2008 Riesling trocken vom Weingut Steffens-Kess

16. Februar 2009

2008 Riesling trocken vom Weingut Steffens-Kess

Die ersten 2008erDie ersten 2008er sind da! Meine Freude ist unverhohlen. Es gibt ja jede Menge Winzer, die schwören auf behutsame, lange Reifung und Lagerung ihrer Weine, um das volle Potenzial zu entwickeln. Harald Steffens von der Mosel erfreut das Herz des Weinliebhabers und Rieslingfreundes mit einer frühen Füllung seiner Literweine, wie man ja hier bereits nachlesen konnte.

Herausgekommen ist ein kackig frischer, saftiger und jugendlicher Riesling, wie ich ihn liebe. Und das Wort Literqualität möchte ich in diesem Zusammenhang gar nicht hören: Bei uns gabs den jungen Moselaner zu einem Kalbsgulasch mit Bio-Nudeln, sehr lecker. Manch teurerer Wein hat sich da schon mehr anstrengen müssen. Es gibt nur einen Grund, diese Qualität in Literflaschen zu füllen: Man muss nicht so schnell eine neue Flasche aufmachen…

Mit sechs Euro pro Flasche ist das vielleicht nicht der billigste Literwein, aber einer der besten. Und: Er ist immer relativ schnell ausverkauft…

Billig und prickelnd: Bio-Sekt aus dem Supermarkt

7. Januar 2009

Bio-Sekt aus dem SupermarktFast alle guten Wünsche zum neuen Jahr waren ja auch irgendwie mit dem Hinweis auf einen anstehenden wirtschaftlichen Abschwung verbunden. Das Wörtchen „trotzdem“ kam wahrscheinlich noch nie so oft in Neujahrsgrüßen vor.

Ich versuche, den miesen Prognosen mit Optimismus und Tatkraft sowie einigen neuen Ideen zu trotzen, kann aber durchaus verstehen, wenn sich viele Menschen nun beim Einkauf erstmal vorsichtiger verhalten.

Beim Testschmecker hatte ich noch vor Silvester einen Supermarktfund vorgestellt: Den Bio-Sekt Carstens SC. Das ist nun nicht wirklich die Alternative zum Winzersekt, aber zum Kampfpreis von vier Euro vielleicht ein Einstieg in den Bio-Bereich für all diejenigen, die ihre neuen guten Vorsätze für 2009 erstmal ganz vorsichtig angehen wollen….

Mehr Infos gibt es hier.

Weißer Glühwein!

5. Dezember 2008

Weißer Glühwein

Welch eine Entdeckung: Glühwein muss nicht rot sein! Klingt banal, hat aber auf den zweiten Blick vielerlei Vorteile. Erstens bevorzuge ich Rotwein. Rotwein ist in unserem Haushalt also immer „knapper“ als weißer. Und: Die Qualitäten des Roten sind mir einfach zu schade für Glühwein. Zweitens: Mild oder lieblich gibt es Weißwein viel häufiger als Rotwein, und die etwas süßere Variante ist im Zweifelsfall immer besser für Glühwein.

Also ran ans Experimentieren! Es muss nicht der milde Müller in der Literflasche sein, es darf auch mal ein Kabinettwein sein, oder ein Würzer oder Gewürztraminer etc.

Eine Kombination, die für mich ganz gut funktioniert (obwohl aus mir kein echter Glühwein-Fan werden wird):

  • 1 0,75-l-Flasche oder 1-l-Flasche lieblicher Bio-Weißwein
  • etwa ein halber Liter Traubensaft, es geht auch Apfelsaft oder Orangensaft
  • 1 Orange
  • Cointreau / Blue Curacao, Orangenlikör halt
  • die klassischen Glühweingewürze, fertig gemischt oder einzeln gekauft: 2 Zimtstangen, Sternanis, Gewürznelken
  • zum Süßen Honig oder Zucker

Orangenscheiben mit Nelken und Sternanis spicken, zusammen mit den Zimtstangen im Traubensaft erhitzen, aber nicht kochen. Dann Weißwein zugeben, weiter erhitzen, nicht kochen. Zum Schluß mit Orangenlikör und Zucker oder Honig abschmecken.

Das Süße-/Säure-Verhältnis kann man durch Wein- und Saftarten ziemlich gut steuern. Wem die einzelnen Zutaten zu teuer sind, der findet auch Bio-Glühweingewürz. Und wem die weißen edlen Tropfen zu wertvoll sind, der greift zum milden Literwein.

Zum Rheinhessen-Krimi: Spätburgunder von Eckhard Weitzel

21. Oktober 2008

2006 Groß-Winternheimer Spätburgunder Spätlese trocken von Eckhard Weitzel

Normalerweise mache ich mir ja Gedanken darüber, zu welchem Essen ein Wein besonders gut passt. Heute mal nicht. Anlass dafür ist das erste rheinhessische Krimifestival, das ich gestern vorgestellt habe: Mörderisches Rheinhessen. Die Frage ist also eher: Weches Buch passt zum Wein? Keine Frage: Ein Krimi.

Und zu einem spannenden Buch an einem Herbstabend im Lesesessel empfehle ich – regionaltypisch ausgesucht – den 2006er Groß-Winternheimer Bockstein Spätburgunder Spätlese trocken vom Weingut Eckhard Weitzel in Ingelheim / Rheinhessen. Für die Empfehlung gibts viele Gründe. Einer, der Taschenbuch-Leser interessieren dürfte: Hier gibts ziemlich viel Wein für ziemlich wenig Geld. Ganze 7,50 Euro für einen typischen und gehaltvollen Spätburgunder, der 12 Monate im Barrique gereift ist und danach noch weitere 12 Monate im Holzfass lag.

Zum Preis eines Taschenbuches also ein „ausgewachsener“ Rotwein, kein Leichtgewicht, aus der Rotweinstadt Ingelheim. Der Wein ist komplex und gehaltvoll (wie ein guter Krimi), im Glas tiefdunkles Rot, in der Nase Aromen von roten Beeren und Gewürzen. Eine körperreiche, samtige Spätlese die einen begleitet, bis man das Buch aus der Hand legt. Den Barriqueausbau schmeckt man eher dezent, weich.

Als Badener sage ich es ungern, aber das Preis-Leistungsverhältnis für diesen Rotwein ist ungewöhnlich gut: Badische Spätburgunder dieser Qualität liegen locker bei oder eher über 10 Euro.

Wenn Sie also am nächsten Wochenende nicht beim Krimi-Festival dabei sein können: Rotwein und Krimi kommen nötigenfalls auch per Post ins Haus. Und wenn Sie Lesemuffel sind: Besorgen Sie sich bei Ihrem Metzger ein schönes Stück Wild oder Rindfleisch (zum Schmoren). Es geht natürlich auch beides: Krimi und Wildgericht zum Rotwein.

Bioweine aus dem Markgräflerland

2. September 2008

Bioweine der WG HaltingenZwar breitet sich der Bioweinbau zunehmend auch in den Genossenschaften aus, was nicht zuletzt auf die steigende Nachfrage in den Supermärkten zurückzuführen ist. Allzu verbreitet sind die Bio-Weine badischer Winzergenossenschaften noch nicht: Im Supermarkt sind sie oft nur schwer zu finden, im Online-Angebot stehen sie im Gegensatz zu den Bioweinen der Weingüter auch nicht an vorderster Stelle.

Bei der WG Haltingen ist das in diesem Monat anders: Im September gibts die Bioweine des Markgräfler Genossenschafts-Winzers Hansjörg Sprich, der nach den ECOVIN-Richtlinien arbeitet, im Sonderangebot. Gutedel, Weiß- und Spätburgunder sind bis Ende September im Preis reduziert. Angesichts des sowieso schon etwas niedrigeren Preisniveaus der WG-Weine also ein echtes Schnäppchen.

Ein trockener Bio-Weißwein zum Fisch: Müller-Thurgau

20. August 2008

Müller-Thurgau vom Weingut Weitzel

„Whitewine with the fish“, so die gängige Formulierung aus dem „Dinner for one“. Zwar gibt es auch viele Rote, die gut gekühlt zum Fisch passen. In diesem Fall war es aber der 2007er Ingelheimer Müller-Thurgau Kabinett trocken aus dem Bio-Weingut Eckhard Weitzel.

Zurück aus dem Schweden-Urlaub fand ich in meiner favorisierten Koch-Zeitschrift gleich einen Beitrag über schwedische Gerichte. Und weil Kottbullar und Zimtschnecken sich nicht wirklich einen Platz in unserem Herzen erobern konnten, fiel die Wahl auf Fisch: Fischfilet mit Dill-Sahne-Kartoffeln.

Und weil das ganze trotz einem etwas herzhafteren Rotbarsch und Shrimps doch vergleichsweise zurückhaltend im Geschmack ist, fiel die Wahl auf den trockenen Müller Thurgau, der sich als perfekter Partner erwies: Feiner, voller Duft, fruchtig, nicht zu säurebetont, eher mild und doch ein voller, aromatischer Geschmack. Und mit 11 % Alkohol nur in dieser Beziehung ein Leichtgewicht – was hier aber auch positiv gemeint ist. Solche Weine belegen, dass Müller-Thurgau etwas zu Unrecht durch schlecht gemachte Masseweine in Verruf geraten ist.

Dieser hier kostet ganze 4,50 Euro pro Flasche und man sollte meiner Meinung nach einen kleinen Vorrat davon zuhause haben.

Fisch mit Dill-Sahne-Kartoffeln

Bio-Sommerweine (6): Rosé aus Baden

25. Juli 2008

Rose aus dem Weingut Harteneck

Niemals sonst wird so oft Rosé gewählt, wie im Sommer: Der klassische Sommerwein schlechthin profitiert sicher von seiner Verbreitung in den südlichen Urlaubsländern. Und wie so oft belebt man Urlaubserinnerungen mit einem ähnlichen Wein, was ja mittlerweile auch in deutschen landen kein Problem mehr ist.

Der etwas sperrige Begriff Weißherbst ist von den meisten Etiketten verschwunden, auch ist nicht mehr Spätburgunder das alleinige Ausgangsmaterial für Roséweine. Der, um den heute geht ist ein 2007er Rosé Kabinett trocken. Er kommt aus dem Markgräflerland aus dem Weingut Harteneck und ist aus den Sorten Cabernet Carol und Spätburgunder entstanden.

Das kann man durchaus herausschmecken: Der Stil ist etwas südländischer, er duftet nach reifen Äpfeln und funkelt lachsrosa im Glas. Rosé muss meiner Meinung nach richtig kalt serviert werden, deswegen dauert es etwas, bis sich die Aromen im Glas entfalten.

Die Winzer Thomas und Daniela Harteneck empfehlen ihn zu mittelstark gewürzten, auch asiatischen Speisen. Bei uns war es ein Bulgur-Salat mit Minze und Chilie, also eher etwas feurig. Aber auch hier bewährte sich der Rosé mit seinen nur 11,5 % Alkohol prächtig und ist mit 7,20 Euro für die 0,75-Flasche zwar nicht der billigste Vertreter seiner Art, aber sein Geld wert.

Bio-Sommerweine (5): Mosel-Riesling

18. Juli 2008

2006er RieslingIn der Reihe der Sommerweine darf der Mosel-Riesling nicht fehlen. Dieser stammt aus dem Weingut Steffens-Kess in Reil. Mit einem Riesling kann man nichts falsch machen – sollte man denken. Tatsache ist, dass das Bild von Mosel-Rieslingen sehr unterschiedlich ist und bei manchen Menschen noch mit den internationalen vertriebenen billigen, süßen Supermarkt-Moselweinen verbunden wird.

Dieser hier wird sie eines Besseren belehren: Der 2006er Reiler Goldlay Riesling trocken ist wie alle Weine aus dem Weingut Steffens-Keß trocken ausgebaut. Nicht nur der Preis von 5,90 Euro für den Nachfolgewein des Jahrgangs 2007 macht ihn zu einem echten Alltags-Riesling: Ein schlanker fruchtiger Riesling, mit 11,5 % Alkohol eher von der leichteren Sorte.

Eiskalt ist mir am liebsten, dazu einen noch warmen Zucchinikuchen mit Speck und Käste und eine große Schüssel knackiger Blattsalate. Der 2006er ist übrigens zumindest über die Website nicht mehr erhältlich, der Nachfolger von 2007 dürfte sich eine Spur jugendlicher präsentieren.

Bio-Sommerweine (4): Paketangebot aus Rheinhessen

14. Juli 2008

Sommerweinpaket Eckhard WeitzelEin Sommerweinpaket hat Eckhard Weitzel in Ingelheim (Rheinhessen) geschnürt: Es enthält drei Flaschen Müller-Thurgau Spätlese trocken und drei Flaschen Morio-Muskat Kabinett halbtrocken für nur 23 Euro, das ist vier Euro günstiger, als der reguläre Preis.

Bio-Sommerweine (3): Badischer Weisser Burgunder

11. Juli 2008

Weißer BurgunderManchmal verlangt sommerliches Essen nach einem besonderen Weißen. Gegrillter Fisch zum Beispiel: Der Gutedel ist hier vielleicht doch etwas zu schlicht, der Grauburgunder nicht knackig genug. Also: In diesem Fall ist es ein 2007er Weißer Burgunder Kabinett trocken.

Er kommt aus dem Markgräflerland vom Weingut von Thomas und Daniela Harteneck , ist mit einem Restzuckergehalt von 1,5 g knochentrocken und hat die feine Säure, die ich für den Fisch haben möchte.

Die Fischfilets sind vom Red Snapper, mit Haut, weil das Fleisch schön fest ist uund die Sache so genügend Halt hat. Ansonsten empfiehlt sich zum Grillen eher der ganze Fisch und ein Drahtkorb für den Grill, damit man den Fisch wenden kann.

Ich mixe Pfeffer, Chili und ein paar Kräuter aus dem Balkonkasten zu einer Paste mit Öl. Der Fisch wird rechtzeitig eingepinselt, damit das Ganze durchziehen kann. Solange kann man einen Dipp herstellen aus Kräuterquark oder selbst gemachter Mayo mit Zitrone und Knoblauch. Der Grill muss wirklich sehr, sehr heiß sein, damit der Fisch schnell durch ist, ohne dass die Kruste schwarz wird. Dazu eine große Schüssel Salat-Mix mit allem, was es gerade am Marktstand gibt und ein Baguette.

Und natürlich der Wein: Saftig, fruchtig, mit einer erfrischenden Säure. Kommt meiner Meinung nach am besten zur Geltung, wenn er kälter als mit den empfohlenen 8 bis 10 Grad serviert wird. Und ist mit 7,20 Euro für die Dreiviertelliterflasche immerhin günstig genug, um einen kleinen Vorrat für die heißen Sommertage anzulegen.