Ecovin Bundesverband: EU Durchführungsbestimmungen für Biowein verabschiedet

Die Fachleute haben es gewusst, die anderen haben es wahrscheinlich nicht bemerkt: Biowein gibts nicht. Naja, formal und gesetzlich nicht. Zumindest war das bislang so: Die korrekte Bezeichnung musste lauten „Wein aus ökologisch erzeugten Trauben”. Was niemanden ernstlich daran hinderte, von Biowein zu sprechen.

Nun teilt der Ecovin Bundesverband mit: EU Durchführungsbestimmungen für Biowein verabschiedet. Und damit darf Biowein künftig auch ganz offiziell Biowein heißen. Der Ständige Ausschuss für ökologischen Landbau (SCOF) hat heute die Durchführungsbestimmungen für die ökologische Weinerzeugung verabschiedet, heißt es dazu in der Pressemitteilung. Diese werden nach einem kurzen Verwaltungsverfahren im Amtsblatt der Europäischen Union als eine Änderung der Verordnung (EG) Nr. 889/2008 veröffentlicht.

Die neuen Regeln seien das Ergebnis eines Verfahrens, das im Frühjahr 2009 begann. Durch die neuen Durchführungsbestimmungen für die ökologische Weinerzeugung kann jetzt offiziell „Bio-Wein“, auch mit dem neuen EU-Bio-Logo gekennzeichnet werden (ab Ernte 2012).

Ursache für die sprachliche Differenzierung: Da die Kellerrichtlinien nicht existierten, war die Verwendung des Logos bei Wein untersagt. Nun herrscht Klarheit in dieser Frage.

Der ECOVIN-Bundesverband schreibt:

Die jetzt vorliegenden Richtlinien erlauben eine klare Differenzierung zwischen „Bio-Wein“ und „Nicht Bio-Wein“. Sie ermöglichen es das positive Image des „Bio-Weines“ als gewachsen auf gesundem, fruchtbarem Boden, nach ökologischen Regeln erzeugt und mit deutlich geringeren zugelassenen Hilfsstoffen und oenologischen Verfahren sowie ohne Gentechnik vinifiziert, herauszustellen.

Die Biowinzer aus dem nördlichen Mitteleuropa seien mit den Ideen für die Begrenzung von Schwefel unzufrieden gewesen. Der vorliegende Vorschlag sei ein akzeptabler Kompromiss zwischen den verschiedenen traditionellen önologischen Verfahren. Auf Bio-Wein-Produzenten in Mittel-Europa würden nun neue Herausforderungen zukommen: „Vor allem werden die hochwertigen Rot-Wein-Produzenten, die das positive Image von Bio-Wein in den letzten zehn Jahren erhöht haben, unter Umständen Probleme mit mikrobiellen und sensorischen Stabilisierung ihrer Weine bekommen.”

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