Sein letzter Burgunder: Kaiserstuhl-Krimi von Paul Grote

Paul Grote: Sein letzter BurgunderSein letzter Burgunder: Kriminalroman von Paul GroteDie Szene der Weinkrimi-Schreiber ist überschaubar und Paul Grote, so lapidar kann man das glaube ich sagen, ist sozusagen der Platzhirsch für diesen Bereich. Die meisten Weinbau-Regionen hat er schon durch, nun also der Abstecher nach Spanien (dort lebt der Protagonist), Italien, Baden-Baden und an den Kaiserstuhl. Grote schreibt routiniert, kenntnisreich und detailliert – wie immer. Warum ihm dann zum Beispiel in den Amazon-Rezensionen (zumindest bis jetzt) gerade für diesen Krimi fünf Sterne verwehrt bleiben?

Wie auch immer: Wer einen Bezug zur Region hat, wer Kaiserstühler Weine und die wichtigsten Winzer und WGs kennt oder kennenlernen möchte, für den ist dieser Krimi doppelt spannend. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Büchern hält sich der Autor an Orte, nennt auch Weingüter und Winzer mit Namen und beschreibt sie ziemlich treffend. Da bleibt der Lapsus eines falsch geschriebenen Ortsnamens (Eichstätten) durchaus verzeihbar.

Auch die Randthemen sind kenntnisreich beschrieben: Von der Weinbaupolitik über Prämierungen bis hin zu lokalen Eigenheiten. Für den Autor sicher auch eine Gratwanderung zwischen detailliertem Weinwissen und Spannungselementen, um seine Leser auf Kurs zu halten.

Nicht nur zu den Feiertagen ist das für viele Weinkenner eine unterhaltsame und spannende Lektüre, auch als Geschenk oder als Dreingabe zum Kaiserstühler Spätburgunder liegt man damit richtig.

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