„RheinhessenRequiem“ von Timothy McNeal

RheinhessenRequiemRheinhessenRequiem von Timothy McNeal. „Hinter der Idylle grinst das Grauen!“. Das schreibt zumindest der Verlag in seiner Buch-Kurzbeschreibung. Und irgendwie ist diese Plattitüde auch kennzeichnend. Schließlich gibt es immer mehr lokale und regionale Krimis, auch die Weinkrimis haben längst einen festen Platz und ihre Leserschaft gefunden: Da muss man sich gleich abheben von der Konkurrenz.

In diesem Fall geschieht das durch eine sehr direkte, manchmal auch etwas ruppige Sprache. Was bei einem Krimi ja nicht unbedingt störend wirken muss. Wenn der Feinschliff auch in den Erotik-Szenen etwas dürftiger ausfällt (ja, auch die gibt es in Wein.Krimis), dann hat das schon seinen eigenen Charme.

Zum Inhalt: Kommissar Neuner und sein Stellvertreter Parr aus Alzey („heimliche Hauptstadt Rheinhessens“) sollen sich um stehlende Jugendbanden kümmern, gleichzeitig sucht ein obskurer Anwalt im Auftrag rechtsextremistischer Aktionisten eine Immobilie, die als Schulungszentrum Verwendung finden soll. Und in einer restaurierten Mühle im Wiesbach-Tal schließlich führt ein Ex-Veterinär Experimente mit Menschen durch, die zumeist tödlich enden. Obskur? Schon ein bißchen.

Auch vom Rheinhessen-Flair kommt nicht so viel rüber wie beispielsweise beim Weinkrimi „Abgefüllt“ von Andreas Wagner.

Als kurzweilige Sommerlektüre mit etwas Heimatflair und / oder Weinromantik ist das 221 Seiten starke Buch aus dem Iatros Verlag natürlich nichtsdestotrotz lesenswert. Oder um den hoffnungsvollen Ausblick des Verlagstextes noch anzuführen: „Trotz allem bleibt den beiden Kriminalisten jedoch noch Zeit, dem rheinhessischen Dreiklang nicht nur zu lauschen: Wein, Weib und, Gesang!“

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