Bio-Sommerweine (2): Pfälzer Pricco

4. Juli 2008

Pfälzer Pricco

Deutsche Perlweine sind in den vergangenen Jahren immer häufiger aufgetaucht. Der Prosecco, der Perlwein aus einer weißen Rebsorte, die nur in Venetien wächst war das Vorbild. Er hat sich bei uns so großer Beliebtheit erfreut, dass auch deutsche Winzer an dem Boom teilhaben wollten. Und auch einige der Biowinzer haben erfreulicherweise den Trend nicht verschlafen, denn die meist in irgendeiner Form „Secco“ genannten Perlweine sind die idealen Begleiter für einen milden Sommerabend.

Mit dabei ist auch die Pfälzer Biowinzerin Christine Bernhard, die von ihrem Weingut Janson Bernhard einen Pfälzer Pricco anbietet (naja, es muss halt so ähnlich klingen wie Secco und ans Prickeln erinnern).

Das Anbaugebiet des DOC-Prosecco liegt in der Provinz Treviso in Venetien in den Hügeln der Trevisaner Voralpen. Die Pfälzer Hügel rund ums Zellertal haben schon eine gewisse Ähnlichkeit und auch der Pricco ähnelt dem Prosecco, freilich ohne eine Kopie sein zu wollen.

Die italienischen Vorbilder haben zwar auch eine große Variationsbreite, die typischen sind knackig mit viel Frucht und einem Mindestmaß an Säure. Der Pfälzer Pricco ist nach meiner Ansicht ein würdiger deutscher Ableger: Vielleicht etwas milder, dennoch fruchtig und leicht, spritzig, trocken. Und mit 11,5 % Alkohol ein idealer Sommer-Solo-Wein. Die Aufmachung ist fast schon einen Tick zu edel, der Preis mit 6,20 Euro aber noch sehr in Ordnung für einen Bio-Perlwein von guten Grundweinen.

Der Bio-Castellberger – für ein Naturschutzprojekt

2. Juli 2008

Der CastellbergerTue Gutes uund rede darüber. Und mache am besten noch einen guten Wein zu dem Thema. Diesem Grundsatz sind jetzt Naturschützer am Catellberg in Ballrechten-Dottingen gefolgt. In einem Musterweinberg, den der Markgraf von Baden einst für seinen „Mundwein“ angelegt hatte, wird jetzt ein Biowein erzeugt.

Ende des 18. Jahrhunderts kaufte der Markgraf Rebgelände am Castellberg und ließ dort einen Musterweinberg als Vorbild für die Markgräfler Winzer anlegen. Ecovin-Winzer Matthias Seywald macht aus den Reben von diesem steilen Terrassenrebberg einen Bio-Gewürztraminer, dessen Erlös zum Teil in das Naturschutz-Projekt fließt.

Auf Initiative des Arbeitskreises Natur und Umwelt sowie der Gemeinde Ballrechten-Dottingen wird in einer konzertierten Aktion gemeinsam mit den Winzern, dem Land Baden-Württemberg, dem Regierungspräsidium Freiburg, dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald und dem Institut für Landespflege der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg die Sanierung des Weinbergs mit seinen Trockenmauern und Steintreppen organisiert.

Vom Preis vom 10 Euro je Flasche fließt ein Teil direkt ins Castellberg-Projekt. Der Wein ist direkt beim Winzer Seywald in Dottingen oder im Weingut Zähringer in Heitersheim erhältlich.

Am Sonntag, 14. September 2008 um 15 Uhr findet eine Begehung und Führung am Castellberg mit anschließender Weinprobe anlässlich des Erlebnistages Öko Regio Tour Markgräflerland statt.

Bezug des 2007er Castellberg Gewürztraminer Steillagen-Weines Kabinett trocken

Weinbau Matthias Seywald, Alfred-Löffler-Straße 12, 79282 Ballrechten
Tel (0 76 34) 89 56, m.seywald@gmx.de

Weingut Wilhelm Zähringer, Johanniterstraße 61, 79423 Heitersheim
Tel (0 76 34) 50 48 90, Fax (0 76 34) 50 48 999, info@weingut-zaehringer.de, www.weingut-zaehringer.de

Bio-Sommerweine (1): Ein Sieger-Rosé von der Nahe

1. Juli 2008

2007er Rose aus dem Weingut Brühler Hof

Den Auftakt unserer kleinen Sommerwein-Reihe macht ein Siegerwein: Der 2007er Rosé trocken vom Weingut Brühler Hof an der Nahe hat gerade einen der ersten Plätze bei der Ecowinner-Verkostung belegt. Empfiehlt sich also quasi von selbst.

Dieser Rosé wurde aus den Trauben von Regent und Dornfelder gekeltert, was ihn normalerweise – als Rotwein – nicht unbedingt zum Sommerwein machen würde. Als Rosé aber, also ohne die Beerenhäute vergoren, kommt er richtig leichtfüßig und spritzig daher. Gut gekühlt entwickeln sich die Fruchtaromen von roten Beeren nur allmählich.

Als hätte es Hans-Peter Müller vorausgesehen hat er diesen Wein schon vor Wochen als seinen Wein des Monats für den Juli ausgewählt. Es bleibt auch nach der Prämierung beim sehr akzeptablen Preis von 29 Euro für den Sechser-Karton inkl. Versand (12er Karton inkl. Versand 53 Euro). Noch bis zum 31. Juli

Zwei Empfehlungen für Pfälzer Bioweine vom Weingut Janson Bernhard

23. Juni 2008

Zeitschriften-Nachlese

Über zwei aktuelle Empfehlungen freut sich Christine Bernhard vom Weingut Janson Bernhard in der Pfalz: Die Zeitschrift WeinGourmet empfahl 50 Rieslinge unter 10 Euro. Darunter ist auch der 2007 Zeller Kreuzberg Riesling Kabinett trocken:

“schlank, erfrischend trocken, von fruchtiger Geradlinigkeit, herzhafter Säure und mit feinen mineralischen Noten gepickt. Eine lohnende Entdeckung abseits der üblichen Pfälzer Weinrouten“

So das Urteil von Ingo Swoboda. Und bei einem Preis von 6,50 Euro kann man wohl wenig falsch machen.

Und im Slow Food magazin nahm Autorin Ursula Heinzelmann in Ihrem Geschmackslabor den 2007er Grauburgunder Spätlese trocken unter die Lupe. Der Wein (8,30 Euro) bekam eine Empfehlung als Begleiter zu gutem Käse aus Schafsmilch.

Bio-Schorle am Abend…

16. Juni 2008

Bio-Wein-Schorle

Tja, sie ist nicht tot zu kriegen. Ähnlich wie der Begriff Bowle ruft auch die Schorle beim Weinexperten nur ein Nase-Rümpfen hervor. Was kann man auch von einem Wein halten, den man mit Sprudel vermischt?

Wenn man die Winzer selbst fragt erhält man seltsamerweise ein anderes Bild: Die meisten von ihnen trinken ganz gerne mal eine Schorle. Ohne Nase rümpfen. An einem heißen Sommertag oder einfach so zum Vesper.

Natürlich hört es kein Bio-Winzer gerne, wenn ich hier seinen Wein als Schorle-Wein empfehle. Aber wenn Sie sich die trockenen weißen Literweine der Biowinzer anschauen werden Sie sicher fündig. Ich habe mir einen 2007er Silvaner trocken vom Brühler Hof, dessen Vorräte eigentlich als Begleiter für die viel zu kurze Spargelsaison eingeplant waren kalt gestellt und mit Sprudel gemischt. Als Durstlöscher viel zu schade, zum Abendessen mit Weißbrot und Salami, Tomaten und Gurken, ideal.

Auch die meiner Ansicht nach unterschätzten badischen Müller-Thurgau und Gutedel sind oftmals noch im Liter zu bekommen und – wenn auch wie der Silvaner nur schweren Herzens – zum Mischen geeignet.

Silvaner

Sommersalat mit Schafskäse und Oliven und ein Bio-Rosé

13. Juni 2008

Gourmandise

Abends immer diese Fußballspiele, das hält ja schon etwas auf. Andererseits braucht man da auch etwas leckeres, möglichst etwas, das man gut vorbereiten kann. Und ein guter Biowein sollte auch dazu passen, idealerweise als Sommerwein ein Rosé. Auf der Website Gourmandise habe ich diesen Sommersalat mit Schafskäse und Oliven gefunden.

„Das Auge isst mit“ schreibt Andrea Dittert, die Gourmandise,. und hat mittlerweile in Ihrem Blog eine ansehnliche Sammlung guter Rezepte und schöner Fotos. Wie überhaupt das Blog schön aufgemacht ist.

Zum Sommersalat gab es übrigens mal einen Biowein aus dem Supermarkt: Der Spätburgunder-Rose trocken vom Badischen Winzerkeller ist auch beim Händler um die Ecke zu finden (mit etwas Glück). Ansonsten kann man ihn für 5,10 Euro auch direkt auf der Internetseite des Badischen Winzerkellers bestellen.

Für mich der ideale Begleiter zum Salat. Der Rosé sollte für meinen Geschmack aus dem Kühlschrank kommen, auch wenn dieser hier nicht zu den super-trockenen gehört. Feine Aromen, fruchtige Säure, so kann man den Abend ausklingen lassen.

Rose

Neues von Nahe: Bioweinangebot, Bio-Essig & Bio-Brände

2. Juni 2008

Riesling von der Nahe

Hans-Peter Müller vom Weingut Brühler Hof an der Nahe hat nicht nur ein neues Monatsangebot (6 bzw. 12 Flaschen 2007er Riesling feinherb für 29 bzw. 55 Euro). Neu im Angebot sind auch ein Bio-Essig, ein Bio-Balsamico und ein Morio-Muskat-Traubenbrand.

Spargel-Risotto mit einem trockenen Gutedel

29. Mai 2008

Spargel-Risotto

Spargel wohin man sieht: Jede Restaurant-Karte nennt derzeit ein Dutzend Gerichte mit Spargel, der Wochenmarkt läuft über mit der weißen Stangenware. Auf den Wochenmärkten ist er ebenfalls stark vertreten, im Bio-Spargel zu bekommen braucht man schon etwas Glück oder man muss seine „Biobauern“ recht gut kennen.

Bei mir in Baden gibts Bio-Spargel vorzugsweise im Weingut Lampp, dem auch eine Strauße angeschlossen ist, wo man Bioweine und Biospargel serviert bekommt.

Ein Beitrag zur schnellen Küche in der Hochsaison für Spargel, wenn man die anderen Varianten alle schon gegessen hat, ist Spargel-Risotto mit Lachs: Vorzugsweise mit einem Pfund grünem und einem Pfund weißen Spargel. Der grüne wird kleingeschnitten und in einer Pfanne mit etwas Rapsöl scharf angebraten, darf durchaus etwas anbräunen, bis sich der typische Honiggeruch entwickelt. Dann mit Gemüsebrühe ablöschen und fünf Minuten köcheln lassen mit geschlossenem Deckel.

Der weiße wird normal geschält und normal gekocht. Das Risotto (Arborioreis) wird angesetzt, immer wieder mit Gemüsebrühe abgelöscht, gerührt bis kurz vor Garzeitende (etwa 20 Minuten).

Der Lachs wird in einem gelochten Einsatz über Gutedel-Kräuter-Kochwasser gedämpft.

Der Trick ist, dass alle vier Zutaten zum annähernd gleichen Zeitpunkt fertig sind: In das Risotto kommt dann Butter und Parmesan, weißer und grüner Spargel, sowie der zerteilte Lachs werden in einer sehr großen Pfanne oder heißen Bräter- oder Auflaufform untergehoben. Das Ganze kommt mit einem frischen Grünen Salat nach etwa einer halben Stunde Zubereitungszeit auf den Tisch, dazu gibts einen Gutedel aus dem Kühlschrank.

Bei mir ists ein 2007er Gutedel trocken Heitersheimer Maltesergarten aus dem Weingut Daniel Feuerstein in Heitersheim. Dieser Biowinzer hat nicht nur die Auszeichnung Bester Badischer Biowein für diesen Gutedel bekommen, er war auch Sieger beim Gutedel-Cup.

Stern-Bioweinempfehlung: „…gluckgluckgluck“

4. April 2008

Sie haben sich schon lange gelöst von Fachchinesisch der Weinsprache: Die Brüder Cornelius und Fabian Lange schreiben in ihrer wöchentlichen Kolumne des „Stern“ schließlich für den sprichwörtlichen „Normalverbraucher“ – ein Millionenpublikum. Deswegen können sie unter dem Titel „Lecker Bio aus Baden“ auch die Bioweine aus dem Bruchsaler Weingut Klumpp eher locker-flockig umschreiben:

“Das ist Wein für Leute, die Entspannung suchen. Mal richtig abhängen, fünfe gerade sein lassen. Schluck für Schluck, gluckgluckgluck.”

Gemeint ist damit der 2007 Weißburgunder** Edition trocken der nordbadischen Winzerfamilie Klumpp. In der neuesten Ausgabe des Stern (Nr. 15 vom 3. April) kommen aber auch die Rotweine beim Tester-Duo gut an: Das Rotwein-Cuvée No. 1 aus Lemberger, Spätburgunder und Sankt Laurent begeisterte die Weinbrüder. Beide Sorten sind in einem Sechser-Probierpaket vertreten, das man online oder telefonisch für 55,50 Euro bestellen kann (07251-16719).

Wer neugierig ist sollte sich beeilen: Die Weinempfehlungen der Stern finden (bei einer Millionenauflage) in der Regel reißenden Absatz. Wer sich über die unkonventionellen Weinschreiber, die bereits neun Bücher herausgebracht haben, näher informieren will, der wird ebenfalls beim Stern fündig.

WG Haltingen mit Bioweinangebot und neuer Website

1. April 2008

www.wg-haltingen.de

Zwei gute Gründe, um einmal eine Winzergenossenschaft ins Licht zu rücken: Die WG Haltingen in Weil am Rhein liegt im südwestlichsten deutschen Zipfel, von der Hauptlage Haltinger Stiege blickt man schon in die Schweiz und ins Elsaß hinüber.

In diesem Monat lohnt ein Besuch der Website aus zweierlei Gründen: Zum einen wurde die Website komplett überarbeitet und präsentiert sich in einem neuen Layout. Weil in der WG Haltingen auch ECOVIN-Weine erzeugt und ausgebaut werden ist die WG Mitglied bei ECOVIN Baden und als solches auch schon seit rund 10 Jahren mit einem Internet-Auftritt mit dabei. Damals, so viel nostalgischer Rückblick muss sein, waren Weingüter und erst recht Winzergenossenschaft so gut wie gar nicht im Netz vertreten. Altavista hieß die damals bevorzugte Suchmaschine und sie zeigte gerade mal zwei handvoll Weinadressen an.

Hans-Jörg Sprich von der WG HaltingenNun gibts in der WG Haltingen zwar nur einen Biowinzer: Hans-Jörg Sprich heißt er. Aber er bewirtschaftet immerhin 5 Hektar Bioreben, ist Aufsichtsratsvorsitzender der Winzergenossenschaft und mit einem Rebflächenanteil von 10 Prozent der größte Winzer der WG, wie man hier nachlesen kann.

Ger Martini, der Geschäftsführer, sorgt nicht nur für ein rundes Angebot und zahlreiche Aktivitäten, er stellt auch jeden Monat besonders günstige Weine ins Internet. In diesem Monat gehören die drei Bioweine der WG dazu und man kann sich im Weinshop (Rubrik „Wein des Monats“ oder „Ökoweine“) für kleines Geld den Überblick verschaffen über die wahrscheinlich südlichsten deutschen Bioweine.