Bag-in-Box für Bioweine?

Bag-in-Box-Weine

Bag-in-Box-Weine: Können auch optisch was hermachen. Kernfrage für den Verbraucher bleibt: Wie stehts mit der Qualität? Darüber sagt die Verpackung – wie bei den Flaschen – leider nichts aus.

Im Grunde genommen ist die Marktsituation für Biowinzer ja nicht anders als für konventionell arbeitende Winzer: Es geht darum, einen guten Preis für ein gutes Produkt zu erzielen. Da hilft modernes Marketing-Getue nur ein Stück weit. Den erhöhten Aufwand der Biowinzer darzustellen, die Vorteile für die Umwelt, Grundwasserbelastung und CO2-Footprint – alles recht und gut. Am Ende, so versichern auch die Biowinzer immer wieder glaubhaft, zahlt auch der Biokunde für die Qualität der Weine. Mehr für gute Bioweine, weniger für weniger gute Bioweine.

Mit dieser Logik sollte es einigen Winzern ja leichter fallen, zum Beispiel umweltfreundliche Neuerungen wie den Drehverschluss anzubieten. Oder eben auch Bag-in-Box-Weine, wenn man mal einen Schritt weiter denkt. Natürlich passt beides nicht gut zu hochwertigen Produkten: Wenn der Kunde die Ausstattung der Weine als “billig” ansieht, wird er daraus auch auf den Wein schließen, so eine weit verbreitete Befürchtung.

Andererseits kommuniziert man mit den Kunden heute auch relativ komplexe Themen wie Bioweinbereitung, Pflanzenschutz ohne Chemie, pilzwiderstandsfähige Rebsorten etc. Wo sonst wenn nicht beim gesprächsintensiven Bioweinverkauf wären die Chancen gut, auf die Bio-Vorteile der Bag-in-Box-Verpackung hinzuweisen: transportfreundlich, umweltfreundlich weil weniger Gewicht und Verpackung, lange Haltbarkeit der geöffneten Weine, weil wenig Sauerstoff an den Wein kommt.

Natürlich kann das nicht mit jedem Wein klappen. Aber auch Biowinzer haben ganz oft die preiswerten Alltagsweine, in einem Preissegment, wo das überlegenswert ist. Winzer wie Dirk Würtz haben hier schon mal die Vorteile des Bag-in-Box-Systems festgehalten.

Und wer die Suchmaschine bemüht, der stellt schnell fest, dass es viele europäische Bioweine schon in der praktischen Verpackung gibt. Ein Unternehmen, dass sich auf die Bag-in-Box-Weine spezialisiert hat ist Hauswein. Und die machen recht gut vor, dass die Schlauchweine durchaus stylisch daher kommen können und schon optisch von der Billigmarke ziemlich weit entfernt sind (wie übrigens auch der Würtz-Wein).

Bei Hauswein reichen die Liter-Preise übrigens auch an die 10-Euro-Grenze heran, es gibt Weine wie einen Blanc de Noir und Bioweine in diesem Preissegement findet man bei anderen Online-Versendern. Der ECOVIN-Erzeuger Franz Braun bietet BiB-Wein an, ebenso die Versender wein-pur.de und probiowein.de und biowein-reich.de. Wenn die Liter-Preise für solche Bioweine dann allerdings auf bis zu drei Euro hinabrutschen, wäre auch ich ehrlich gesagt eher vorsichtig.

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