Paketdienste für Weinbestellungen

Auf die Auswahl der Paketzusteller bei Online-Bestellungen hat man als Kunde in der Regel keinen Einfluss. Spätestens jedoch seit Günter Wallraff auf die Arbeitsbedingungen bei den Paketdiensten hingewiesen hat, interessieren sich Kunden zunehmend für diese Dienstleister. Die einen wollen möglichst auswählen, wer ihnen die Ware an die Haustüre bringt. Andere verzichten ganz auf – so weit es geht – auf Online-Bestellungen. Und wieder andere beruhigen ihr schlechtes Gewissen mit einem Trinkgeld für den Zusteller.

Auch die Weinversender machen sich die Wahl des Paketdienstes nicht einfach. manche sind darauf angwiesen, dass jeden Tag zu einer festen Zeit der Dienstleister bei Ihnen am Weingut die Bestellungen abholt. Weil viele Weingüter doch etwas abgelegen sind, rentiert sich für sie das wegfahren einiger weniger Pakete kaum. Andere schauen wieder auf den Preis bzw. das Preis-Leistungsverhältnis oder beurteilen einfach die Zuverlässigkeit der Zustellung: Ist die Waren in kurzer Zeit unversehrt beim Kunden? Oder häufen sich Nachfragen, wo das Paket bleibt oder gibt es gar zunehmend Beschwerden wegen Bruch?

Die Stiftung Warentest hat Paket-Zusteller unlängst getestet – bzw. sie hat es versucht. Da nach Angaben der Stiftung Warentest die Unternehmen DPD, GLS und UPS den Prüfern keinen Zugang zu den Mitarbeitern gewähren wollten, mussten die Warentester mit Subunternehmern arbeiten. DHL und Hermes gewährten den Zugang gewährt, sie schnitten denn auch gut und befriedigend ab. Insgesamt gab es recht gute Ergebnisse bei robusten Artikeln, bei zerbrechlicher Ware dagegen gab es dagegen öfters Bruch. Die Zustellzeiten von rund zwei Tagen sorgten dagegen wohl nicht für Probleme. Und die Arbeitsbedingungen lassen sich sicher bei solchen Tests nur schwer glaubhaft durchleuchten.

Die Ergebnisse der Stiftung Warentest kann man hier nachlesen, die 2,50 Euro für den Download dürften für Besteller und Versender gut angelegt sein.

Bei einem ersten subjektiven mir bekannter Weingüter mit Online-Shop fällt auf, dass vor allem die Versender in Rheinhessen wohl gute Konditionen ausgehandelt haben mit einigen Anbietern: Dort bekommt man das 18er-Paket dann für eine 5-Euro-Versandkostenpauschale. Doch auch in Zeiten niedriger Versandkosten gibt es noch immer – wie in den Anfangszeiten des Online-Handels – vergleichsweise komplexe Versandbedingungen, die vom einfachen Weinkarton bis zur Palettenlieferung per Spedition reichen und sehr unterschiedliche Kosten verursachen. Auch diese Weingüter haben aber nach meinen Erkenntnissen einen festen und recht treuen Kundenkreis, der regelmäßig bestellt.

Aus Rückmeldungen von Winzern weiß ich, dass vor allem eine gute Kommunikation mit den Kunden und ein schneller Service von den Weinliebhabern geschätzt wird: Da gibt es viel Lob, wenn noch am gleichen Tag nicht nur das Paket mit den bestellten Weinen rausgeht, sondern gleich auch noch die Mail an den Kunden, mit der Information, dass die Ware unterwegs ist. Denn gerade das, die Ankunftszeit, bereitet manchen Kunden Sorgen: Wer nicht immer zuhause für die Entgegennahme der Ware sorgen kann, auch durch Nachbarn oder Freunde, der ärgert sich oft mit Benachrichtungen und der Abholung herum.

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