Der Super Schoppen Shopper 2012-2013 von Cordula Eich

Super Schoppen Shopper 2012-2013Super Schoppen Shopper 2012-2013: Erste Hilfe für den Weinkauf beim EinkaufHand aufs Herz: Wann haben Sie das letzte Mal Wein im Supermarkt gekauft? Dürfte gar nicht so lange her sein. Selbst viele Weinkenner kaufen nicht nur immer ab Hof beim Erzeuger oder auf der Website des Erzeugers.

Und am Supermarkt-Regal überfällt die meisten Menschen erst einmal große Ratlosigkeit. Man sucht nach Aufklebern und Gütesiegeln, wenn man die Erzeuger nicht kennt, um sich besser orientieren zu können. Da kann der Super Schoppen Shopper von Cordula Eich, der jetzt zum vierten Mal erscheint, eine echte Hilfe sein.

Mehr als 1700 Weine wurden dazu verkostet, sie stammten ausnahmslos von Supermärkten und Discountern. Also von dort, wo immer noch die meisten Menschen den meisten Wein kaufen. Dieses Mal gab die Autorin ihren Bewertungen das Thema Sport vor, und so geht es um Medaillen, Wettkämpfe, Sieger, Rekorde etc.

Eine Themenvorgabe, die die sprachliche Vielfalt der Autorin aber nur sehr begrenzt widerspiegelt. Einige Auszüge:

„Hat was von der gefälschten Markensonnenbrille, die man am Strand von Tunesien kauft…”

„Mit langen Fingernägeln einmal über die Schultafel gekratzt… Iiiiiii”

„Unkompliziertes Hausfrauenglück!”

Was das alles mit Wein zu tun hat? Naja, etwa so viel wie die verschwurbelte Sprache mancher Wein-Experten. Die Aussagen sind kurz und knackig, daneben gibts ja immer noch die Bewertungs-Symbole: ein Blitzsymbol, kein Glas, 1 bis 4 Gläser und als Krönung die Goldmedaille des Super Schoppen Shoppers.

Die Verbraucher scheinen die einfachen Aussagen für die Orientierung im Supermarkt-Dschungel zu schätzen. Das Buch wird beworben als der meistgelesene deutschsprachige Wein-Einkaufsführer. 336 Seiten mit Kurz-Prosa, immerhin 125 Superschoppen-Auszeichnungen. Und das alles für rund 11 Euro. Bioweine sind übrigens auch dabei, aus Deutschland auch viele Genossenschaftsweine.

Eine Tendenz ist übrigens nicht bei den Bewertungen zu erkennen: Ob bio oder WG, 1,99 oder 13,99 Euro: Sieger und Verlierer gibts in allen Bereichen. Und vor allem die Verlierer bekommen die Sprachgewalt der Autorin zu spüren. (Man sieht im Geiste förmlich, wie sie empört Wein auf den Boden spuckt. Bäh!)

Dass neben der Autorin wohl etliche weitere Tester aktiv waren, dass die Aussagen nicht einzelnen Verkostern zuzuordnen sind, dass manches wenig bis gar nicht aussagekräftig ist: Geschenkt. Dafür ist das Büchlein zu praktisch und hat zudem noch Unterhaltungswert.

Als Verbraucher kann man sich ja einen Trick der professionellen Weintester abschauen: Die probieren vor dem eigentlichen Verkosten erstmal ein paar andere, meistens bekannte Tropfen. Sozusagen zum „Eichen” ihrer Geschmacksnerven. Wer also den Ratgeber für die nächsten 12 Monate bei seinen Einkäufen nutzen möchte, der kann ja erst einmal nach Vertrautem suchen.

Die meisten anderen werden es sicher so machen, wie viele Leser von Test-Ergebnissen: Sie schlagen am Ende des Buches die Bestenlisten auf und greifen gleich nach den Testsiegern.