann man für die meisten Fälle ein Muster finden, das vielen gerecht wird. Hier ist mal das skizziert, was für mich heute passt. Und was ich für einen praktikablen und auch preislich vertretbaren Weg halte.

1. Verschiedene leichte Weißweine zum Essen: Gutedel, Müller-Thurgau, Rivaner, Auxerrois, gerne auch Cuvées, Sommerweine etc.

Wenn man die Weine nach einer Qualitätspyramide ordnet, dann ist das hier die breite Basis mit den preiswerten Weinen im 5-Euro-Bereich: Es kommen hier nicht nur sehr viele Weine als Essensbegleiter für Alltagssituationen in Betracht – man kann sie auch alle parallel verwenden. So ist es nach meiner Erfahrung längst kein Beinbruch, wenn man zu wenig festlichen Anlässen einfach den Wein wechselt, wenn eine Flasche leer ist. Lässt sich absehen, dass eine Flasche sowieso nicht reichen wird, kann man aus dem vermeintlichen Manko einen Vorteil machen und stellt von vorneherein zwei bis drei verschiedene Flaschen auf den Tisch. Das sollten dann auch möglichst Weine sein mit verschiedenen Geschmacksrichtungen.

Bei festlicheren Anlässen halte ich das für weniger gut: Natürlich darf jeder auf Wunsch trinken, was er will. Aber wer entscheidet, was es zu Essen gibt, der sollte auch einen passenden Wein dazu empfehlen bzw. gleich auf den Tisch stellen.

Da heutzutage zu kaum einem alltäglichen Anlass die Gäste auf die Heimfahrt verzichten, pendelt sich der Konsum meist im Zehntele-Bereich ein. Viele nutzen zuhause nicht die Möglichkeit, verschiedene Weine zum Essen zu probieren. In größerer Rund geht das gut, man kann sich austauschen und lernt vielleicht interessante neue Weine kennen. Der Gastgeber bleibt schlimmstenfalls auf ein paar angebrochenen Flaschen sitzen. Aber da hier ausdrücklich von sehr preiswerten Weinen die Rede ist, wird das kaum jemanden schmerzen.

Weinkenner rümpfen gerne mal die Nase, wenn vom 5-Euro-Segment die Rede ist. Der gemeine Verbraucher kennt da meistens keine Berührungsängste und ist froh für Tipps zum preiswerten Weinkauf. Fast alle Biowinzer haben im Online-Angebot weiße Einstiegsweine in der Preisklasse um die 5 bis 8 Euro.

2. Fischweine: knackig, kalt, hohe Säure, Weißburgunder, Riesling

Das erscheint jetzt vielleicht etwas beliebig, eine Speise herauszugreifen. Aber für mich sollte Wein zum Fisch einen eigenen Charakter haben. In den meisten Fällen wird ein knackiger, kalter Weißwein (selten auch ein kalter herber Rotwein) als passend empfunden, dessen Säuregehalt mit den kräftigen Aromen eines Fischgerichts mithalten kann. Da die Grenze zwischen Weinen mit knackiger Säure und sauren Weinen schnell überschritten ist, ist hier die Auswahl deutlich geringer: Sicher gibt es noch mehr Weißweine, die dafür entdeckt werden wollen, aber am besten beschränkt man sich hier auf maximal zwei bis drei Weine. Ausschlaggebend sind Rebsorte, Ausbauart, biologischer Säureabbau und vieles mehr. So kann der Sauvignon Blanc auch mal locker einen Riesling ausstechen.

Auch würde ich hier keinen Wechsel des Weins beim Essen empfehlen: Von seinem speziellen Fischwein sollte man eine zweite gekühlte Flasche parat haben. Mit 5 bis 15 Euro pro Flasche ist man gut dabei.

3. Edle Weiße, auch zum Repräsentieren: Grauburgunder als Favorit, evt. Riesling

Das sind dann die Weine, die nicht nur den höchsten Genuss versprechen, sondern auch bei den Gästen einen bleibenden Eindruck hinterlassen solle. Wobei die persönlichen Vorlieben immer Vorrang haben: Wer will schon mit einem Wein glänzen, der einem selbst nicht 100prozentig schmeckt? Also keine „Blender” kaufen, mit großem Namen, aus dem Barrique, angesagte Rebsorten, nur weils was hermacht.

Auch hier genügt theoretisch der Mini-Vorrat von zwei Flaschen, schließlich sind das Weine für einen besonderen Anlass. Mit zunehmender Wein-Erfahrung wird man viele Kandidaten haben, die hier in die engere Wahl kommen, und natürlich schwärmt manch einer davon, dass er den ganzen Keller voll habe mit solchen Top-Weinen. Aber Ausprobieren und einen Vorrat halten sind eben zwei paar Stiefel.

Weiße aus dem Barrique gehören nicht zu meinen Favoriten, das schränkt die Auswahl etwas ein. Die Preisspanne liegt bei mir meistens zwischen 10 und 16 Euro.

4. Einfache Rote, die Italiener unter den deutschen Rotweinen: alle Rebsorten, zu Nudelgerichten, Pizza, Pasta,

Auch bei den Roten ist die Basis der Pyramide ziemlich breit. Auch hier gibt es eine Vielzahl preisgünstiger Weine, und wie bei beim weißen Basis-Segment brauchts bei mir von keinem mehrere Kartons: Viele probieren, oft wechseln, alle Kombinationen zum Essen testen, die einen interessieren. Allerdings liegen die Basis-Preise bei den Roten zumindest bei mir im Südwesten deutlich höher als bei den Weißen.

5. Trinkweine rot, das Viertele am Abend, nicht ganz so trocken

Bei den Roten habe ich keinen Favoriten für bestimmte Speisen, sondern ich unterscheide zwischen den deutlich trockeneren zum Essen und den eher geschmeidigen für ein Solo. Mein Vorteil ist, dass es bei mir in Baden eine Vielzahl ausgezeichneter Spätburgunder gibt. Mein Nachteil: Es gibt hier fast nur Spätburgunder. Also weiche ich öfters aus, vorzugsweise in meine schwäbische Heimat. Die Württemberger haben eine größere Vielfalt, eine interessante Preisspanne und sehr gute Qualitäten. Auch die Pfalz und Rheinhessen bieten Vielfalt in verschiedensten Preisklassen.

Angelegt werden meist zwischen 8 und 15 Euro, aber auch hier genügen kleinere Mengen, dafür gibt es mehr Abwechslung.

6. Edle Rote, auch zum Repräsentieren: Spätburgunder & Co.

Erstaunlicherweise scheinen mir viele Menschen bei Rotweinen weniger tolerant, als bei Weißweinen. Oder die Vorstellungen über einen guten Weißwein sind einheitlicher als beim Rotwein. Bei den Roten toleriere ich zum Beispiel auch die Barriquenote, andere lieben oder hassen sie. Mit einem exquisiten Spätburgunder macht man selten etwas falsch, mit 10 bis 20 Euro ist das auch die Obergrenze dessen, was ich heute noch für Weine ausgebe.

Gemüse kann auch anders: vegetarische Gerichte für jede Jahreszeit.

2. Oktober 2015

Gemüse kann auch anders: Vegetarische Rezepte für jede Jahreszeit (GU Themenkochbuch) Schon das Titelbild ist für mich ein Hingucker, mal was anderes. Ist wohl auch nötig in Zeiten, in denen kein Buchladen ohne einen Sondertisch für vegetarische und vegane Kochbücher auskommt.

Der Stil des Titels zieht sich auch durch die ansprechend gestalteten Seiten des Bildbandes mit seinen 240 Seiten. Einen besonderen Kick bekommen die Rezepte durch einen Faible der Autorin, die eigentlich eher für Ihre Arbeit mit Gewürzen (und ihren Onlinehandel) bekannt ist.

Die Inhalte sind geordnet nach den verschiedenen Gemüsesorten. Natürlich spielen bei der Zubereitung die Gewürze eine wichtige Rolle (ein Schelm wer Böses dabei denkt). Die Rezepte sind gut nachvollziehbar und die meisten Gewürze bekommt man entweder (vor allem in Städten) auch vor Ort oder hat sie schon zuhause. Da Low Carb vielen Menschen am Herzen liegt, wird die Angabe der Kohlehydrate sicher dankbar zur Kenntnis genommen, ebenso der Hinweis auf vegane und glutenfreie Rezepte.

Die Aufteilung in Kategorien, die nach den Gemüsesorten benannt sind, hat einige Vorteile: Vorspeisen und Hauptgerichte, Aufläufe und Chutneys sind an einem Ort, wenn man nach einem üppigen Markteinkauf nach Verwertungsmöglichkeiten sucht.

Weinlese 2015: Zufriedene Biowinzer

25. September 2015

Die Weinlese 2015 ist nun fast überall in vollem Gange: vom südlichen Baden bis hinauf zur Mosel. Die Winzer berichten (oft mit leuchtenden Augen) von der Qualität der Trauben, selten hat ein Jahrgang so schöne, gesunde Trauben ergeben. Die Kirschessigfliege schien nirgends eine Rolle zu spielen. Die Erträge sind deutlich geringer als im vergangenen Jahr, wobei die Schwankungen regional sehr groß sind: Einiger Winzer sind zufrieden mit dem geringeren Ertrag, der zwangsweise auch durch die geringeren Wassereinlagerungen in den Beeren zustande kommt. Andere berichten von Verlusten, die sich nur und bestenfalls durch die größeren Mengen des Vorjahres ausgleichen lassen.

Alles in allem ergeben die Berichte bislang ein sehr zufriedenes Bild. Und in Kürze liegt dann die weitere Entwicklung sowieso ganz in den Händen der Winzer.