Museums-Weinberg in Kernen: Rettet die Reben

Die Geschichte dieses Erfolgsprojektes im schwäbischen Kernen-Stetten ist ganz einfach: Zwei Männer fassen einen Plan. Der eine, Jochen Beurer, ist ein biodynamisch arbeitender Winzer und Mitglied im Verband Deutscher Prädikatsweingüter VDP. Der andere, Eberhard „Ebbe” Kögel ist Heimatforscher. Er hat den Stettener Verein Allmende gegründet und kennt sich mit Trockenmauern aus. Das zeigt schon: Das sind zwei, die zupacken können.

Der heutige Museumsweinberg unterhalb der Yburg, ein Wengert in der bekannten Lage „Pulvermächer”, gehört erst seit wenigen Jahren zu Beurers Weingut. Er liegt direkt neben dem Wahrzeichen Stettens, der Y-Burg hoch über Kernen. Lange Zeit wuchsen auf dem steilen Weinberg nur Brombeeren. Die alten Weinbergsmauern waren eingefallen, nur wenige Rieslingreben erinnerten an die Mühen früheren Weinbaus hier.

Beurer wollte hier seine Bio-Reben anpflanzen. Mehr als 20 alte Rebsorten sollten hier wieder kultiviert werden, die aus unserer Weinbergslandschaft bereits verschwunden waren: Heunisch und Adelfränkisch, Räuschling und Putzscheere und viele andere. Heimatforscher Kögel, Weinerlebnisführer und selbst aus einer alten Wengerterfamilie stammend, kümmerte sich um den schwierigen, sachgerechten Wiederaufbau der alten Trockenmauern.

Inzwischen gibt es den ersten Wein aus Jochen Beurers Museumsweinberg. Das Cuvée wurde aus allen mittelalterlichen Sorten gemeinsam geerntet, gekeltert und ausgebaut, im „gemischten Satz”. Und Ebbe Kögel gibt Wissen und Erfahrung über den Bau von Trockenmauern bereits in Seminaren weiter.

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