Low alcohol wine: Weniger ist manchmal mehr…

Manchmal braucht es erst mal einen schönen, englischen Begriff, bevor man es ernst nehmen kann: low-alcohol-wines heißt auf englisch, wenn Weine nicht wie heute üblich bei etwa 13 Volument-Prozent Alkohol liegen, sondern eher in der Nähe von 10 %.

Warum ist das außergewöhnlich? Weil in der jüngeren Zeit die Weine zunehmend alkoholbetonter wurden. Alkohol ist ja auch ein Geschmacksträger, der trockene Ausbau fördert die nahezu vollständige Umwandlung des Zuckers in Alkohol.

Die sogenannte Chaptalisierung, also die Zugabe von Zucker, der denn bei der Vergärung zusätzlich Alkohol erzeugt, ist in Deutschland nur bei Qualitätsweinen erlaubt. Trotzdem gibt es auch bei uns den Trend zu alkoholreicheren Weinen. Im europäischen und außereuropäischen Ausland sind die Vorgaben sehr unterschiedlich.

Generell gilt, dass auch Bioweine diesem Trend zu mehr Alkohol folgen.

Fragt man die Verbraucher, so finden sich immer ein beträchtlicher Anteil an Weintrinkern, die sich Weine mit niedrigerem Alkoholgehalt wünschen (siehe auch hier). Michael Pleitgen von der Berliner Weinakademie fragte denn auch schon 2009, ob das nun der neue Trend sei.

Und die Basler Zeitung schloss sich im vergangenen Jahr mit der Frage an: Kommen nun die Low-Alcohol-Weine?. Aber so richtig in Gang gekommen, das ist zumindest mein Eindruck, ist die Verbreitung der alkoholärmeren Weine nun nicht.

Was kann nun der Verbraucher tun, wenn er Weine wünscht, die weniger Alkohol mit bringen? Er kann die Fachdebatte verfolgen und sich einbringen, sich in Foren beteiligen, nach Weinen mit weniger Alkohol suchen, natürlich. Aber der einfachste Weg geht vielleicht dahin, sich an Rebsorten zu orientieren, die generell eher solche low-alcohol-Weine hervorbringen.

Shiraz mit 14% AlkoholGenerell wird man sicher bei Rebsorten fündig, die eher ein kühleres Klima bevorzugen: Beim Riesling zum Beispiel, aber auch beim Gutedel findet man Weine an der 10-Prozent-Schwelle, auch Rivaner aus der Müller-Thurgau Rebe ist mit 11 % keine Seltenheit. . Wer dagegen ausländische Weine aus südlichen Ländern bevorzugt, der wird mit Cabernet, Shiraz oder Zinfandel sicher nicht so viel Glück haben, 14 % sind da eher die Regel als die Ausnahme.

Auf jeden Fall lohnt sich – wie bei fast allem – ein Blick auf das Kleingedruckte auf dem Etikett. Und eventuell eine Frage beim Fachpersonal oder beim Winzer seines Vertrauens.

Kommentarfunktion ist deaktiviert