Archiv aller vorgestellten Bücher.

Sein letzter Burgunder: Kaiserstuhl-Krimi von Paul Grote

10. Dezember 2012

Paul Grote: Sein letzter BurgunderSein letzter Burgunder: Kriminalroman von Paul GroteDie Szene der Weinkrimi-Schreiber ist überschaubar und Paul Grote, so lapidar kann man das glaube ich sagen, ist sozusagen der Platzhirsch für diesen Bereich. Die meisten Weinbau-Regionen hat er schon durch, nun also der Abstecher nach Spanien (dort lebt der Protagonist), Italien, Baden-Baden und an den Kaiserstuhl. Grote schreibt routiniert, kenntnisreich und detailliert – wie immer. Warum ihm dann zum Beispiel in den Amazon-Rezensionen (zumindest bis jetzt) gerade für diesen Krimi fünf Sterne verwehrt bleiben?

Wie auch immer: Wer einen Bezug zur Region hat, wer Kaiserstühler Weine und die wichtigsten Winzer und WGs kennt oder kennenlernen möchte, für den ist dieser Krimi doppelt spannend. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Büchern hält sich der Autor an Orte, nennt auch Weingüter und Winzer mit Namen und beschreibt sie ziemlich treffend. Da bleibt der Lapsus eines falsch geschriebenen Ortsnamens (Eichstätten) durchaus verzeihbar.

Auch die Randthemen sind kenntnisreich beschrieben: Von der Weinbaupolitik über Prämierungen bis hin zu lokalen Eigenheiten. Für den Autor sicher auch eine Gratwanderung zwischen detailliertem Weinwissen und Spannungselementen, um seine Leser auf Kurs zu halten.

Nicht nur zu den Feiertagen ist das für viele Weinkenner eine unterhaltsame und spannende Lektüre, auch als Geschenk oder als Dreingabe zum Kaiserstühler Spätburgunder liegt man damit richtig.

Moleskine Wein Journal: Wein-Infos festhalten

8. November 2012

Moleskine Wine JournalMoleskine Wein JournalJeder, der gerne Wein trinkt, hat das schon einmal erlebt: Diesen Wein habe ich schon mal probiert, und er war, naja, irgendwie nicht schlecht? Im Gegensatz zu ein paar Koryphäen, die sich über Jahre hinweg Weine merken können, sind wir Normalsterblichen in der Regel nicht sehr gut darin, Erinnerungen an Weine oder Weinbewertungen abzurufen.

Hilfreich ist das, was immer hilfreich ist bei Schwierigkeiten mit dem Gedächtnis: Aufschreiben.

Das Moleskine Wein Journal ist da eine sinnvolle Anschaffung. Für den Preis von zwei bis drei durchschnittlichen Flaschen Wein erhält man einen stilvollen Aufbewahrungsort für seine Wein-Notizen. Zettelwirtschaft, Apps, Computerprogramme – das erfordert alles einen gewissen Anlauf, in der Regel auch ein bißchen Einarbeitung.

Wer nicht gerade hunderte von Weinen im Jahr probiert, der ist mit dem Wine-Journal gut bedient. Wer einen Laserdrucker, eine Bindemaschine und etwas Gespür fürs Layouten hat, der kann sich was vergleichbares für den Hausgebrauch vielleicht auch selbst basteln. Aber wir wissen, wie das mit den Bastelideen ist: Auch das braucht einen Anlauf und einen ruhigen Abend mehr, den wir meistens nicht haben.

Das Wine-Journal in der von mir sehr geschätzten Moleskine-Palette von Notizbüchern und Kalendern gehört übrigens zur Reihe Passion Journal, da gibts Vergleichbares auch zum Thema Schokolade und Bier, für Rezepte oder auch für Filme und Bücher.

Weihnachtsdekos – für Weingeschenke, Weinprobierstuben, gesellige Weinproben

22. Oktober 2012

WeihnachtsdekoWeihnachtsdekos klingt ja zunächst nach Bastelarbeiten für die Familie. In diesem Buch aber Das Weihnachtsdeko-Buch von Katja Graumann und Anke Schütz steckt aber durchaus mehr. Auch Weine werden – als Naturprodukt ganz logisch – meistens im Wandel der Jahreszeiten präsentiert, verschenkt, verkostet. Und die verbreiteten Weihnachtsdekos sind doch meistens, vorsichtig ausgedrückt, etwas arg bieder.

Die Ideen aus diesem Buch lassen sich nutzen für die eigene Weinprobe zuhause, aber natürlich auch im Weingut, im Verkaufsraum, in der Weinprobierstube, bei Veranstaltungen. Die Ideen sind pfiffig, die Herstellung nicht allzu schwierig, die Anleitungen ausführlich. Und nicht zuletzt lässt sich das Buch wirklich ganz gut als Familien-Bastelbuch nutzen. Für knapp 15 Euro ist das schon ein ordentlicher Gegenwert.

Der Super Schoppen Shopper 2012-2013 von Cordula Eich

11. September 2012

Super Schoppen Shopper 2012-2013Super Schoppen Shopper 2012-2013: Erste Hilfe für den Weinkauf beim EinkaufHand aufs Herz: Wann haben Sie das letzte Mal Wein im Supermarkt gekauft? Dürfte gar nicht so lange her sein. Selbst viele Weinkenner kaufen nicht nur immer ab Hof beim Erzeuger oder auf der Website des Erzeugers.

Und am Supermarkt-Regal überfällt die meisten Menschen erst einmal große Ratlosigkeit. Man sucht nach Aufklebern und Gütesiegeln, wenn man die Erzeuger nicht kennt, um sich besser orientieren zu können. Da kann der Super Schoppen Shopper von Cordula Eich, der jetzt zum vierten Mal erscheint, eine echte Hilfe sein.

Mehr als 1700 Weine wurden dazu verkostet, sie stammten ausnahmslos von Supermärkten und Discountern. Also von dort, wo immer noch die meisten Menschen den meisten Wein kaufen. Dieses Mal gab die Autorin ihren Bewertungen das Thema Sport vor, und so geht es um Medaillen, Wettkämpfe, Sieger, Rekorde etc.

Eine Themenvorgabe, die die sprachliche Vielfalt der Autorin aber nur sehr begrenzt widerspiegelt. Einige Auszüge:

„Hat was von der gefälschten Markensonnenbrille, die man am Strand von Tunesien kauft…”

„Mit langen Fingernägeln einmal über die Schultafel gekratzt… Iiiiiii”

„Unkompliziertes Hausfrauenglück!”

Was das alles mit Wein zu tun hat? Naja, etwa so viel wie die verschwurbelte Sprache mancher Wein-Experten. Die Aussagen sind kurz und knackig, daneben gibts ja immer noch die Bewertungs-Symbole: ein Blitzsymbol, kein Glas, 1 bis 4 Gläser und als Krönung die Goldmedaille des Super Schoppen Shoppers.

Die Verbraucher scheinen die einfachen Aussagen für die Orientierung im Supermarkt-Dschungel zu schätzen. Das Buch wird beworben als der meistgelesene deutschsprachige Wein-Einkaufsführer. 336 Seiten mit Kurz-Prosa, immerhin 125 Superschoppen-Auszeichnungen. Und das alles für rund 11 Euro. Bioweine sind übrigens auch dabei, aus Deutschland auch viele Genossenschaftsweine.

Eine Tendenz ist übrigens nicht bei den Bewertungen zu erkennen: Ob bio oder WG, 1,99 oder 13,99 Euro: Sieger und Verlierer gibts in allen Bereichen. Und vor allem die Verlierer bekommen die Sprachgewalt der Autorin zu spüren. (Man sieht im Geiste förmlich, wie sie empört Wein auf den Boden spuckt. Bäh!)

Dass neben der Autorin wohl etliche weitere Tester aktiv waren, dass die Aussagen nicht einzelnen Verkostern zuzuordnen sind, dass manches wenig bis gar nicht aussagekräftig ist: Geschenkt. Dafür ist das Büchlein zu praktisch und hat zudem noch Unterhaltungswert.

Als Verbraucher kann man sich ja einen Trick der professionellen Weintester abschauen: Die probieren vor dem eigentlichen Verkosten erstmal ein paar andere, meistens bekannte Tropfen. Sozusagen zum „Eichen” ihrer Geschmacksnerven. Wer also den Ratgeber für die nächsten 12 Monate bei seinen Einkäufen nutzen möchte, der kann ja erst einmal nach Vertrautem suchen.

Die meisten anderen werden es sicher so machen, wie viele Leser von Test-Ergebnissen: Sie schlagen am Ende des Buches die Bestenlisten auf und greifen gleich nach den Testsiegern.

Württemberger Weinlese: Von Winzern und Weinen rund um Stuttgart

24. August 2012

Obligatorisch: das Viertele

Württemberger WeinleseEs ist relativ schwer, mich für Wein-Bildbände zu begeistern. Entweder sind mir die Texte zu flach, meistens Werbeprosa. Oder die Bilder schwanken irgendwo zwischen Kitsch und zwanghafter Originalität (wie man das aus vielen Weinfachzeitschriften kennt). Dieses Buch über Württemberger Winzer, um es gleich vorweg zu sagen, finde ich richtig gut. Und das nicht nur weil ich aus Stuttgart komme.

Geschrieben hat es die Stuttgarter Journalistin Kathrin Haasis, die ihr Brot wohl hauptsächlich bei der Stuttgarter Zeitung verdient. Und Tageszeitungs-Journalisten haben in aller Regel eine aufrechte Art: Sie schwurbeln nicht in pseudo-fachlicher Manier über versteckte Aromen und Gaumenkitzel. Sie nähern sich behutsam dem Objekt Ihrer Recherche, beschreiben, was sie sehen und halten auch mit der eigenen Meinung nicht hinter dem Berg. Die dürfen sie, entgegen einem landläufigen Vorurteil über objektive Berichterstattung, durchaus haben und auch äußern.

Kathrin Haasis und ihre Mitstreiter, die Mitautoren einer wöchentlichen Weinkolumne, liefern in dem Buch aus dem Theiss-Verlag durchweg lesenswerte und interessante Porträts ab. Angereichert mit vielen Hintergrundgeschichten über schwäbische Besenwirtschaften, über Wengertlehäuser und „Wein 0711”. Über Stuttgart, das sie griffig umschreiben mit „fast cars and slow food” und das mit 500 Wengertern für 430 Hektar Reben kein Weindorf ist, aber eine liebenswerte und originelle Mischung aus Großstadt und viel Grün.

Stuttgart und seine Weine und Winzer

Beschrieben werden Winzer und Genossenschaften, sowohl in der Landeshauptstadt selbst wie auch im „Speckgürtel”, dem Remstal und dem Unterland um Heilbronn. Schon an der Auswahl merkt man, dass die Journalisten vor Ort viele Detailkenntnisse haben. Da werden das Collegium Wirtemberg genauso beschrieben und wie der Nebenerwerbswinzer Bernd Kreis, der eigentlich eher als Weinhändler bekannt ist.

Öko-Weingärtner Manfred Siglinger in Großheppach und seine Öko-Kollegen stehen im Fokus, aber auch das Aushängeschild fürs Ländle, das Weingut Herzog von Württemberg. Und weil im Wein-Kosmos nicht nur Winzer und WGs ihren festen Platz haben, werden auch die interessanten Themen drumherum nicht ausgelassen: Jörg Geiger mit seinem Champagner von der Bratbirne oder Kessler Sekt in Esslingen.

Die Kapitel über Württemberger Randlagen und die als Weinquellen deklarierten Einkaufsmöglichkeiten sind Chronistenpflicht. Zur Kür gehören dagegen die Porträts derjenigen Winzer, die ihre Heimat verlassen haben und in Frankreich, Spanien, Neuseeland oder Kanada ihre schwäbischen Wurzeln und Tugenden für Wein und Weinbau genutzt haben.

Die Aufnahmen des Bildbandes stammen von dem Fotografen Martin Stollberg. Er schafft es, auch wenn das Buch und seine Kapitel offenbar nicht aus einem Guss sondern aus verschiedenen Berichten entstand, durchgängig seine Handschrift erkennbar werden zu lassen. Dazu gehört auch, dass sich neben den klassischen Schönwetter-Motiven alle Jahreszeiten wieder finden.

Alles in allem ein gelungenes, rundes Bild der Württemberger und ihrer Weine, die ja bekanntlich nicht ohne Ecken und Kanten sind.

Weinbaugebiet Württemberg

Weber’s Veggie: Die besten vegetarischen Grillrezepte

23. Mai 2012

Grillrezepte: Webers VeggieWeber’s Veggie: Die besten Grillrezepte Grillen ist Kult: Immer mehr Promis, immer mehr Verlage und Sender stürzen sich auf dieses Thema. Dabei machen es sich die meisten Deutschen ziemlich einfach: Statt irgendwelcher abgefahrener exotischen Kombinationen kommt immer noch vorzugsweise die Wurst oder das Steak auf den Rost.

Ausgerechnet der Grillhersteller Weber hat jetzt sein Herz für Vegetarier entdeckt und bietet in dem Kochbuch Weber’s Veggie 60 vegetarische Grillrezepte aus aller Welt.

60? Es sind tatsächlich 60, inklusive Suppenrezepte (!), Pfannkuchen und Beilagen. Nichtsdestotrotz: Die Auswahl ist gut und interessant, und Vegetarier gehen ja ans Thema Kochen sowieso immer etwas anders heran.

Wenn man zum Beispiel die Linsen-Erbsen-Küchlein nach-grillen möchte, dann muss man eine Vorbereitungszeit von einer Stunde einkalkulieren – und eine weitere Stunde Kühlzeit. Wo ein Fleischesser bestenfalls mal was mariniert ist hier also echte Vorbereitung gefordert. Schwierig für all diejenigen, die gerne spontan grillen.

Dennoch spricht das nicht gegen das Buch finde ich. Genauso wenig tun das Rezepte wie das für gebratenen Reis mit Zuckerschoten. Der wird in einer gusseisernen Pfanne oder in einem Wok auf dem Grill zubereitet.

Klassische Grillgerichte gehen also in vielen Fällen etwas anders. Andererseits ist Grillen ja für viele eher ein Ausdruck von Lebensstil geworden: Outdoor-Küche mit Freunden und Gästen, da darf etwas ruhig anspruchsvoller sein und auch etwas zeitaufwändiger. Und dann will auch niemand in der Küche verschwinden, um etwas zu brutzeln: Dabei sein ist alles, das gilt auch für die Gäste, die um den Grill herumstehen.

Für den Verlag mag es dagegen viel profanere Gründe geben, den Einsatzbereich der Rezepte zu erweitern: Schließlich verkauft man bei Weber nicht nur Grills, sondern auch die ganze Palette an Zubehör, einschließlich Wok und Pizzastein (den man allerdings für Pizzagerichte nicht mal unbedingt braucht).

Dem Amerikaner Jamie Purviance kann man also durchaus bescheinigen, dass er das Thema Grillen für Vegetarier gut und anregend aufgearbeitet hat. Mein Favorit bleiben – trotz der Anerkennung für die vielen Rezepte mit Raffinesse – die eher einfachen Grillgerichte: Gegrillte Ricotta-Spinat-Fladen mit Birnen und Sultaninen schaffen es bei mir sicher eher auf den Grill, auch die diversen Sandwich-Variaitonen finde ich anregend.

Die rund 15 Euro für die 144 Seiten mit einfallsreichen Rezepten scheinen mir also gut angelegt.

‚Vegetarisch gut gekocht‘ von Cornelia Schinharl

11. April 2012

Vegetarisch gut gekocht von Cornelia Schinharl

Vegetarisch gut gekocht! Das Grundkochbuch: Was wirklich wichtig ist Frische Frühlingsküche, mal ganz ohne Fleisch! Das neue Buch aus dem Kosmos-Verlag macht Lust auf Alternativen zum Trott der Fleisch-und-Beilagen-Küche, in den auch die ambitionierteren Köche gerne mal verfallen. Denn ehrlich gesagt: Für rein vegetarische Gerichte müssen viele, die nicht schon mit vegetarischer Kost groß geworden sind, erst einmal nach Ideen suchen.

Das schön aufgemachte Kochbuch aus dem Kosmos-Verlag zeigt auf 224 Seiten genügend Variationen anspruchsvoller Küche, um fleischlos glücklich durchs Frühjahr bzw. durchs ganze Jahr zu kommen. Wer gerne abwechslungsreich und fleischlos kocht, der freut sich immer über gute Anregungen und originelle Rezepte, bei denen nicht nur einfach das Fleisch weggelassen wurde. Bei den hier vorgestellten Gerichten merkt man nicht erst beim Nachkochen, dass alle Zutaten gut harmonieren und ein rundes, ausgewogenes Gericht ergeben.

Wer gute Kochbücher liebt, der legt meistens auch besonderen Wert auf die Optik: Das Auge isst mit, nicht nur bei der Präsentation der Gerichte auf dem heimischen Küchentisch. Und wenn es noch einen Verbesserungsvorschlag gibt für dieses schön fotografierte Kochbuch, dann würde ich mich am meisten darüber freuen, wenn alle Gerichte illustriert werden. Bei einigen Variationen – eine durchaus sinnvolle Gruppierung von ähnlichen Gerichten – hat man darauf verzichtet, was über die Produktionskosten sicher auch dem Preis zugute kam.

Dennoch erfüllt das Buch seinen Zweck bestens: Die allgemeinen Infos bis hin zum Erntekalender sind gut, die Rezepte pfiffig und originell (zum Beispiel mit Spinatwaffeln, Kräuternocken, Kohlrabistrudel). Natürlich sind aber auch die Klassiker (Getreidebratlinge, Risotto-Variationen, Kartoffelpuffer, Ofengemüse) vertreten, so dass sich eine ausgewogene Mischung ergibt von Basisrezepten und neuen Variationen. Die Anleitungen sind praktikabel und die – für engagierten Köche unvermeidlichen – großen Gerichte mit hohem Aufwand sind auch da, aber doch eher selten. Also eine gute Mischung für Alltag und Festtagsküche.

Zu vielen Rezepten fielen mir spontan gute Kombinationen mit Biowein ein, ebenso gehört zur guten vegetarischen Küche für mich auch der Einkauf von Bio-Zutaten. Das sieht auch die Autorin so: „Einkaufstipp: am besten bio und regional“. Mit knapp 20 Euro ist das vegetarische Kochbuch eine gute Anschaffung für all diejenigen, die immer auf der Suche sind nach noch mehr originellen Zubereitungen ohne Fleisch.

Vegetarisch gut gekocht von Cornelia Schinharl

Nackt schlafen ist bio.

13. März 2012

Nackt schlafen ist bio.Nackt schlafen ist bio: Eine Öko-Zynikerin findet ihr Grünes Gewissen und die große Liebe.

Ich mag es, wenn man von etwas überzeugt ist und dennoch leicht ironisch eine Distanz zu seinem eigenen Verhalten an den Tag legt. Große Überzeugung von einer Sache bekommt sonst leicht etwas Verkniffenes: Niemand unterhält sich gerne mit Leuten, die als unbelehrbar gelten.

Diese Haltung findet sich auch in Nackt schlafen ist bio. So ganz ernst muss man das ”Tagebuch zum Projekt ‚ökologisch korrekt und trotzdem sexy’” sicher nicht nehmen. Aber die Geschichte über ein ökologisches Jahr auf 368 Seiten ist leichte Unterhaltung mit einem Augenzwinkern.

Buchtipp Wein – puristisch, aber gehaltvoll

9. Dezember 2011

Buchtipp: Wein - stilvoll präsentiert

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die einen beeinflussen: Man will ein Buch zum Thema Wein verschenken. Aber die meisten Bücher sind eher die reichlich und kleine bebilderten Ratgeber, die vom Layout an Reiseführer erinnern.

Etwas stilvoller kommt dieser Weinführer daher: Wein

Schon die Aufmachung ist eher puristisch, im Inneren bleibt man stilvoll und übersichtlich. Das Doppelseitenkonzept mit Bild- und Textseite wird konsequent durchgehalten, jedes Thema bleibt so übersichtlich. Die Spannweite der Kapitel reicht von Grundlagen über Rebsorten bis hin zu Essen und Wein. Und da man davon ausgehen kann, dass in kaum einem allgemeinen Weinführer etwas steht, was man sonst nirgends liest, ist die Aufmachung für mich hier ein klarer Pluspunkt.

Der Millefeuille-Verlag hat drei Wein-Spezialisten für dieses Wein-Kompendium engagiert. Es ist anschaulich und klar strukturiert, so dass sich selbst der Einsteiger ohne Vorwissen nicht verloren vorkommt. Vier Themen, 120 Artikel und 120 Fotografien auf 288 Seiten. Food-Fotograf Kris Vlegels hat großen Anteil an der stilsicheren Gestaltung.

Die vier großen Kapitel: Wein trinken, Wein und Speisen, der Weinberg und der Weinkeller enthalten Basiswissen und tiefergehende Informationen. Wer einen weiteren Einblick in Buch und Gestaltung erhalten möchte, hier gibts ein PDF.

Eichelmann 2012: Deutschlands Weine

7. Dezember 2011

Eichelmann 20112: Deutschlands Weine

Eichelmann: Deutschlands Weine 2012. Keine Frage: Er hat sich etabliert. Der Eichelmann hat seit Jahren einen festen Platz bei den Weinfreunden Deutschlands ergattert. Und mit der Auflistung von 9.507 Weinen von insgesamt 915 Weingütern, die mehr oder weniger ausführlich beschrieben werden, ist der 960 Seiten starke gelbe Klassiker aus dem Heidelberger Verlag Mondo fast schon unverzichtbar.

Zwar findet sich auf den ersten Seiten, wo traditionell die Weine und Weingüter des Jahres stehen noch immer keine eigene Rubrik für Bio, aber so ist die Weinwelt eben: Es zählt nur die Qualität der Weine, und eigentlich ist das ja auch gut so.

Wer die Regionen-Zusammenfassung durchforstet – der nächste Schritt beim Vorantasten in den umfangreichen Inhalt, bevor man sich endgültig den 915 Weingütern im Einzelnen widmet – der findet mit etwas Kenntnis schon hier die Bio-Weingüter. In den detaillierten Weingutsbeschreibungen ist selbstverständlich erwähnt, welcher Winzer Bioweine produziert.

In Baden fällt zum Beispiel das Weingut KLumpp auf, das seit langem seine SPitzenposition als hervorragender Erzeuger hält. Ebenso steht an der Mosel das Weingut Melsheimer mit an der Spitze, sehr gut sind auch die Weingüter Brohl und Steffens-Kess bewertet. Und in Rheinhessen können zum Beispiel die Weingüter Arndt Werner (hervorragend) und Eckhard Weitzel (sehr gut) ganz vorne mitmischen.

Aber wer das dicke Buch nur für die Suche nach Bioweingütern durchforstet, der nutzt diese Sammlung von Beschreibungen und Daten nur ungenügend. Wie immer verrät das 100-Punkte-Schema viel über die Leistungs-Spannweite der Weingüter, nicht zuletzt die Preisangabe bei den vorgestellten und bewerteten Weinen erlaubt einen Einblick in die Angebotstiefe der Winzer.

Für knapp 30 Euro eine gute Handreichung für alle Wein-Interessierten.