Ernte 2012 bei ECOVIN

Gute Qualitäten und geringere Mengen Moste präsentieren sich fruchtig und ausgewogen

Auch der ECOVIN-Bundesverband berichtet heute in einer Pressemitteilung über Verlauf und Ergebnis der Weinlese 2012 bei seinen Mitgliedsbetrieben.

Mit dem Weinjahr 2012 zeigen sich die Winzer von ECOVIN, dem Bundesverband Ökologischer Weinbau, bislang sehr zufrieden. Der neue Jahrgang wurde mit teilweise geringeren Mengen, aber mit guten Qualitäten eingebracht, die ersten Moste präsentieren sich fruchtig und harmonisch in der Säure. Zwar ist die Lese noch nicht überall abgeschlossen, aber erste Einschätzungen von ECOVIN Winzern aus einigen Anbauregionen liegen schon vor.

Ahr – fruchtige Vorfreude
Mitte September war Erntestart an der Ahr. „2012 war ein schwieriges Weinjahr an der Ahr, vor allem für biologisch arbeitende Winzer“, meldet Christoph Bäcker: „Es hat den Winzern in Sachen Pflanzenpflege und Bodenbewirtschaftung sehr viel abverlangt und ein gewissenhaftes und zeitnahes Arbeiten erfordert. Nach einem doch recht strengen Winter offenbarten sich beim Austrieb der Reben einige Schäden. Das erste Grün zeigte sich Ende April zur üblichen Zeit. Ab Ende Mai setzte dann allerdings eine lang anhaltende kühle und feuchte Periode ein, die bis Ende Juli anhielt. Das hatte zur Folge, dass die Blüte der Reben sehr schlecht verlaufen ist. Es gibt zum Teil große Schäden durch Verrieselung. Das heißt, die Anzahl der Beeren an den Trauben ist gering, die Beeren selber sind kleiner als üblich. Daneben gab es große Probleme mit Pilzkrankheiten, die sich in der feuchten Witterung gut ausbreiten konnten. Diese Umstände sind verantwortlich für eine mengenmäßig sehr kleine Ernte.
Da das Wetter Ende Juli besser wurde und sogar eine längere trockene Phase einsetzte, konnten sich die Trauben letztlich doch noch gut entwickeln. Durch die geringere Menge sind sogar recht hohe Qualitäten möglich. Die ersten Moste präsentieren sich reintönig, fruchtig und harmonisch in der Säure. Das lässt auf einen guten bis sehr guten Jahrgang schließen.“

Baden – hervorragende Reife und Einbußen durch Hagel
Für Baden berichtet Paulin Köpfer: „ Ein eher wechselhaftes Frühjahr und kühl-feuchter Frühsommer brachten gleich zu Beginn der Vegetation einige Herausforderungen. Knapp einer Spätfrostkatastrophe am 18. Mai entgangen, fiel die Blüte der Reben ab Anfang Juni in eine weitere feuchte Phase. Ein entsprechend schlechter Fruchtansatz (Verrieselung) war nur eine Folge, denn diese Witterung führte gleichzeitig zu einem bisher nie erlebten Druck von Pilzkrankheiten. Weitere Ertragsschäden durch falschen Mehltau waren auch bei sorgfältiger Arbeit nicht in allen Lagen und Sorte zu vermeiden. Zuletzt haben Hagelschläge am 24. Mai am östlichen Kaiserstuhl sowie am 30. Juni und 29. August fast im gesamten Markgräflerland massive bis teilweise 100%ige Verluste hinterlassen. Die sonnig-heiße Witterung im August sorgte für eine sehr gute Entwicklung der Reben und eine hervorragende Reife der Trauben.“

Franken – entspannte Lese
Von einer entspannten Lese berichtet Anton Hell für die ECOVIN Winzer aus Franken: „Die Reife und Gesundheit der geernteten Trauben ist bilderbuchmäßig gut. Wir haben bei allen Rebsorten Mostgewichte über 100 Grad Oechsle gehabt. Das Weinjahr ist in Franken hervorragend gelaufen für alle, die für eine luftige Laubwand gesorgt und auf Ertragsreduzierung gesetzt hatten. Unsere 2012er Weine werden noch über viele Jahre Freude bereiten.“

Mosel – feinfruchtige Rieslinge erwartet
Noch haben die ECOVIN Winzer an der Mosel die Lese nicht abgeschlossen. Doch Harald Steffens gibt schon einen Überblick: „Herausforderungen in diesem Weinjahr gab es durch die Nässe zur Blütezeit, die extreme Gefahr von Peronospora und Rotem Brenner. Ab Mitte Oktober beginnt bei uns die Riesling-Ernte. Die Trauben zeigen keine Fäulnis wie in den letzten Jahren. Die Reifeentwicklung war vielversprechend. Durch die kühlen Nächte während der Reifephase wurden viele fruchtige Aromen in die Trauben eingelagert. Wir freuen uns auf feinfruchtige, frische Weißweine.“ Die Erntemenge werde weit unter dem Durchschnitt liegen, die Qualität jedoch auf einem hohen Niveau.

Nahe – moderater Alkoholgehalt und harmonische Fruchtsäure
Sebastian Müller fasst zusammen: „In den nächsten Tagen wird die Hauptlese an der Nahe abgeschlossen sein. Der Regen während der Lesezeit ließ im Gegensatz zu anderen Jahren die Trauben kaum faulen. Er füllte die zum Teil recht markigen und kleinen Beeren. Die Gesundheit der Trauben ist für diesen Witterungsverlauf erstaunlich gut. Da Botrytis dieses Jahr kaum ein Problem darstellte, konnten die Trauben voll reif bei bester Gesundheit geerntet werden. Ertragsschwache Burgunderanlagen brachten bereits ungewöhnlich hohe Mostgewichte.
In Sachen Qualität wird der 2012er Jahrgang den Vergleich mit dem hoch gelobten 2011er nicht zu scheuen brauchen. Gerade für die leichteren und fruchtigen Weißweine, eine Stärke der Nahe, gibt es dieses Jahr beste Voraussetzungen. Die Ertragshöhe fällt von Lage zu Lage und von Sorte zu Sorte in unserem Anbaugebiet sehr unterschiedlich aus. Der Jahrgang 2012 verspricht eine ideale Ergänzung zu den hochprozentigen, säurearmen Weinen des 2011er Jahrgangs. Mit moderaten Alkoholgehalten und harmonischer Fruchtsäure wird er die Herzen der Weinfans gewinnen!“

Pfalz – gesunde und reife Trauben
„Endlich mal wieder ein klassischer Lesestart zum Septemberende“, stellt Christine Bernhard fest. „Dieser Jahrgang wird etwas leichter und fruchtiger als sein Vorgänger. In diesem Jahr sind die Trauben sehr gesund und reif – das sind optimale Bedingungen auch für Eiswein“. Auch die Pfälzer ECOVIN Winzer hatten mit den Wetterkapriolen zu kämpfen. Die Erntemenge fiel örtlich sehr unterschiedlich aus, von gleichbleibend im Vergleich zum Vorjahr bis zu Ausfällen von bis zu 30 %. Doch alle Kollegen melden gute Mostgewichte, auch viele Spätlese-Qualitäten sind dabei.

Rheinhessen – Säure und Mostgewicht sehr stimmig
Johann Schnell berichtet von der Lese der rheinhessischen ECOVIN Winzer: „Wir verzeichnen sehr unterschiedliche Ernteerträge, aber alle gute Qualitäten. Das Weinjahr verlief zunächst sehr durchwachsen, aber ab Ende August zeigte sich das ideale Wetter für die Reben. Beim Jahrgang 2012 sind Säure und Mostgewicht sehr stimmig. Wir erwarten ausgeglichene, fruchtbetonte Weine.“

Kommentarfunktion ist deaktiviert