Welcher Biowein zum Weihnachtsessen?

Darüber kann man sich lange den Kopf zerbrechen: Was passt genau zu meinem Weihnachtsessen? Welchen Biowein wähle ich aus? Manche machen es ja genau andersherum: Ich habe da noch einen erstklassigen Roten im Keller, was koche ich dazu?

Meine Haltung ist da ganz entspannt: Es gibt genügend Stress vor, und manchmal auch an Weihnachten. Da muss man sich nicht auch noch wegen so etwas das Leben schwer machen. Ich tendiere zu folgender Einstellung: Jeder Wein ist der Richtige. Die althergebrachten Zuordnungen, was man zu welchem Essen trinken sollte, finde ich ebenfalls überholt.

Rotwein zu Fisch? Kein Problem. Ein Weißwein zum Rinderfilet? Damit kann ich leben.

Allerdings verlege ich die Experimentierphase nicht gerade in die Gästerunde: Was ich dort womöglich auch anderen Leuten vorsetze, das habe ich vorher einmal ausprobiert und für gut befunden. Nur in kleiner, geselliger Runde probiert man auch hier mal was aus – und geht ohne falsche Scham und Entschuldigungen an die nächste Flasche, wenn die Zusammenstellung doch nicht so gut gepasst hat.

Überhaupt verabschiede ich mich (in den meisten Fällen) auch von der Regel, eine größere Menge des gleichen Weins vorrätig zu haben für ein Essen. Erstens trinken die meisten Besucher heutzutage sowieso herzlich wenig – mit Rücksicht auf ihren Führerschein, was ich auch vollkommen richtig finde und selbst genauso mache. Und zweitens macht es nicht nur mir Spass, wenn statt einem gleich drei offene Weine auf dem Tisch stehen und man wählt selbst, probiert aus und wechselt gegebenenfalls.

Ist also keinerlei Vorbereitung notwendig? Doch, wie gesagt: Die Speisen-Wein-Kombination sollte man vorher schon mal ausprobiert haben, damit man nicht ganz ins Ungewisse zielt. Und wenn der Familienrat sich für Würstchen mit Kartoffelsalat ausspricht oder ein Pommes-Essen bevorzugt, dann muss man zum Feiern auch nicht in den Keller gehen: Dann kommen die Weine eben nach dem Essen auf den Tisch.

Wem das bis hierhin bei den anstehenden Entscheidungen nicht weiter geholfen hat, dem sei noch der taktische Rat gegeben, jetzt erst die Weine zu setzen. Bestellen oder beim Winzer einkaufen – dafür ist es nun fast ein bißchen spät. Essen oder Menü um die Weinauswahl herum zu kreieren, das klappt dagegen bestimmt noch.

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