„Natural Wine” und was man in den USA davon hält

„Natural Wine Can Learn from Natural Food”, das schreibt Lee Schneider heute in der Huffington Post, einem amerikanischen Online-Magazin.

Natural Wine ist in den USA ein wohl eher gebräuchlicher Begriff. Zumindest im Vergleich zum Begriff „Naturwein”, der bei uns – meiner Meinung nach zu Recht – in der Bedeutungslosigkeit verschwindet. Während bei uns die Begrifflichkeiten recht gut geklärt sind, scheint jenseits des Atlantiks große Verwirrung zu herrschen:

Just as people question the definition of ’natural‘ food and quibble over the purest way to prepare it, winemakers can call their work by any and all of these terms: organic, biodynamic, natural, naked, biologique, and sustainable. Whew! What’s a wine drinker to do?

As Paolo Bonetti of Organic Vintners told me, „People get confused by the terms organic and natural. At the end of the day, almost anything can be ’natural.‘ Even Kellogg’s Rice Crispies.“

Bei uns dagegen muss man recht vorsichtig sein, wenn man biologisch, ökologisch oder biodynamisch verwendet. Biowein als Begriff gibts ja auch erst seit kurzer Zeit, davor musste es heißen „Wein aus ökologisch erzeugten Trauben”. Dafür sind bei uns die Grenzen klarer: Wo bio drauf steht, muss auch bio drin sein. Naturwein ist nach meiner Ansicht Augenwischerei, ziemlich nichtssagend.

Der oben verlinkte Artikel beleuchtet ein wenig, welche Unsicherheiten entstehen, wenn man die Begriffe nicht klar abgrenzt und die Verwendung regelt.

Nur zwei Aspekte möchte ich daraus noch hier aufgreifen. Offensichtlich ist im Bewusstsein der Verbraucher biologisch essen und biologisch trinken nicht automatisch verknüpft: Man tut oft genug das eine und lässt das andere. Und:

„Organic milk accounts for maybe 10 percent of all milk sales in America, said Paolo Bonetti. „And organic wine, according to the studies that I’ve done, is probably .1 percent. So the potential is huge to catch up with the rest of the organic industry.“

Keine Ahnung, ob dieses Verhältnis bei uns auch so dramatisch ist. Aber selbst unter dem Aspekt, dass Bio-Milch vor allem für Familien einfach wichtiger ist als Bio-Wein kommt mir das sehr ungleichgewichtig vor. Oder um es positiv auszudrücken: Da ist noch Luft nach oben.

Eine Reaktion zu “„Natural Wine” und was man in den USA davon hält”

  1. Naturwein? Biowein! | ECOVIN Baden

    […] geschildert, der in der Huffington Post das Dilemma mit Naturweinen und Ökoprodukten beschreibt: https://www.bestebioweine.de/2013/01/23/natural-wine-und-was-man-in-den-usa-davon-halt/. Das Dilemma hängt auch damit zusammen, dass dort die Regelungen für den Sprachgebrauch mit […]