Bioweine unter der Lupe

Kupfer und Schwefel spielen auch im biologischen Weinbau noch immer eine wichtige Rolle. Genauer unter die Lupe genommen haben diese beiden Aspekte zwei Autoren des aktuellen Slow Food Magazins.

Thomas Weidner berichtet unter der Überschrift „Grünspan im Paradies“ über die Geschichte des Kupfers im Weinbau. Angefangen bei der „Bordolaiser Brühe“, die seit Ende des 19. Jahrhunderts gegen den falschen Mehltau eingesetzt wurde, bis zur aktuellen Forschung, bei der kleinste Kupfermengen mittels Nano-Technik oder homöopathischer Verdünnung eingesetzt werden. Das Hauptübel, gegen das dieses Schwermetall noch immer ausgebracht wird, ist eben die Pilzerkrankung. Diese ließe sich indes auch ganz anders bekämpfen, schlussfolgert Weidner, der das Freiburger Slow Food Convivum leitet: Pilzwiderstandsfähige Rebsorten sind seit Jahrzehnten bekannt (und werden von Biowinzern auch zunehmend eingesetzt), aber:

„Weil sie beim Verbraucher noch nicht auf genügend Akzeptanz stoßen, haben sie sich im Anbau bisher noch nicht durchsetzen können.“

„Wo bleibt der Fortschritt?“ fragt in der gleichen Ausgabe Slow Food Autor Harald Bremer in seinem Artikel „Schwefel im Wein – muss das sein?“. Seit 2005 muß ggf. auf dem Etikett der Vermerk „Enthält Sulfite“ angebracht sein. Schweflige Säure beeinflusst den Weingeschmack, verhindert die Vermehrung unerwünschter Mikroorganismen und verhindert eine zu schnelle Oxidation bzw. Alterung des Weins.

Es sollte auch ganz ohne Schwefel gehen, allerdings beschränkt dies die Lebens- und Lagerungsdauer der Weine. Eine Verbrauchernachfrage nach schwefeldioxidfreiem Wein gibt es nach Bremers Artikel aber gar nicht. Bleibt die Frage nach dem „Wieviel“, und auch die beantwortet der Autor: 80 bis 160 Milligramm je Liter normalerweise, in Rotwein weniger als ein Weißwein.

Kommentarfunktion ist deaktiviert