Archiv aller vorgestellten Bücher.

Limonaden selbst gemacht

11. Juli 2014

Limonaden selbst gemacht Es muss ja nicht immer Wein sein: Gerade die Sommer-Hitze verlangt zumindest tagsüber nach kühlen, alkoholfreien Getränken. Wer allerdings gerne auf Bioprodukte zurückgreift, der hat bei Limonaden eine deutlich geringere Auswahl, als bei Fruchtsäften.

Was hilft, ist selber mixen. Sirup und Saft, Sprudel und Eis, dazu ein paar frische Früchte oder Kräuter wie Minze, Dill und Basilikum – da sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt. Wer sich nicht auf eigene Experimente verlassen möchte, der greift auf Bewährtes zurück, wie diese Limonaden-Rezepte.

Immer mehr Cafés bieten auch hausgemachte Limonaden anstelle von Flaschenware an, auch hier kann man sich inspirieren lassen. Immer wieder überraschend sind Limonaden, die eine gewisse Schärfe haben, zum Beispiel durch Ingwer oder sogar Chili – was aber ein gewisses Fingerspitzengefühl erfordert.

Verführerisch vegetarisch

14. Mai 2014

Verführerisch vegetarisch – Gemüsegenuss für jeden Tag Vegetarische und vegane Ernährung wird für immer mehr Menschen interessant. Dabei sei dahin gestellt, ob die Flut der neuen Kochbücher und Rezepte tatsächlich mit einer Umstellung auf vegetarische / vegane Ernährung einhergeht. Oder ob der neue Trend „nur” eine auch zeitweise Abkehr von einem allzu fleischlastigen Speiseplan bedeutet.

Tatsache ist, dass auch diese Ernährungsart keinen Verzicht auf Genuss bedeuten soll: Die Rezepte sind ausgewogen und gesund, die Gerichte schmackhaft und vielfältig. Insgesamt also ein Trend, der einem moderaten Weingenuss mit guten Weinen zu feinem Essen nicht entgegensteht.

Dem kommt auch dieses Kochbuch entgegen, dass die beiden Engländerinnen Chloe Coker und Jane Montgomery verfasst haben. Die Rezepte sind eine schöne Mischung aus Variationen bekannter Gerichte und Neuschöpfungen, alle sind bebildert und schon die Aufmachung des Buches macht Lust aufs Nachkochen. Fast alle Rezepte lassen sich zubereiten, ohne dass man allzu exotische Zutaten suchen muss und auch die Zubereitung stellt für Hobbyköche keine Hürde dar. Es gibt etliche Anleihen bei Länderküchen, was aber bei internationaler Vermarktung von Kochbüchern und Rezepten längst Standard geworden ist. Mit der Rezeptauswahl kommt man gut durch den Alltag, egal ob man Umsteiger, Einsteiger oder Routinier hinsichtlich einer fleischlosen Ernährung ist.

Die Ignoranten: Wenn Wein und Comic sich begegnen

21. März 2014

Die IgnorantenDie Ignoranten: Wenn Wein und Comic sich begegnen Wein und Schreiben, das ist eine Erfolsgeschichte. In diesem Fall zumindest: Die Geschichte des Comic-Zeichner Etienne und seines Freunds, dem Winzer Richard wurde in Frankreich seit 2011 rund 150.000 Mal verkauft. Das Buch wurde ausgezeichnet als bestes französisches Weinbuch und mittlerweile auch schon in viele Sprachen übersetzt.

Seit Ende 2013 ist die Graphic Novel auch in deutscher Sprache erhältlich.

Die Geschichte ist einfach: Der Winzer soll seinen Freund den Comic-Zeichner in die Welt des Weins einführen, im Gegenzug bringt dieser ihm die Welt des Comics nahe. Den Schwerpunkt im Buch bildet die gemeinsame Arbeit am und für den Wein: Von den Mühen des Rebenschneidens bis zur Weinlese, von der Frage nach der Etikettengestaltung bis zum Wein probieren. Etienne lernt, woran man gute Weine erkennt, wie Reben richtig beschnitten werden, wie man Fässer für die Lagerung auswählt und welches die besten Anbaumethoden sind.

Die Ignoranten: Winzer und Autor

Richard der Winzer dagegen beginnt, Comics zu lesen, lernt Zeichner kennen und begleitet Etienne auf Comic-Festivals. Beide erkennen, dass ihre Beruf und ihre Leidenschaft viel gemeinsam haben.

Die Geschichte liest sich kurzweilig, die Comics sind schön und liebevoll gezeichnet, durchgängig in schwarz-weiss, was dem Ganzen etwas dokumentarisches verleiht. Was ja auch stimmt: Die Geschichte hat sich wohl wirklich so – oder so ähnlich – zugetragen. Étienne Davodeau stammt aus einer Weinbau-Gegend, der Loire. Und sein Freund Richard Leroy ist der Winzer. Über ein Jahr lang kamen die beiden zusammen.

Herausgekommen ist ein schöner Führer durch das Jahr des Winzers und den Alltag eines Selbstvermarkters. Authentisch ist das Buch übrigens auch in anderen Aspekten. So werden auch bei anderen Personen echte Namen verwendet, wie beim Winzer Jean-Francais Ganevat aus dem Jura. Eine kurzweilige und lehrreiche Weinreise also, die hier nachvollzogen werden kann.

Die Ignoranten: Winzer und Autor

Comic: Die Bande der Weindiebe

26. November 2013

Die Bande der WeindiebeDie Abenteuer von Jacques Gibrat: Die WeindiebeEin Comic für Weintrinker? Sind das nicht die älteren Damen und Herren, die sich abends am Kaminfeuer der anspruchsvollen Literatur hingeben? Bestimmt. Aber erstens gibt es ja auch viele jüngere Weinfreunde und zweites: Es wäre sicher interessant zu wissen, wer sich nicht auch im etwas fortgeschritteneren Alter den neuesten Asterix besorgt. Warum also nicht ein Wein-Comic?

Dieser hier ist von der Handlung un den Charakteren zwar nicht ganz so prickelnd wie das große Vorbild mit Tim und Struppi. Die Geschichte spielt im Jahr 1953, ist amüsant zu lesen, mit vielen regionalen Bezügen und am Ende des 50-Seiten-Heftes gibt es auch noch einen historischen Abriss über die französischen Weinlaster.

Insofern ist der Wein-Comic für gerade mal 13 Euro sicher ein überraschendes und witziges Geschenk für die Weinfreunde, die ja oft schon (fast) alles haben was mit Wein zu tun hat, und denen man’s mit einer Flasche Wein oftmals nicht recht machen kann.

Oder zum Eigengebrauch, um ins Flair der 50er Jahre in Frankreich abzutauchen.

Weinguides: Die „Schenkies” für Weinfreunde

19. November 2013

Weinguides bei Amazon

Auch wenn es ständig Neuerscheinungen im Weinbuchmarkt gibt und sich viele abstrampeln, um auf den Top-Ten-Listen der Weinbücher zu landen: Reserviert sind diese Plätze seit langem für die renommierten Weinführer. Dabei werden diese Bücher wahrscheinlich ebenso oft verschenkt, wie von Weinliebhabern selbst gekauft.

Ergänzt werden sie in der jüngeren Vergangenheit zunehmend durch regionale Weinführer, die naturgemäß eher in den Buchläden vor Ort zu haben sind und bei großen Buchversendern meist nicht so prominent platziert sind. Wer also in eine Weinregion reist und sich dort informieren will, der sollte also auf jeden Fall einen Blick in die Buchläden werfen.

Großes Manko vieler unbekannter, kleinerer Weinführer: Da sind etliche dabei, die sich nur durch Werbung finanzieren. Und durch bezahlte Einträge. Sprich: Wer zahlt, kommt rein. Das schränkt die Auswahl der vermeintlich dargestellten besten Weingüter naturgemäß ziemlich ein. Und oft ist diese Art der Auswahl nicht auf Anhieb erkennbar. Ich zumindest ärgere mich ziemlich regelmäßig über diese Werke, die ja eigentlich nichts anderes sind, als aneinenader gereihte Werbe-Seiten.

Vorwürfe, dass es an Unvoreingenommenheit fehle oder dass der Bewertungsmaßstab angezweifelt wird, das gibt es zwar vereinzelt auch bei den großen Weinführern (meistens von Seiten einiger Winzer). Aber in der Regel können sie für Weininteressierte sehr wohl als Maßstab gelten.

Die wichtigsten sind:

Eichelmann 2014 Deutschlands Weine: Das unabhängige Standardwerk.

Eichelmann 2014EichelmannBeschreibt 940 Weingüter und 8850 Weine, große Resonanz bei Weinfreunden und auch bei den Winzern beliebt.

 

Gault&Millau WeinGuide Deutschland 2014: Der Weinführer.

GaultMillau 2014Verlagsaussage: „9000 ausgewählte und bewertete Weine sowie 1000 der besten Winzer und Weingüter – alle Weine verkostet und bewertet durch erfahrene Experten”.

DER FEINSCHMECKER Guide

Der Feinschmecker Der bringt es immerhin noch auf 900 Weingüter in Deutschland 2013.

Paul Grote: Tödlicher Steilhang

11. Oktober 2013

Paul Grote: Tödlicher SteilhangTödlicher Steilhang Ein weiterer Wein-Krimi von Paul Grote, dieses Mal ist der Untertitel Mord an der Mosel. Steillagen, Riesling und ein paar Tote also. Dazu der bewährte Mix aus Weinbauthemen, Einblicken ins Winzerleben und Lokalkolorit.

Grote recherchiert seine Weinkrimis stets gründlich: Vieles von dem, was in der Fitkion vorkommt, hat einen wahren Kern. Wobei die bekannten Weinorte und Weingüter natürlich in keinster Weise etwas mit finsteren Machenschaften zu tun haben. Aber die bekannten Namen sorgen dafür, dass die Weinkenner und diejenigen, die es werden möchten, sich leichter mit dem Geschehen identifizieren können. Und wahrscheinlich hat das Erwähnen der bekannten Namen auch einen positiven Effekt für den Autor: schließlich dürften sich die Winzer in der Regel auch etwas gebauchpinselt fühlen, wenn sie namentlich in den Krimis erwähnt werden.

Letztlich, das werden wohl auch die Moselwinzer so sehen, ist einiges natürlich arg klischeehaft abgehandelt. Aber das ist das Recht des Künstlers und die Pflicht des Schreibenden, Dinge zu verkürzen und auf einen (spannenden) Punkt zu bringen.

Wer also schon diverse Rieslinge von der Mosel probiert hat oder das noch vor hat, der erweitert seinen Horizont durchaus mit der spannenden Lektüre. Und wer auf den Geschmack gekommen ist und die Regionen der Grote-Krimis literarisch bereist, der bekommt einen guten Überblick über die Eigenheiten der Weinbauregionen. Die Lektüre sei empfohlen, den passenden Mosel-Wein muss sich jeder selbst dazu aussuchen.

Der Super Schoppen Shopper 2013/2014 von Cordula Eich

5. September 2013

Super Schoppen Shopper 2013-2014Gerade erst bekommen und wo ich auf Amazon ach ihm suche, steht er schon auf Platz eins bei den Schnäppchenführern: Der Super Schoppen Shopper 2013-2014.

Das Büchlein gibts nun seit fünf Jahren in fast unveränderter Aufmachung und dieses Mal hat man die Autorin Cordula Eich als Agentin 0,75 auf dem Titel abgelichtet. Klar, bei soviel Erfolg darf man sich schon etwas aus dem Fenster lehnen.

Viel Neues kann man über den Super Schoppen Shopper kaum berichten, aber das Bewährte reicht ja auch: Die Sortimente von Aldi, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto, Norma, Penny, Rewe und Rossmann wurden durchsucht und bewertet. Und weil das entweder richtig viel Arbeit ist oder alles nur gekauft, muss man sich wie bei jedem Weinführer einmal entscheiden: Traut man dem Autor ein unabhängigers Urteil zu? Und hilft uns dieses Urteil beim Einkauf weiter?

Für mich kann ich sagen: In beiden Fällen ja. Frisierte Weinbeschreibungen klingen anders, und die Tatsache, dass unter den ca. 1500 Weinen aus den Basissortimenten der deutschen Supermärkte auch etliche richtig schlecht abschneiden, lässt auf eine ehrliche Meinung schließen.

Wie immer ist der Ratgeber übersichtlich, alphabetisch nach Supermärkten geordnet, und dort nach Farbe und Herkunft. Die Ergebnis sind kurz und knapp und übersichtlich. Wer nicht stöbern möchte, der schaut hinten in die Top-Listen. Warum in diesem Jahr erstmals ganz vorne Cordulas Trinktipps stehen statt auf die Top-Listen hinten zu verweisen, das wissen die Götter.

Wie auch immer: Bei einem Führer dieser Güte für 9,90 Euro muss man sich wegen der Kaufentscheidung keinen Kopf machen. Das Geld für die erste Flasche Wein in „normalem” Preisniveau, die sich als Fehlgriff erweist, tut einem sicher mehr weh, als die Ausgabe für diesen Weinführer. Man muss aber auch damit leben können, dass einige Bewertungen einfach nur vernichtend ausfallen oder in den Himmel loben, ohne inhaltlich etwas auszusagen. Bioweine sind natürlich auch enthalten, machen aber – wie in jedem Supermarkt – nur einen kleinen Teil aus.

Ein Riesling zum Abschied – Rheingau-Krimi von Paul Grote

18. Juni 2013

Grote: Ein Riesling zum AbschiedEin Riesling zum Abschied von Paul Grote Paul Grote muss man bei Weinkrimi-Lesern nicht mehr vorstellen: Kaum einer hat mehr Bücher in dieser Sparte geschrieben, niemand ist zumindest im deutschsprachigen Raum erfolgreicher damit und kaum einer schreibt so fachkundig.

Ob einem die Krimis zusagen liegt freilich ganz oft an anderen Dingen, die auf den ersten Blick eher nebensächlich wirken: Kann man mit der Weinregion was anfangen, in der die Handlung angesiedelt ist? Sind einem die Protagonisten sympathisch? An der Geschichte an sich gibts wie immer kaum etwas auszusetzen. Die Region ist dieses Mal der Rheingau und das Umfeld der in der Weinwelt bestens bekannten Hochschule Geisenheim. Die Protagonisten sind denn auch Studenten und Dozenten der Hochschule – was auf jeden Fall schon mal alle jemals dort Ausgebildeten in den Bann ziehen wird.

Natürlich dürfen die vielen bekannten Namen der Weine und Weingüter Region nicht fehlen. Und der aktuelle und für Deutschland wohl auch typisch Hang zu Umweltthemen.

Kurzweilige Sommer-Lektüre also für alle, die mit Riesling und / oder Rheingau was anfangen können.

Vegan for fit

10. Mai 2013

Vegan for fitVegan for Fit. Die Attila Hildmann 30-Tage-Challenge (Diät & Gesundheit)Due Buchszene für Koch-, Wein- und Genussbücher hat sich gewandelt: Standen vor nicht allzu langer Zeit noch Fernsehköche mit ihren gedruckten Werken auf den vorderen Plätzen der Bestsellerlisten, so findet man nun unter den Top Ten – und auf den dicken Stapeln am Eingang größerer Buchhandlungen – vor allem ein Thema: Vegetarisch und vegan.

Wie die Auflagen dieser Bücher im Verhältnis stehen zum tatsächlichen Essverhalten sei mal dahingestellt. Unbestreitbar ist: Das Interesse ist sehr groß. Aber das ist ja bei den Kochbüchern generell genauso: Dass viele Starköche von den Buchrücken in unsere Wohnzimmer blicken heißt ja nun auch nicht, dass überall fein gekocht (und vernünftig eingekauft) wird.

Einer der Bestseller in dieser Sparte ist Vegan for Fit von Attila Hildmann. Und ein wichtiger Aspekt dieses Buches ist das Abnehmen: In 30 Tagen durch vegane Ernährung fitter werden und abnehmen. Ein weiteres Heilversprechen von einem Guru-ähnlichen Autor?

Mein Blick ins Buch überzeugt mich zwar nicht komplett von einem dauerhaften Umstieg auf vegane Ernährung – aber das will das schicke Lifestyle-Kochbuch ja auch gar nicht. Zieht man das verkaufsfördernde Drumherum ab (der Autor im Vorher-Nachher-Look, viele Lifestyle-Aspekte und Erfolgsstorys), dann bleibt eigentlich nichts Erschreckendes übrig, im Gegenteil: Das Konzept ist praxistauglich und überschaubar, die Rezepte nachvollziehbar und attraktiv. Nüchtern betrachtet bleibt ein Konzept übrig, das auf vernünftige Ernährung setzt mit frischen, nicht allzu exotischen Zutaten und viel Bewegung. Klar kann man damit abnehmen, wenn man bei der Stange bleibt. Und: Klar kann man damit auch genussvoll leben.

Vom gleichen Autor gibts noch ein paar andere Bücher dieser Art, alle verkaufen sich wie geschnitten Brot – auch das ein Hinweis, dass ein nicht gerade überladenes Konzept mit übersichtlicher Dauer einer guten Aufmachung zum Erfolg werden kann. Sympathisch für viele Einsteiger in die Materie ist sicher, dass vegane Ernährung hier nicht ideologisch überfrachtet wird: „30 Tage Urlaub für Deinen Körper” oder „Warum 30 Tage kein Weißmehl” – das klingt noch nicht danach, dass man sein ganzes Leben ändern muss oder besondere Einschränkungen erleiden muss.

Messen lassen muss sich dieses Programm, wie alle anderen auch, letztlich daran, wie gut man es in der Praxis umsetzen kann, zum Beispiel auch dann, wenn die ganze Familie mit am Tisch sitzt oder wenn man seine Mahlzeiten in den Pausen während der Arbeit zu sich nimmt.

Mein Fazit: Ein guter Einstieg in die vegane Ernährung und ins Abnehmen, geringe Hürden, leichte Umsatzbarkeit und überschaubare Anforderungen und Dauer.

Grüner kochen. Buchvorstellung auf testschmecker.de

5. März 2013

Grüner kochen Die Zahl der neuen Bücher zum Thema vegetarische und vegane Küche schwillt ganz beträchtlich an. Ein gehöriger Bestandteil davon sind Bücher, die, naja, nicht so 100prozentig vegetarisch sein wollen. eine mir sehr sympathische Grundhaltung: Weniger Fleisch ja, ganz vegetarisch muss nicht sein.

Grüner kochen! – Weniger Fleisch – mehr Genusss ist ein weiteres solches Buch, das ich gerade auf testschmecker.de vorgestellt habe.