Ökologische Geldanlage: In Bio-Weinbau investieren

Noch vor gar nicht so langer Zeit hat mich so etwas eher erschreckt: Ein Geldgeber wird gesucht für ein Bioweingut. Als Normalbürger stellt man sich immer vor, dass dann so etwas wie eine „feindliche Übernahme“ ansteht. Bei Betrieben eben zum Beispiel, die nicht genug erwirtschaften.

Nach einigen Jahren sehe ich solche Angebote eher nüchtern: Nicht immer erfolgt einfach ein reibungsloser Übergang zwischen den Generationen. Manchmal haben die Jüngeren, manchmal auch die Älteren in der Familie ganz andere Pläne. Manchmal sind es aber wirtschaftliche Rückschläge: Das Risiko im Bioweinbau ist nunmal wesentlich höher, als im konventionellen Weinbau, wo man vieles wieder „heilen“ oder ausbügeln kann.

Wie auch immer die Gründe dafür sind: Frisches Geld in einen Biobetrieb zu investieren kann in vielerlei Hinsicht eine gute Sache sein. Die Nachfrage nach Bioweinen scheint unverändert zuzunehmen. Und ein Einstieg in ein bestehendes Unternehmen mag Risiken bergen. Im Vergleich zum Neuanfang in der Bio-Erzeugung sind die jedoch eher gering.

Knackpunkte bei einer solchen Partnerschaft sind in der Regel die Offenlegung der wirtschaftlichen Situation, die Frage ob man rein menschlich miteinander auskommt und der Grad des Mitspracherechts.

Weitere Investitionsmöglichkeiten sind zum Beispiel der Kauf eines Weingutes oder der Einstieg in den Vertrieb. Hier steht allerdings der persönliche Einsatz im Vordergrund. Alleine damit, dass man sein Geld arbeiten lässt, ist es nicht getan. Und vermeintliche Weinkenner scheitern oft schnell an den Realitäten: Der körperlich harten Arbeit im Weinberg zum Beispiel oder den Eigenheiten des Weinhandels.

Einer der sich in der Weinszene auskennt hat hier auch schon über das Thema geschrieben und auch schöne Beispielrechnungen aufgemacht.

2 Reaktionen zu “Ökologische Geldanlage: In Bio-Weinbau investieren”

  1. Iris

    Schön, dass hier der Beitrag von Thomas aus den Archiven wieder ausgegraben wird. Ich hatte ihn noch nicht gelesen, kann seiner Analyse aber über weite Strecken zustimmen. Auch und gerade, weil ich zu der Kategorie von Winzern gehöre, die sich die niedrigen Erträge nicht in die Tasche lügen und kein Hintertürchen mit Massenware für die Finanzierung haben – dass man dabei eher für als von seinem Wein lebt, kann ich nur bestätigen:-)!

  2. Iris

    Ach, und jetzt habe ich den Kommentar zu Deinem Teil fast vergessen: die einfachste und effizienteste Art, in Bio-Weinbau zu investieren, ist wohl, entsprechende Winzer durch den Kauf ihrer Weine zu unterstützen, natürlich jeder nach seinem Geldbeutel und Geschmack:-).