2011 Super Schoppen Shopper: Weinempfehlungen fürs kleine Budget

2011 Super Schoppen Shopper

Kein seltener Anblick: Eine Seite mit schlechten Bewertungen…

Super Schoppen Shopper 2011: Erste Hilfe für den Weinkauf beim Einkauf2011 Super Schoppen Shopper Da muss man Spass dran haben: Mehr als 1.300 Weine haben Cordula Eich und ihre Mitstreiter für die neueste Ausgabe des Super Schoppen Shoppers verkostet. Und es waren nicht die teuersten Tropfen, die zur Probe anstanden: Alle stammen aus dem Supermarkt oder Discounter, von Aldi und Lidl, von Edeka und Rewe und wie sie alle heißen.

Schon das Preisniveau ist so, dass sich viele Fachleute und wohl auch die meisten aus der Weinblogger-Szene schaudernd abwenden: Zwischen zwei Euro irgendwas und rund 10 Euro liegen die meisten der verkosteten Weine, der größte Teil im unteren Segment dieser Spanne.

Und trotzdem glaube ich gerne, dass die Tester auch daran Spass hatten: Zum einen beschreiben sie die Weine erfrischend lebendig und unkonventionell, ohne freilich ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Zum anderen weiß man ja oft aus eigener Erfahrung, dass auch in der viel gescholtenen 5-Euro-Klasse durchaus Weine zu finden sind, die einem den Alltag bereichern können.

Ein gutes Zeichen für mich ist auch, dass die Beschreibungen der wenigen Bioweine, die im Buch vorkommen, sich mit meinen Erfahrungen decken -obwohl ich nicht alle probiert habe und das auch nicht vorhabe: Die meisten kommen nämlich nicht so gut weg, das stimmt leider. Aber das zeigt mir schon, dass auch die relativ kurzen, manchmal launischen Beschreibungen und das Bewertungsschema mit einem Blitz (Katastrophe!) und 1 bis 5 Gläsern („…der Blockbuster-Kassenknaller…”) durchaus ausreichend sein kann: Verzwirbelte Weinprosa ist nicht immer nötig, um ein klares Urteil über einen Wein abzugeben.

Wers gar nicht erwarten kann, der blättert vor bis zur Seite 300 (von insgesamt 336 Seiten) und gelangt zur „Hall of Fame”, der Bestenauswahl. Hilfreich auch die Einteilung nach Einkaufsquellen und das abschließende Register mit allen Weinen.

Ob das nun alles auf jeden Weintrinker übertragbar ist, sei dahingestellt. Und sicher decken auf die 1.300 Weine nur einen Bruchteil aller angebotenen Weine ab. Aber als Entscheidungshilfe für all diejenigen, die sich im Supermarkt oder Discounter mit Wein versorgen ist das allemal eine wichtige Hilfestellung. Maßstab für die Bewertung ist auch das Preis-Leistungsverhältnis der Weine, die Preise sind jeweils mit angegeben.

Mein Fazit: Die knapp 12 Euro sind gut angelegt, das hat man durch Vermeidung von Fehlkäufen schnell wieder drin. Was Bioweine angeht ist es vielleicht besser, sich von vorneherein bei Online-Shops der Bioweingüter umzutun oder bei renommierten Biowein-Versendern. Davon gibt es ja auch nicht wenige und man merkt schnell, dass das Angebot auch im unteren Bereich, von 5 bis 10 Euro hier durchaus üppig ist. Aber angesichts der unübersichtlichen Flut von Weinen für Weinkäufer in Supermarkt und Discounter ist diese kleine Hilfestellung beim Einkauf doch sehr willkommen – auch (oder gerade?), weil die Mehrzahl der Weine mit schlechteren Bewertungen auskommen muss.